Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Autoren

Index
» Autoren
» Montesquieu, Charles de

Montesquieu, Charles de - Leben und Biographie



Charles de Montesquieu eröffnete mit seinem Werk in der Zeit des Absolutismus entscheidende Ausblicke für eine Neugestaltung der politischen Verhältnisse in Frankreich und wurde zum Wegbereiter des modernen Staatsdenkens.
      Nach humanistischen und juristischen Studien wurde Montesquieu 1714 zunächst Parlamentsrat, zwei Jahre später Senatspräsident in Bordeaux. 1721 veröffentlichte er die Persischen Briefe, eine sarkastische, halb romanhafte Darstellung französischer und europäischer Verhältnisse. Montesquieu sah sich allerdings gezwungen, dieses Werk anonym zu publizieren, weil es teilweise scharfe Kritik an der französischen Monarchie enthielt. 1 726 legte Montesquieu sein politisches Mandat nieder und trat eine längere Reise durch Deutschland, Ungarn, Italien, die Schweiz, die Niederlande und England an. Dahinter verbarg sich die Absicht, die Geselze und Verfassungen anderer Kulturstaaten in Europa zu studieren.

      Der weltoffene Franzose brachte reiche Erfahrungen mit, die er zunächst in seinem historisch-politischen Werk Betrachtungen über die Ursachen der Größe und des Verfalls der Römer verwertete. Danach beanspruchte sein Hauptwerk Vom Geist der Gesetze den Großteil seiner übrigen Lebenszeit.

      Vom Geist der Gesetze
Vom Geist der Gesetze von Charles de Montesquieu gehört zu den wenigen Werken des 18. Jahrhunderts, die das Verfassungsdenken bis in die Gegenwart hinein prägten und die Staalswissenschaften in den Rang einer umfassenden Kulturphilosophie hoben.
      Entstellung: Mehr als 20 Jahre arbeitete Montesquieu an dem Werk. Ursprünglich plante er lediglich eine kleine Untersuchung über die Legislation. Als er mit der Ausarbeitung begann, merkte er, dass dies nicht möglich war ohne eine gründliche Analyse der Prinzipien verschiedener Staatsformen. Er studierte sie in den Ländern, die er auf seiner Reise 1726 besuchte. Die umfangreichen Kenntnisse, die er dabei sammelte, veranlassten ihn, das Konzept seiner Schrift immer wieder zu verändern. Als Montesquieu 1748 beschloss, das Werk zu veröffentlichen, geschah dies unter Zwang: Sein Augenlicht wurde ständig schwächer. Daher wird Vom Geist der Gesetze gelegentlich auch als ein unvollendetes Werk bezeichnet. Der Autor sah sich nicht mehr in der Lage, verschiedene Bezüge zwischen den einzelnen Kapiteln herzustellen, so dass der Aufbau des Werks vielen Kritikern nicht systematisch erschien. Inhalt: Montesquieu geht in seinem Werk von der antiken Lehre der drei Staatsformen aus: Demokratie, Monarchie und Despotie. Jede dieser Formen untersucht er in ihrer Abhängigkeit von natürlichen, insbesondere geografischen Bedingungen. Er bejaht die Verschiedenheit der Staatsformen, weil er sie auf ein wechselndes Naturverhältnis der gesetzlichen Institutionen zu den lokalen und sozialen Bindungen zurückführt. Darüber hinaus entwickelt er staatsphilosophische Gedanken über diese Einrichtungen, die Geschichte der Politik und des Rechts. Dabei stellt er zum ersten Mal die Trennung der drei Gewalten im idealen Staat heraus: die Gesetzgebung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung. Damit verlieh er seinem Wunsch Ausdruck, den Absolutismus in Frankreich als Regierungsform zu überwinden. Wirkung: Vom Geist der Gesetze war schon kurz nach der Veröffentlichung ein großer Erfolg. Innerhalb von wenigen Jahren erreichte das Werk
22 Auflagen. Montesquieus Theorie von der Trennung der Gewalten wurde in Frankreich rasch zu einer populären Idee. Denn sie eröffnete in einer Zeit, in der sich am Versailler Hof der Staat im König manifestierte, entscheidende Ausblicke für eine Neugestaltung der politischen Verhältnisse. Außerdem übte Montesquieu mit seinem Werk einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf die Verfassung der USA aus. Seine Theorie von der Gewaltenteilung ist in unterschiedlichsten Formen mittlerweile in alle Verfassungen demokratisch regierter Staaten eingegangen.
      Die große Wirkung von Vom Geist der Gesetze lässt sich aber auch daran ermessen, dass selbst in der Gegenwart Verfassungsfragen häufig mit Begriffen geführt werden, die Montesquieu in seinem Werk geprägt hat.
      Gewaltenteilung
Das von Montesquieu entwickelte Prinzip der Gewaltentrennung wurde im Laufe der Jahrhunderte in der Verfassungswirklieh-keit demokratischer Rechtsstaaten zur Gewaltenteilung modifiziert. Formen: In Staaten, in denen die Gewaltenteilung realisiert ist, gibt es meistens eine Rangordnung der drei Gewalten . In konstitutionellen Staaten dominiert in der Regel die Exekutive , in demokratischen Staaten die Legislative , in anderen Staaten wiederum die richterliche Gewalt . Ein System der Gewaltenteilung im Sinn des parlamentarischdemokratischen Rechtsstaats ist nur dann gegeben, wenn die gesetzgebende Gewalt bei einer aus freien Wahlen hervorgegan-genen Volksvertretung liegt, wenn die Verwaltung einer gegenüber dem Parlament selbstständigen Exekutivgewalt obliegt und wenn die Rechtsprechung von unabhängigen Richtern ausgeübt wird. Balance of powers: Leitender Gedanke bei der Entwicklung des Prinzips der Gewaiten-teilung war die Gewaltenteilhabe und -kontrolle . Danach darf eine staatliche Funktion nicht nur in einer Hand liegen. Das Verfassungssystem muss derart ausgestaltet sein, dass beispielsweise die Regierung an der Gesetzgebung durch das Initiativ-oder Vetorecht mitwirken kann. Die Verwaltung sollte wiederum durch das Parlament kontrolliert werden, während die Richterwahl z. B. durch das gesetzgebende Organ für eine Kontrolle der Jurisdiktion sorgt.
     


