Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Philosophen biographisch

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Baumgarteten, Alexander Gortth



»Der friedliche Baumgarten ward mit seiner seltenen, fast ängstlichen Präcision, ohne daß ers wußte und wollte, der Vater einer Schule... der schönen Wissenschaften und Künste in Deutschland.» So würdigte Herder den Ästhetiker B., der Kant als »vortreffliche^) Analyst« galt, und den der Königsberger Philosoph als »Koryphäe unter den Metaphvsikern« schätzte. Allerdings mit der entscheidenden Einschränkung, daß B.s zentrales Vorhaben, »die kritische Beurteilung des Schönen unter Vernunftprinzipien zu bringen, und die Regeln derselben zur Wissenschaft zu erheben«, von Grund auf verfehlt sei. Diese zeitgenössischen Urteile galten dem Mann, der als Begründer der philosophischen Ästhetik in die Philosophiegeschichte eingegangen ist.

      B. entstammte kleinbürgerlichen Verhältnissen und verlor trüh beide Eltern. Nach dem Gymnasialbesuch in Halle studierte er dort ab 1730 lutherische Theologie. Philosophie und die »schönen Wissenschaften«. 1737 wurde er zum »Professor der Weltweisheit« in Halle und 1740 zum »Professor der Weltweisheit und der schönen Wissenschatten« in Frankfurt an der Oder berufen.
      B. konnte für sich das Recht beanspruchen, als erster akademischer Lehrer Vorlesungen über Ästhetik gehalten zu haben. Er suchte die Ästhetik als die »Wissenschaft der sinnlichen Erkenntnis« zu begründen, als ein »dem rationalen Denken analoges Erkennen«. Sein Anliegen war. die sinnliche Erfahrung als vollgültigen Gegenstand philosophischer Betrachtung zu rehabilitieren. Anders als Leibmz und Woltt. von denen B. stark beeinflußt war. verwart er die Abwertung der sinnlichen Wahrnehmung, des »unteren Erkenntnisvermögens«. Für B. war die Sinnlichkeit ein komplementäres Phänomen zum »höheren Erkenntnisvermögen« von Verstand und Vernunft. Daraus folgerte er. daß der Logik als philosophischer Disziplin des rechten Verstandes- und Vemunttgebrauchs die Ästhetik als Lehre von der »sensitiven Erkenntnis« notwendigerweise an die Seite treten müsse, um die Totalität von Vernunft- und Welterkenntnis herzustellen. Ganz im Sinne rationalistischer Aufklärungsphilosophie bemühte sich B. um exakte begriftlich-defmitorische Darlegung seiner Gedankengänge. Damit imponierte er seinen Zeitgenossen derart, daß Herder sich zu der Bemerkung veranlaßt sah: »Die Gabe zu definieren kenne ich bei keinem Philosophen in kürzerer Vollkommenheit als bei Aristoteles und ihm.« Mit lakonisch-prägnanter Definitionskunst bestimmt B. Autgabe und Ziel der Ästhetik: »Das Ziel der Ästhetik ist die Vollkommenheit der sinnlichen Erkenntnis als solcher. Damit aber ist die Schönheit gemeint. Entsprechend ist die UnvoUkommenheit der sinnlichen Erkenntnis als solcher, gemeint ist die Hässlichkeit. zu meiden.« Für B. gliedert sich die Ästhetik in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Die Ästhetik insgesamt ist gleichzeitig Wissenschaft und Kunst. Wahre Kunst entsteht durch die gewissenhatte Anwendung der Regeln der Wissenschaft vom Schönen. In seinem Fragment gebliebenen Hauptwerk Aesthetica versuchte B.. diesen Doppelcharakter der Ästhetik herauszuarbeiten: »Die speziellen Künste bedürfen eines weiter entfernten Prinzips, aus dem sie das Wesen ihrer besonderen Regeln erkennen können, und dieses Prinzip, die ästhetische Kunstlehre, muss in die Form einer Wissenschaft gebracht werden.« Eine solche Wissenschaft, die sich auch als »Philosophie der Kunst« auffassen läßt, begründet nach B. die Sinnestätigkeit als selbständige Erkenntnistorm und bildet sie zur »Logik der unteren Erkenntniskrätte«.
      B. steht in der Tradition der Leibniz-Wolffschen Philosophie. Insofern erkennt er die Vorherrschaft der Vernunft grundsätzlich an. bestreitet ihr jedoch jedes Recht, das Sinnliche in babylonischer Gefangenschaft zu halten. Vornehmste Autgabe der Ästhetik ist es. die Bedeutung der »unteren Seelenkräfte« für den Erkenntnisfortschritt und den vernünftigen Lebensgenuß des Menschen zu ergründen und darzulegen. Hierin einen Anfang gemacht zu haben, war die epochale Leistung B.s . B. lieferte mit seiner Analyse die Grundlage für die ästhetischen Systeme des iS. Jahrhunderts. Er betorderte das Bestreben der Aufklärung, durch Darlegung des Schönen in der Wissenschaft und seiner Vergegenständlichung in der Kunst die disparaten »Vermögen« von Vernunft und Sinnlichkeit zuvereinen und aut die Transponierung des Menschen zum »felix aestheticus« hinzuwirken. Indem B. den Doppelaspekt der Ästhenk als »Theorie der schönen Erkenntnis« und als »Metaphysik der Rede- und Dichtkunst« aufzeigte, wirkte er auch wesentlich aut die Regelpoetiken des 18. Jahrhunderts ein. Freilich weniger durch seine eigenen, in schwer verständlichem Latein abgefaßten Werke, sondern über die Popularisierung seiner Gedanken in dem Kompendium Anfangsgrunde aller schönen Wissenschaften seines Schülers Georg Friedrich Meier.
      Kant benutzte über Jahrzehnte B.s Metaphysica für seine Vorlesungen und bezeichnete dieses Werk als das »nützlichste und gründlichste unter allen Handbüchern seiner Art«. In vielen wichtigen ästhetischen Schriften des 18. und frühen 19. Jahrhunderts ist B.s Einfluß deutlich spürbar, auch dann noch, wenn kritisch gegen sein Denken Stellung genommen wird. Aus der Vielzahl dieser Wrerke seien nur Schillers Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen und Hegels Vorlesungen zur Ästhetik genannt. Und noch 1932 zollte Ernst Cassirer B. höchstes Lob: »B. bleibt kein bloßer »Vernunftkünstler


