Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Philosophen biographisch

Index
» Autoren
» Philosophen biographisch
» Heidegger, Martin

Heidegger, Martin



H. gehört jener Generation der in den 80er Jahren geborenen geistigen Avantgarde an. die wie ein Franz Kafka in der Literatur, ein Pablo Picasso in der Malerei dadurch geistig revolutionär im 20. Jahrhundert wirkte, daß sie traditionelle Formen einriß und den eigenen Ansatz von Grund auf neu schuf. Dabei vollzieht sich der Denkweg H.s in einer dreifachen revolutionären Aneignungs- und Abstoßungsbewegung: Aneignung und Abstoßung der Theologie; Aneignung und Abstoßung der Phänomenologie; Aneignung und Abstoßung der Philosophie- und Metaphysikgcschichte. Diese drei Denkgebiete werden so durchquert, daß wesentliche Momente aus ihnen mit in den neuen Bereich genommen werden: H.s Denken bleibt, auch nach Abbruch seines Theologiestudiums, wesentlich und tief religiös. Es bleibt in einem bestimmten Sinn, auch nach der Abkehr von der Phänomenologie Husserls, phänomenologisch. Und: Das Seins-Denken bleibt möglicherweise, auch in der Abstoßung von der Metaphysikgeschichte, dieser verhaftet.

      Vorweg ist allerdings zu sagen, daß H.s Denken sich der Darstellung auf besondere Weise entzieht. Zum einen hat H. stärker als die Philosophie vor ihm das Denken wesentlich als Vollzugsgeschchen verstanden und so auch gedacht: nicht auf ablösbare Ergebnisse hin. sondern als Denk-Weg. Das aber ist nur im Vollzug seines Denkens selbst nachzuvollziehen. Zum anderen hat die mit seinen Denkrevolutionen verbundene und diese tragende Eigenwilligkeit semer Sprache der Interpretation die schwersten Probleme aufgegeben. Es besteht für die H.-Auslegung immer die Gefahr einer bloß tautologischen Wiederholung semer Worte - viele Exegeten sind dieser Gefahr erlegen. Auf der anderen Seite steht eine Kritik »bloß von außen«, die sich auf H.s Denken gar nicht erst einlassen will. Ein guter Teil der politischen Kritik an ihm gehört diesem zweiten Typus an. In dieser problematischen Situation kann allerdings der phänomenologische Charakter des H.sehen Denkens helfen. H. hat nie »nur Worte« gemacht, sondern stets mit Hinblick auf konkrete geistige Phänomene philosophiert. Dieser phänomenologische Grundzug seines Denkens erlaubt es aber, sein Denken selbst so nachzuvollziehen. daß man die von ihm anvisierten geistigen Zusammenhänge zu erschließen sucht - mit und durch seine Sprache, aber auch mit eigenen Augen sehend.
      Zur Welt kam H. als Sohn des Küfermeisters und Mesmers Friedrich H. und Johanna, geb. Kempf, m Meßkirch. Er stammte somit, wie er dies selbst charakterisiert, »aus einem armen und einfachen Elternhaus«, für das eine höhere Schulbildung oder gar akademische Laufbahn gemeinhin nicht offenstand, die aber das Fördersystem der katholischen Kirche ermöglichte. Der Stadtpfarrer und Lateinlehrer in Meßkirch vermittelte H. 1903 an das Erzbischöfliche Gvmnasialkonvikt nach Konstanz. Das Abitur legte er am Bertholds-Gymnasium zu Freiburg ab. finanziert aus einem Stipendium zur Förderung von zukünftigen Theologie-Studenten.
      Es nimmt daher nicht Wunder, daß H. sein Studium an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg begann und dort auch vier Semester studierte . Er hörte hier bereits »Hermeneutik«. Exegese, vor allem aber beim Dogmatik-Professor Carl Braig systematische Theologie. Es war ein Kirchenmann — der Konstanzer Pfarrer, spätere Erzbischof von Freiburg und »väterliche Freund«. Conrad Gröber, der ihm einen wichtigen Denkanstoß gab: Gröber schenkte H. 1907 Franz Brentanos Arbeit Von der mannigfachen Bedeutuno des Seienden nach Aristoteles, das für H.s frühen Denkweg »Stab und Stecken« sein sollte. Nach vier Semestern brach H. sein theologisches Studium ab und schrieb sich zunächst bei der naturwissenschaftlich-mathematischen Fakultät ein, in der er formell 1913 sein Studium beendete. Dabei wurde H.s weiteres Studium ab 1912 durch ein nichtkirchliches Stipendium finanziert, ab 1913 aber wieder durch ein katholisches Stipendium, das den Empfänger sogar auf den »Geist der thomistischen Philosophie« einschwor. Die Promotion H.s über Die Lehre vom Urteil im Psycliologismus. Ein kritisch-positii er Beitrag zur Logik - eine im Kernbereich logisch-systematische Untersuchung - wurde von Arthur Schneider, dem Inhaber des Konkordats-Lehrstuhls und Professor für Christliche Philosophie, betreut, der H. auch für die künftige Besetzung eines Lehrstuhls in christlicher Philosophie vorsah. Seit 1913. und verstärkt ab 1914. widmete sich H. aber einem ganz anderen Studium: der Phänomenologie Edmund Husserls. So ist H.s Habilitationsarbeit über Die Kategorien- und Bedeutungslehre des Duns Scotus zwar eine Arbeit, die ihn für eine Lehrstuhlbesetzung in der christlichen Philosophie qualifizieren sollte, in der Methode aber bereits phänomenologisch angelegt. Neuere Forschung zum frühen H. hat deutlich gemacht, in welchem Maße die Scotus-Arbeit Scholastik mit Phänomenologie verklammert, dabei die mittelalterliche Philosophie im Sinne der modernen logischen Bewußtseinsphilosophie zwar aktualisierend interpretiert, die historisch-genetische Dimension dieser Philosophie aber überspringt. 1916 kam Hus-serl als Nachfolger Heinrich Bjckerts. der H.s systematisches Studium im Sinne des von ihm vertretenen neukantianischen Ansatzes kräftig gefordert hatte, nach Freiburg. 1919 wurde H. Husserls Assistent.
     
