Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Philosophen biographisch

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Berkeley, George



Bereits mit 15 Jahren tritt B. in das Trinity College in Dublin ein. wo er alte Sprachen, Philosophie. Logik. Mathematik und Theologie studiert. 1707 wird er Magister of Ans und kurz darauf Priester. Sem erstes philosophisches Werk .4» Essay Towards a Sew l heory of l ision behandelt Probleme der Wahrnehmungstheorie, insbesondere die Probleme des räumlichen Sehens. Es kann als Vorbereitung seiner Philosophie des Immatcriahsmus gelesen werden, die er in seinem 1710 veröffentlichten Hauptwerk _ Treatisc Concer-uiuo die Priuciples ot Human Knowledge darlegt. Daß er hiermit weitgehend auf Unverständnis stößt, veranlaßt ihn. seine Thesen überzeugender und verständlicher in der literarischen Form des Dialogs darzustellen : in den Three Dialooues betteeen Hylas und Phylonous : 1 ~ 13). Von 1713 bis 1720 befindet sich B. auf Reisen in London. Frankreich und Italien. In Paris ist er vermutlich mit Malebranche zusammengetrotten. Nach seiner Beförderung zum Dekan von Derry und seiner Heirat als Wirkungen von bewußtseinsunabhängigen materiellen Dingen anzusehen sind. Unhaltbar, weil in sich widersprüchlich, erscheint B. vor allem die dieser Konzeption zugrundeliegende dualistische Scheidung zwischen Dingen und Ideen. Man versuche nur einmal, sich die Existenz vorstellungsunabhängiger Dinge vorzustellen, fordert er den Leser auf. um ihn die logische Unmöglichkeit einer solchen Annahme unmittelbar einschen zu lassen. Als Ursachen bzw. Urbilder unserer Ideen müßten die Dinge mit den Ideen vergleichbar, ihnen ähnlich sein, das aber setzt voraus, daß sie wahrnehmbar und somit selbst Ideen sind. Ist dies nicht der Fall, dann sind die Dmge nichts als em unbekanntes, schlechthin unzugängliches Etwas ohne jede wahrnehmbare Eigenschaft. Als ein solches Etwas ist in B.s Augen der Lockesche Begritt einer materiellen Substanz eine unzulässige Abstraktion von den wirklichen Dingen und damit letztlich eine unbegründete metaphysische Annahme. Dmge gibt es nach B.s Auffassung immer nur als wahrgenommene bzw. wahrnehmbare Ideen oder Komplexe von Ideen: esse est percipi oder, wie Schopenhauer später sagt: »Die Welt ist meine Vorstellung.« Das bedeutet zugleich: Ihre Existenz ist untrennbar verbunden mit der Existenz von Subjekten, die sie wahrnehmen und für die gilt: »esse est pereipere«.
      Mit Lockes Materialismus wird für B. notwendigerweise auch dessen Unterscheidung zwischen primären und sekundären Qualitäten der Dinge hinfällig. Sie beruht aut der Annahme, daß die Ideen der primären Qualitäten uns die Dmge so zeigen, wie sie bewußtseinsunabhängig wirklich sind, da sie zu diesen m einer Ähnlichkeitsbeziehung stehen und außerdem mehreren Sinnen zugänglich sind. Dies gilt für die Qualitäten der Ausdehnung, der Bewegung, der Gestalt u.a.. denen auch in der Geometrie und in den Naturwissenschaften, aufgrund ihres objektiv meßbaren Charakters, eine primäre Rolle zukommt. Die sekundären Qualitäten, wie Farbe. Geruch. Ton sind demgegenüber nach Locke rein subjektiv, also im Grunde bloße Ideen, die ohne Ähnlichkeit mit den sie verursachenden Eigenschaften der Dinge sind und nur von einem Sinn wahrgenommen werden können. Aufgrund der dargelegten Unnahbarkeit des Dualismus zwischen Dingen und Ideen, gilt nach B. für alle Qualitäten, daß sie subjektiv und sinnesspezifisch sind. Daß auch die von Locke als primär bezeichneten Qualitäten nur einem Sinn zugänglich sind, wird nur durch die Doppeldeutigkeit ihrer Bezeichnungen verdeckt. So sind z.B. gesehene und getastete Ausdehnung gänzlich voneinander verschiedene Ideen, die nur gewohnheitsmäßig miteinander auftreten: nur deshalb belegen wir sie mit demselben Namen. Sich neben der gesehenen und getasteten Ausdehnung noch eine Ausdehnung an sich vorzustellen, ohne sieht- oder tastbare Eigenschaften wie Farbe oder Härte, stellt für B. eine ebenso unmögliche Forderung an das menschliche Abstraktionsvermögen dar wie die Vorstellung einer bewußtseinsunabhängigen Materie. B. sieht sich daher zu einer gründlichen Kritik der Lockeschen Abstraktionstheorie veranlaßt. Er demonstriert sie an dem Beispiel der unmöglichen abstrakten Vorstellung eines allgemeinen TDreiecks. das »weder schiefwinklig noch rechtwinklig noch gleichseitig noch gleichschenklig, sondern alles dieses zugleich und zugleich auch nichts von diesem" sein soll. Nach B. reicht es für die Aufstellung allgemeingültiger Urteile völlig, wenn man ein bestimmtes Dreieck als Stellvertreter für alle Dreiecke mit der betreffenden Eigenschaft, unter Absehung von allen übrigen, ansieht. Ein Urteil z.B.. das die Rechtwinkligkeit eines Dreiecks betnttt. läßt sich so aut alle übrigen rechtwinkligen, wenn auch ansonsten verschiedenen Dreiecke übertragen. Im Falle allgemeiner Ideen werden wir nach B.s Autiassung durch die Sprache irregeleitet, wenn wir allgemein verwendbare Ausdrücke wie "Dreieck« als Namen von abstrakten allgemeinen Dingen auflassen.
      Indem B. die bewußtseinsunabhängige Existenz einer materiellen Wirklichkeit bestreitet, will er keineswegs die Objektivität und Realität unserer Erfahrung überhaupt in Frage stellen und die Ursache der Ideen nur von der Außenwelt in das einzelne Subjekt verlegen, was sie von dessen Träumen und Phantasien nicht mehr unterscheidbar sein ließe. An die Stelle der materiellen tritt bei B. vielmehr die geistige Substanz des dem Subjekt übergeordneten göttlichen Bewußtseins. Gott als Urheber unserer Vorstellungen garantiert die Regelmäßigkeit ihres Auftretens, die ihre Objektivität ausmacht, sowie ihre allen Subjekten in gleicher Weise zugängliche Realität. Er leistet dasselbe, was bei Locke die Materie leisten sollte. Wie die Einbildungskraft des menschlichen Geistes Vorstellungen produziert, so produziert Gott in höchst vollkommener Weise die Wahrnehmungsvorstellungen für den Menschen. So berechtigt und gut begründet B.s Kritik am Materialismus sein mag. so metaphysisch erscheint diese letzte Konsequenz.
      Schantz. Richard: Der sinnliche Gehalt der Wahrnehmung. München iyS8. Kulenkampff. Arend: George Berkeley. München iy*~.
      Mariin Drechsler


