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Michael Albert - Leben und Biographie



Ebenso wie für die anderen Verfasser historischer Prosa gilt auch für Michael Albert die Feststellung, daß die geschichtlichen Erzählungen aus dem letzten Drittel des 19. Jh. auf dem — von ihm, mit der Novelle Herr Lukas Seiler , um die Mitte des Jahrhunderts mitgelegten — Fundament der geschichtlichen Erzählung gegründet sind und qualitativ darüber hinausreichen. Wiewohl durchaus nicht mustergültig und auch in Alberts epischem Werk eher eine Ausnahme, da Vergangenheitsgeschichte ihn in seinem Prosaschaffen nicht mehr beschäftigte, veranschaulicht die spätere Erzählung Else daher nicht nur den Reifeprozeß seiner Erzählkunst, sondern der siebenbürgisch-sächsi-schen historischen Prosa schlechthin.

      Herr Lukas Seiler erweist sich an den nicht zu übersehenden Vorzügen 1 wie auch an Mängeln der Komposition und Diktion als Novelle eines begabten Anfängers. Der novellistische Vorfall, der in die Regierungszeit des siebenbürgischen Fürsten Gabriel Bäthory zurückführt und sich im Geburtsort des Schriftstellers Schäßburg abspielt, wird durch die Schilderung des Liebesverhältnisses zwischen dem jungen Balk und Seilers Tochter ungebührlich verlängert. Außerdem läßt sich ein gewisser Mangel an Geschick in der Verquickung des komischen und des ernsten Registers feststellen. Dieser Eindruck entsteht vielleicht wegen eines gewissen Ungenügens in den ernst aufgefaßten Partien der Schilderung. Ãœberzeugend wirken in dieser Erzählung vor allem die komischen Teile. Ihre Komik ergibt sich aus dem Gegensatz zwischen dem achtunggebietenden Aussehen des Ratsherrn Seiler und seiner Verzagtheit. 3 Beides — sowohl Vorzüge als auch Mängel — werden mit auch vom Chronikhaften der Schilderung verursacht. Der Stoff stammt tatsächlich aus einem historischen Werk, aus der Siebenbürgischen Chronik des Sch'dßburger Stadtschreibers Georg Kraus, 1608—1665.h Wohl mit einem Seitenblick auf die Vorlage und auf die Unvermeidlichkeit, derartige Darstellungen bei historischen Schilderungen berücksichtigen zu müssen, in denen oft auch Blamables berichtet wurde, wie hier ein peinliches Versagen des Ratsherrn Seiler, läßt Albert eine Person der Erzählung — Martinus 'aus dem stolzen Ge-schlechte der Orend" — rufen: 'Ihr, die Ihr Tag und Nacht daheimsitzet am Tintenfaß und kleckset an der Chronika, daß Keiner weder in hochgelehrten, noch in simpel gefaßten Worten niederschreibe und auf die Nachwelt bringe dieses Tages Gedächtnis und vor Allem, wie unmännlich und feige sich heute unser Ratsmann vor dem Bäthori benommen, sonst werden sie uns wahrlich auslachen und ihren Affen haben nach dritthalbhundert Jahren!" 5 Diesem dann doch zustandegekommenen Chronikenbe-richt ist Alberts Text gewissermaßen interlinear zwischengeschaltet. Was aber der Schriftsteller aus dem Stoff zu machen versteht, geht aus dem Vergleich der Novelle mit Georg Daniel Teutschs Geschichte der Siebenbürger Sachsen hervor, in der bei der Schilderung derselben Episode die Chronik von Kraus teils zitiert, teils paraphrasiert wird. Denn in letzter Hinsicht ist Alberts Erzählung eine phantasievolle, nicht buchstabengetreue Verwertung der Quelle, zu der der Verfasser eine gewisse Distanz wahrt. Die geschichtliche Ãœberlieferung wird in seiner Erzählung ironisch gespiegelt, in höherem Maß als dies bei Seivert der Fall ist, ohne daß sie dadurch ganz kompromittiert würde : trotz seiner Distanz zur Tradition ist der Verfasser gleichzeitig auch einer ihrer Verfechter, was sowohl in der Wiedergabe der bedeutenderen Ereignisse als auch in der Erörterung von scheinbar unbeträchtlichen Fakten und Zusammenhängen festgestellt werden kann. Nur ein traditionsbewußter Schriftsteller konnte beispielsweise das Innere eines Hauses mit folgendem Kommentar bedenken: In ihm, das 'gar traulich und heimisch" aussah, 'knüpf-ten_ der Familienvater oder die Hausmutter an die bald schnörkelig und phantastisch geschnitzten, bald derb und roh geformten und von den Ahnen ererbten Hausgeräte tausend Anschauungen und Empfindungen ihrer Jugend und wurzelte darin eine unverwüstliche Liebe zur Heimat und zum Vaterlande" 7. Hervorzuheben ist, daß Tradition von Albert auch als stilistisches Problem verstanden wurde, und daß dieses hier seine, zumeist glückliche, Lösung in der Verwendung der Chronikensprache fand.
