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Philosophen biographisch

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Hobbes, Thomas



Als H. als Sohn eines Landvikars und einer Bauerntochter einfachster Herkunft in Wiltshire geboren wurde, hätte niemand davon geträumt, daß dieses geistig frühreife Wunderkind später einmal als »der unbequemste politische Denker Englands« gehandelt werden würde. Die Lehre von H. war und ist ausgesprochen unbeliebt. Zunächst jedoch verhielt sich das Wunderkind ganz konventionell. H. besuchte zuerst die Elementarschule seines Geburtsortes, dann vertiefte er sich in Malmesburv auf einer Privatschule in die klassischen Sprachen. Vor der Aufnahme des Studiums in Oxford übersetzte er - ausgerechnet - die Medea von Euripides in lateinische Jamben. Vielleicht prägte schon diese Textwahl sein späteres Menschenbild, das bis heute als Inbild pessimistischer Anthropologie gilt: »homo homini lupus« . Die Infragestellung bzw. Bewältigung dieses heilsgeschichtlichcn Irrtums sollte ihn zeitlebens beschäftigen. Er erwarb 1607 den Grad eines Baccalaureus artium, ab 1608 war er Hofmeister des Sohns von Baron Cavendish. mit dem er zwischen 1610 und 1613 eine erste Bildungsreise auf den Kontinent unternahm, der noch weitere Aufenthalte folgen sollten. Die Frucht jener Jahre der Widmung an die Philologie mündete 1629 in eine Ãœbersetzung von Thuky-dides Werk über den Peleponnesischen Krieg. Für Thukydides standen der Gebrauch der Macht und ihre Eigenlogik im Vordergrund. Auch Machiavelli hatte sich damit eingehend beschäftigt. Für H." Staatsphilosophie, für sein ganzes späteres philosophisches Wreltgebäude sollte dies prägend werden , de hotmne . de cive ). Neben seinen naturwissenschaftlichen Arbeiten beschäftigte ihn vor allem seine historische Zeitgenossenschaft: Erfloh 1640 aus England in ein zehnjähriges Exil nach Frankreich: der konfessionelle Bürgerkrieg bedrohte ihn höchstpersönlich, denn seine Gegner bezichtigten ihn des Atheismus. 1651 erschien seine wohl bekannteste Schrift: der Leviatlum, ein deskriptives und perspektivisches Paradestück zeitgenössischer politischer Philosophie. Nach der Aussetzung einer Pension 1660 durch seinen früheren Mathematikschüler im Pariser Exil, den nunmehr inthronisierten Stuart Karl

II.

. setzte H. seine naturwissenschaftlichen und zunehmend literarisch-autobiographischen Studien fort. Er verstarb in Hardwick auf den Gütern seiner Gönner und Freunde Cavendish. die ihm zeitlebens die Treue hielten. Er glaubte bis zum letzten Atemzug erstaunheherweise beharrlich an die Möglichkeit einer Quadratur des Kreises: in mathematischer Hinsicht zog er dabei in langwierigen Disputen immer den kürzeren. Doch bleibt dieses von seiner musikalischen Beschäftigung umrahmte Pardoxon uns ein möglicher Zugriff auf sein sinnstiftendes Denkbegehren: das Unmögliche möglich zu machen. Die Unterscheidung zwischen Philosophie und subjektivem spekulativen Denken fällt dem Nachgeborenen immer leichter als dem Zeitgenossen. Diese simple Frage nach der Theoriefähigkeit trifft eigenartigerweise besonders auf H. zu. Heute stellt man sich die Frage, ob H. nun Empirist, Materialist. Erkenntnistheoretiker. Naturphilosoph oder gar politischer Philosoph gewesen sei. vielleicht sogar in Grenzbereiche der Sprachphilosophie und der Mathematik vorgedrungen sei.

