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Ovid - Leben und Biographie



Ovid ist neben — Vergil einer der wirkungsmächtigsten römischen Dichter. Schon zu seinen Lebzeiten eine Berühmtheit, zählt er heute aufgrund seiner poetisch meisterhaften Darstellung von Stoffen aus Erotik und Mythologie zu den Klassikern der Weltliteratur.
      Der aus einer wohlhabenden Eamilie stammende Ovid genoss eine rhetorische Ausbildung in Rom und Athen. Er unternahm Bildungsreisen nach Sizilien und Kleinasien. Nach kurzer Tätigkeit in einem Amt gab er seine politische Laufbahn zu Gunsten der Dichtkunst auf. Nachdem er seit etwa 20 v.Chr. in Rom als ruhmvoller Dichter gefeiert wurde, traf ihn das Schicksal der Verbannung: Kaiser Augustus schickte ihn 8. n.Chr. vermutlich infolge eines Sittenskandals im Zusammenhang mit der Kaiserenkelin Julia der Jüngeren an die Grenzen des Römischen Reichs, nach Tomis am Schwarzen Meer. Trotz seiner Bittschreiben nach Rom wurde Ovid keine Begnadigung zuteil, sodass er bis an sein Lebensende im ungeliebten Exil bleiben musste.

      Das QSuvre von Ovid gliedert sich in drei Phasen: eine der Liebesdichtung verschriebene Erühphase, eine Phase der Meisterschaft mit den Meisterwerken Metamorphosen und Festkalender sowie die Spätphase der Exildichtung. Schon sein erstes Werk Liebeslieder , eine Sammlung von Elegien, in deren Mittelpunkt er die fiktive Geliebte Corinna stellte und in denen er als witziger, genießender, triumphierender Liebhaber erscheint, verhalf Ovid zu Berühmtheit. Zu den erotischen Werken zählen neben Liebeslieder die Dichtungen Liebeskunst und He/denöriefe auch die Heilmittel gegen die Liebe .
      Im Exil schrieb Ovid seine Spätwerke, die im elegischen Versmaß gehaltenen fünf Bücher Klageelegien und die vier Bücher Briefe vom Pontos . Eine in der Antike gerühmte Tragödie Mec/eoist verloren.
      Ovid war der letzte große römische Elegiker, ein dichterisches Naturtalent, dessen pointierter Witz, schöpferische Eantasie sowie die hervorragende Beherrschung der lateinischen Sprache sein Werk auszeichnen, das noch heute nichts von seinem Reiz eingebüßt hat.

