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Muschg, Adolf - Leben und Biographie



Adolf Muschg ist einer der bekanntesten Schweizer Erzähler der Generation nach Max -^Frisch. Die Schweiz als problematisches Heimatland ist nicht nur Schauplatz, und Reflexionsgegenstand vieler seiner Geschichten, sondern auch Thema zahlreicher kritischer Reden und Essays des politisch engagierten und sprachlich brillanten Autors und Literaturwissenschaftlers.
      Sein Studium der Germanistik, Anglistik und Philosophie schloss Muschg mit einer Dissertation über Ernst Barlach ab, lehrteals Hochschuldozent an deutschen, schweizerischen, japanischen und amerikanischen Universitäten und 1970-99 als Professor für Deutsche Sprache und Literatur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. 1979/80 hielt Muschg die Frankfurter Poetikvorlesungen unter dem Titel LiteraturalsThe-rap/e?, 1987/88 war er Fellow des Wissenschaftskollegs in Berlin, 1997 erster Leiter des Collegium Helveticum.
      Die Erfahrung von Fremdsein prägt nicht nur die Werke, die sich mit fernen Kontinenten befassen, sondern ist ein grundlegendes Element seiner distanzierten Weltwahrnehmung und -beschreibung. Muschg debütierte 1965 mit dem Japan-Roman Im Sommer des Hasen, China steht im Mittelpunkt seines erfolgreichsten Romans Baiyun oder die Freundschaftsgesellschaft. Bekannt machten ihn vor allem seine psychologisch genauen, lakonisch verknappten Erzählungen und seine Romane. Außer einigen Dramen und Hörspielen schrieb Muschg wichtige literaturgeschichtliche Abhandlungen, u.a. Gottfried Keller und Goethe als Emigrant . Neben zahlreichen wichtigen Auszeichnungen erhielt Muschg 1994 den Georg-Büchner-Preis.
      Die wichtigsten Bücher von Adolf Muschg
Im Sommer des Hasen 1965 Der PR-Chef eines großen Schweizer Unternehmens schreibt seiner Firma einen langen Brief über die von ihrfinanzierte Japan-Reise junger Nachwuchsautoren und schlägt den einzigen, der nichts zu Papier gebracht hat, als seinen Nachfolger vor.
      Albissers Grund 1974 Zwei miteinanderverbundene Lebensläufe: Der Gymnasiallehrer Al-bisser ist seiner sozialen Revolte nicht gewachsen; der alte Emigrant Zerutt findet seine Freiheit im Prinzip Widerstand jenseits aller Hoffnung.
      Baiyun oder die Freundschaftsgesellschaft, 1980 Die China-Reise einerSchweizer Delegation gerät durch den vermeintlichen Mord an ihrem Gruppenleiter aus dem Gleichgewicht. Ein fremdes China wird zum Ort derSelbstvergewisserung.
      Das Licht und der Schlüssel, 1984 Der raffiniert verschlüsselte Erziehungsroman eines Vampirs erzählt von illegalem Bilderhandel und der Ausbeutung von Körpern und Kunst.
      Der Rote Ritter 1993 Muschg erzählt Wolfram von Eschenbachs Epos vom Gralssucher Parzival nach und rückt einige Aspekte in ein neues Licht.
      Sutters Glück 2001 Ein ehemaliger Gerichtsreporter wird nach dem Tod seiner Frau von einem anonymen Anrufer belästigt und verletzt. Auf der Suche nach dem Täter kommt er alten Geschichten auf die Spur.
      Gehen kann ich allein, 2003 In diesem Band mit Liebesgesichten blicken die Figuren an einem Wendepunkt auf ihr bisheriges Leben zurück.
      Baiyun oder die Freundschaftsgesellschaft
Der Roman gilt als Schlüsselwerk von Adolf Muschg: Er schildert ein China, das sich vorsichtigwestlichem Denken öffnet. Inhalt: 1978, kurz nach dem Tod Mao Zedongs und der Verhaftung der »Viererbande«, besucht eine halboffizielle Schweizer Delegation auf Einladung der »Freundschaftsgesellschaft« China. Prominentester Gast ist der berühmte Schriftsteller Samuel Rütter, den eine auf seinen Wunsch zusammengestellte, sehr heterogene »Expertengruppe« von Wissenschaftlern, Wirtschafts- und Kulturfachleuten begleitet. Während der Reise stirbt unter mysteriösen Umständen der Gruppenleiter, der Agronomieprofessor Stappung, der sich in der Gruppe durch sein unsensibles Verhalten und bei den Gastgebern durch seinen unbezähmbaren Forscherdrang exponiert hat. Vieles deutet auf einen Mord hin. Auf der Suche nach dem Motiv oder dem Schuldigen erscheinen die politischen und kulturellen Reiseerfahrungen in einem neuen Licht; Fragmente der individuellen Lebensgeschichten der achtköpfigen Gruppe erschließen sichunter dem Druck einer Ausnahmesituation; zwischen den Gästen, den Gastgebern und den im Hintergrund agierenden Institutionen entwickeln sich neue Konstellationen. Stappungs Tod erweist sich am Ende als Zufall, »ein Missverständnis mit tödlichem Ausgang«. Unter dem Signum eines unvermeidlichen Missverständnisses des Fremden und des Eigenen steht auch die ganze Reise.
      Aufbau: In einem kunstvollen Spiel mit Rückblenden und gelegentlichen Traumsequenzen schildert der Ich-Erzähler, ein Psychologe, dessen Arbeit als Resultat westlicher Dekadenz bei den Chinesen auf neugieriges Unverständnis trifft, die Ereignisse als Teilnehmer und Beobachter. Die Handlung vermischt konventionelle Schemata des Kriminalromans und der Reiseerzählung, vermittelt das Faktische aber immer auch provisorische Wahrnehmung. Wirkung: Der Roman wurde in seiner politischen Brisanz sowohl im deutschsprachigen Raum als auch in China mit großem Interesse wahrgenommen. Als präzise Analyse notwendiger Fremdheit, bei der das real als fotografischer Ausschnitt Gesehene zu dem »Nicht-Gezeigten in einem genauen Verhältnis steht«, entwirft er nicht nur eine moderne Poetologie, sondern trotz seiner Nähe zur Zeitgeschichte auch ein zeitloses Bild von der Konfrontation europäischen und asiatischen Denkens.
     