      Seinen Zeitgenossen war er aut andere Weise suspekt. Gerade weil er sich mcht der Schulphilosophie seiner Zeit verpflichtet fühlte, sah er sich sowohl von dieser Seite als auch von Vertretern der »neuen« Wissenschaft beständigen Angriffen ausgesetzt. H. kämpfte zeitlebens um die Anerkennung seiner systematischen Theorie, seines pragmatischen philosophischen Systems. Denn um nichts Geringeres ging es ihm: um die Beschreibung und Deutung aller Vorgänge und Geschehmsse. die das Sein bestimmen, unter einem methodischen Ãœberbau, seien es organische, anorganische oder soziale Gebilde. Gerade diese völlige Entwertung des Individuums zu einer rechnerischen Größe trug ihm den Unmut des Klerus em. Andererseits bestand darin eine absolut neue Qualität: der Mensch wurde als autonomes Einzelwesen, als Individuum schlechthin begriffen. Man muß sich vergegenwärtigen, daß ursprünglich der Begriff des Individuums in der vorrangigen Gültigkeit der Famihenstruktur aufgelöst war, alle gesellschaftliche Arbeit Resultat gruppenspezifischer Prozesse war. Selbst am Ausgang des europäischen Mittelalters stand die Institution des Zunftwesens, das seinerseits familienähnlich organisiert war. ökonomisch im Konflikt mit einer neu sich etablierenden gesellschaftlichen Realität: der Markt- oder Tauschgesellschaft. Dort "Aurden Verträge zwischen Einzelnen geschlossen, zwischen »Privatleuten«, die begrifflich noch keinerlei Status innehatten, real aber die gesellschaftliche Entwicklung bestimmten. In diese Revolutionierung der Lebensverhältnisse hinein kollidierte die Frage nach dem rechten Glauben infolge von Reformation und Gegenreformation. In solch einer Situation die Frage nach dem Wert des Individuums zu stellen, hieße einerseits Partei zu ergreiten und die vermeintlich »richtige« Lehre zu reproduzieren, andererseits nach einem Weg zu suchen, die Phänomene methodisch von ihrer ideologischen Wurzel zu abstrahieren und in einer übergreifenden Svstematik aller Phänomenebenen neu zu definieren. Das Ziel solcher Anstrengung hieße Objektivierung und damit auch Versöhnung schembarer Antagonismen unter Hinzugewinn einer
übergreifenden Methode und der politischen Garantie einer ökonomisch prosperierenden Gesellschaft. Die unausweichliche Folge solchen Verfahrens, daß nicht nur einzelne Individuen sozial auf der Strecke bleiben, ist in H." mechanistischem Denken keine moralische Kategorie, sondern notwendig systematisch bedingt. Sein analytisches Verfahren ließe sich »ausernanderlegend-zusammensetzend« in Analogie zu Galileis Denken beschreiben, der dies anläßlich einer Begegnung bei einer Europareise anregte: »Denn aus den Elementen, aus denen eine Sache sich bildet, wird sie auch am besten erkannt. Schon bei einer Uhr, die sich selbst bewegt, und bei jeder etwas verwickelten Maschine kann man die Wirksamkeit der einzelnen Teile und Räder nicht verstehen, wenn sie nicht auseinandergenommen werden und die Materie, die Gestalt und Bewegung jedes Teiles für sich betrachtet wird. Ebenso muß bei der Ermittlung des Rechtes des Staates und der Pflichten der Bürger der Staat zwar nicht autgelöst, aber doch gleichsam als aufgelöst betrachtet werden, d.h. es muß richtig erkannt werden, wie die menschliche Natur geartet ist. wieweit sie zur Bildung des Staates geeignet ist oder nicht, und wie die Menschen sich zusammentun müssen, wenn sie eine Einheit werden wollen. Nach dieser Methode bin ich verfahren.