      Metamorphosen
Die Metamorphosen zählen neben der Aeneis von -^Vergil zu den bedeutendsten mythologischen Groß-Epen der Antike. Die rund 250 Verwandlungssagen aus der griechischen und italischen Mythologie, die ein weites Spektrum von Göttern, Menschen, Tieren und Pflanzen umfassen, vermitteln auf lebendige Weise die Welt des Mythos.
      Inhalt: Ovid beginnt mit den Mythen der Urzeit, der Weltschöpfung, Götterversammlung und Sintflut, befasst sich im zweiten Hauptteil mit Götter- und Ueroensagen und gelangt mit der Apotheose des Augustus, die den krönenden Abschluss des Werks bildet, zu seiner eigenen politisch-historischen Gegenwart.
      Ovid stellt die Menschen mit Einfühlung, Ironie sowie mit pointiertem Witz dar und wählt teilweise auch erotische Präsentationen. Mit der Verwandlung in Tier, Baum, Quelle oder Stern lässt Ovid eine umfassende vegetabilisch-animalische Allnatur aufscheinen. In Ovids Metamorphosen wird die alte mythische Tradition aufgehoben, der Mythos erscheint säkularisiert und auf die neutrale Ebene einer poetisch-symbolischen Stoffwelt gehoben.
      Das antike Epos hat hier seine religiös-kultische Funktionalität verloren. Die Menschen werden hier ausschließlich von psychischen Kräften wie Liebe, Sehnsucht und Wille gesteuert, Natur, Gesetz oder Sitte bilden den Rahmen ihres Lebens.
      Aufbau: Das Werk umfasst 15 Bücher zu je 700 bis 900 Hexameterversen. Ovid reiht etwa 250 Verwandlungssagen aneinander, beginnend mit der Entstehung der Welt aus dem Chaos bis zum Anfang der imperialen Ordnung der Augusteischen Epoche. Die kunstvolle Grundidee Ovids, Erzählungen des alten Mythos anhand des Verwandlungsmotivs aneinanderzureihen, entsprach der hellenistischen Lyrik. Die Gelehrsamkeit der Vorbilder ließ Ovid dabei zu Gunsten des eigenen leichten und spielerischen Stils zurücktreten. Wirkung: Die Metamorphosen haben auf die bildende Kunst und die spätere Dichtung seit zwei Jahrtausenden beträchtlichen Einfluss ausgeübt. In der römischen Kaiserzeit wurde Ovid viel gelesen und nachgeahmt. Die Meta-morphosen übertrugen mythologische Bildung von der Antike über das abendländische Mittelalter bis in die Renaissance und das Zeitalter des Rokoko.
      Im Mittelalter wurde Ovid nach Vergil am meisten geschätzt. Der byzantinische Gelehrte Manuel Planudes übersetzte u.a. die Metamorphosen ins Griechische, -» Dante Alighieri stellte Ovid neben -»Homer und ^Ho-raz. Noch die heutige mythologische Ãœberlieferung gründet sich auf das Werk Ovids. So wird der mythische Begriff des »Chaos« allgemein im Sinne der Metamorphosen verwendet. Viele derbekanntesten mythologischen Bildungsinhalte wurden maßgeblich durch Ovid tradiert wie die Flut des üeukalion. die Auffahrt und der Absturz des Phaethon im Sonnenwagen, die Geschichten um Apoll und Daphne, Um Philome-la, Narziss oder Pygmalion.
      Wichtige Werke von Ovid
Liebeslieder Die Amores, 50 tiebeselegien, die einer Geliebten unter dem Pseudonym Corinna gewidmet sind, zeichnen sich durch Lebhaftigkeit, Eleganz, zuweilen durch Frivolität aus.
      Liebeskunst Die Arsamatoria beinhaltet Unterweisungen in der Kunst der Verführung. Ovid wurde nicht zuletzt aufgrund dieser Schrift der Vorwurf der »Leichtfertigkeit« in der Liebe gemacht.
      Heldenbriefe DieHero/desenthalten 18 erdichtete Briefe von Frauen und Mädchen an ihre Gatten oder Liebhaber.
      Heilmittel gegen die Liebe Die Remedia amorisverfasste Ovid wohl als Widerruf, als Heilmittel gegen die Liebe, nachdem ihm mit dem Werk Ars amatoria Leichtfertigkeit in der Liebe vorgeworfen worden war.
      Festkalender Romischer Festkalender in Versen mit Erklärungen einzelner Namen und Bräuche sowie mit Sagen über Ursprünge der religiösen Feiertage, nur sechs Bücher vollendet.
      Metamorphosen Das Epos enthält einen Zyklus von 256 in Hexametern verfassten mythologischen Verwandlungssagen, in denen Menschen in Götter, Tiere, Pflanzen und umgekehrt verwandelt werden.
      Klageelegien Die Tristien, Klageelegien aus der Verbannung Ovidsam Schwarzen Meer, enthalten die Autobiografie des Dichters.
      Briefe vom Pontos In EpistulaeexPonto wie auch in den Tristien beklagt Ovid sein hartes Schicksal am Verbannungsort unter Fremden, fleht um Erleichterung seines Loses und rechtfertigt seine Dichtung.
     


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