Adolf endler (-i930)

Zusammen mit anderen einflussreichen Lyrikern und Lyrikerinnen in der DDR trat Adolf Endler um 1960, wie er es selbst ausdrückt, 'ans Licht der Ã-ffentlichkeit und ins vorwiegend Dunkle eines Jahrhunderts heftigster literarischer, ästhetischer, kulturpolitischer Auseinandersetzungen" . In keiner and .....
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Muschgs essays zum expressionismus

Ein weiterer entscheidender Anstoß zu einer neuen Auseinandersetzung mit der Epoche kommt aus der Schweiz. Der Literarhistoriker, Publizist und Politiker Walter Muschg veröffentlicht Ende der 1950er Jahre eine Reihe von Essays zum Expressionismus, die er, ergänzt um einige weitere Aufsätze, schließ .....
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Endler, adolf

Des Freundes Wettlauf mit dem Schneemann Rühmkorf, Peter. In: Frankfurter Anthologie 2, 1977, S. 237-240. .....
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Glassbrenner, adolf

Das Märchen vom Reichtum und der Not Heinrich-Jost, Ingrid. In: Frankfurter Anthologie 8, 1984, S. 99 - 102. .....
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Meschendörfer, adolf

Siebenbürgische Elegie Anger, Horst. In: Deutsche und rumäniendt. Lyrik, 1981, S. 275 - 279. .....
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Pichler, adolf

Friedrich Schiller. Zu seinem Todestage Beyschlag, Siegfried. In: Festschrift Enzinger, 1953, S. 7- 13. .....
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Adolf meschendörfer - siebenbÃorgische elegie

Anders rauschen die Brunnen, anders rinnt hier die Zeit. Früh faßt den staunenden Knaben Schauder der Ewigkeit. Wohlvermauert in den Grüften modert der Väter Gebein, Zögernd nur schlagen die Uhren, zögernd bröckelt der Stein. Siehst du das Wappen am Tore? Längst verwelkte die Hand. Völker kamen und .....
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