George, stefan

Geb. 12.7.1868 in Rüdesheim; gest. 4.12.1933 in Minusio bei Locamo Zu Lebzeiten war G. wie weiland Richard Wagner eine umstrittene Größe: den Verehrern standen die Gegner unversöhnlich gegenüber, Neutralität schien es nicht zu geben. Den Jüngern galt er als eine der genialsten Figuren abendländisc .....
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George, stefan a. s.

Keilson-Leuritz, Marita. In: Castrum peregrini 34, 1985, H. 168/69, S. 24-41. Als wir hinter dem beblümten Tore Landmann, Michael. In: Castrum peregrini 7, 1957/58, H. 34, S. 41 -44. An baches ranft Gomringer, Eugen. In: Frankfurter Anthologie 1, 1976, S. 65-68. Knörrich, Otto. In: Lyr. Te .....
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Grosz, george

Gesang an die Welt I Rühmkorf, Peter. In: Frankfurter Anthologie 7, 1983, S. 183 - 186. .....
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Heilbut, iven george

Die Blinden Pieczonka, Annette. In: Sprachkunst / Bildende Kunst, 1988, S. 84 - 92. .....
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Vogelschau - stefan george

Weisse schwalben sah ich fliegen Schwalben schnee- und silberweiss • Sah sie sich im winde wiegen • In dem winde hell und heiss. 5 Bunte häher sah ich hüpfen • Papagei und kolibri Durch die wunder-bäume schlüpfen In dem wald der tusferi. Grosse raben sah ich flattern • 10 Dohlen schwarz un .....
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Komm in den totgesagten park - stefan george

Komm in den totgesagten park und schau: Der Schimmer ferner lächelnder gestade • Der reinen wölken unverhofftes blau Erhellt die weiher und die bunten pfade. Dort nimm das tiefe gelb • das weiche grau 5 Von birken und von buchs • der wind ist lau • Die späten rosen welkten noch nicht .....
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Stefan george (i868-i933)

ist wohl der entschiedenste Gegner der naturalistischen Dichtung. Er bemüht sich in fein empfundener Lyrik, dem Sprachkunstwerk von der Form her im Sinne Klopstocks und Hölderlins erneut Geltung und Gewicht zu verschaffen. Stefan George stammte aus einem Weinbauerngeschlecht und wurde 1868 in Büdes .....
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Stefan george (i868-i933): komm in den totgesagten park ... - kein laufplatz für jogger

