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Moliere - Leben und Biographie



Moliere war der beliebteste und meist gespielte Komödiendichter der französischen Klassik. In seinen religions- und gesellschaftskritischen Charakterkomödien machte er geheuchelte Religiosität, bigottes Verhalten, Institutionen und Etikette zur Zielscheibe des Spotts.
      Als Sohn eines königlichen Tapezierers und Kammerdieners erhielt Moliere eine humanistische Ausbildung am College de Clermont und studierte Jura in Orleans. Nach Misserfolgen des von ihm gegründeten »Illustre Theätre« begann er ein Wanderleben als Schauspieler in der Provinz . Er gewann die Gunst Ludwigs X

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und spielte ab 1661 im Palais Royal. Moliere starb während einer Vorstellung seines Dramas Der eingebildete Kranke erlag 1673 auf der Bühne.

      Molieres Theaterschaffen konzentriert sich weitgehend auf die Komödie, war auf diesem Gebiet allerdings formal breit gefächert und reichte von der pointierten Earce über die Prosakomödie bis zur Haute Comedie. Als das erste große tragikomische Werk in der französischen Literatur gilt Die Schule der Frauen . In Tartuffe gelang Moliere die psychologisch differenzierte, zeitlose Darstellung eines Heuchlers. Insgesamt haben sich etwa 30 Stücke von Moliere erhalten. Zu den bemerkenswertesten zählen Der Geizige und Der eingebildete Kranke . in dessen Uraufführung Moliere selbst die Hauptrolle spielte.

      Der eingebildete Kranke
Molieres Charakterkomödie Der eingebildete Kranke dreht sich um einen Hypochonder, der sich für den Mittelpunkt der Welt hält und seine Umgebung mit seinen Launen tyrannisiert. Zugleich geht es im buchstäblichen Sinne um Leben und Tod. Es ist von bitterer Ironie, dass der alte Moliere selbst die Rolle des eingebildeten Kranken spielte und bei der vierten Vorstellung im Kostüm seiner Rolle verstarb. Inhalt: Argan glaubt, krank zu sein. Er leidet allerdings nicht an den Krankheiten, die von seinen quacksalbernden Ã"rzten behandelt werden, sondern an seiner Einbildung: Er ist ein Hypochonder. Den verkehrten Anordnungen der Ã"rzte unterwirft er sich geduldig und führt sie aufs Genaueste aus. Auf alle, die ihm beste Gesundheit bescheinigen, will er nicht hören. Seinem Arzt und seinem Apotheker dagegen bezahlt er Rechnung um Rechnung. All die Fläschchen und Tinkturen sind für ihn zu einem unentbehrlichen Lebensinhalt geworden.
      Schon aus finanziellen Gründen steht für ihn daher fest, dass seine Tochter Angelique den frisch gebackenen Doktor der Medizin, Thomas Diafoirus, heiraten muss, obwohl ihr Herz für einen anderen schlägt. Argan wird zum Tyrannen seiner Tochter und zum Werkzeug seiner erbschleichenden zweiten Trau Belinde, die seinen Krankheitswahn nährt, in der Hoffnung, von ihm als Alleinerbin eingesetzt zu werden. Mit der Hilfe seines Dienstmädchens Toinette gelingt es ihm, als Scheintoter seine Frau zu durchschauen und das gute Herz seiner Tochter zu erkennen. So erlaubt Argan ihr schließlich, ihren geliebten Cleante zu heiraten. Argan beschließt dann, der ganzen Misere ein Ende zu bereiten, indem er selbst Arzt wird. Zum Ab-schluss der Komödie wird seine Promotion, ein ergötzlich leerer Formalismus, als Ballett und Satire zugleich dargeboten. Aufbau: Im Vordergrund von Molieres Charakterkomödie in drei Akten steht das traditionelle Handlungsmuster des Vater-Tochter-Konflikts. Gleichzeitig thematisiert das Stück auf mehreren Ebenen die Welt der Ã"rzteschaft und Medizin, Krankheit und Tod. Durch die Figur des Argan werden die Medizingläubigkeit und Autoritätshörigkeit seiner Zeit parodisiert, wobei die abschließende Promotion Argans als Satire der Zeremonien der medizinischen Fakultät der Sorbonne gesehen werden kann. Hinter der Kritik an aktuellen Zeitbezügen und der vordergründigen Handlung verbirgt sich jedoch auch wie in anderen Charakterkomödien Molieres die Problematik des Erkennens von
Sein und Schein. Der egoistische Argan erkennt weder den Scheincharakter seiner Krankheit noch die vorgetäuschte Liebe seiner Frau. Erst durch die Travestie des Dienstmädchens Toi-nette, die sich als Arzt ausgibt, und durch seinen inszenierten Scheintod wird der »eingebildete Kranke« geheilt. Das grandiose Spiel mit Verstellung als Mittel der Erkenntnis und die Verknüpfung gewiss ernster Hintergründe, eingebettet in die überschwängliche Fröhlichkeit der Ballettkomödie, macht diese letzte Komödie Molieres auch heute noch zu einem seiner erfolgreichsten Stücke.
      Wirkung: Moliere prägte die Entwicklung des bürgerlichen Dramas in der Aufklärung. Darüber hinaus ist sein Einfluss in den Stücken unter anderem von Anton -^Tschechow, Luigi -> Pi-randello und Bertolt -> Brecht spürbar.


Molieres «tartuffe» - interpretation eines klassischen dramas

Die Komödie « Le Tartuffe ou L'Imposteur », das fünfzehnte der erhaltenen 33 Stücke Molieres, war zu seiner Zeit und ist noch heute das beliebteste und meistgespielte Werk des französischen Theaters. Es ist zugleich typisch für die Kunstgesinnung des späten 17. Jahrhunderts und eignet sich daher .....
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