      Im Vergleich zu dieser Novelle ist die Erzählung Else in mancher Hinsicht belangvoller. Sie bietet nicht nur stofflich, sondern auch psychologisch Gewichtigeres als jene. Ob sich allerdings eine Zunahme der geschichtlichen Einsicht feststellen läßt, ist fraglich. Jedenfalls ist hier, wie auch bei anderen historischen Erzählungen, ja bei der Prosa dieser Thematik im allgemeinen, der Grad historischer Erkenntnis zum Geschichtswissen jener Zeit in unmittelbare Beziehung zu setzen, zu ihren Entdeckungen, ihren Leitgedanken und auch Irrtümern. Der Einsatz der Novelle mitseinen Hinweisen auf Zeitumstände wirkt etwas klischeehaft, und schematisch wird die Erzählung in vielem auch bleiben. Was hier und auch sonst an historischer Betrachtung steht, ist an sich nicht falsch, aber durch die allzu große Verallgemeinerung, durch das bedenkenlose Greifen nach dem, was sich am leichtesten anbietet, wird es zum Klischee. Manches wird zudem durch die Vorverlegung historischer Vorgänge zum Anachronismus. Eine Person des Geschehens, das sich um die Mitte des 13. Jh. abspielt, spricht beispielsweise von den sächsischen Stadtgründungen und Befestigungen, von denen man weiß, daß sie in der Albert vorschwebenden Anlage und Konfiguration einer späteren Zeit angehören, zumindest nicht vor dem Mongolensturm errichtet worden waren: 'Bereits fangen sie an, aus den größeren und befestigteren Dörfern Städte zu machen mit gewaltigen Ringmauern. Da werden sie trotzen und ihren Freibrief am Ende doch durchsetzen. Städte! Ich bitte Euch, bedenkt, wo das hinaus geht! Statt des Adelssitzes die Stadt — die freie Stadt mit ihren Bürgern." 9 — In der literarischen Behandlung des Mongolensturms haben sich verschiedentlich Schablonen — geschichtsinterpretatorische, gestalterische — eingestellt, haben verwirrend auf die Dichter und verflachend auf ihre Darstellung eingewirkt. Alberts Erzählung ist sicherer gesetzt als andere Arbeiten dieser Thematik, auch sprachlich anspruchsvoller. Die Gegensätze zwischen den einzelnen Schichten der Kolonisten werden klar und eindeutig umrissen, sie werden durch die jäh aufflammende, dann aber plötzlich gestörte Liebe zwischen Emrich, dem Sohn eines Gaugrafen, und Else, der Tochter eines Dorfschmieds, noch deutlicher hervorgehoben. Der Vernichtungszug der Mongolen, dem beide Parteien erliegen, wirkt fast mehr nur als Konsequenz dieser Gegensätze — als Strafvollzug für mangelnde Eintracht zwischen den Grafen und der Gemeinschaft der Siedler. Dieser Gegensatz wurde in Seiverts Novellen literarisch schon weidlich ausgeschlachtet und in den Kommentaren dazu ausführlich erörtert, so daß es wohl nicht nötig ist, auch hier die typischen und typisierten Reaktionen und Argumente der einander gegenüberstehenden Parteien aufzuzählen. Neben ihren Qualitäten weist Alberts Novelle allerdings auch Mängel auf. Er ging von einer Sage aus, möglicherweise nur vom Namen einer Quelle — dem Nonnenbrunnen, eine Bezeichnung, die 'das rührende Schicksal eines jugendlichen Mädchenlebens ahnen" läßt. Diesen Sagenkeim hat er ausgestaltet, allein durch die Kräfte der Phantasie angeregt, durch 'die nie schlummernde Schwester der Sage, die ewig junge, Alles wiedergestaltende Phantasie. Mit ihrem goldenen Zauberstabe winkt sie in die einsame