« Die Momente der epochalen Herausforderung, auf die Thomas Hob-bes die philosophische Antwort gab. waren das Aufkommen der exakten Wissenschaft und der gleichzeitige Verlust der Außenstabilisierung des Individuums durch den konfessionellen Bürgerkrieg. Das 17. Jahrhundert war noch ein durchaus theologisches Zeitalter, insofern sich die geistigen Ausdruckstormen des gesellschaftlichen Kampfes an theologischen Ritualen orientierten. Deren Wahrheitsgehalt verkam zur Parteilichkeit, zur Ideologie, in deren Namen fanatisierte Individuen einander bedrohten. H. Hebte den Frieden mehr als die Wahrheit: sie hatte ihre einigende Krait verloren, und ewige Wahrheiten gab es für ihn ohnehin nicht, da jede Wahrheit von der ihr zugrunde liegenden Definition abhängt. Der Zweck allen Denkens war bei ihm auf die systematische Zusammenschau von exakter Wissenschaft und politischer Praxis unter einer handlungsleitenden Maxime gerichtet: dem letzten naturnotwendigen Zweck der optimalen Erhaltung des Daseins. Darauf sieht H. alles menschliche Handeln bezogen, auf die Herstellung von Frieden untereinander und die Verteidigung des eigenen Daseins. Der Mensch im 17. Jahrhundert bncht zur Autonomie aut, zu der seiner Seele und seiner ökonomischen Unternehmungen . Diese Zielsetzung ist aber nicht theologischer Natur, sondern gründet in der menschlichen Vernunft. Deshalb rührt H. Denken an alle wesentlichen Bereiche, die das Weltbild im 17. Jahrhundert bestimmten: Theologie, Wissenschaft, konfessionellen Bürgerkrieg, grundlegende ökonomische Umwälzung der sozialen Verhältnisse, geostrategische Verschiebungen der Machtverhältnisse. H. begab sich in seinen Schriften auf alle nur denkbaren Gebiete. Sein Wirken läßt sich deshalb auch nicht unter einem Begrift von Philosophie subsummieren. Er forderte von der Philosophie die Bereitstellung einer Methode, »deren Grundsätze einerseits sich als Verallgemeinerungen der Prinzipien der wissenschaftlichen Methode darstellen, andererseits aber gleichzeitig die universal gültigen Voraussetzungen jeder Realwissenschaft zu formulieren habe«.
      Die Umsetzung in gesellschaftliche Realität, die politische Praxis, sollte mit den Mitteln einer analytischen Theorie des Rechts und des Staates geleistet werden. Inso-fern versteht sich H. selbst als politischer Philosoph, wenn er feststellt, daß die gesamte Staatsphilosophie »nicht älter ist als das Buch, das ich selber Ãœber den Bürger geschrieben habe«, datiert also auf das Jahr 1642. Es ist deshalb unmöglich, seine Schriften isoliert von der historischen Situation zu betrachten, m der er sich befand. Andererseits würde man dem Rang, den seine wissenschaftstheoretische Arbeit ausmacht, nicht gerecht werden, wenn sein philosophisches System zu einem Gesellschaftsmodell verkürzt würde.
      Die Kategorien von Recht und Staat entwickelten sich vielmehr notwendig aus einer analytischen Methode. H. untersuchte die Funktionsweise der Gesellschaft rational-mechanistisch. Alle Tatsachen, ob im Bereich der Physik, der Anthropologie, der Geschichte oder der Gesellschaft, die sich mechanistisch erklären lassen, bezeichnete Hobbes als »Körper«. Diesen Begriff übertrug er auf anorganische, organische und soziale Gebilde, »actio« und »reactio« waren ihm die grundlegenden Bewegungsgesetze sowohl für das Zustandekommen menschlicher Erkenntnis als auch für den Ablauf sozialer Prozesse. So erzeugt Macht ihrerseits wiederum Gegenmacht, die allerdings nicht einander symmetrisch sind, sondern lediglich in anderen Formen erhalten bleiben entsprechend dem Energieerhaltungssatz. Die Repression durch einen Souverän beispielsweise wird durch die Eigentums- und Wettbewerbsgarantie und die Privatisierung des Denkens kompensiert. Die Mathematisierung der Welt wird zum generellen Kennzeichen neuzeitlicher Philosophie. Mit der Objektivierung ihrer methodischen Basis und ihrem ldeologieknnschen Potential erfährt der Begriff der politischen Philosophie eine Neubewertung: es wird möglich. Alternativen im menschlichen Handeln rational zu begründen und verläßliche Prognosen über vorgeschlagene Verhaltensweisen zu machen. Jedenfalls ist eine zunehmende Integrität der politischen Philosophie zu verzeichnen, deren handlungsleitendes Interesse, das Prinzip der Vernunft, zumindest die Richtung der gesellschaftlichen Entwicklung hm zur bürgerlichen Eigentunisgesellschaft mitbestimmte.
