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Miller, Arthur - Leben und Biographie



Arthur Miller ist einer der weltweit erfolgreichsten Bühnenautoren. In seinen überwiegend realistischen Stücken verleiht er seiner unter dem Eindruck der Depressionszeit der 1930er Jahre gewonnenen Sicht des Kapitalismus Ausdruck. Diesen versteht er als ein System, in dem Ideale dem Profitstreben unterliegen und die Menschen ihre moralische Desorientierung nur durch Selbsttäuschung verarbeiten können.

      Arthur Miller stammt aus einer polnisch-jüdischen Emigrantenfamilie und wuchs im New Yorker Stadtteil Harlem auf. 1934 begann er ein Studium der Literatur- und Theaterwissenschaften an der Universität von Michigan; in diesen Jahren schrieb er bereits erste Dramen. 1956 wurde Miller als kommunistischer Sympathisant vom Untersuchungsausschuß des Senators Joseph McCarthy vorgeladen, wo er die Aussage verweigerte. 1956 bis 1961 war er verheiratet mit Marilyn Monroe; 1962 heiratete er die Fotografin Inge Morath.
      Seinen ersten Erfolg als Theaterautor hatte Miller 1947 mit Alle meine Söhne. 1949 wurde sein Stück Der Tod des Handlungsreisenden in New York uraufgeführt. Die Verfolgungen in der McCarthy-Ã"ra analysiert Miller im Spiegel derHexenprozessedes 17. Jahrhunderts in dem Stück Hexenjagd . Miller schrieb auch Romane, Erzählungen, Drehbücher und Essays. Seine späteren Stücke vertreten eine existenzia-listische Position und betonen die individuelle Verantwortung des Menschen.
      Der Tod des Handlungsreisenden
Arthur Millers Drama Der Tod des Handlungsreisenden ist ein Klassiker der Moderne. Das sozial- und zeitkritische Stück behandelt das Scheitern des »American Dream«, der Vorstel-lung von Glück und Erfolg, die in Amerika für jedermann erreichbar seien. Inhalt: Der einstmals erfolgreiche New Yorker Handelsvertreter Willy Loman fühlt sich im Alter von 63 Jahren als Versager: Die zeitbedingten Veränderungen sowohl in seinem Kundenkreis als auch in seiner Familie überfordern ihn. Er wird entlassen, weil er die Verkaufsquoten nicht mehr erfüllen kann. Wegen laufender Ratenzahlungen ist er jedoch aufsein Einkommen angewiesen. Loman resigniert und flüchtet sich an der Seite seiner Frau Linda in Tagträume. Linda hat ihren Mann zwar von Anfang an durchschaut, kann jedoch nichts an den Vorgängen ändern. Sein Leben, das Loman sich in Rückblenden ins Gedächtnis ruft, erscheint ihm verfehlt.
      Beharrlich versucht er, die Fassade vom tüchtigen Familienvater aufrecht zu erhalten, als ihn seine Söhne Biff und Happy besuchen. Auf sie projiziert Loman schließlich seinen Traum, reich und beliebt zu werden. Doch Biff. ein ehemals begabtes Football-Talent, dem die Welt zum Erfolg offen stand, konnte die Enttäuschung nicht verkraften, die ihn befiel, als er den idoli-sierten Vater bei einem Seitensprung ertappt hatte, und brachte es nur zum Gelegenheitsarbeiter. Der jüngere Sohn Happy ist ein opportunistischer kleiner Angestellter, der vom Vater als Schwächling verachtet wird. Biff, der seinen Vater immer noch liebt, konfrontiert Loman schonungslos mit seinen Lebenslügen und bringt ihn dazu, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Loman weiß schließlich nicht mehr weiter und bringt sich am Ende durch einen vorgetäuschten Autounfall um. So versucht er die Würde seiner Person zu retten, indem er seine Familie über die Versicherungsprämie finanziell absichert.
      Aufbau: Das Stück ist geprägt durch zwei Hauptthemen: das Scheitern Lomans an seinem persönlichen Traum und an seiner Umwelt einerseits und das diffizile Vater-Sohn-Verhältnis andererseits. Mit zeit- und gesellschaftskritischer Scharfsinnigkeit zeichnet Miller das Bild des im Grunde anständigen Menschen Willy Loman, der trotz harter Arbeit ein Opfer des amerikanischen Traums vom Erfolg wird: Loman wird ausgebeutet und am Ende ruiniert von einem Wirtschaftssystem, dem er sich verschrieben hatte.
      Als Biff seinen Vater in einem Bostoner Flotel in Begleitung einer Prostituierten sieht, erleidet das Sohn-Vater-Verhältnis einen Bruch - die Erfolg versprechende Zukunft des Sohnes wird durch dessen Auflehnung gegen den Wohlstandstraum des Vaters zum Scheitern verurteilt. Die brillante Verflechtung der Themen und Konflikte erreicht Miller, indem er sich verschiedener dramaturgischer Mittel bedient, dieseit Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt worden waren: Millers Drama ist durch einen hintergründigen Realismus geprägt, der an die Darstellung Clifford Odets' erinnert. Verbunden mit einer an Henrik -»Ibsen erinnernden Analyse vergangener Geschehnisse wie auch mit den Mitteln des gesellschaftspolitischen Dramas eines Ernst Tollers oder Walter Hasenclevers , gelingt es Miller, in seinem mehrfach verfilmten Erfolgsstück die soziale Kritik an der amerikanischen Konsumgesellschaft mit der Entlarvung einer individuellen Lebenslüge deutlich zu machen. Im Vater-Sohn-Konflikt wird sie bekräftigt, der Loman als »Ã-dipus« zeichnet: »He never knew who he was«, sagt ein Freund des gescheiterten Handlungsreisenden am Grab -»Er wusste nie, wer er eigentlich war.« Wirkung: Der Erfolg des mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Dramas war überwältigend. Sein Einfluss auf andere Dramatiker und auch auf Eilmautoren wirkt heute noch nach. Berühmt wurden unter anderem Millers eigene Inszenierung 1983 in Peking und Volker Schlöndorffs Verfilmung mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle .
     