Gegend ein verschollenes Dasein herauf. Fremde Gestalten leben auf; sie handeln, ringen und reden und das Ohr lauscht ihrer Sprache" 11. Es hätte jedoch wohl einer etwas weiter ausgreifenden Phantasie bedurft, vielleicht auch nur einer disziplinierter gelenkten, um den vorgefundenen Stoff noch befriedigender zu gestalten. An der kunstvoll gesteuerten Phantasie mangelt es in dieser Erzählung beispielsweise dort, wo vom Empfinden der Titelheldin die Rede ist, von ihrer Liebe zu Emrich. Dieser führt Else aus dem Dorf auf den Gaugrafenhof. Ohne daß der Verfasser zwischen beiden eine Aussprache stattfinden läßt, wird übergangslos die — allerdings schon vorher angekündigte, Emrich von seinem Vater auferzwungene — Heirat mit Ilona, einer Grafentochter, erzählt. Der Verfasser besinnt sich auf Else erst später und schildert dann nachträglich und ohne rechte Ãœberzeugungskraft ihr weiteres Ergehen. Anregende Voraussetzungen zu einer eigenwilligen Liebesgeschichte werden also kaum genutzt. Neben diesen beiden historischen Novellen hat Albert Dorferzählungen geschrieben. Die bedeutendste ist Die Dorfschule , 'trotz einer gewissen Schwerflüssigkeit der Anlage und Breite des Vortrags eine Meisterleistung", mit der 'stofflich und gesinnungsmäßig die Ebene der Gestaltung erreicht" ist, 'auf der Alberts zeitgeschichtliche Novellen liegen" 13. An ihr zeigt sich, wie sehr Alberts Novellistik den etwa zur gleichen Zeit entstandenen und auch stofflich in manchem ähnlichen Schilderungen Seiverts, den Ausgestorbenen Originalen, wie auch den etwas später erschienenen Bildern aus dem sächsischen Bauernleben von F. F. Fronius überlegen ist, da hier die Genrebilder — deren Vorwürfe beispielsweise 'ein echter sächsischer Dorfs-Kantor der guten, alten Zeit" 14 und andere Typen sind — zu einer Erzählung mit dramatischem Geschehen verdichtet werden. Auch Albert schildert Ãœberholtes und Ãœberwundenes, auch er archaisiert die Modelle seiner Zeichnungen etwas, erwähnt also, daß der von ihm geschilderte Kantor 'längst aus der Mode gekommen" sei15, doch tut er das bloß wegen des Kontrastes zu den fortschrittlichen Bestrebungen der neuen Zeit, die sich nur schwer durchsetzen konnten. Seine Aufmerksamkeit gilt hauptsächlich dem Vorgang, 'wie der Geist der Verjüngung und des Fortschritts, der, wenn auch langsam und die treibende Kraft unter eigentümlichen Verwicklungen und Hemmungen bewährend, doch endlich bis in das entlegenste Dorf hineindringt, das Alte in seinen besseren Errungenschaften zwar festhält, aber das Verbrauchte und Ausgelebte erbarmungslos wie abgetragene Fetzen von sich streift und seine letzten Spuren vertilgt" 16. Daher ist er auch kritischer als diegenannten Zeitgenossen. Diese Einstellung zeigt sich zunächst im Umreißen der seinerzeitigen Schulverhältnisse. Das klägliche Gebäude der Dorfschule, um die es hier geht, die gewaltsamen Erziehungsmethoden, der unzureichende Lehrstoff werden schon durch ihre trockene Schilderung der Kritik preisgegeben. Daß Albert hierbei nicht übertreibt, wird durch den von ihm festgestellten Umstand verdeutlicht, seine Schilderungen würden mit jenen von Fronius in manchem übereinstimmen — 'ein Zeichen dafür, daß auf beiden Seiten nichts einem falschen Humor zu Liebe erdichtet worden"ls. Dies und anderes ist von Albert der Wirklichkeit getreu nachgezeichnet worden. Aber er liefert keine reine De-skription, da nicht die zeitungsberichtartige Darstellung sein Ziel ist. So erscheint es ihm notwendig, darauf hinzuweisen, daß er 'durchaus nicht protokollarische Wirklichkeit" zu geben die Absicht hatte: 'es wurden mehr nur Typen gezeichnet für Personen und Vorkommnisse, die freilich auch aus unserem Dorfsleben nicht wegzuleugnen sind".