Damit war eine Abnabelung von der Theologie vollzogen, deren innere Kämpfe wir heute nur erahnen können. In einem autobiographischen Dokument, dem der Habilitation beigegebenen eigenhändigen Lebenslauf von 1915. erwähnt H. ein bei ihm ausgebrochenes »Herzleiden«, das »so stark« sei. »daß mir eme spätere Verwendung im kirchlichen Dienst als äußerst fraglich hingestellt wurde«. H. führt dieses »Herzleiden« auf »zuviel Sport« zurück. Vermutlich hat er aber ein psychosomatisches Leiden beschrieben, das mit dem Absprung von der Theologie aufgekommen war. Er erfuhr am eigenen Leib und offenbar voller Angst jenen Wertverlust, den er viel später in der Auslegung von Nietzsches Wort »Gott ist tot« als Problem des neuzeitlichen Nihilismus begriff. Bereits 1919 aber schrieb er an den Theologen und Freund Engelbert Krebs: »Erkenntnistheoretische Einsichten, übergreifend auf die Theorie geschichtlichen Erkennens haben mir das System des Katholizismus problematisch u. unannehmbar gemacht«- und fügt hinzu: »nicht aber das Christentum und die Metaphysik «.
      An der Phänomenologie Husserls faszinierte H. Verschiedenes: zum einen verstand es Husserl. Probleme der Erkenntnislehre in schroffer Abgrenzung von der aufkommenden Psychologie als eigenständigen Erkenntnisbereich der Philosophie kenntlich zu machen und zu bearbeiten. Dieser genuin philosophische Anspruch der Erkenntnistheorie wurde ja auch von dem Neukantianer Heinrich Backen und seinem Schüler Emil Lask vertreten, dessen Einflüsse auf den eigenen frühen Denkweg H. in einem anderen autobiographischen Zeugnis hervorhebt. Zum anderen hatte Husserl die »sinnliche und kategonale Anschauungen« zum Gegenstand gemacht, ein Thema, das H. später auch in seiner Kant-Auslegung am meisten interessierte. Glaubte er doch, in Kants Begriff der »transzendentalen Einbildungskraft« jenes von Kant anvisierte synthetische Vermögen gefunden zu haben, das. im Rahmen der Transzendentalphilosophie, die Einheit von Sinnlichkeit und Verstand darstellte. Schließlich und vor allem: Husserls Methode einer streng logisch-wissenschaftlichen Philosophie mußte den in der systematischen Theologie und in der mathematischen Theorie geschulten H. besonders angezogen und auch als Brücke zwischen den Denkbereichen gewirkt haben. »Husserls Belehrung«, so erinnert er sich, »geschah in der Form einer schrittweisen Einübung des phänomenologischen .Sehens«, das zugleich ein Absehen vom ungeprüften Gebrauch philosophischer Kenntnisse verlangte, aber auch den Verzicht, die Autorität der großen Denker ms Gespräch zu bringen.« Dieses bei Husserl gelernte »phänomenologische >SehenAußerhalb« seiner selbst, sondern das sich verstehende Dasem selbst.«
Die Frage nach dem Sein führt somit zurück auf den Fragenden, das menschliche Dasein. Die traditionelle Philosophie hätte diese Rückwendung eine Reflexionsbewegung genannt, aber dieser Begriff wäre unangemessen, weil H. diese Rückbeugung des »Daseins« auf sich selbst denkerisch ganz anders vollzieht als die traditionelle Subjekt-. System- und Refiexionsphilosophie. Entscheidend ist, daß das menschliche »Dasein« selbst durch sein »Semsverständnis« ausgezeichnet ist und sich dieses Seinsverständnis mcht in abstrakten Bewußtseinsakten zeigt, sondern in ganz elementaren und konkreten Vollzugsformen des Menschen in der Welt. Zunächst und überhaupt wird das »In-der-Welt-sein« des Menschen als eine Grundverfassung des »Daseins« herausgearbeitet. H. nennt solche grundlegenden Merkmale des menschlichen Daseins »Existentiahen«, im Gegensatz zu den »kategonalen« Merkmalen der Dinganalyse. Das »In-der-Welt-sein« ist ein grundlegendes Existential. das er im Gegenzug zur neuzeitlichen Subjekt-Objektspaltung als erstes seiner Fundamentalontologie des »Daseins« herausarbeitet.
      Daß sich diese Analyse des »In-der-Welt-seins« mit ihrer Betonung des menschlichen Praxisbezugs zu den Dingen, der Welt als einem »Bewandtnis-« und Handlungszusammenhangs, gegen die neutralisierte und geometrisch-mathematisch gleichgeschaltete Weltauflassung der rationalistischen Philosophie wendet, macht eine lange Descartes-Kritik deutlich. Descartes hatte die Erkenntnistheorie der Philosophie auf die Methode der »neuzeitlichen mathematischen Physik« eingestellt und die grundlegende sinnliche Erfahrung von Welt aus dem inneren Bereich der wahren Erkenntnis verdrängt. Gegen die geometrisierte Weltauffassung Descartes" und der modernen Naturwissenschaften arbeitet H. die elementare Räumlichkeit und Mitmenschlichkeit unseres Weltverstehens heraus. Der Raum nicht als ein gleichförmiger geometrischer Behälter, sondern als ein in und aus den praktischen Umgangsformen des Menschen sich Eröffnendes bzw. als die Bedingung der Möglichkeit des »Begegnenlassens« von »innerweltlich Seiendem« überhaupt. »Der Raum ist weder im Subjekt, noch ist die Welt im Raum. Der Raum ist vielmehr >in< der Welt, sofern das für das Dasein konstitutive In-der-Welt-sein Raum erschlossen hat.« In dem Maße, wie sich vor aller Geometnsierung Raum im Umgang mit Dingen eröffnet, vollzieht sich dieses räumlich eröffnete menschliche Dasein in der Welt als »Sorge« auch im Mitsein mit anderen als »Fürsorge«, wenn auch zumeist und zunächst in einer weit- und selbstvergessenen Form der »Verfallenheit«, die H. das »Verfallen« an das »Man« nennt.
      Besonders wichtig ist die thematische Analyse des »In-der-Welt-seins« in den Exi-stcntialien der »Befindlichkeit«, des »Verstehens« und der »Rede«. Hier wird herausgearbeitet, daß menschliches Dasein, wann und wo immer, als bestimmte Vollzugsform gedacht werden muß. Der Mensch ist wesentlich und immer in seinem Umgang mit der Welt »gestimmt« und: dieser Weltbezug vollzieht sich immer als ein Verste-hensprozeß. der sich in »Rede« artikuliert. Entscheidend an dieser Analyse ist, daß H. alle nachträglichen Verknüpfungen von »Subjektivität« mit Gestimmtheit sowie mit Bewußtsein und Sprache zu unterlaufen versucht. Es gibt dieser Analyse nach kein Menschsein neben der »Befindlichkeit«, neben dem »Verstehen« und der Sprache, sondern dieses ist der Vollzug von jenen. Insbesondere die Analyse von »Verstehen und Auslegung« im § 32 von Sein und Zeit hat die moderne Hermeneutik auf den Weg gebracht und fundamentalontologisch begründet.
      Der »Zweite Abschnitt« von Sein und Zeit widmet sich vor allem der Auslegung der Zeitlichkeit, denn: »Der ursprüngliche ontologische Grund der Existentiahtät des Daseins aber ist die Zeitlichkeit.« An diesem Punkt der Analyse treten in Sein und Zeit zunehmend dynamisierende Formulierungen auf. Das »Sein« des »Daseins« zeigt sich als ein permanentes »Noch-Nicht«. als Bezug auf eine Zukunft, die letztlich der Tod ist. »Der Tod ist eine Weise zu sein, die das Dasein übernimmt, sobald es ist.« Das Problem der »Ganzheit« des menschlichen Daseins bestimmt sich so aus dem »Sein zum Tode« als ein gespannter Zeitvorgriff, in welchem der Tod seinerseits schon ms Dasein hineinragt. Das zeigt sich am deutlichsten im Phänomen der Angst. »Die Angst erhebt sich aus dem In-der-Welt-sein als geworfenem Sein zum Tode.« Denn: »Das eigentliche Sein zum Tode, d.h. die Endlichkeit der Zeitlichkeit, ist der verborgene Grund der Geschichtlichkeit des Daseins.«