      Sein Leviathan darf als erste radikale Antwort auf die Herausforderung der Neuzeit betrachtet werden, so daß von einer politischen Philosophie, von der ersten modernen bürgerlichen Staatsphilosophie gesprochen werden kann. Alle bedeutenden Denker dieser Zeit waren Mathematiker. Deshalb definierten sie objektive Erkenntnis aus den Axiomen und Regeln der Mathematik. Menschliches Handeln wurde als Bewegung von Körpern in Raum und Zeit verstanden. Daher rührt auch die prinzipielle Gleichheit der Menschen. Der oberste Leitsatz für den Staat, den Leviathan. ist das Vernunftgebot des Friedens. Dieses Gebot ist selbst nur in seiner dialektischen Vermittlung zu verstehen. Nach der Erfahrung des Bürgerkrieges, der Enthauptung des Monarchen Karl I., 1649) und der Diktatur Cromwells in der Zeit des »langen Parlaments«, drängte sich der Friedensgedanke als Postulat an seine Realisierbarkeit auf: gleichzeitig deduzierte H. durch seine Analyse des Menschen und seiner gesellschaftlichen Existenz die Unmöglichkeit eines Friedens. Nur so ist zu begreifen, weshalb er im Leviathan erst einmal mit der Darstellung des Individuums, des späteren »bürgerlichen Subjekts«, oeginnt, bevor er zu einer konkreten Organisationsform des Politischen schreitet. Folglich ist der Leviathan auch vom Besonderen zum Allgemeinen hm strukturiert. Aus der Anschauung des menschlichen Subjekts läßt sich für H. die richtige Konstitution des Staates ableiten: »So wie etwa ein Würfel auf die gleichförmige Bewegungeiner Fläche im Raum zurückgeführt werden kann, diese wiederum auf die gleichförmige Bewegung einer Linie und diese schließlich auf die gleichförmige Bewegung eines Punktes, und wie der Würfel nach dieser Auflösung wieder entsprechend zusammenzusetzen ist. so löst sich der Staat in die ihn mechanisch notwendig ergebenden Voraussetzungen aut. und so kann man schließlich seine Zusammensetzung apriorisch demonstrieren.« Sicherlich muß eine solche mechanistische Konzeption vom Staate zu kurz greifen. Doch bietet dieses Modell zum ersten Mal die Möglichkeit, das tatsächliche Moment der Individualisierung begrifflich zu fassen. Der Mensch wird autonom bestimmt, ohne alle moralischen und sittlichen Züge, wie sie später durch den Idealismus wieder hinzukamen. Da die Wahrheit entweder nur einmal existieren kann oder eben verschiedene Wahrheiten möglich sind, hat sie als Gebot der Einigung im Namen Gottes ihren Dienst versagt: die Eindeutigkeit von Wahrheit begründet ja erst ihre Wirkung! Wenn jedoch die verschiedenen Bürgerkriegsparteien alle im Namen der Wahrheit die anderen Gruppierungen bekämpfen, entlarven sie sich als partikulare Wahrheiten, als Ideologien.
      Deshalb war die scholastische Denktradition für H. erledigt. Statt Wahrheit zurückzuführen. Da aber der Lustgewinn die Grenzen sofort dort erreicht, wo zwei Individuen dasselbe Objekt begehren, ist der Konflikt zwischen ihnen unausweichlich. Da aber alle Güter begrenzt sind, also nicht alle Subjekte gleichermaßen diese knappen Güter erhalten können, tritt die Kategorie der Macht als Durchsetzungsgewalt gegen die Ansprüche anderer auf den Plan. Macht wird als das vorzüglichste Mittel zur Lustbetnedigung erkannt und deren Größe als eme Relation in der menschlichen Interaktion bestimmt. Machtstreben und Konkurrenzverhalten können nur dort aufhören, wo eine noch viel größere Macht entgegensteht. Diese Macht herzustellen bedeutet die Geburtsstunde des Leviathan: »Die größte menschliche Macht ist diejenige, welche aus der Macht sehr vieler Menschen zusammengesetzt ist. die durch Ãœbereinstimmung zu einer einzigen natürlichen oder bürgerlichen Person vereinigt sind, der die ganze Macht dieser Menschen, die ihrem Willen unterworfen ist. zur Verfügung steht, wie z.B. die Macht eines Staates.