      Jenseits vom Deklarativen, das sowohl in den Dialogen als auch im Autorenkommentar reichlich vorkommt, ist Alberts Erzählung ein Stück echter Literatur. Er selbst stellte aus der Rückschau fest, daß in dieser Arbeit 'das Zuständliche fast überall in Handlung" umgewandelt worden sei. Was eingangs in der Schilderung einer Bauernfamilie patriarchalisch anmutet, erhält bald einen Zug ins Harte und Unversöhnliche. Heißt es zunächst, daß alles, 'was Häuslichkeit und Wirtschaftlichkeit anbelangte, um unsern Bauern herum den Charakter des Maßvollen, der Ordnung und der Strenge" trug21, so wird doch bald zur Schilderung von scharfen Gegensätzen im Denken und Fühlen des Bauern Tobias, in seiner Familie und auch in der Gemeinde übergegangen. Soziologisch und psychologisch liegt die Veranlassung zu diesen Gegensätzen in folgenden Feststellungen über die Mentalität des sächsischen Bauern: dieser 'weiß, daß der ihm vorgesetzte, politische Beamte von der Gunst oder Ungunst eines höher Gestellten, nach dem alten Sachsenrechte aber von der Wahl der Volksvertretung abhängig ist, und daß durch eine Unbeliebtheit nicht selten seine ganze Existenz in Frage gestellt werden kann"; außerdem stehe 'er seiner geistlichen Obrigkeit" sehr selbstbewußt gegenüber und vertrage deshalb 'von dieser Seite" 'am allerwenigsten eir. herrschsüchtiges Maßregeln seiner Gewohnheiten und seiner überlieferten Lebensweise" 22. Das Geschehen im Dorf und die Gegensätze, die es verursachen, erhalten durch die Auswirkungen des Aberglaubens einen bestimmten Akzent: Aberglauben beschleunigt oder verursacht gar, daß das Mädchen des Bauern Tobias stirbt,löst bei diesem Zwangsvorstellungen und zeitweiligen Wahnsinn aus. Jedenfalls ist Tobias so weit, daß er entweder ganz dem Ruin verfallen muß oder sich in ihm eine Läuterung vollziehen kann. Die zweite Möglichkeit tritt ein. Seine innere Wandlung wird verständlich und eindrucksvoll herausgearbeitet, den Gegebenheiten entsprechend: 'Es ist ein Zug echten Volksgeistes, daß im alten Tobias nicht logische Gedankenfügung diese Umkehr bewirkt sondern gewaltige, elementare Eindrücke der Natur- und Gefühlswelt, der Tod seiner einzigen Tochter, der Brand auf seinem Hofe." 23 Diese Wandlung ist Voraussetzung und Gewähr dafür, daß auch in der Gemeinde die Dinge sich zum Guten kehren und daß auch der für die kulturelle Hebung der Bevölkerung so notwendige Schulbau zustandekommt. Die sittigenden Auswirkungen des gemeinschaftlichen Unternehmens lassen nicht auf sich warten.