Damit hat H. auf der fundamentalontologischen Ebene jenen »Sinn von Sem«, nach dem Sein und Zeit fragt, aufgedeckt: es ist die Zeit, diese gedacht mcht als beliebige Folge von Jetzt-Punkten, sondern als zukunftsbezogener. gespannter Daseinsentwurf auf den Tod hin und als das FTineinragen des Todes ins Leben. Die Eigenfhchkeit des Daseins kann nach Sei» und Zeit nur dann bestehen, diese eigene Zukünftigkeit als eine auf den Tod bezogene, gespannte »Ganzheit« auf sich zu nehmen. Im »Gewissen« - H. deutet hier theologische Begriffe radikal um - meldet sich der Anspruch im Dasein nach seiner eigenen »Eigentlichkeit«: »Das Dasein ruft im Gewissen sich selbst.« In der »Sorge« kann und soll sich das Dasein zu seiner »vorlaufenden Entschlossenheit« zusammenbündeln.
      Jeder sensible Leser ist von dieser Zeit-. Todes-. Sorge-, Angstanalyse in Sein und Zeit existentiell betroffen. Diese Betroffenheit resultiert daraus, daß H. hier zwar auf einer fundamentalontologischen Ebene argumentiert, in Wahrheit aber eigene Existenzerfahrung und auch - ohne daß dies explizit würde - Zeitgeschichte mitverarbeitet. Dieses Verhältnis der Zeitanalyse von Sein und Zeit zum »Zeitgeist« gehört zu den noch weitgehend ungelösten und noch nicht wirklich thematisierten Problemen der H.-Auslegung. Zugleich ist dies aber der Schlüssel zur polirischen Fehleinschätzung des Dritten Reiches durch H. in der Zeit zwischen 1933 und 1934. Dieser politische Fehler von H. ist philosophisch begründet und aus der Zeitanalyse von Sein und Zeit zu verstehen.
      Dazu zunächst eine kurze Rekapitulation: 1928 war H. in der Nachfolge von Edmund Husserl auf das Ordinariat für Philosophie an die Universität Freiburg berufen worden. Am 24. Juli 1929 hielt er dort seine Antrittsvorlesung über das Thema Was ist Metaphysik?. Dieser Anfang der beruflichen Karriere fiel aber in eine ökonomisch und politisch extrem bedrohte Krisenzeit, die H. selbst um so gefährlicher erscheinen mußte, als er selbst aus ökonomisch ungesicherten Verhältnissen stammte und seine ganze Studienzeit von der Sorge um die materielle Grundlage geprägt war. Nach dem Börsenkrach vom Oktober 1929 wurde vollends deutlich, daß Deutschland sich von den Kriegsfolgen nur scheinbar erholt hatte, daß die deutsche Wirtschaft in einer schweren Notlage steckte: extrem hohe Arbeitslosigkeit. Banken- und Geschäftszusammenbrüche zeigten dies täglich an.
      In der Phase der Machtergreifung Adolf Hitlers übernahm H. das Rektorat der Universität Freiburg. Er wurde am 22. April 1933 gewählt, nachdem der am 15. April bestätigte, der NSDAP aber mcht genehme Rektor von Möllendorf zurückgetreten war. Am 27. Mai 1933 hielt H. seine Rektoratsrede über Die Selbstbehauptung der deutschen Universität. Am 21. August wurde in Baden eine neue Universitätsverfassung erlassen, die den Rektor zum »Führer der Hochschule« bestimmte und die akademische Selbstverwaltung, so den Senat, zu bloß »beratender Körperschaft« entmächtigte. H.s Universitätsregierung war autokratisch. In seiner Rede hatte er gesagt: »Die Ãœbernahme des Rektorats ist die Verpflichtung zur geistigen Führung dieser hohen Schule. Die Gefolgschaft der Lehrer und Schüler erwacht und erstarkt allein aus der wahrhaften und gemeinsamen Verwurzelung im Wesen der deutschen Universität. Dieses Wesen aber kommt erst zu Klarheit, Rang und Macht, wenn zuvörderst und jederzeit die Führer selbst Geführte sind - geführt von der Unerbittlichkeit jenes geistigen Auftrags, der das Schicksal des deutschen Volkes in das Gepräge seiner Geschichte zwingt.« In diesem Sinn versuchte H. etwa ein dreiviertel Jahr lang, die Universität Freiburg zu führen, aber auch über die Ebene der Rektorenkonferenz, der deutschen Studentenschaft das Prinzip der geistigen Führung auf die gesamte deutsche Universitätslandschaft zu übertragen. Spätestens im Frühjahr 1934 muß er seinen politischen Irrtum eingesehen haben. Am 23. April 1934. reichte er sein Rücktrittsgesuch ein, das am 27. April 1934 auch vom Minister angenommen wurde. Damit war seine politische Aktivität im Rahmen des neuen NS-Staates nach fast genau einem Jahr und noch vor dem Röhm-Putsch beendet. Fortan enthielt sich H. jeder direkten politischen Stellungnahme und wurde von den Nazis fallengelassen, wenn auch stets kritisch überwacht.
      Wie aber konnte es zu dieser Annäherung an den NS-Staat überhaupt kommen? Auf dem Stand der Zeitanalyse von Sein und Zeit hatte H. zwar die grundlegende Zeitlichkeit, somit Geschichtlichkeit allen Dasems als den formalontologischen »Sinn« dieses Daseins aufgedeckt. Es blieb ihm aber selbst dabei verborgen, daß in seine Zeit-, Angst- und Sorgeanalyse ein »Zeitgeist« eingeströmt war, dessen geschichtliche Grundlagen er auf der Basis des Systemdenkens von Sein und Zeit selbst nicht durchschauen konnte. Der H. von Sein und Zeit war geprägt vom ahistorischen Systemdenken der dogmatischen Theologie, der Mathematik und der Phänomenologie, der historisch-genetische Blick für Geschichtsphänomene war noch nicht weit genug entwickelt. Daher bewegt sich der Autor und auch der Leser von Sein und Zeit durch den Text wie durch Kafkas Romane. Er wird heimgesucht von einer »Angst«, vom »Unheimlichen« - »Unheimlichkeit ist die obzwar alltäglich verdeckte Grundart des Inder- Welt-sems... die Unheimlichkeit setzt dem Dasein nach und bedroht seine selbstvergessene Verlorenheit« -. von einem im Grunde nicht genau zu ortenden Schuldgefühl: »Das Dasein ist als solches schuldig.« Diese so bedrohliche und unheimliche Analvse des menschlichen Daseins ist rein fundamentalontologisch nicht zu erklären. Es ist nicht einzusehen, warum die Analyse des Daseins zumal mit ihren theologischen Begriffen auf eine geradezu aufsässige Weise ohne das Göttliche auskommt. Warum der Atheismus in Sein und Zeit : Warum auch »Sorge«. »Angst«. »Schuld« als grundlegende Existenfialien. warum nicht »Liebe«. »Hoffnung« Auch diese Phänomene können existentialen Rang beanspruchen: auch in ihnen entbirgt sich eine Ganzheitsstruktur des Daseins, das allerdings qualitativ wesentlich anderer Art ist als diejenige, die sich in »Angst« und »Sorge« enthüllt. Der Grund dafür ist so offen wie verborgen: Es ist eben eine Zeit extremer Angst und Sorge, in der Sein und Zeit geschrieben wurde.
     