Döblin: 'berlin alexanderplatz

Wie liegt der Fall bei Alfred Döblins faszinierendem Ro= man 'Berlin Alexanderplatz", den wir seines instruktiven Aufbaus wegen als Muster nehmen? Man hat ihn immer wieder mit den Montage=Romanen von Dos Passos ver» glichen, ohne die ungleich interessantere Frage zu stellen, was denn Döblin zum Mont .....
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Gwerder, alexander xaver

Ich geh unter lauter Schatten Matt, Peter von. In: Frankfurter Anthologie 12, 1989, S. 231 -234. .....
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Lernet-holenia, alexander

Der bethlehemitische Kindermord Ackermann, Friedrich. In: WW 11, 1961, S. 334 - 344. Die Bilder Spiel, Hilde. In: Frankfurter Anthologie 3, 1978, S. 177- 181. Linos Ayren, Armin. In: Frankfurter Anthologie 4, 1979, S. 159 - 162. .....
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Schröder, rudolf alexander

Der Landbau Wierzejewski, Achim. In: Literatur und Kritik 13, 1978, S. 235 - 238. Deutscher Schwur Kaiser, Gerhard. In: Heine bis Gegenwart, 1991, S. 469-471. Die Ballade vom Wandersmann Pfeiffer, Johannes. In: Das Dichterische, 1967, S. 211 -219. Es mag sein Pfeiffer, Johannes. In: .....
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Kleines ruhmesblatt für alexander graf von faber castell - reiner kunze

1 Als wir zu beginn der sechziger jähre nach Greiz in Thüringen gezogen waren, sagte eines morgens die briefträgerin: »Was die leute so reden, herr Kunze.« Sie wollte sich nicht nur der post entledigen, und ich ermutigte sie. »Sie hätten eine so tüchtige frau«, sagte sie. »Stimmt«, sagte ich. »Jed .....
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Kleines ruhmesblatt für alexander graf von faber castell

Die seele hat ihren sitz in der nähe des herzens Mit jedem bäum, dessen wipfel s ausdünnt, treibt in der seele er angstnadeln In der nähe des herzens verschanzt er die tümpel seiner uferau, echos gewesener landschaft, 10 und steckt an den wald sich letztes reihersilber Das ergebnis des p .....
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Rudolf alexander schröder (i878-i962)

der unbeirrbare Glaube die Grundlage für die Würde des Menschen. In seiner formvollendeten Lyrik feiert Schröder Vaterland und Heimat, Treue und Freundschaft, abendländische Kultur und Glaubensüberlieferung. In der Zeit nationalsozialistischer Bedrückung richtete Schröder durch seine gläubigen Worte .....
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Borell, alexander

Biografie: *um 1914, tSeptember 1998 in Geretsried. A. Borell verfasste eine Vielzahl von Unterhaltung- und Fortsetzungsromanen für die Publikumspresse. In den 70er-Jahren arbeitete er auch als Lebensberater bei einer Pro- grammzeitschrift und bei einer Rundfunkstation. Kriminalromane: 1958 Die To .....
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Heimann, alexander

Biografie: *27.6.1 in Ferenberg bei Bern. A. Heimann lebt als Schriftsteller und Buchhändler in Bern. Kriminalromane: 1980 Lisi, Edition Erpf, HC; 1982 Die Glätterin, Edition Erpf, HC; 1984 Bellevue, Edition Erpf, HC; 1987 Nachtquartier, Edition Erpf bei Neptun, HC; 1990 Honolulu, Cosmos, HC; 1993 .....
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Kluge, alexander

