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Mörike, Eduard - Leben und Biographie



Eduard Mörike ist ein Dichter, dessen Leben und Werk sich jeder vereinfachenden Epochenzuordnung entziehen muss. Sowohl Biedermeierliches, Spätromantisches wie auch verstörend Unharmonisches, Zerrissenes finden sich in seiner Lyrik und Prosa.
      Nach dem frühen Tod des Vaters, eines Amtsarztes, schlug Mörike, finanziell unterstützt von Verwandten, den klassischen Weg der Pfarrersausbildung ein: Letzte Station war das Tübinger Stift. Schon sehr früh fühlte sich Mörike zur Dichtung hingezogen, hatte jedoch nicht die Kraft, den vorgezeichneten Berufsweg zu verlassen. Nach Beendigung des Studiums 1826 trat er lustlos eine Stelle als Vikar an, obwohl er nicht gern predigte und sich bereits mit einigen Gedichten einen Namen gemacht hatte. Ein kurzzeitiger Versuch, als Journalist zu arbeiten, scheiterte, auch die Verlobung mit einer Pfarrerstochter wurde wieder gelöst. Im Künstlerroman Maler Noiten beschreibt Mörike die drängendsten Probleme seiner eigenen Persönlichkeit. Nach der Lnterrichtstätig-keit an einer Mädchenschule ließ er sich vorzeitig pensionieren und erfuhr im Alter als Dichter viele Ehrungen, obwohl der Kreis seiner Leserschaft nicht sonderlich groß war. Nervliche Labilität und Kränklichkeiten überschatten Möri-kes letzte Lebensjahre.

      Mozart auf der Reise nach Prag
Die Künstlernovelle ist die bekannteste und beliebteste Erzählung von Eduard Mörike, die einen Tag im Leben des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart schildert. Das Werk ist eine zu jener Zeit durchaus übliche kulturhistorische Erzählung Entstehung: Mozarts Oper Don Giovanni{W87) war das Schlüsselerlebnis, das Mörike zu dem Werk veranlasste. Da sein Lieblingsbruder August einige Tage nach dem Besuch der Oper 1824 gestorben war, verband er das Werk immer mit dem Gedanken an den Tod. Seit 1852 arbeitete Mörike an seiner schon lange geplanten Mozart-Novelle, die er Mitte des Jahres 1855abschloss.
      Inhalt: Mozart ist gemeinsam mit seiner Frau Konstanze im Herbst 1787 auf dem Weg nach Prag, weil dort seine Oper Don G/ovonn/uraufge-führt werden soll. Aus den Plaudereien der beiden erfährt der Leser von Mozarts extremer Arbeitsbelastung, von seiner mangelnden Zeit für Frau und Kinder, seineT großen Hoffnung auf die Prager Aufführung. Bei einer Zwischenstation gerät Mozart in den Garten eines gräflichen Schlosses. Dort pflückt er, ganz in Gedanken versunken, eine Frucht vom Pomeranzenbaum und zerteilt sie mit einem Taschenmesser. Damit hat er das vom Grafen sinnreich ersonnene Verlobungsgeschenk für seine Nichte zerstört. Als die Bewohner des Schlosses erfahren, wer der Frevler war, ist die Freude groß. Alle Mitglieder der Familie sind Musikliebhaber und besonders Eugenie, die Nichte, ist im Gesang geschult.
      Das Ehepaar Mozart wird zur Verlobung der Nichte geladen. Der Komponist erklärt den Raub der Pomeranze mit einer Erinnerung an seinen Aufenthalt in Neapel. Dort hatte er als Junge gemeinsam mit seinem Vater eine inszenierte Bootsfahrt erlebt, bei der Mädchen und junge Männer sich Orangen zuwarfen und das erotische Spiel mit dem Raub der Mädchen endete. Diese Szenen inspirierten Mozart zur Komposition des Wechselgesangs Zerlina, Ma-setto und Bauernchor . Zum Entzücken der Zuhörer spielt der Komponist diese Melodie den Gästen vor.
      Den Höhepunkt des Geschehens bildet Mozarts konzertante Aufführung des dämonischen Schlusses seiner Oper. Alle Zuhörer sind ergriffen, doch einzig Eugenie ahnt in der Musik seinen frühen Tod. Struktur: Das Geschehen ereignet sich an einem einzigen Tag, der allwissende Erzähler kann mithilfe der im Schloss versammelten Menschen verschiedene Perspektiven aufzeigen, die einmal melancholisches, mal heiteres Bild des Genius Mozart enlwerfen. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Vernichtung des Ancien Regime und der Warnung Mozarts vor den falschen Propheten nach seinem Tod entwirft Mörike auch ein historisches Szenario: ein höchst gefährdeter Mensch in einer fragilen Zeit. Wirkung: Die Novelle stieß auf große Resonanz bei zeitgenössischen Autoren; Kritiker schrieben lobende Besprechungen. Vermittelt durch den Lyriker Emanuel Geibel erhielt der bayerische König Maximilian 11. ein Exemplar des Werks und zeigte sich entzückt. 1939 wurde die Novelle unter dem Titel Eine kleine Nachtmusik verfilmt.
     