Und: H. selbst hat Nietzsches Wort »Gott ist tot«, das die Metaphysikgeschichte der Neuzeit resümiert, wie kaum ein anderer angstvoll am eigenen Leibe erfahren. Das Werk Sein und Zeit ist somit der seiner selbst sich nicht bewußte Spiegel einer geschichtlichen und auch einer existentiellen Situation: der metaphysischen, sozialen und politischen Situation in Deutschland am Beginn des 20. Jahrhunderts.
      Das wird deutlich, wenn Sein und Zeit im Kontext der Literatur der Moderne gelesen wird: Seit der Frühromantik, und zunehmend am Beginn des 20. Jahrhunderts im Expressionismus, spricht die literarische Moderne von der Erfahrung der Entgötte-rung der Welt, des Sinnentzuges, von Angst und Verzweiflung. Und auch die Fehleinschätzung der Aufbruchsmöglichkeiten ist schon in der Literatur des Expressionismus, ihrer Hoffnung auf den »neuen Menschen«, vorgeprägt: »Zur Sammlung! Zum Aufbruch! Zum Marsch!. .. Mensch Mensch Mensch stehe aufstehe auf!!!«, dichtet lohan-ncs R. Becher: »Mensch, werde wesentlich!«. Ernst Stadler im Rückgriff auf Angelus Silcsius. Georg Kaiser schreibt um 191819: »Wo ist der Führer. . . Der marschierte vor uns... Wir suchen ms Licht!« Wenn H. in seiner Rektoratsrede zur »ursprünglich gestimmten, wissenden Entschlossenheit zum Wesen des Seins« aufrief, so hat dieser mit dem Rückgriff auf die antike Philosophie verbundene Aufruf sicher eine ganz andere geistige Dimension als manch verblasener Aufruf des messianischen Expressionismus. Und auch der Aufruf zur Entschlossenheit in Sei» und Zeil, zur »Eigentlichkeit«, bewegt sich auf einer ganz anderen, nämlich fundamentalontologischen Ebene. Auch betont H., daß die Fundamentalontologie kerne faktische Handlungsanweisung geben kann. Tatsächlich aber appelliert Sein und Zeit ähnlich wie der messiamsche Expressionismus an die »Entschlossenheit« zum eigenen Selbstsem. an den Autbruchwillen aus der Verfallenheit des »Man« zur Selbstwerdung: Die zeitliche Struktur der Naherwartung in Sein und Zeit, die geradezu überzogene Bedeutung der Zukunft in diesem Werk konnte H. aber wohl dazu verführen, in der zwar geschichtlich vorbereiteten, im Erscheinungsbild aber überraschenden, energetischen Machtübernahme Hitlers eben jene Möglichkeit zur ruckartigen Erneuerung zu sehen, die auch er mit dem Aufrut zur »Entschlossenheit«, zur »Eigentlichkeit« meinte, und zu der die Führer führen sollten. Mit anderen Worten: das Aufbruchspathos von Sem und Zeit, das -auch in der Verachtung der Institutionen - ein Stück typisch deutscher Ersatzideologie im Zeitalter der entgötterten Welt transportiert, konnte einen H.. der wahrscheinlich 1933 die politische Ideologie des Faschismus nicht genau studiert hatte, m der Illusion wiegen, daß der geistige Führungsanspruch Hitlers seinem eigenen Autbruchdenken verwandt sei und daß womöglich »der Führer« von ihm selbst. H.. bzw. den Universitäten, geführt werden könne. Wie gesagt: spätestens im Frühjahr 1934 muß er diese Illusion als ein Stück falschen Bewußtsems durchschaut haben. Aber erst Ende der 30er Jahre begann er. den latenten und offenen Nihilismus im Faschismus zu durchschauen.
      Die Wende zu emer radikalen Neubewertung der Situation kam über das Studium Nietzsches. Erst durch Nietzsches Nihilismusanalyse wird H.s Denken selbst wesentlich geschichtlich. Nietzsche hatte vor allem die neuzeitliche Philosophie und Metaphysik als eine Geschichte der verdeckten Motive gedeutet, in welcher - allen positiven Begriffsbeteuerungen zum Trotz - der schiere »Wille zur Macht« herrsche und deren Wahrheit in letzter Instanz die »Entwertung aller Werte«, der »Nihilismus« sei. H. überbot diese Deutung dadurch, daß er in dem 1936 bis 1940 erarbeiteten Aufsatz Sietzsches Wort >Gott ist tot< sowie in den Nietzsche-Vorlesungen den Nihilismus bereits in der Fragestellung der antiken Philosophie zumindest seit Plato aufdeckt und noch im Fragehorizont und im Wertedenken von Nietzsche selbst. Nietzsches eigene »Lehre vom Willen zur Macht als der -Essenz« alles Wirklichen« vollende geradezu »die neuzeitliche Metaphysik der Subjektivität«. Gleichwohl gewann H. hier das Rüstzeug, um die Geschichte der abendländischen Metaphysik und der von Max Weber so genannten »okzidentalen Rationalität« ebenfalls als eine verdeckte Geschichte zu lesen: als Geschichte der »Seinsvergessenheit«, auch und gerade in der Form der Herrschaft des neuzeithch-rationalen-»rechnenden Denkens«.
      Von hier aus gewann H. auch eine ganz andere, geradezu konträre Verstehensmög-hchkeit des Faschismus: In einem erstmals 1950 veröffentlichten Beitrag aus den Jahren 1939,40 analysiert er das Führerprinzip, den Krieg und die Ideologie von Ãœber- und Untermenschentum nun aus jener »Leere der Seinsverlassenheit« heraus, welche, gerade aufgrund der eigenen inneren »Leere«, erpicht sein mußte, den Nihilismus des eigenen Handelns durch totalitäre Ordnung zu kompensieren. Die »Führer«, so heißt es dort, »sind die notwendigen Folgen dessen, daß das Seiende in die Weise der Irrnis übergegangen ist, in der sich die Leere ausbreitet... Die -Führer« sind die maßgeblichen Rüstungsarbeiter, die alle Sektoren der Sicherung und der Vernutzung des Seienden übersehen, weil sie das Ganze der Umzirkung durchschauen und so die Irrnis in ihrer Berechenbarkeit beherrschen.« Der Krieg wird als eine »Abart der Vernutzung des Seienden« gedeutet, »die im Frieden fortgesetzt wird«. Die ganze »Kreisbewegung der Vernutzung« mit ihren »Führernaturen« sei im Verborgenen gesteuert und bestimmt durch die »völlige Leere« in ihrem Inneren. »Die Erde erscheint als die Unweit der Irrnis. Sie ist seynsgeschichthch der Irrstem« .
      Dies ist die Gedankenbahn, auf der H. später auch das Wesen der modernen Technik in den Vorträgen Die Technik und Die Kehre gedeutet hat: Das Wesen der Technik als eine universale Form der »Vernutzung». des »Verbrauchs« von Welt, die aber mcht nur selbst nicht weiß, was sie treibt, sondern auch unreflektiert von dem »herausfordernden Anspruch« mitgerissen ist. die Welt insgesamt nur noch als Verbrauchs- und Vernutzungsgegenstand zu begreifen. Dabei ist das Wesen der Technik etwas »ganz und gar nicht Technisches«, auch »kein bloß menschliches Tun«. Technik entspringe vielmehr einem bestimmten, durch die abendländische Metaphysik vorbereiteten und in ihr sich vollendeten Wesensbezug des Menschen zum Seienden im Ganzen. Diese bestimmte Form des gewaltsamen, weltverbrauchenden Umgangs mit dem Seienden nennt H. »Gestell«. Er will in diesem Wort den Charakter des gewaltsamen »bestellenden Entbergens« zum Ausdruck bringen. Und: die seinsgeschichtliche Vereinnahmung des Menschen in solchen Gewaltbezug zur Wirklichkeit. »Das Ge-stell ist eine Schickung des Geschickes wie jede Weise des Entbergens.« Und dies: nicht als »irgendeine, sondern die Gefahr« der Menschheitsgeschichte überhaupt. Der Mensch geht so »am äußersten Rand des Absturzes, dorthin nämlich, wo er nur noch als Bestand genommen werden soll. Indessen spreizt sich gerade der so bedrohte Mensch in die Gestalt des Herrn der Erde auf.« Es ist bemerkenswert, daß H. aus diesem fundamentalen Verständnis der Technik heraus bereits Anfang der 50er Jahre die Probleme der Gen-Technologie, des exzessiven Energieverbrauchs, der Roh Stoffausbeutung in der technisch-ökonomischen Gesellschaft erkannt hat. An die Befreiung des Menschen durch die moderne Wissenschaft und Technik - der Traum der Philosophie der Aufklärung bis hin zu Marx - hat er nie geglaubt, vielmehr in dem sich selbst zurücknehmenden, besonnenen Bedenken des Seinsgeschickes - inmitten der entfremdeten Welt - die einzige Möglichkeit gesehen, daß der Mensch sich aus ihrem Banne »befreie«. »Dann muß vielmehr gerade das Wesen der Technik das Wachstum des Rettenden in sich bergen.«