      Dies wären einige Hinweise auf das Geschehen und die Tendenz der Erzählung. Der Verfasser ist sich immer bewußt, und er läßt auch in seinen Gestalten dieses Bewußtsein aufdämmern, daß die geschilderten Vorgänge unbedeutend sind, wenn sie in größeren Zusammenhängen gedacht werden, daß aber zuerst im Kleinen Ordnung geschaffen werden muß, will man die umfassenderen geistigen Vorgänge richtig begreifen. Weil er dies nicht einsieht, scheitert der Schulmeister, und der Dorfpfarrer wird auch erst allmählich dazu gebracht, die Bindung an das Heimische und Lokale beachten zu lernen. Was zählt, ist nicht das erbauliche Abschweifen der Gedanken in die räumlich und seelisch der sieben-bürgischen Landgemeinde jener Zeit ferngerückte Welt der Wissenschaft und der schönen Künste, sondern die Bewährung unter den schwierigen heimischen Verhältnissen. Es kann deshalb nicht fehlen, daß die Erzählung mit einem Lob des Dorfschullehrers und einem Entwurf seiner Pflichten schließt: die Erzieher 'sollen sein die Pflüger auf rohem, hartem Ackerboden; die Pfleger der kräftigsten Wurzeln des Staates; die Brunnengräber in der tiefsten Schichte des Erdreiches; Kämpfer gegen die blinde, rohe Gewalt der noch unbezwungenen Menschennatur und getreue Hüter an der ersten Stufe zu dem hohen Heiligtume der Menschenbildung; sie sollen sein die Ameisen des Fleißes; sie sollen aber auch sein die Märtyrer der Selbstverleugnung" 24.
      'Die Fahne höher!" wurde Albert bei einer Vorform der Dorfschule von Josef Haltrich ermutigt. Ein anspruchsvolleres Niveau auf dem Gebiet der Bauernerzählung sollte er — und wohl auch seine Zeitgenossen — indes nicht mehr erreichen. Allerdings spielt das Landleben auch in anderen Erzählungen Alberts einegewisse Rolle. Vollgültiges lieferte er jedoch fortan auf dem Gebiet der Schilderung kleinstädtischer Verhältnisse. Erst nach der Jahrhundertwende wurde der eigentlichen Bauernliteratur wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

   Die erste Erzählung Alberts, deren Handlung sich im städtischen Milieu abspielt, heißt Das Haus eines Bürgers . Sie ist gewissermaßen der letzte Abschnitt der Hauschronik, die es in der gezeichneten Bürgerfamilie gibt. Sie schildert ihr Schicksal während der letzten dreihundert Jahre, deren Erinnerung im verantwortungsbewußten Nachkommen 'Stolz und trüben Ernst" aufkommen lassen. Die Hauschronik —• nun das alte Manuskript und nicht Alberts beredter 'Ausklang" hierzu — wird nicht weitergeführt werden, da die letzte Generation sich nicht mehr auf der moralischen Höhe der Vorfahren hält. Der Wunsch des Ahnherrn, 'nach dreihundert Jahren einmal wiederzukommen und zu sehen, was mein Geschlecht macht" 28, könnte deshalb nur Enttäuschung auslösen. Er geht begreiflicherweise nicht in Erfüllung, doch bewirkt er, daß der Nachkomme den prüfenden und verurteilenden Blick desjenigen spürt, der ihn ausgesprochen, ja daß er in seinen Fieberphantasien rügende Worte vernimmt, die dieser angeblich an ihn richtet. Tatsächlich war Anlaß zur Unzufriedenheit gegeben, er lag vor allem in den Zeitumständen und in den sich zuspitzenden sozialen Konflikten. Doch kommen noch andere, persönliche Faktoren hinzu, die den Ruin der geschilderten Bürgerfamilie herbeiführen. Daß dieser nicht vermieden wurde, war darauf zurückzuführen, daß der damals erfolgenden 'Lostrennung des Individuums aus genossenschaftlichen und gesellschaftlichen festen Schranken" und der damit verbundenden 'größeren Freiheit der Selbstbestimmung des Menschen auf allen Lebensgebieten" nicht mit der richtigen Erziehung — der Erziehung zur 'Selbständigkeit" — begegnet wurde. 29 Die Freiheit artete somit in 'Egoismus, Abenteuertum und Amoral" aus. 30 Dieser allgemeine Befund wird nun von Albert klug individualisiert, der allgemeine Verfall wird geschickt zu den negativen Charakterzügen seiner Personen in Beziehung gesetzt: zu ihrer Vergnügungssucht, ihrem Hang zu Äußerlichkeiten, zu ihrer geistigen Nichtigkeit und seelischen Armut.
