Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Philosophen biographisch

Index
» Autoren
» Philosophen biographisch
» Bernstein, Eduard

Bernstein, Eduard



Die liebenswürdige und bescheidene Erscheinung B.s steht in merkwürdigem Kontrast zu dem Skandal, den seine Thesen ab 1S96 in der deutschen Sozialdemokratie auslösten. Man kann vermuten, daß er den großen Lärm eigentlich gar nicht selbst verursacht hat. sondern daß sein »Revisionismus« Tendenzen zur Sprache brachte, die bis dahin in Partei und Gewerkschatten schon gang und gäbe waren, allerdings mit der offiziellen Programmatik der Sozialdemokratie nicht übereinstimmten.

      B. wurde als Sohn eines kinderreichen jüdischen Lokomotivführers in Berlin geboren. Er schloß eine Banklehre ab. Seit 1872 Sozialdemokrat, redigierte er in der Emigration unter dem Sozialistengesetz TS 1S901 das illegale Zentralorgan der Partei als Marxist, arbeitete in London eng mit Friedrich Engels zusammen und wirkte gemeinsam mit diesem und Karl Kautskv entscheidend an der Erstellung des marxistischen Erturter Programms der deutschen Sozialdemokratie 1891) mit.
      Unter dem Eindruck seiner Erfahrungen 111 Großbritannien nahm B. nach Engels Tod eine Revision seiner bisherigen marxistischen Ansichten vor. Hier sah er einen Kapitalismus am Werk, der imstande war. der Arbeiterklasse wesentliche Zugestand-nisse zu machen, ohne daran zu zerbrechen. B. hielt dies nicht für eine Besonderheit eines aufgrund weitgehender Dominanz auf dem Weltmarkt privilegierten Landes, sondern ging nunmehr von einer immanenten Stabilisierungsfähigkeit des kapitalistischen Systems aus. Zentrale Mittel hierfür seien die Aktiengesellschaften und Trusts. Den Historischen Materialismus kritisierte er erkenntnistheoretisch: die »Fallstricke der hegelianisch-dialektischen Methode« hinderten diesen an einer adäquaten Wahrnehmung der Realität. Die zentralen Begriffe und Thesen von Marx seien Produkte dieser verfehlten Methode. Er unterstellte Marx und Engels die Autfassung von einer Tendenz zum letztlich automatischen Zusammenbruch des Kapitalismus, welche sich aber tatsächlich bei diesen nicht findet. Auch der Begriff der Revolution sei letztlich nur Ergebnis eines verfehlten Denkansatzes. Stattdessen empfahl B. nunmehr der Arbeiterbewegung eine politische Durchdringung des kapitalistischen Systems mit Gewerkschaften. Genossenschaften, parlamentarischer Arbeit. Auf diese Weise könne sie ihr eigenes Prinzip - das sozialistische -an die Stelle der bisher herrschenden kapitalistischen Dvnamik setzen. Allerdings sei auch dann der Sozialismus kein ein für allemal erreichter Endzustand, sondern ein Prozeß: »Das. was man gemeinhin Endziel des Sozialismus nennt, ist mir nichts, die Bewegung alles.«
B. hat seine Thesen zusammenfassend in einem Buch. Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie niedergelegt. Mehrere Parteitage haben seine Position ausdrücklich abgelehnt. Diese entsprach aber der tatsächlichen Politik der Mehrheit in der Arbeiterbewegung, besonders der Gewerkschaften.
      B. starb hochgeachtet, aber doch auch längst einflußlos innerhalb einer reformistischen Arbeiterbewegung, die so sehr sich entsprechend seinen Ratschlägen entwickelt hatte, daß sie derer längst nicht mehr bedurfte.
      Meyer. Thomas: Bernsteins konstruktiver Sozialismus. Eduard Bernsteins Beitrag zur Theorie des Sozialismus. Berlin. Bonn-Bad Godesberg 19".
      Gustatsson. Bo: Marxismus und Revisionismus. Eduard Bernsteins Kritik des Marxismus und seine geistesgeschichtlichen Voraussetzungen. 2 Bde. Frankfurt am Main 19-;.
      Gay. Peter: Das Dilemma des demokratischen Sozialismus. Eduard Bernsteins Auseinandersetzung mit Marx. Nürnberg 1954.ff


Mörike, eduard

Geb. 8.9.1804 in Ludwigsburg; gest. 4.6.1875 in Stuttgart Die Familie hatte auf ihn gesetzt. Die Onkel und Tanten sorgten nach dem Tod seines Vaters, eines Amtsarzts, für die gehörige theologische Ausbildung am Tübinger Stift. Er scheint die Situation damals intuitiv so erfaßt zu haben: die Großfam .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige autoren