Denn im Zusammenhang mit den bereits im Krieg sich vollziehenden tiefenherme-neutischen Verstehensvollzügen der Geschichte der Philosophie und Metaphysik bis hin zur modernen Technologie. Wissenschaft und den modernen großtechnischen Verwaltungs- und Kriegsformen hatte sich in H.s Denken eine Umkehrung vollzogen. die sog. »Kehre«. Sie trat erst nach dem Krieg an eine breite Öffentlichkeit. Diese »Kehre« war wesentlich auch vorbereitet durch die intensive Einlassung auf die Dichtung Hölderlins. Aber bereits in Sein und Zeit steckt der Keim des neuen Denkansatzes: Die Seinsfrage und insbesondere auch der § 44. in welchem der »traditionelle Wahr-heitsbegriit« im Sinne der Ãœbereinstimmung von Denken und Sache. Aussage und Gegenstand vom »ursprünglichen Phänomen der Wahrheit« abgehoben wird, ist der Angelpunkt zur geschichtlichen Ausarbeitung der Wahrheitsfrage, die H. im folgenden nicht mehr loslassen wird. Bereits in Sein und Zeit, und hier im Rückgans auf Heraklit. stößt er auf den Befund, daß Seiendes schon »aus der Verborgenheit« heraus »in seiner Unverborgenheit« entdeckt sein muß. damit überhaupt die traditionellen Wahrheitsrelationen zwischen Denken-Sein. Urteil-Gegenstand angesetzt werden können. »Unverborgenheit« des Seins - so übersetzt H. wörtlich den griechischen Begriff der »aletheia« - ist die von der Metaphysikgeschichte und ihren Wahrheitsbegriffen bisher unbedachte Voraussetzung aller Deutungen des Seienden. Was war der gedankliche Schub zur »Kehre« H.s und möglicherweise der Denkgeschichte nach ihm? Wenn Sein und Zeit in seiner Ausrichtung auf das menschliche Dasein immer noch - bei aller Öffnung dieses »Daseins« auf Weltbezug hin - anthropozentrisch orientiert war. so wird hier nun das Menschsein aus einem Wahrheitsgeschehen gedeutet, in welchem »Seiendes« ursprünglich und vor aller metaphysischen Deutung sich dem Menschen »eröffnet«. Daß Sein und Zeit selbst noch in der Metaphysik fußt, wurde von H. in der Folgezeit selbst oft bedacht. Ist ja doch die Frage nach dem »Sem« zwar eine Frage, die über die traditionelle Ontologie im Sinne der Lehre vom Seienden im Ganzen hinausgeht, aber schon die Wahl des Namens »Sem« im Titel von Sein und Zeit ist dieser Selbstkritik nach ein Tribut an die Metaphysik. Bereits die Titelge-bung von Sein und Zeit fußt - bei aller Ãœberwindung der Philosophiegeschichte -immer noch in ihr. Der Denkweg H.s. der Impuls zum Verlassen des anthropozentrischen Denkens zu einem neuen Denkansatz hin. welcher den Menschen aus einem Bezug zum Sein denkt, vollzieht sich über viele Stufen und tritt in den 40er fahren in Piatoni Lehre von der Wahrheit. Mit einem Brief über den >Humanisnms< in den Hölderlin-Auslegungen der 30er Jahre, in den Nietzsche-Interpretationen an die Öffentlichkeit. Im Grunde war auch diese »Kehre« des Denkens, weg von der Subjektphilosophie, hin zu einer Einbettung des Menschen in ein Bezugsdenken, schon in der »anderen Aufklärung« vorbereitet: Im Denken eines Pascal, eines Shaftesburv. Vico. Herder, in der Fichte-Kritik eines Jacobi und der Romantik, auch wenn diese kritische Wendung gegen die neuzeitliche Subjektphilosophie gegenüber der Bewußtseinsphilosophie immer in der Defensive blieb. Erst H. hat der Kritik an der neuzeitlichen Subjektphilosophie eine Tiefendimension gegeben, die mit jener in der Form, die ihr Kant und Hegel gegeben haben, vergleichbar war.
      Wras aber meint eigentlich die Rede von der »Seinsverlassenheit«. »Seinsvergessenheit«, mit der H. die traditionelle Metaphysikgeschichte, zumal die der neuzeitlichen Subjekt- und Willensphilosophie, deutet- Zwei Erkenntnisse, in immer neuen Anläufen herausgearbeitet, sind hier von größtem Belang. Erstens: Die traditionelle Metaphysik vollzieht sich, sofern sie das »Seiende als Seiendes im Ganzen« zu begreifen sucht, wesentlich als Ontotogie, obwohl der Begriff der »Ontotogie« erst in der Frühneuzeit auftaucht. Und: Das Wesen der Metaphysik ist. sofern sie »das Ganze des Seienden als solches im Sinne des höchsten und darum göttlichen Seienden« vorstellt, Theologie. Vor allem die 1949 verfaßte Einleitung zur Antrittsvorlesung Was ist Metaphysik?, aber auch der Vortrag Die onto-theo-logische Verfassung der Metaphysik sowie andere Abhandlungen arbeiten die genannte onto-theologische Struktur der traditionellen Metaphysik und die sie kennzeichnende »ontologische Differenz« heraus. Und: daß die traditionelle Metaphysik mit ihrer Fixierung auf das Seiende das Sem im Sinne einer ursprünglichen Eröfmctheit von Welt vor allem philosophischen und wissenschaftlichen Zugriff übersprungen habe. Inwieweit H.s eigenes Seinsdenken selbst noch der Tradition der Metaphysik verhaftet bleibt, ist eine in der H.-Forschung sehr umstrittene Frage. Bemerkenswert ist. daß mit der »Kehre« eine neue Sprache der Gelassenheit - so der Titel einer Rede von 1955 - das Denken trägt. Zurückgelassen wird die Sprache der Subjektphilosophic und auch das Pathos von »Selbstsem« und »Eigentlichkeit« von Sein und Zeit. Der Mensch wird im erwähnten Humanismus-Brief gedacht als »der Hirt des Sems«, die Sprache als »Haus des Seins«. Das Denken versteht sich in dieser Neubestimmung nicht mehr als »Vor-stellen«. nicht als »Entwerfen«, nicht als Begriffsherrschaft, nicht als Reflexion, sondern wesentlich als ein »hörender« Vollzug, und dies aus dem Entbergungsgeschehen des Sems und aui dieses gerichtet. Die Selbstbestimmung des Menschen als aktiv-tätiges Subjekt wird abgelöst durch ein zurückgenommenes, verstehendes Vollziehen dessen, was als »Zuspruch des Seins« erfahren wird.
      Der eigentliche Ort dieser Eröffnung von Semsverstehen ist die Sprache. Diese neue Denkhaltung ist gespeist von der Einsicht, daß »das Sem als der Wille gebrochen« sein muß - damit das Denken sich in einen fragend-hörenden Bezug zur Sache des Denkens - und das ist über lange Strecken erst einmal die Geschichte der Metaphysik bis hin zur modernen Naturwissenschaft und der Technik als einem Verfallsgeschehen des Sems - bringen muß. Der späte H. hat aber auch einfache Vollzugsformen des Menschen neu zu bedenken versucht, so im Aufsatz Bauen Wohnen Denken , der von Architekten einer nachmodernen Bauweise als wichtiger Ideengeber gelesen wird. Wird hier doch der Mensch nicht mehr als Mengenteilchen in einer modernen »Wohnmaschine« begriffen, sondern das »Bauen« aus dem »Wohnen« hergeleitet und das ursprüngliche »Wohnen" des Menschen auf der Erde aus dem Bezug des sog. »Gevierts«: der Nähe zur »Erde und zum Himmel«, zu den »Sterblichen und den Göttlichen«. Denn: »das Wohnen aber ist der Grundzug des Sems, demgemäß die Sterb-liehen sind.« Solche Dimensionen des ursprünglichen Wohnens. deren inhaltliche Bestimmungen H. aus der Dichtung gewinnt, werden auch in dem Aufsatz Das Dino entfaltet: »Ding« gedacht nicht als Objekt für ein vergegenständlichendes, ausbeutendes Subjekt, sondern als ein Zentrum, in dem und durch das sich Welt konkret eröffnet: als Bezug des Menschen zum »Geviert«, als konkrete Vollzugsform der Nähe des Menschen zum Sein. H. erläutert dies am Beispiel eines Kruges: »Dingen ist Nähern von Welt. Nähern ist das Wesen der Nähe. Insofern wir das Ding als das Ding schonen, bewohnen wir die Nähe.«