« Die Frage nach der Ãœbereinstimmung ist dabei zentral. Denn die Autonomie des Subjektes widerspricht grundsätzlich einer Einschränkung seines Machtpotentials. Bisher stellte sich der Konflikt zwischen dem allumfassenden Machtstreben einerseits und den knappen Gütern andererseits. Nur wenn durch diese egozentrische Bedarfsdeckung eine Bedrohung für andere erwächst, wird eine Konrliktregelung prinzipiell nötig. Diese berührt dann jedoch auch die Frage nach der I erteilnno der knappen Güter. Bezugspunkt des abstrakten Rechts auf alles ist das autonome Subjekt: es bezieht seine Welt als ein matenales Gegenüber auf sich selbst und wird herstellend aktiv. Mit dieser Form des Subjektivismus entsteht das Selbstbildnis des bürgerlichen Subjekts: der Bürger als Handwerker. Der Befriedigung des Strebens nach den knappen Gütern entspricht realökonomisch die Entwicklung des Kapitalismus. Damit war für H. das Postulat der prinzipiellen Gleichheit aller trotz der Klassenantagonismen abgedeckt: denn die Stoßrichtung des Leviathan ist vor allem gegen die Aristokratie als nicht vertragsgegründete herrschende Klasse gerichtet. In diesem Sinne ist H. durchaus Vorläufer der Eigentumstheorie von Locke. So berechtigt die Kritik an dem ökonomischen Resultat des H.sehen Modells ist. so darf man doch nicht vergessen, daß der Staat, der später »Nachtwächterstaat« heißen wird, bei H. lediglich die Außenstabilisierung geben soll. Die Individuen dürfen ohne Reglementierung ihren »Geschäften« nachgehen, also der Akkumulation von Kapital. Natürlich liegt genau dann der Konfliktstoff verborgen, der den gesellschaftlichen Unfrieden geradezu garantiert und das H.sche Theorem des Leviathan in â– Jie Schranken der Geschichte verweist. Denn mit den Klassenantagonismen ist eine strukturelle Gewalt« institutionalisiert. Für H. konnte dies noch nicht ein zentrales Problem sein. Dennoch liegt in der Autonomie des bürgerlichen Subjektes die eigent-.iche Leistung der politischen Philosophie bei H. Denn diese Autonomie ist der Gegensatz zu jeder dirigistischen Staatsform. Die Unterscheidung von Staat und Gesellschaft ist schon angelegt, ohne näher expliziert zu sein. Die Staatsgründung ist zweckrational und funktional bestimmt: die gesellschaftliche Entwicklung gehorcht .-.oer allem den Prämissen der Innerlichkeit des Subjektes, die sich gegenüber dem : rrentlichen Bereich, dem der staatlichen Herrschaft, prinzipiell verselbständigen konnte. Diese Innerlichkeit. »Privatsphäre«, gewinnt nach H. an Bedeutung, da sie -icht nur die Religiosität einschließt, sondern zunehmend als Bereich der ökonomi-• cnen Handlungsfreiheit verstanden wird. Das war die Absage an absolutistische Mon-irchic — oder klerikale Machtbegründung. Somit aber ist H. auch der bürgerliche rVilitikwissenschaftler. der die Frage nach Legitimität und Herrschaft der scholastischen .radition entzogen hat. Alles, was Menschen zu den Waffen greifen läßt, kann nicht wahr sein, denn die höchste Wahrheit der Vernunft ist nach H. das Naturgesetz zum rneden. Es bleibt als Ergebnis seiner Theorie dennoch die grundsätzliche Antinomie uprig: ist Friede unter »Wölfen« überhaupt denkbar. Die Möglichkeit, die Spinoza im Vergleich zwischen H. und Rousseau erkannt hatte, bleibt konkrete Utopie: Rous-seaus Gedanke von der Demokratie, der Volkssouveränität, kollidierte mit H. Naturbegriff der menschlichen Disposition; im Grenzfall könnte jedoch Souverän und Volksherrschaft identisch sein. So würden alle Vertragspartner die Regeln ihres Zusammenlebens selbst schaffen und sichern. Dies wäre dann der Ãœbergang vom Absolutismus zur Demokratie. Und wie jedes Modell, so ist aber auch jede Philosophie in eigener Weise endlich. Heute stellte sich die Frage nach einem vernunftbegründeten System von Wissenschaft und Gesellschaft auch einem H. völlig neu, denn seine Versöhnungspotentiale zwischen Wunsch und Möglichkeit scheinen verbraucht.
     