Eduard schullerus - astern

Liebst du die amethystenen Sterne, Mädchen, Die von verdorrten, sommermüden Hängen Durch all das herbstzeitstille große Welken Als späte Boten frohen Lebens leuchten? Du kennst sie nicht? — Wohlan, so wandern wir Nach unseren Bergen, wo der Sonnenschein, Der herbstlich blasse, seine Kinder wärm .....
[ mehr ]
Index » Sonstige

Eduard mörike - um mitternacht

Gelassen stieg die Nacht ans Land, lehnt träumend an der Berge Wand, ihr Auge sieht die goldne Waage nun der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn; und kecker rauschen die Quellen hervor, sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr vom Tage, vom heute gewesenen Tage. Das uralt alte Schlummerlied, .....
[ mehr ]
Index » Sonstige

Eduard mörike (i804-i875): gesang zu zweien in der nacht - die tönende welt

Gesang zu Zweien in der Nacht Sie: Wie süß der Nachtwind nun die Wiese streift, Und klingend jetzt den jungen Hain durchläuft! Da noch der freche Tag verstummt, Hört man der Erdenkräfte flüsterndes Gedränge, Das aufwärts in die zärtlichen Gesänge Der reingestimmten Lüfte summt. Er: Vernehm ich d .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Umfangen von Natur

Eduard mörike (i804-i875)

geworden, zugleich wohl der bedeutendste deutsche Lyriker neben Goethe und Hölderlin. In Ludwigsburg geboren, studierte Mörike wie Hölderlin am Tübinger Stift Theologie, aber ohne innere Berufung. Hier erweckte das verwirrende Liebeserlebnis zu der plötzlich aufgetauchten Maria Meyer, einer Schweiz .....
[ mehr ]
Index » VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS

Der feuerreiter - eduard mörike

Sehet ihr am Fensterlein Dort die rote Mütze wieder? Nicht geheuer muß es sein, Denn er geht schon auf und nieder. Und auf einmal welch Gewühle 5 Bei der Brück, nach dem Feld! Horch! das Feuerglöcklein gellt: Hinterm Berg, Hinterm Berg Brennt es in der Mühle! .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Septembermorgen - eduard mörike

Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, Den blauen Himmel unverstellt, 5 Herbstkräftig die gedämpfte Welt In warmem Golde fließen. Hier ist die Natur in einem bestimmten Augenblick gesehen, wenn im frühen Herbst die Sonne mit dem Nebel kä .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Gebet - eduard mörike

Herr! schicke, was du willt, Ein Liebes oder Leides; Ich bin vergnügt, daß beides Aus deinen Händen quillt. 5 Wollest mit Freuden Und wollest mit Leiden Mich nicht überschütten! Doch in der Mitten Liegt holdes Bescheiden. Literarische Analyse: Das Gedicht gehört in den Bereich der Gedankenlyrik. .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Er ist s - eduard mörike

Frühling läßt sein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte; Süße, wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land. 5 Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen. - .....
[ mehr ]
Index » Gedichte aus sieben Jahrhunderten Interpretationen

Schullerus, eduard

Astern Sienerth, Stefan. In: Deutsche und rumäniendt. Lyrik, 1981, S. 280 - 282. .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Mörike, eduard

Abreise Weber, Werner. In: Forderungen, 1970, S. 134 -137. Heydebrand, Renate von. In: Mörikes Gedichtwerk, 1972, S. 94-98. Ach nur einmal noch im Leben Heydebrand, Renate von. In: Mörikes Gedichtwerk, 1972, S. 84-89. Kienzle, Michael und Mende, Dirk. In: DU 31, 1979, H. 2, S. 61 - 84. Labay .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Mörike, eduard

Eduard Mörike ist ein Dichter, dessen Leben und Werk sich jeder vereinfachenden Epochenzuordnung entziehen muss. Sowohl Biedermeierliches, Spätromantisches wie auch verstörend Unharmonisches, Zerrissenes finden sich in seiner Lyrik und Prosa. Nach dem frühen Tod des Vaters, eines Amtsarztes, schlug .....
[ mehr ]
Index » Autoren

Eduard schullerus

1877 in Kronstadt geboren, besuchte Eduard Schullerus zunächst die Honterusschule und anschließend die Rechtsfakultät in Presov und Klausenburg. Zwischendurch hielt er sich ein Jahr lang in Berlin auf. 1900 kehrte er in seine Vaterstadt zurück, wo er als Praktikant am Kronstädter Gerichtshof, dann .....
[ mehr ]
Index » Autoren

Mörike, eduard

Die Familie hatte aut ihn gesetzt. Die Onkel und Tanten sorgten nach dem Tod seines Vaters, eines Amtsarzts, für die gehörige theologische Ausbildung am Tübinger Stift. Er scheint die Situation damals intuitiv so erfaßt zu haben: die Großfamilic als Zwang, die Bildung als Macht. M. beugte sich, konn .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

 Tags:
Bernstein,  Eduard    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com