Komm in den totgesagten park und schau: Der Schimmer ferner lächelnder gestade • Der reinen wölken unverhofftes Blau Erhellt die weiher und die bunten pfade. Dort nimm das tiefe Gelb • das weiche grau Von birken und von buchs • der wind ist lau • Die späten tosen welkten noch nicht ganz • .....
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Stefan george

Komm in den totgesagten park und schau: Der schimmer ferner lächelnder gestade. Der reinen wölken unverhofftes blau Erhellt die weiher und die bunten pfade. Dort nimm das tiefe gelb, das weiche grau Von birken und von buchs. der wind ist lau. Die späten rosen welkten noch nicht ganz. Erlese küsse s .....
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Simenon, georges

Georges Simenon ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Sein Name ist so untrennbar mit der von ihm geschaffenen Figur des Kommissars Maigret verbunden, dass der Autor zuweilen hinter seiner Schöpfung verschwand, obwohl die »Non-Maigrets« den Großteil seines Werkes ausmach .....
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Sand, george

George Sand war eine der bekanntesten Verfechterinnen der Frauenemanzipation und engagierte sich ab Ende der 1840er Jahre auch politisch. Im Umkreis der literarischen und politischen Romantik war sie eine erfolgreiche Schriftstellerin. Ihr Werk erregte vor allem wegen der Offenheit Aufsehen, mit der .....
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Stefan george (i868-i933)

Am 21.11.1890 schrieb der 22-jährige George an einen Schulfreund: Du redest so verächtlich über lyrik als von dem einzigen wozu Du Dich bis jetzt aufgeschwungen hättest. Geht doch von hier aus in erster linie das NEUE aus. Aber mein buch das Du nächstens haben wirst soll für mich sprechen. Der Ve .....
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Bernanos, georges

Georges Bernanos hat sich in seinen Romanen, zu deren berühmtesten Die Sonne Satans^ 926) und Tagebuch eines Landpfarrerszähien, in der Nachfolge von Charles Peguy und ähnlich wie Paul Claudel vor allem mit der Rolle der menschlichen Natur in der christlichen Gemeinschaft auseinander gesetzt. Bern .....
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Byron george

Subjektivität des Erlebens, Leidenschaftlichkeit und Melancholie verschmelzen in den Verserzählungen von George Byron, dem berühmtesten Vertreters der englischen Romantik. Sein ausschweifender Lebenswandel machte ihn zur schillerndsten Gestalt seiner Generation. Der Sohn eines Gardeoffiziers verlor .....
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Eliot george

Die Gesellschaftsromane von George Eliot haben das Bild des Realismus im 19. Jahrhundert wesentlich geprägt. Die Autorin gilt als eine der Wegbereiterinnen des psychologisch orientierten Romans. Eliot wuchs in der englischen Provinz auf und führte den Haushalt ihres Vaters, der einen Gutsbesitz ver .....
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George, elizabeth

Elizabeth George gehört zu den wichtigen Kriminalautorinnen der Gegenwart. Großbritannien kennt die Autorin von zahlreichen Reisen: Sie hat eine besondere Vorliebe für alles Englische und ganz besonders für die Kriminalliteratur dieses Landes. So spielen alle ihre Werke in England, und George recher .....
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George, stefan

Wie kein Zweiter hat Stefan George der lyrischen Dichtung um 1900 durch die Orientierung an französischen Autoren wie Charles -> Baudelaire und Stephanen Mallarme sowie durch ein nahezu religiöses Verständnis der Literatur zu einem bedingungslosen Ästhetizismus verholfen. Gegen die profanen Tendenz .....
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Orwell, george

George Orwell ist vor allem durch die Fabel Farm der Tiere und den Roman 1984 bekannt geworden, die zu den großen fortschritts- und gesellschaftskritischen Werken des 20. Jahrhunderts zählen. Der aus einer Familie der kolonialen Mittelschicht stammende George Orwell besuchte 1917-22 als Stipendiat .....
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George, stefan

Zu Lebzeiten war G. wie weiland Richard Wagner eine umstrittene Größe: den Verehrern standen die Gegner unversöhnlich gegenüber. Neutralität schien es nicht zu geben. Den Jüngern galt er als eine der genialsten Figuren abendländischer Kultur, als eine »antike Natur«. »Nur George hat heute den lebend .....
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Georges perec, stendhal und die zukunft der literatur

1978, vier Jahre vor seinem Tod, hat Georges Perec erklärt, [e]n fait, [...] mon ambition d ecrivain serait de parcourir toute la litterature de mon temps sans jamais avoir le sentiment de revenir sur mes pas ou de remarcher dans mes propres traces, et d ecrire tout ce qui est possible ä un homme d .....
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Index » Die Avantgarde der 60er und 70er Jahre

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