Hobbes, thomas

Thomas Hobbes gilt als einer der einflussreichsten Philosophen des 17. Jahrhunderts, weil er mit seiner Staatslehre eine theoretische Rechtfertigung des Absolutismus lieferte. In seiner Kindheit studierte Hobbes intensiv die Werke von -> Aristoteles, -»Piaton und So-krates , so dass er schon seit d .....
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Murner, thomas

»Wer die Sitten der damaligen Zeit kennen will, wer die deutsche Sprache in all ihrem Umfange studieren will, dem rate ich, die Murnerschen Gedichte fleißig zu lesen.« Der gute Rat Gotthold Ephraim Lessings ist seither wenig befolgt, darum aber nicht weniger richtig. Der Franziskaner und Humanist, D .....
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Thomas bernhard: »amras« (i964) - verstörungs-prosa

Der Mensch nur Bruchstück Starke Energien verdankt die Literatur, zumal in den Perioden des Sturm und Drang, des Expressionismus und der Achtundsechziger-Generation, dem Aufruhr gegen die Diktate der Väterwelt, wobei die Welt der Großväter wie selbstverständlich mitgemeint ist. Schillers Trauersp .....
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Thomas mann: »königliche hoheit« (i909) - der schmelz der ironie

Frischzellenkur für die Monarchie Als sich in einem namenlosen - von Thomas Mann also ins Reich der Fabel, der Fiktion verwiesenen - deutschen Land die Geschwister des Herrscherhauses im Palais der Prinzessin Ditlinde treffen, faßt der Regierende Großherzog Albrecht II. seinen ganzen Amtsüberdruß .....
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Thomas mann (i875-i955)

begründet seinen Ruhm 1901 mit dem Generationenroman 'Buddenbrooks", dem 'Verfall einer Familie", worin breit und peinlich genau der langsame Niedergang eines Lübecker Kaufmannsgeschlechtes geschildert wird. Die Entwicklung der Buddenbrooks läßt die Weltanschauung des Dichters deutlich werden, die à .....
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Rosenlöcher, thomas

Des Kreischens Brummbass Mickel, Karl. In: Frankfurter Anthologie 14, 1991, S. 287 - 290. Kraftwerk Jegensdorf, Lothar und Geierhos, Wolfgang. In: Deutsche Studien 23, 1985, S. 132 - 135. Vierzigstes Jahr Engler, Jürgen. In: NDL 37, 1989, H. 6, S. 79 - 84. .....
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Mann, thomas

Monolog Mayer, Hans. In: Frankfurter Anthologie 1, 1976, S. 79 - 82. .....
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Kling, thomas

Finnland-Flug Minde, Fritz. In: Wahrnehmungen, 1993, S. 136 - 145. .....
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Brasch, thomas

Der schöne 27. September Wittstock, Uwe. In: Frankfurter Anthologie 11, 1988, S. 259-262. Lied Atabay, Cyrus. In: Frankfurter Anthologie 6, 1982, S. 267-269. Rimbaud in Marseille Braune-Steininger, Wolfgang. In: Portraitge-dicht, 1988, S. 205-211. Schlaflied für K. Kunert, Günter .....
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Wolfe, thomas

Thomas Wolfe, dessen literarisches Werk stark autobiografisch geprägt ist, gehört neben John -»Steinbeck und Ernest -»Hemingway zu den meistgelesenen US-amerikanischen Schriftstellern der 1920 und 1930er Jahre. Wolfe, als Sohn eines Steinmetz in Asheville geboren, besuchte 1916-20 die University of .....
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Thomas valentin die puppe

I. Hinweise zum Verständnis des Textes Die Erzählung zeigt drei wesentliche Merkmale der klassischen Kurzgeschichte: 1. unmittelbares Einsteigen in die Situation ; 2. eine im Mittelpunkt stehende Hauptperson , die eine negative Extremsituation erlebt, ohne daß diese zum Schluß einer den Leser befri .....
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Andresen, thomas

auch unter dem Pseud.: Chris Martin Biografie: *19.9.1 in Flensburg, t20.1.1 in Flensburg. Th. Andresen war Facharzt für innere Medizin und arbeitete als Oberarzt an einer Flensburger Klinik. Bereits während des Studiums schrieb er Kurzgeschichten für Zeitungen und Zeitschriften, nebenbei verfasste .....
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Müntzer, thomas

Die »Schlacht« von Frankenhausen am 15. Mai 1525, gegen Mittag, war in Wirklichkeit ein Ãœberfall der Fürstenheere auf das Lager der Bauern und ihrer Verbündeten, die Abschlach-tung von fünf- bis sechstausend Aufständischen. M., der bedeutendste ihrer Führer, hätte vielleicht entkommen können, um se .....
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Mann, thomas

»Stehkragen« und »reptil« nannte ihn Bertolt Brecht 1943 im kalifornischen Exil; und dies ist nicht nur Ausdruck der Verachtung für den Josephsroman, den Brecht als »die enzyklopä-die des bildungsspießers« bezeichnete. Jenseits mnerliterari-scher Divergenzen zielte der Vorwurf auf die repräsentative .....
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Ziegler, thomas

