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Panofsky Erwin - Leben und Biographie



Als Begründer und Hauptvertreter der ikonolo-gischen Schule hat der Kunsthistoriker Erwin Panofsky weltweite Bedeutung erlangt. Auchwenn seinen Vorstellungen von der Bedeutungslehre der Kunstwerke widersprochen worden ist, hat er einen wesentlichen Beitrag zur kunstwissenschaftlichen Forschung geleistet.
      Panofsky studierte zunächst Jura, dann Kunstgeschichte in Freiburg, Berlin und München. 1920 habilitierte er sich in Hamburg und war hier ab 1921 Privatdozent, ab 1926 Professor für Kunstgeschichte. Er hatte Kontakt zu Aby Warburg , einem der bedeutendsten deutschen Kunst- und Kulturhistoriker. 1933 emigrierte Panofsky in die USA, begann 1934 seine Lehrtätigkeit an der Universität Princeton und gleichzeitig in New York. 19 35 wurde er an das Institute for Advanced Studies in Princeton berufen. In seiner Schrift Das Problem desStils in der bildenden Kunst setzte sich Panofsky mit seinen Lehrern Heinrich Wölfflin und Alois Riegl auseinander. Panofsky sah »Stil« nicht als etwas Gegebenes, sondern als ein Phänomen, das »der Erklärung bedarf«.

      Die wissenschaftliche Arbeit von Panofsky umfasst rund 150 Arbeiten über Malerei, Plastik, Architektur und Film. Zu seinen Hauptwerken gehören Hercules am Scheidewege und andere antike Bildstoffe in der neueren Kunst , Albrecht Dürer sowie Altniederländische Malerei .
      Die Renaissancen der europäischen Kunst
Die Essay-Sammlung gehört zu den einflussreichsten Werken von Erwin Panofsky. Er untersucht darin in tief schöpfender Weise den Begriff der Renaissance und der verschiedenen Wiederbelebungen der Antike seit deren Ende. Inhalt: Im ersten Beitrag befasst sich Panofsky mit der Diskussion der »neueren Wissenschaft«, ob es zulässig sei, die Geschichte in fest abgegrenzte Epochen zu unterteilen. Er bejaht diese Frage, äußert aber die Ãœberzeugung, dass mit »dem Fortgang der Wissenschaft« Zeit und Ort, Beginn und Ende der Perioden immer wie-der neu festgesetzt werden müssten. Im Fall der Renaissance legt er dar, wie in Italien zunächst die Dichter die Vorstellung von einer »Wiederbelebung unter dem Einfluss klassischer Vorbilder« entwickelten, allerdings aus patriotischen Gründen. In den Resten der antiken Kultur sahen sie die Zeugnisse eines Zeitalters »reinen Lichts«. Die Malerei folgte bald der Dichtkunst.
      Zu Beginn des zweiten Teils zieht Panofsky das Fazit, dass die Renaissance in Italien »in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts begann, im 15. Jahrhundert ihre klassizistischen Neigungen auf die bildenden Künste ausdehnte und in der Folge ihre Spuren in der gesamten Kultur des übrigen Europa hinterließ«. Diese Entwicklung führt er in den folgenden Kapiteln aus, nachdem er im zweiten vorausgegangene Bemühungen einer »Wiederbelebung« der Antike beschrieben hat. So erwähnt er die »renovatio« am Hofe Karls des Großen oder die »Proto-Re-naissancedes 12. Jahrhunderts«.
      Nach Cimabue - Zwischenglied und Anreger Giotto di Bondones - nahm die Renaissance-Malerei im 14. Jahrhundert, wie Panofsky im dritten Teil darlegt, mit den großen Neuerern Giotto und Duccio di Buoninsegna ihren Anfang. Sie und ihre Nachfolger griffen in ihrem modernen Stil, mit der perspektivischen Darstellung des Raumes auf die illusionistische Ãœberlieferung der griechisch-römischen Malerei zurück. Sie beeinflussten nachhaltig die Kunst jenseits der Alpen, vor allem die französische bzw. niederländische. Die nordeuropäische Malerei mit ihrem Naturalismus und mit der Entwicklung der Luftperspektive vereinte sich, wie das letzte Kapitel {Renaissance der Antike: das 15. JahrhunderT) zeigt, mit der italienischen zu einem neuen, dauerhaften europäischen Stil der Renaissance, der die Einflüsse des Altertums hinter sich ließ.
      Sprache: Panofsky hat den größten Teil seiner Schriften auf Englisch abgefasst. Er übersetzte seine deutschen Arbeiten selbst ins Englische und umgekehrt. Seine Sprache, die keineswegs einfach, doch klar, lebendig, ironisch, oft auch voll Witz ist, erhielt dadurch Vielschichtigkeit und Transparenz.
      Wirkung: Wenn Panofskys Ansichten in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts auch von einer jungen Kunsthistorikergeneration belächelt wurden, so entdeckte in diesen Jahren ein breites Publikum seine Schriften. Seine Aufsätze zu den »Renaissancen« bahnten einem neuen Renaissance-Verständnis den Weg innerhalb und außerhalb der Kunstwissenschaft. Panofsky gehört zu den meistgelesenen Kunsthistorikern.
     


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