Wenn so die menschliche Praxis im konkreten Umgang mit den Dingen der Ort ist. an dem die traditionelle Metaphvsik und Technologie überwunden werden soll, so ist. wie erwähnt, die Sprache - zumal die der Dichtung - der Erscheinungsort eines anderen Anfangs von Seinserfahrung und Sinneröffnung. In der Vortragssammlung Unterwegs zur Sprache versucht H. ein vorsichtiges Verständnis der großen Dichtungssprachc Trakls. Georges. Hölderlins so. daß dabei stets auf den Vollzug selbst geachtet wird. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf das Zur-Welt-kommen von Sinn in der Sprache. H. nennt diesen Vollzug das »Ereignis«. Ausgehend u.a. von zwei Versen Stefan Georges - »So lernt ich traurig den verzieht:/kein ding sei wo das wort gebricht« - führt er an die Erfahrung des »Ereignisses« heran: dabei ist ihm wichtig. daß eine ausdrückliche Erfahrung mit der Sprache selbst gerade dort gemacht wird, wo wir das »rechte Wort nicht finden«, wo sich also Sprache verweigert. Denn im »normalen Gebrauch« ist die Leistung der Sprache geradezu zugedeckt: daß die ursprüngliche Eröffnung von Welt in und durch die Sprache sich vollzieht: »Das Wort verschafft dem Ding erst das Sem« - dies als ein zeit-räumliches Seinsgeschehen. Sprache eröffnet die Nähe zu den Dingen, läßt so Welt »an-wesen«. stiftet so einen ursprünglichen Zusammenhang zwischen Mensch und Welt, der zugleich als »Identität« und als »Unter-Schied« gedacht werden muß. »Der Unter-Schied vermittelt nicht nachträglich . . . Der Unter-Schied ermittelt als die Mitte erst Welt und Dinge zu ihrem Wesen, d.h. in ihr Zueinander, dessen Einheit er austrägt.« In diesem sprachlich gedachten Smngeschehen. das H. auch im Anschluß an Humboldts Sprachtheorie im »zeigenden« Wesen der Sprache zu fassen sucht - »Das Ereignis, im Zeigen der Sage erblickt« -, rückt der Mensch 111 eine hörend-vernehmende Bestimmung ein: »So ist denn das Sprechen nicht zugleich, sondern :iwor ein Hören.«
Die letzten Bestimmungen des Sems- und Sinngeschehens im Denken H.s sind Vollzugs- und Bezugsbestimmungen. Unterlaufen werden sollen verdinghchende. begriffliche Formulierungen, die das. was Sprache und Welterfahrung meinen könnte, als Formel vor em vorstellendes Subjekt bringen. Der Leser. Hörer soll selbst aus einem vorstellenden Denken heraus und auf einen Wreg gebracht werden, auf dem er den Vollzug des sprachlichen Sinn- und Seinsgeschehen erfährt. Daher kann man das Wesen des späten Seinsdenken auch nicht eigentlich »referieren«. Im Sinne des neuen Bezugsdenkens versteht auch der späte Vortrag der Satz der Identität Identität und Differenz nicht als eine mathematische Formel, sondern als ein ursprüngliches Bezugsgeschehen zwischen Mensch und Sem: »Mensch und Sem smd einander übereignet. Sie gehören einander. Aus diesem nicht näher bedachten Zueinandergehören haben Mensch und Sein allererst diejenigen Wesensbestimmungen emptangen, in denen sie durch die Philosophie metaphysisch begriffen werden.« In die ursprüngliche Erfahrung solcher aus dem »Ereignis« gedachten Identität kann das Denken nach H. allerdings nur durch einen »Sprung« gelangen: heraus aus den traditionell-metaphysischen Denkbestimmungen, hinein in das so gedachte Ursprüngliche, aber durch die Denkgeschichte verstellte »Ereignis«, welches in der und durch die Sprache waltet.
      Damit ist das Denken des späten H. an einen Punkt gekommen, der so radikal in der Geschichte des abendländischen Denkens nirgendwo erreicht worden ist, aber doch in der »anderen Aufklärung« seine Vorläufer hat. So kritisieren bereits Shattesbury, Vico, Herder. Hamann die Vernunft- und Systemphilosophie der Aufklärung, so hält Jacobi gegen die Subjekt- und Vernunftphilosophie Fichtes: daß »Vernehmen . .. ein Vernehmbares: Vernunft das Wahre« voraussetze, und: »Reine Vernunft ist ein Vernehmen, das nur sich selbst vernimmt.« Auch die deutsche Frühromantik hat das Subjektdenken der Aufklärung auf ein neues Bezugsdenken hm zu überwinden versucht. So muß H.s Denken durchaus auch in dieser Tradition der Subjekt-. System- und Vernunftkritik der »anderen Autklärung« gesehen werden, die er freilich radikalisiert und auch in größere philosophiegeschichtliche Zusammenhänge einrückt. Hier aber werden in Zukunft auch Fragen zu stellen sein. H. sucht ja in der vorsokratischen Philosophie, insbesondere bei Parmemdes und seinem Satz von der Zusammengehörigkeit von »Denken und Sem«, einen anderen Anfang des Denkens. Kein anderer als Parmemdes hat aber das Sem so starr, so unbeweglich, man möchte sagen, so maskulin gedacht. Ist der Rückgang in die Frühphase der griechischen Kultur, die ja im Kern eine aggressiv-patriarchalische Herrschaftskultur war. ausreichend? Muß das Denken nicht, wenn es aus dem Herrschaftsbereich der abendländischen Metaphysik heraustreten will, auf noch frühere, stärker matriarchalisch organisierte Kulturen, wie die krensch-minoische. zurückkommen? Die neuere Mythen- und Geschichtsforschung legt dies jedenfalls nahe. Möglicherweise bleibt der Rückgang auf die frühgriechische Philosophie immer noch im Bannkreis des antiken Humanismus.
      Und: Ist die Geschichte der abendländischen Philosophie und Metaphysik nicht doch viel ambivalenter, als sie in H.s Deutung erscheint? Sicher ist die mittelalterliche Philosophie Onto-Theologie in seinem Sinn: aber: aus ihr sind die gotischen Kathedralen erwachsen. Sicher wird in der Frühneuzeit die Welt zum »Weltbild«; aber: der gesamte Reichtum der Malerei der Renaissance ist ohne diese Entwicklung nicht denkbar. Sicher ist die neuzeitliche Aufklärungsphilosophie im Kern Subjektphiloso-phie. Aber: die Symphonien eines Beethoven sind ohne diese Subjektphilosophie so wenig denkbar wie die aufklärerischen Bestimmungen des Menschen als selbstdenkendes, freiheitliches, tolerantes Wesen. Wenn die Philosophie- und Metaphysikgeschichte des Abendlandes im Kern nihilistisch ist. so hat doch dieser Nihilismus einen ungeheuren Reichtum an Bildern, an Schöpfungen, an Einsichten erbracht, der nicht nichts ist. Daß diese Geschichte des Nihilismus gerade in den letzten Jahrhunderten zunehmend auch eine kulturelle Leidensgeschichte ist. daß die Erfahrung der Unbehaustheit des Menschen eine spezifisch moderne »Angst« ausgelöst hat. hat gerade H. am eigenen Leibe erfahren. Aber diese »Angst« ist kulturgeschichtlich fruchtbar gewesen. Und so ist auch das Denken H.s. wie die Kulturgeschichte der abendländischen Metaphysik, als Ausdruck einer Entzugserfahrung zu lesen, als einer sehr fruchtbaren jedoch.
      Löwith. Karl: Heidegger-Denker in dürftiger Zeit. Zur Stellung der Philosophie im 20. Jahrhundert. Sämtliche Schriften 8. Stuttgart 1984 . Pöggeler. Otto : Heidegger. Perspektiven zur Deutung seines Werks. Königstein Ts. 19X4. Gadamcr. Hans Georg: Heideggers Wege. Tübingen 19S3. Gudopp. Wolf-Dieter: Der junge Heidegger. Frankfurt am Main 19S3. Pöggeler, Otto: Der Denkweg Martm Heideggers. Pfullingen 1983 . Franzen. Winfried: Martin Heidegger. Stuttgart 1976.
      Silvio I


