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Philosophen biographisch

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Denida, Jacques



Das Milieu, in dem ich zu schreiben begonnen habe, war sehr stark geprägt, um nicht zu sagen eingeschüchtert, von Marxismus und Psychoanalyse, deren wissenschaftlicher Anspruch um so gewaltiger war. als ihre Wissenschaftlichkeit ungewiß zu sein schien.« So äußerte sich D. in einem Interview 1986. Seit 1962. dem Erscheinungsjahr seines ersten Buches. L originc de Li oeometne de Husserl. ist diese tiefe Skepsis gegen die scheinbar verbürgte Wissenschaftlichkeit der Tradition von Humanismus und Aufklärung Motiv und Gegenstand seines Werks. Damals, in jenem zweiten Nachkriegsjahrzehnt, gelangten, ausgehend von Paris und verbunden mit den Namen Claude Lcvi-Strauss. Roland Barthes und Michel Foucault die ersten Arbeiten, die schließlich unter dem Methodentitel Strukturalismus firmierten, zu internationaler Beachtung. Aber nicht nur die Gesellschafts- und Erkenntnistheorie von Marxismus und Psvchoanalvse. die schon der strukturahstischen Theorie als ein

Hauptangriffsziel diente, sondern deren eigene Konzeption eines abgeschlossenen, endlichen Svstems eindeutig identifizierbarer Zeichen gab von Antang an der Philosophie D.s ihren kritischen Impuls.
      Die Absicht, in aller systematischen Theorie, die auf ein Identisches zurück- und aut eine Totalität hinauswill, deren metaphysische Grundverfassung herauszulesen, verbindet D.s Arbeiten der »Dekonstruktion«. wie er die Analyse der überkommenen Theoriekonzepte bis in ihre verborgenen und verdrängten Voraussetzungen nennt, mit Heideggers »Destruktion der abendländischen Metaphysik«. Auch D. sieht in der Ausbildung des Begriffs eines abstrakten, transzendentalen Subjekts als logischem Grundprinzip der gesamten neuzeitlichen Philosophie eine Entwicklung, die gerade nicht - wie vermeintlich - sich von Metaphysik befreit, sondern mit der Vorstellung eines dem »einen< - metaphysischen - Prinzip komplementären, einen , unmißverständlichen Sinns, der in allem gefunden werden müsse, was dem Subiekt als erklä-rungsbedürftig gegenübersteht, gerade in Metaphysik befangen bleibt. Es ist so jenes Gegenüber der beiden Pole moderner Philosophie, das Werk Hegels als dem Kulminationspunkt abendländischer Rationalitätstradition und Heideggers Versuch der Bestimmung einer Seinsverfassung vor aller Vernunft, an dem sich D.s Kritik immer wieder neu entzündet. In De la Grammatologie wie auch in L Ecriture et la differeiice soll die Analyse der Schritt und des Schreibens schließlich jenen beharrlichen Logozentrismus enttarnen, der die Schrift, die »eenture«. traditionell immer nur als ein Sekundärphänomen der Rede, der »parole«. definiert, die nach dem Modell der eindeutigen Repräsentation Identität und Präsenz suggeriert. Gegen diese Suggestion und in Auseinandersetzung mit dem für die Bewußtsemsphilosophie konstitutiven Begriff des transzendentalen Subjekts, insbesondere in der Kritik an der Zeichentheorie Husscrls. gewinnt D. den für seine Philosophie tragenden Begriff der »differance«. Die Schritt wird zum Modell eines Textes, der nicht länger als ein geschlossener, semantisch eindeutiger gilt. Der nicht durch Repräsentation bestimmte Zeichenbegntt D.s will eine Schrift rehabilitieren, deren Sinn und Bedeutung sich zuinnerst einer Ditterenz verdankt: Die Welt selbst gewinnt Bedeutung nur. sofern sie als ein offener Text gelesen wird.
      Das Konzept der Dekonstruktion. das zunächst vor allem in der amerikanischen Literaturwissenschaft größere Resonanz tand. für D. selbst nur ein Ausdruck "für die Veränderung der Ordnung von Rationalität, in der wir leben«, mag wohl auch der leitende Gedanke bei der Gründung des College International de Philosophie gewesen sein, das 1983 in Paris unter der Federführung D.s ms Leben gerufen wurde. Das unabhängige Institut soll aut interdisziplmärer Ebene und jenseits von akademischer Hierarchie die Möglichkeit zur treien philosophischen Forschung ottenhalten.
      Rotzer. Florian: Französische Philosophen im Gespräch. München T9S5.
      Hörisch. lochen: Das Sein der Zeichen und die Zeichen des Seins. Marginalien zu Derridas Ontosemiologie. in: Jacques Dernda: Die Stimme und das Phänomen. Frankfurt am Main
1979-

Peter Borkopp


Berndorf jacques

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Berndorf, jacques

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