»Die Form des Einschlags einer Sprengbombe ist einprägsam. Sie enthält eine Verkürzung. Ich war dabei, als am 8. April 1945 in 10 Meter Entfernung so etwas einschlug.« Man kann mit Sicherheit annehmen, daß dieses Erlebnis den 13jährigen — wie viele seiner Altersgenossen — nachhaltig geprägt hat, .....
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Auersperg, anton alexander von

Siehe: Grün, Anastasius .....
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Solschenizyn, alexander

Der Diktatur widerstehen, politische Unfreiheit bekämpfen und die Opfer des sowjetischen Lagersystems vor dem Vergessen bewahren - das sind die großen Themen im Werk des Literaturnobelpreisträgers Alexander Solschenizyn. Solschenizyn studierte Mathematik und Physik in Rostow und diente im Zweiten W .....
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Rudolf alexander schröder

Bei den Wahrern der Form mußten die Gegensätze da am tiefsten aufklaffen, wo sie Rückhalt an einem persönlichen Bekenntnis suchten. Borchardt, der für jederlei Falschmün= zerei ein empfindliches Organ besaß, zollte der monumen= talen Beispielhaftigkeit Georges Bewunderung, jedoch nicht seinem schill .....
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Humboldt, alexander von

Alexander von Humboldt gewann als herausragender Vertreter einer ganzheitlichen Geogra-fie neue Erkenntnisse auf zahlreichen Gebieten der Naturwissenschaft bis hin zur Ethnografie. Der Sohn eines Offiziers wurde mit seinem jüngeren Bruder Wilhelm von Humboldt von Privatlehrern aus dem Kreis der Be .....
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Kluge, alexander

Alexander Kluge ist einer der vielseitigsten Intellektuellen Deutschlands, der als Schriftsteller, Jurist, Theoretiker, Filmemacher und Fernsehproduzent hervorgetreten ist. Sowohl seine filmische Arbeit als auch sein literarisches Werk kennzeichnet ein dokumentarischer Stil, der sich verschiedenster .....
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Kluge, alexander - chronik der gefühle

Um die heimliche Macht und den Eigensinn der Gefühle zu erkunden, sucht Kluge in seinen Geschichten und Materialien der Chronik der Gefühle nach den Elementen, die nicht nur Lebensläufe, sondern auch ganze historische Entwicklungen beeinflussen. Kluge weist dabei den Gefühlen im Zusammenhang mit Erf .....
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Milne, alan alexander

Alan Alexander Milne ist als Verfasser humar-voller Essays und komödiantischer Theaterstücke, vor allem aber durch seine Kinderbücher bekannt geworden. Milne, Sohn eines Lehrers, wurde in Westmins-ter erzogen. Nach seinem Mathematikstudium in Cambridge arbeitete er als Journalist in London und war .....
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Mitscherlich, alexander

Alexander Mitscherlich gilt als einer der bedeutendsten Psychoanalytiker und Publizisten der Nachkriegszeit. Vor allem wegen seiner individualpsychologisch fundierten Gesellschaftskritik, in der er sich mit der NS-Zeit auseinander setzte, stieß er bei vielen Intellektuellen, insbesondere der 1968er .....
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Neill, alexander sutherland

Alexander Sutherland Neill wurde zum geistigen Vater der »antiautoritären Erziehung« - ein Schlagwort, das er selber wenig schätzte. Der Sohn eines Schulleiters erhielt ab 1899 eine vierjährige Ausbildung als »pupil teacher« an der Schule des Vaters und wurde Lehrer in Newport. 1908 begann er in E .....
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Puschkin, alexander

Mit dem Werk von Alexander Puschkin gewinnt die russische Literatur, die lange Zeit die westeuropäische imitierte, erstmals ein eigenes, nationales Gepräge. Der größte Lyriker der russischen Romantik schuf bedeutende Werke auch in den Gattungen des Poems {Poltawa, 1829; Der Eherne Reiter, 1837 u.a. .....
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Grün, anastasius (d.i. anton alexander graf von auersperg)

In Johann N. Nestroys Revolutionsposse Freiheit in Krähwinkel prallen der freiheitlich gesinnte Nachtwächter und der reaktionäre Ratsdiener Klaus zusammen. Jener hatte sich erkühnt zu bemerken: »Wir werd n so frei sein«, was als »ruchloser Ausdruck« von dem bornierten Amtsbüttel scharf gerügt wird. .....
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Schröder, rudolf alexander

»Von den besten Absichten beseelt, etwas für die Entwicklung unserer Literatur- und Kunst Verhältnisse Ersprießliches« in die Welt zu setzen, kündigten die Herausgeber Otto Julius Bierbaum, Alfred Walter Heymel und S. im September 1899 das Erscheinen einer neuen literarischen Monatsschrift Die Insel .....
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