Chamisso, adelbert von, (d. i. louis charles adelaide de c.)

»Es ist die alte, gute Geschichte. Werther erschoß sich, aber Goethe blieb am Leben. Schlemihl stiefelt ohne Schatten, ein >nur seinem Selbst lebender < Naturforscher, grotesk und stolz über Berg und Tal. Aber Chamisso, nachdem er aus seinem Leiden ein Buch gemacht, beeilt sich, dem problematischen .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Darwin, charles

Im Jahre 1838 trug D. folgende Bemerkung in sein Notizbuch ein: »Piaton . . . sagt im Phaidon. unsere »notwendigen Ideen< entstammten der Präexistenz der Seele, seien nicht von der Erfahrung abgeleitet. - lies Affen für Präexistenz.« D. tormuliert hier den Grundgedanken einer - wie wir heute sagen w .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Fourier, charles

Seine Idee war. Sexualität und Arbeit miteinander zu versöhnen, jenseits von jeder Art von Gewalt und Zwang und in einer Umgebung äußersten Luxus. Er träumte von einem Perpetuum mobile aus Wirtschaft und Eros. Damit blies er. ohne daß er es ahnte, zum Sturm auf die letzte Bastion des Christentums. D .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Montesquieu, charles de secondat

Als M. im Wmter 1755 schwer an Grippe erkrankte, am >. Februar gar ins Koma fiel. Heß sich Papst Benedikt XIV. durch seinen Pariser Nuntius lautend berichten, ob der angesehene Rechtsdenker und Moralphilosoph nicht endlich gebeichtet und seinen Frieden mit der Römischen Kirche gemacht hätte. Dieses .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Morris, charles william

Die Entscheidung, sich der Wert- und Zeichentheorie zu widmen, traf M. Ende der 30er Jahre, als er eines Abends auf Läszlö Moholy-Nagy wartete. Moholy-Nagy, zusammen mit Walter Gropius am Bauhaus tätig, aber seit der Macht-* Ãobernahme Hitlers 1933 in London lebend, wurde 1937 als - Leiter an das »N .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Peirce, charles sanders santiago

Der Geburtsort des Pragmatismus war der »Metaphysiker-Klub«. der Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts in der Nähe von Harvard in Alt-Cambridge alle zwei Wochen tagte. Hier legten vor allem P. und William James die Grundlage für eine neue Pachtung innerhalb der Philosophie. Während James einer .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

Glauser, friedrich charles

Biografie: *4.2.1 Wien, t8.2.1 in Nervi bei Genua. F. Glausers Leben war geprägt vom ständigem Wechsel zwischen Internierung und Entlassung, Entziehungskuren und den Versuchen ein bürgerliches Leben zu führen. Seine Morphiumsucht, die ihn ungefähr seit dem 21. Lebensjahr begleitete, war zentrales Tr .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachigen Krimi-Autoren

Sealsfield, charles (d. i. karl anton postl)

Der Fremde war einsam gestorben, als alter Mann war er vor wenigen Jahren in den kleinen schweizer Ort Unter den Tannen gezogen, und niemand wußte etwas über ihn zu sagen. Doch als die Eidgenossen sein Testament fanden, war der Name plötzlich in aller Munde: Mr. S. hatte ein wirres Leben geführt. Je .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

 Tags:
Montesquieu,  Charles  de    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com