Heidegger, martin

Monogramm des Denkens Maier, Rudolf Nikolaus. In: Das moderne Gedicht, 1963, S. 152- 157. .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Heidegger, martin

Martin Heidegger, einer der wichtigsten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts, ist der wirkungsmächtigste Vertreter der Existenzial-philosophie, deren Mittelpunkt die menschliche Existenz bildet. Im Zentrum seiner philosophischen Arbeiten stehen die Fragen nach dem »Sinn des Seienden« und dem » .....
[ mehr ]
Index » Autoren

Wieland, christoph martin

»Freuen Sie sich mit mir! Herr Wieland hat die ätherischen Sphären verlassen, und wandelt wieder unter den Menschenkindern.« Gotthold Ephraim Lessings ironische Bemerkung im 63. Literaturbrief , den er W.s Trauerspiel Lady Johanna Gray , dem ersten deutschen Drama in Blankversen, widmet, bezieht sic .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Fiess, martina

Biografie: T7.10.1 in Pforzheim. M. Fiess studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Politologie und promovierte in Philosophie. Sie war als Journalistin, Sachbuchautorin und Re- dakteurin tätig; heute arbeitet sie als Konzeptionerin und Texterin für Presse und Werbung. Sie ist Mitglied bei den Büc .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Bick, martina

Biografie: *1 in Bremen. M. Bick studierte Philosophie, Musikwissen- schaft und Germanistik in Münster und Hamburg. Anschließend war sie in verschiedenen Berufen tätig. Bevor sie sich dem Krimigenre zuwandte veröffentlichte sie Kurzgeschichten und Gedichte in Anthologien und im Rundfunk. Im Som .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Barkawitz, martin

Biograhe: *1 in Hamburg. M. Barkawitz studierte nach einer kaufmännischen Ausbildung und Berufstätigkeit in diesem Fach Germanistik und Soziologie. Mit seiner Abschlussarbeit über John Sinclair stellte er sich beim Bastei Verlag vor und bewarb sich gleichzeitig als Autor. Seit 1997 hat er ca. 50 Jer .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Heideggers »welt«-begriff

Was meinen wir, wenn wir das Wort >Welt< benutzen? Da ist zunächst jene Bedeutung, die der Begriff annimmt, wenn er das All des Seienden bezeichnet, das innerhalb der Welt vorhanden sein kann, - so, wenn wir etwa vom höchsten Berg der Welt sprechen, vom Weltfrieden oder vom Weltkrieg. Des Weiteren k .....
[ mehr ]
Index » Sonstige

Kurtmartin magiera in den sand geschrieben

Analyse Die Geschichte ist nur auf dem Hintergrund der europäischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse zu verstehen. Die Industriestaaten brauchen mehr Arbeitskräfte, als ihre eigene Bevölkerung stellen kann. Einige Staaten haben einen Ãœberschuß an arbeitsfähigen Menschen, die nu .....
[ mehr ]
Index » Erzählungen der Gegenwart

