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Nooteboom, Cees - Leben und Biographie



Cees Nooteboom gilt als bedeutendster niederländischer Schriftsteller der Nachkriegszeit. In seinen Romanen gelingt ihm eine Mischung aus Scharfsinn und stilistischer Eleganz. 1956 stellte ihn die Zeitung HetParool als Reporter ein. Hautnah beschrieb er historische Ereignisse, etwa 1956 den Ungarn-Aufstand und 1968 die Studentenrevolte in Paris.
      Nooteboom debütierte 1955 mit dem Roman Das Paradies ist nebenan, dem ein Erzählband und ein weiterer Roman folgten. Bis 1980 trat Nooteboom dann als Verfasser prägnanter, poetischer Reiseberichte hervor, bevor ihm mit Rituale der Durchbruch als Erzähler gelang. Kurz hintereinander erschienen weitere Romane , die auch in den USA eine breite Leserschaft fanden. 1989 erlebte Nooteboom, der in Berlin, Menorca und Amsterdam lebt, den Fall der Berliner Mauer mit; die unter diesem Eindruck entstandenen Berliner Notizen machten ihn in Deutschland bekannt. Das Spanienbuch Der Umweg nach Santiago und der Roman Allerseelen festigten Nootebooms Ruf.

      Rituale
Der an wunderlichen Typen und rabiaten Aussteigern reiche Roman von Cees Nooteboom spielt in den 1960er und 1970er Jahren. Er zeichnet sich durch eine aufwändige Struktur und atmosphärische Dichte aus.
      Inhalt: lnni Wintrop führt das Leben eines modernen, großstädtischen Taugenichts. Seine Leidenschaft gilt den Frauen und allem Ã"sthetischen. Seine Existenzgrundlage verdankt er dem Ex-Liebhaber einer exzentrischen Tante, Arnold Taads. der bei Innis' betuchter Familie ein kleines Vermögen für den verstoßenen Spross erlangte. Taads selbst wurde durch das egoistische Verhalten des Clans zum Menschenfeind; er bevorzugt klösterliche Abgeschiedenheit und erfriert in den Alpen.
      Zufällig lernt lnni Wintrop bei einem Kunsthändler Taads Sohn Philip kennen. Der Anhänger des Zen-Buddhismus hat sich in eine weiße Dachstube eines Amsterdamer Hauses zurückgezogen. Philip bildet sich ein, das echte, reine Japan zu verkörpern. Nach jahrelanger Suche findet er eine besonders seltene Teeschale. Er lädt lnni Wintrop und den Kunsthändler zu einer traditionellen Teezeremonie ein. Wenig später ertränkt er sich; in seinem Zimmer findet man die zertrümmerte Teeschale.
      Durch die Konfrontation mit den beiden extremen Existenzen reift lnni Wintrop. Zu Beginn wollte er Hand an sich legen, da seine Frau ihn verlassen hatte und ihm vor dem Ã"lterwerden graute. Am Ende bejaht er das Leben und seine Unvollkommenheiten. Aufbau: Die Wandlung von lnni Wintrop wird in mehreren Rückblenden beschrieben, die sich in der Gegenwart auflösen. Subtil rechnet Noote-boom in seinem Roman mit jeder Spielart von Dogmatismus ab, der stets zur Menschenverachtung führt, und setzt dem eine humanistische Haltung entgegen. Rituale sind hier Versinnbildlichungen des Dogmatismus. Wirkung: Rituale stieß bei Kritikern und Lesern auf eine überwiegend positive Resonanz und brachte Nooteboom den Durchbruch als Romancier.
     


 Tags:
Nooteboom,  Cees    





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