      So leicht — wie etwa bei Traugott Teutsch, der einem seiner Bücher den einfallslosen Titel Zwei Stadtgeschichten und zwei Dorfgeschichten gegeben hatte — lassen sich bei Albert die Dorferzählungen von jenen nicht scheiden, deren Handlung in der Stadt spielt. Die Erzählung Die Kandidaten zeigt gerade, wie sich die beiden Lebensbereiche durchdringen. Dies geschieht zwang-los, weil Albert die sächsischen Lebensformen unter einem einzigen Gesichtspunkt betrachtet und deshalb auch das Landleben im Zusammenhang mit den sozial-politischen und kulturellen Bestrebungen der Zeit sieht, die, mit Berücksichtigung der lokalen, sowohl städtischen als auch ländlichen, Bedingungen, alle Siebenbürger Sachsen — sei es als Befürworter, sei es als Gegner — erfaßt hatten. Man muß zunächst, am Anfang des Textes, befürchten, daß die Stilebene , auf der sich der Verfasser bewegt, das 'liebliche Geplauder", das sich 'wie das Geplätscher eines frischen Quells" anhört31, bleiben wird, und daß man immerzu dem dozierenden Tonfall eines Professors, eines Arztes und eines Theologen wird folgen müssen. Diese Annahme erweist sich jedoch beim Weiterlesen als unbegründet, die Problematik der Erzählung wird zusehends zwingender. Es geht dabei um Auseinandersetzungen zwischen zwei Parteien. Wiewohl sie nicht näher als solche bezeichnet werden, ist aus dem Entstehungsdatum der Erzählung und anderen Anhaltspunkten ersichtlich, daß es sich um den Kampf zwischen Alt- und Jungsachsen handelt, einen Kampf, der zeitweilig auf beiden Seiten nicht nur mit redlichen Mitteln geführt wurde. Allerhand Mißbräuche des öffentlichen Lebens, zumal des Wahlbetriebs, werden geschildert und gebrandmarkt, besonders die zu solchem Anlaß üblichen Versammlungen in den Wirtshäusern. Unmißverständlich sind die Kommentare des Autors zum Wahlgeschehen, zu dessen Vorbereitung 'das fanatische Hetzen, das bis in den Grund der Seele hinein verlogene Planen der Agitation, die herzlose Berechnung" gehören. Dergleichen Äußerungen werden reichlich illustriert, es wird gezeigt, wie die erlaubten und vor allem die unerlaubten Mittel zur Beeinflussung der Wählerschaft eingesetzt werden. Es ist wohl nicht nötig, diese Umtriebe hier im einzelnen zu exemplifizieren. Eher ist darauf hinzuweisen, was zum Besonderen an Alberts Darstellung dieser in allen bürgerlichen Literaturen anzutreffenden Thematik gehört. In den einzelnen, an den politischen Machinationen mehr oder weniger beteiligten Personen tauchen Zwiespalte und Gewissensfragen auf, die bei den einen zur Bestärkung ihrer unvorteilhaften, aber ehrlichen Einstellung, bei ihren Gegnern jedoch zur Umkehr, zur schließlichen Besinnung auf das Ehrenhafte führen. Es geht Albert hierbei nicht nur um den groben Verstoß gegen das geltende Recht, sondern auch um jene Verletzung von etwas, 'das höher steht als das Gesetz, als der Erfolg, als Herd, Haus, Hof, Gemeindewohlstand und Alles — irgendein Ele-ment der Seele, eine der erhaltenen Urkräfte des Lebens" 34. Und da dieses Etwas in seinen Personen lebendig ist oder, nach Verfehlung und Verirrung, allmählich wird, so siegt schließlich auch in dieser Erzählung die Rechtschaffenheit über Intrige, Verleumdung, Betrug. Wiewohl pragmatisches Denken und Handeln allein zum Erfolg führen, ist es wohl falsch, wenn man die Welteinstellung des geschilderten Gymnasiallehrers — die auch jene von Albert selbst ist — ganz verwirft, also die 'Unverletzbarkeit eines höheren Menschenadels in uns, der sich selbst genug ist" 35, nicht in gewissem Maß gelten läßt oder gar diese Einstellung als 'geistigen Donquichottismus" 36 abwertet. Ebenso falsch ist es, Albert und seinen Gestalten verallgemeinernd ein 'starres Festhalten am schillerschen Ideal" vorzuwerfen, weil gerade in dieser Erzählung bewußt gemacht wird, wie sehr die Nachwirkungen von Schillers Dichtung und seiner Weltanschauung auch in Siebenbürgen abnahmen. Trotz einer fortdauernden Begeisterung für seine Dichtungen wird doch wahrgenommen, 'daß ein offen ausgesprochener Schillerenthusiasmus in der leidigen modernen Gesellschaft bereits ein wenig veraltet" anmutet38.
