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Paz, Octavio - Leben und Biographie



Octavio Paz war der bedeutendste mexikanische Lyriker und sozialphilosophische Denker seiner Zeit. Sein Schaffen entfaltete eine große Wirkung auf die Poesie und das poetologische Denken Lateinamerikas. 1990 wurde Paz für sein Gesamtwerk mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.
      Paz wuchs in der Zeit der Mexikanischen Revolution auf. Bereits mit 17 war er Mitbegründer einer literarischen Zeitschrift. Bedeutsam für seine Entwicklung als Schriftsteller wurde die spanische »Generation von 1927«, eine vom Surrealismus beeinflusste Dichtergeneration, mit dem Lyriker Rafael Al-berti . Nach seinem Jura- und Philosophiestudium arbeitete Paz als Lehrer und unterstützte den Antifaschismus. 1945 trat er in den diplomatischen Dienst für Mexiko ein, der ihn nach Tokio, Mexiko-Stadt und Paris führte. In Paris begegnete Paz Andre ^Breton und arbeitete an surrealistischen Publikationen mit. 1962-68 war er mexikanischer Botschafter in Neu Delhi, bis er dieses Amt aus Protest gegen die blutige Auflösung einer friedlichen De-monstration niederlegte; anschließend hielt er sich bis 1971 im freiwilligen Exil im Ausland auf. Nach seiner Rückkehr nach Mexiko entfaltete er eine intensive publizistische Tätigkeit.

      Neben seinem bedeutenden, mit den traditionellen Formen brechenden Lyrikwerk, das in etwa zwei Dutzend Sammlungen vorliegt, und einigen surrealistisch gefärbten Prosatexten verfasste Paz eine Vielzahl an brillanten Essays; sie kreisen um Themen wie die historische und psychologische Lage sowie das politische System Mexikos, die Infragestellung des europäisch-amerikanischen Fortschrittsdenkens, aber auch um Theorie und Geschichte der Dichtung sowie Fragen der Philosophie und Kunst.

      Das Labyrinth der Einsamkeit
In seinem berühmten Essay Das Labyrinth der Einsamkeitanalysmt Octavio Paz den Komplex verschiedener Kulturen Lateinamerikas - das Trauma der spanischen Eroberung - und behandelt die »mexicanidad«, die besondere historische und psychologische Lage Mexikos. Inhalt: Der Essay stellt eine komplexe Analyse des mexikanischen Charakters dar. Ausgangspunkt der Analyse ist der »pachuco«, der in die USA ausgewanderte Mexikaner, der einerseits kein Mexikaner mehr sein will, andererseits sich aber jeglicher Integration in das soziale Leben der USA verweigert. Der »pachuco« befindet sich so in einem tiefen Zwiespalt, der Ausdruck der kollektiven Identitätskrise seines Volks ist. Die Wurzeln der »soledad», der Einsamkeit, des »pachuco« liegen nach Ansicht von Paz in dem mexikanischen Urtrauma der spanischen Eroberung des Aztekenreichs durch Hernando Cortes . Der Mexikaner verleugnet seinen Ursprung, den indigenen wie den spanischen.
      Im Epilog sucht Paz nach einem Entkommen aus dem Labyrinth der »soledad«. Sein Ziel ist es, die nationalistischen Formen deT »mexicanidad« durch die existenzialistische und universelle Formel der Einsamkeit des Individuums zu ersetzen. Die durch die Einsamkeit und die Tragik einer entwurzelten Kultur bestimmte gesellschaftliche Situation Mexikos sieht er nur für überwindbar durch die Utopie der mexikanischen Revolution als Rückkehr zum Ursprung.
      Der Essay kann als indirekte Grundlegung des magischen Realismus angesehen werden -einer literarischen Strömung, die sich Phä-nomenen zuwendet, denen eine über das rational Erklärbare hinausgehende Bedeutung für den Menschen zugemessen wird. Kennzeichnend für den magischen Realismus sind neben der mythischen Dimension formale Offenheit und sozialkritischer Realismus. So untersuchte Paz die Eigenheiten des mexikanischen Volks in soziologisch-psychologischer, kultureller und historischer Hinsicht. Wirkung: Das Labyrinth der Einsamkeit wurde als »schöne Abhandlung der Mythifikation« schlechthin bezeichnet und galt seit seiner Publikation als Emblem des Anschlusses Mexikos an die universelle Kultur. Nicht zuletzt mit diesem Buch wurde Paz zum »poeta doctus« in der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts.
     


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