Der liebsten augenschein - martin opitz (i597-i639): jetzund koempt die nacht herbey

Jetzund kompt die Nacht herbey / Vieh und Menschen werden frey / Die gewünschte Ruh geht an; Meine Sorge kompt heran. Schone glänzt der Mondenschein; Und die güldnen Sternelein; Froh ist alles weit und breit / Ich nur bin in Trawrigkeit. Zweene mangeln überall An der schonen Sterne Zahl; Diese Ste .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Die deutsche Sprache gewinnt Eleganz

Martin luther (i483-i546): aus tiefer not schrei ich zu dir

Lieder wurden schon vor 1500 im Gottesdienst gesungen und bereits im Spätmittelalter traten an die Stelle lateinischer Hymnen auch deutsche Lieder. Aber erst mit der Reformation erhält das Kirchenlied seinen festen Platz im Gottesdienst und im Gemeindeleben. Als Bitte, Ermahnung oder Lobgesang, als .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Lieder zur Glaubensstärkung

Martin walser: »brandung« (i985) - ein campus- und liebesroman

Einwanderer in Amerika auf Zeit Helmut Halm, den Protagonisten des Romans »Brandung«, kennt der Leser vorhergehender Erzählbände Walsers bereits aus der Novelle »Ein fliehendes Pferd« . Solche Verkettungen waren im Werk Walsers nicht neu. Die Gestalt des Anselm Christlein durchwandert gleich drei .....
[ mehr ]
Index » Roman Chronik

Martin, hansjörg

Biografie: 1.11.1920 Leipzig, tll.3.1 Mallorca. H. Martin studierte an der Leipziger Kunstakademie Gebrauchsgrafik und angewandte Kunst. Nach dem Krieg zog er als Maler und Zirkusclown durch Norddeutschland, arbeitete als Leiter des Volksbildungswerks in einer norddeutschen Stadt, war Schaufensterde .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Martini, manuela

Pseudonym Biografie: *21.10.1 in Mainz. M. Martini studierte Literaturwissenschaft, arbeitete als Regieassistentin, drehte Werbe-, Industrie- und Dokumentarfilme . Zahlreiche längere Aufenthalte in Australien. M. Martini lebt in München und zeitweise in Australien. Ihr erster Kriminalroman Outback .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Walser, martin

W. ist ein freundlicher Mensch mit einem unbestechlichen Blick, für den das Schreiben einem Mittel zum Ãœberleben gleichkommt. Wenn er nicht selbst redet, dann ist seine Hand fast immer in Bewegung, macht Striche, zeichnet Figuren, notiert Sätze, Gedanken, Beobachtungen. Dieses Sichbewegen — »wer .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Opitz, martin

Er müsse sich »hefftig verwundern«, schreibt O. in der Vorrede zu seinen Teutschen Poemata , »daß / da sonst wir Teutschen keiner Nation an Kunst und Geschickligkeit bevor geben/doch biß jetzund niemandt under uns gefunden worden/so der Poesie in unserer Muttersprach sich mit einem rechten fleiß und .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Luther, martin

Im Jahre 1521 trat L., ein 38jähriger Mönch, in Worms vor den Kaiser und die Reichsstände. Als Wortführer in eigener Sache verteidigte er seine Wirksamkeit und seine Schriften, dazu die Gewissensfreiheit, ohne zu widerrufen. Ein Akt öffentlichen Widerstands, der in der deutschen Geschichte seinesgle .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Martin opitz - buch von der deutschen poeterei

Das I. Kapitel Vorrede [...] Wiewohl ich mir von der deutschen Poeterei, auf Ersuchung vornehmer Leute und dann zu besserer Fortpflanzung unserer Sprachen, etwas aufzusetzen vorgenommen, bin ich doch solcher Gedanken keineswegs, daß ich vermeine, man könne jemanden durch gewisse Regeln und Gesetz .....
[ mehr ]
Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

Martin opitz - deutsche poemata

Ãœber des hochgelehrten und weitberühmten Danielis Heinsii Niederländische Poemata Die deutsche Poesie war ganz und gar verloren, Wir wußten selber kaum, von wannen wir geboren, Die Sprache, vor der vor [1] viel Feind erschrocken sind, Vergaßen wir mit Fleiß und schlugen sie in Wind. Bis Euer[2] .....
[ mehr ]
Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

Spiegelberg, martin

Biografie: *1 in Hamburg. M. Spiegelberg trat schon als Schüler mit verschiedenen Schul- und Amateurbands auf. 1976 war er Mitbegründer der Band »Kitty Winter Gipsy Nova«. 1977 wurde er zum Berufsmusiker und spielte in der Folge mit seiner Band zwei Schallplatten ein. Er arbeitete mit Bill Ram-sey z .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Schüller, martin

Biografie: *29.3.1 in Haan. M. Schüller lebt und arbeitet in Köln, seit 1999 als Schriftsteller. Von 1995 bis 1998 schrieb er eine regelmäßige Glosse in der Kölner Stadtrevue. Langjährige, prägende Erfahrung als Nachttaxifahrer und Musiker. Kriminalromane: 2000 Jazz, Köln-Krimi 18, Emons; 2001 Kill .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Muser, martin

Biografie: 20.7.1965 in Stuttgart. M. Muser studierte Kommunikationswissenschaften an der Hochschule der Künste Berlin und arbeitet als Stoffentwickler und Dramaturg für Film- und Fernsehen in Berlin. Kriminalromane: 1997 Granitfresse, Argument 2023; 2001 Das ohmsche Gesetz, Argument 2063 Kontakt .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Martins, toby

auch unter dem Pseud.: Brian Aber-crombie Biografie: *22.3.1 in Freiburg i.Br. T. Martins studierte Jury, Psychologie und Geschichte in Tübingen, Freiburg i.Br. und Austin/Texas . Seit 1985 arbeitet er als Journalist in Hamburg und hat sich durch zahlreiche Fachpublikationen einen Namen gemacht. Na .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Martin luther (i483—i546)

Martin Luther wurde am 1. November 1483 in Eisleben als Sohn eines Bergmannes geboren. 1505 wurde er Augustinermönch, 1507 Priester und bereits 1508 Dozent für Dialektik und Ethik in Wittenberg, wo er am 31. Oktober 1517 seine berühmten 95 Thesen an die Pforte der Schloßkirche anschlug, die die Refo .....
[ mehr ]
Index » DIE DICHTUNG DER RITTERLICHEN WELT

Wieland, christoph martin

Doch auch die Weisheit kann Unsterblichkeit erwerben Vollmann, Rolf. In: Jb DSG 14, 1970, S. 580 - 583. Ein bürgerliches Schicksalslied Hinderer, Walter. In: Reiz der Wörter, S. 106 - 109. 1978, Idris und Zenide Menhennet, Alan. In: GLL 18, 1964/65, S. 91 100. .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Luther, martin

Martin Luther ist die wichtigste Gestalt der Reformationsbewegung zu Beginn der Neuzeit. Ihm ging es darum, die biblischen Texte verstehbar zu machen und auf ihren Grundsinn zurückzuführen, statt sie in Traditionen und Dogmen festgelegt zu sehen. Besonders durch seine Ãœbersetzung der -* Bibel ins D .....
[ mehr ]
Index » Autoren

 Tags:
Heidegger,  Martin    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com