Pseud. für: Rainer Zubeil; auch unter den Pseud.: Helmut Horowitz, Tommy Z., Henry Quinn, , Robert Quint, John Spider Biografie: *18.12.1956. T. Ziegler arbeitete in diversen Berufen. Seit 1980 ist er freier Schriftsteller. Kriminalromane: 1988 Ãœberdosis, Bastei 19524; 1990 Koks und Karneval, Gold .....
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Thomas, sabine

Biografie: *10.7.1 in Olehing. S. Thomas studierte an der Uni München und an der Bayer. Akademie der Werbung . Sie ist freischaffend tätig im Medienbereich, u.a. schrieb und fotografierte sie für ein exclusives Lifestyle-Magazin, war Assistentin des Dichters Wolfgang Koeppen und Musikredakteurin b .....
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Przybilka, thomas

Biografie: *19.3.1 in Berlin. Th. Przybilka siedelte 1957 in die Bundesrepublik über. Er lebt seit 1960 in Bonn. Er arbeitete als Buchhändler und machte sich in diesem Bereich selbstständig. 1989 gründete er das Bonner Krimi-Archiv Sekundärliteratur . Er ist als Jury-Mitglied des Syn- dikats für de .....
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Prinz, thomas

Biografie: *7.6.1 in Wetzlar. Th. Prinz studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik an den Universitäten Gießen und Heidelberg und arbeitete als freier Journalist. Zahlreiche Studienaufenthalte in Südasien. Nach dem Studium war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag, .....
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Pfanner, thomas

Biografie: *9.1.1 in Bonn. T. Pfanner studierte Paläontologie. Er machte eine Ausbildung zum examinierten Altenpfleger mit einer Zusatzausbildung zum Heimleiter und war lange Jahre als Heimleiter und Dozent im Gesundheitswesen tätig. Seine ersten Veröffentlichungen ab 1990 waren Beiträge in Fachzeit .....
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Kredelbach, thomas

Biografie: *1 in Köln. Th. Kredelbach machte eine Ausbildung als Bankkaufmann und studierte Erziehungswissenschaften. Er veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten Anfang der 90er-Jahre im Bastei Lübbe Verlag. Aus dieser Zeit rührt seine Leidenschaft für das Krimigenre. Beeinflusst von den Werken .....
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Brezina, thomas

Biografie: * 10.1.1963 in Wien. Th. Brezina war zunächst Marionettenspieler, Redakteur, Regisseur und schließlich Präsentator für Kinder- und Jugendsendungen beim ORF. Er übersetzte internationale Zeichentrickserien und schrieb mehr als 350 Hörspiele. Seit 1990 ist er im ORF mit eigenen Radio-und TV .....
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Thomas von aquin

Thomas von Aquin beeinflusste als Lehrer der katholischen Kirche und als gerühmter Theologe und Philosoph nachhaltig bis heute Theologie und Kirche. Seine Lehre wuTde am 4.8.1879 zur Richtschnur der katholischen Kirche erklärt und 1917 im kirchenrechtlichen Gesetzbuch, dem Codex Iuris Canonici, zur .....
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Bernhard, thomas

Preisgekrönt und verleumdet, verehrt und geschmäht - die anhaltend widersprüchlichen, z.T. heftigen Reaktionen auf Werk und Person B.s mag er selbst als eines jener Mißverständnisse ansehen, die er unter Menschen einzig für möglich hält: »Ich spreche die Sprache, die nur ich allein verstehe, sonst n .....
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Pynchon, thomas

Mit seinen komplexen, wegen der Fülle von Themen, Personen und Handlungssträngen nuT schwer zugänglichen Werken ist Thomas Pynchon einer der bedeutenden experimentellen Schriftsteller nach 1945. Seine Biografie und sein Aussehen sind ein Geheimnis; es existieren weder Interviews noch Fotos. Pynchon .....
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Thomas mann

Prüft man den Band des Fischer-Verlages, in dem die ,Sämtlichen Erzählungen des Dichters gesammelt sind1, dann wird man im Hinblick auf die Novellenkunst manches Skizzenhafte ausscheiden müssen. Dazu gehören Prosastücke wie ,Das Eisenbahnunglück , ,Der Tod , ,Gerächt und manche andere Werke gleich .....
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