Die philosophie arthur schopenhauers (i788-i860)

Neben Feuerbach dürfte Arthur Schopenhauer die Weltanschauung des Bürgertums und auch die Programmalik und Theorie des Bürgerlichen Realismus nachhaltig beeinflusst haben. Entsprach die Philosophie Feuerbachs der Materialisierung des Denkens in Absetzung von einem spekulativen Idealismus, so kamen d .....
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Schnitzler, arthur

Geb. 15.5.1862 in Wien; gest. 21. 10.1931 in Wien In seinem für die Beziehung von Psychoanalyse und Sch.s Dichtung aufschlußreichen Glückwunschschreiben zum 60. Geburtstag des Dichters hat Sigmund Freud die Distanz zu seinem »Collegen« Seh. mit einer Art »Doppelgängerscheu« erklärt. Er schreibt daz .....
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J. hillis miller oder kritik als ethik

Anders als Paul de Man, der von Heideggers Existentialontologie ausging und Nietzsches Rhetorikbegriff für den literary criticism fruchtbar zu machen suchte, war J. Hillis Miller Schüler von Georges Poulet und orientierte sich an den literaturwissenschaftlichen und philosophischen Arbeiten der sog. .....
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Arthur schnitzler

Man wird feststellen müssen, daß der Begriff des Impressionismus formaler Art ist und daß sich konträre Weisen des Lebensgefühls in ihm verbergen können. Wie zuvor angedeutet, ist es üblich, auch den österreichischen Dichter Arthur Schnitzler in die Epoche des Impressionismus einzuordnen und von .....
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Schnitzler, arthur

Fließen die Thränen Weinzierl, Ulrich. In: Frankfurter Anthologie 18, 1995, S. 99 - 102. .....
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Schopenhauer, arthur

Auf die Sixtinische Madonna Maier, Hans. In: Frankfurter Anthologie 11, 1988, S. 109- 112. .....
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Schopenhauer, arthur

Seh. war zusammen mit Friedrich Nietzsche der populärste deutsche Philosoph des 19. Jahrhunderts, obwohl oder besser weil dem großen Ruf eine gewisse Unkenntnis des Werks zugrunde lag, wie auch bei Nietzsche. Als Sohn eines Großkaufmanns und der später >berühmten< Schriftstellerin Johanna Seh. wächs .....
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Der »psychologische tiefenforscher« - arthur schnitzler: »der weg ins freie« (i908)

Spätzeit des Habsburgerreichs Aus der Schriftstellergruppe, die sich 1892 unter dem Namen »Jung Wien« eine Zeitlang zu einem friedlichen Wettbewerb zusammenschloß, gehen zwei überragende Autoren hervor: Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal. Mehr als die anderen repräsentieren sie die wiene .....
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Schnitzler, arthur

In seinem für die Beziehung von Psychoanalyse und S.s Dichtung aufschlußreichen Glückwunschschreiben zum 60. Geburtstag des Dichters hat Sigmund Freud die Distanz zu seinem »Collegen« S. mit einer Art »Doppelgängerscheu« erklärt. Er schreibt dazu: »Nicht etwa, daß ich so leicht geneigt wäre, mich mi .....
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