Mörike, eduard

Geb. 8.9.1804 in Ludwigsburg; gest. 4.6.1875 in Stuttgart Die Familie hatte auf ihn gesetzt. Die Onkel und Tanten sorgten nach dem Tod seines Vaters, eines Amtsarzts, für die gehörige theologische Ausbildung am Tübinger Stift. Er scheint die Situation damals intuitiv so erfaßt zu haben: die Großfam .....
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Bernstein, eduard

Die liebenswürdige und bescheidene Erscheinung B.s steht in merkwürdigem Kontrast zu dem Skandal, den seine Thesen ab 1S96 in der deutschen Sozialdemokratie auslösten. Man kann vermuten, daß er den großen Lärm eigentlich gar nicht selbst verursacht hat. sondern daß sein »Revisionismus« Tendenzen zur .....
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Mörike, eduard

Abreise Weber, Werner. In: Forderungen, 1970, S. 134 -137. Heydebrand, Renate von. In: Mörikes Gedichtwerk, 1972, S. 94-98. Ach nur einmal noch im Leben Heydebrand, Renate von. In: Mörikes Gedichtwerk, 1972, S. 84-89. Kienzle, Michael und Mende, Dirk. In: DU 31, 1979, H. 2, S. 61 - 84. Labay .....
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Schullerus, eduard

Astern Sienerth, Stefan. In: Deutsche und rumäniendt. Lyrik, 1981, S. 280 - 282. .....
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Er ist's - eduard mörike

Frühling läßt sein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte; Süße, wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land. 5 Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen. - .....
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Gebet - eduard mörike

Herr! schicke, was du willt, Ein Liebes oder Leides; Ich bin vergnügt, daß beides Aus deinen Händen quillt. 5 Wollest mit Freuden Und wollest mit Leiden Mich nicht überschütten! Doch in der Mitten Liegt holdes Bescheiden. Literarische Analyse: Das Gedicht gehört in den Bereich der Gedankenlyrik. .....
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Septembermorgen - eduard mörike

Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, Den blauen Himmel unverstellt, 5 Herbstkräftig die gedämpfte Welt In warmem Golde fließen. Hier ist die Natur in einem bestimmten Augenblick gesehen, wenn im frühen Herbst die Sonne mit dem Nebel kä .....
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Der feuerreiter - eduard mörike

Sehet ihr am Fensterlein Dort die rote Mütze wieder? Nicht geheuer muß es sein, Denn er geht schon auf und nieder. Und auf einmal welch Gewühle 5 Bei der Brück, nach dem Feld! Horch! das Feuerglöcklein gellt: Hinterm Berg, Hinterm Berg Brennt es in der Mühle! .....
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Eduard mörike (i804-i875)

geworden, zugleich wohl der bedeutendste deutsche Lyriker neben Goethe und Hölderlin. In Ludwigsburg geboren, studierte Mörike wie Hölderlin am Tübinger Stift Theologie, aber ohne innere Berufung. Hier erweckte das verwirrende Liebeserlebnis zu der plötzlich aufgetauchten Maria Meyer, einer Schweiz .....
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Im abstände folgt mörike von den lyrikern dieser zeit der unglückliche - deutsch-ungar- nikolaus lenau (niembsch von strehlenau), i802-i850.

Auch Lenau fand den Ausgleich zwischen romantischem Wesen und der wirklichen Welt nur in seiner Dichtung. Er hat den Sprung aus der romantischen Befangenheit seines Wesens in die Realität der Welt um 1840 wohl gewagt und ist nach Amerika gegangen, um Farmer zu werden; aber vor der Wirklichkeit .....
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Eduard mörike (i804-i875): gesang zu zweien in der nacht - die tönende welt

Gesang zu Zweien in der Nacht Sie: Wie süß der Nachtwind nun die Wiese streift, Und klingend jetzt den jungen Hain durchläuft! Da noch der freche Tag verstummt, Hört man der Erdenkräfte flüsterndes Gedränge, Das aufwärts in die zärtlichen Gesänge Der reingestimmten Lüfte summt. Er: Vernehm ich d .....
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Eduard mörike - um mitternacht

Gelassen stieg die Nacht ans Land, lehnt träumend an der Berge Wand, ihr Auge sieht die goldne Waage nun der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn; und kecker rauschen die Quellen hervor, sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr vom Tage, vom heute gewesenen Tage. Das uralt alte Schlummerlied, .....
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Eduard schullerus - astern

Liebst du die amethystenen Sterne, Mädchen, Die von verdorrten, sommermüden Hängen Durch all das herbstzeitstille große Welken Als späte Boten frohen Lebens leuchten? Du kennst sie nicht? — Wohlan, so wandern wir Nach unseren Bergen, wo der Sonnenschein, Der herbstlich blasse, seine Kinder wärm .....
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Mörike, eduard

Die Familie hatte aut ihn gesetzt. Die Onkel und Tanten sorgten nach dem Tod seines Vaters, eines Amtsarzts, für die gehörige theologische Ausbildung am Tübinger Stift. Er scheint die Situation damals intuitiv so erfaßt zu haben: die Großfamilic als Zwang, die Bildung als Macht. M. beugte sich, konn .....
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Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Mörike,  Eduard    





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