      In der Erzählung Auf dem Königsboden erscheint dem bei der Wahl durchgefallenen Landtagskandidaten Rudolf die Preisgabe der Heimat und die Flucht vor dem in der Doppelmonarchie zusehends schwereren Lebenskampfs als einzige Möglichkeit einer menschenwürdigen Existenz. Er wird dadurch zu einem 'Vertreter des aus der Verzweiflung erwachsenen Egoismus" 39. Dieser für jenen Teil des sächsischen Bürgertums kennzeichnenden Haltung, dessen Daseinsbedingungen durch die Aufhebung der sächsischen Selbstverwaltung im Jahr 1876 verschlechtert wurden, standen die beharrenden Kräfte einer heimatverbundenen Lebenshaltung gegenüber, die schließlich — es ist bei Albert nicht anders zu erwarten — den Sieg davontrugen. Ihnen zufolge ist das Leben, trotz schwierigen Verhältnissen, nur in der angestammten Heimat, sinnvoll, ja anderswo kaum möglich: 'Wir sind", äußerte ein Würdenträger aus Maria Theresias Zeiten richtungsweisend für seine Nachkommen, 'für das Heimweh von Natur aus empfänglicher als die Söhne großer Völker, unter denen des bewegtere Leben jedem Einzelnen den Weltsinn offen erhält. Das Fremde berührt uns kalt und tödlich — unser Gefühl rollt dann, der Pflanze gleich, seine Blätter nach Innen zusammen; es verschließt sich und verkümmert" 40. Die hier angedeutete soziale Problematik wird von Albert kunstgerecht dargeboten, wobei er die Widersprüchlichkeit aller Entscheidungen, die Zwangslage, in der sich die einzelnen Personen befinden, ihr Gefühl der Ausweglosigkeitund die sich hieraus zeitweilig ergebende Teilnahmslosigkeit und Krankheit eingehend und verständnisvoll schildert. Doch bleibt der Verfasser nicht hier stehen. Er zeichnet sinnvoll und überzeugend auch den Vorgang, wie Rudolf aus seiner Apathie erwacht. Anfechtungen aller Art können seinen Lebensmut nicht mehr brechen, er erwirbt eine neue Einstellung zum Vaterland, 'den gelassenen, doch zähen Mut im Herzen, die einst mit so vielen Opfern erkämpfte neue Heimat immer wieder zu erobern durch die Waffen der Arbeit, der Rechtlichkeit, der edeln Sitte und der wahren Freiheit, vor welchen die politische Sophistik auch unserer Zeit schließlich doch zu Schanden werden müsse" 41.
      Obwohl diesen Aufzeichnungen über Albert als Erzähler im großen das chronologische Prinzip zugrundeliegt, ist die Reihenfolge, in der die Erzählungen besprochen werden, mitunter doch auch von anderen Gesichtspunkten abhängig gemacht worden, was einerseits gewisse Vorgriffe, andererseits Nachträge erforderlich macht. Alberts satirische Novellen, die entstehungsgeschichtlich und thematisch an anderer Stelle ihren Platz haben könnten, sollen nun hier geschlossen besprochen werden, weil sie vom Standpunkt der angewandten Darstellungsweise zusammengehören. Die gesellschaftlichen und familiären Verhältnisse und auch die Empfindungslage einiger handelnder Personen in der Erzählung Traugott werden durch übertriebenes Mißtrauen gekennzeichnet. Dieses Wort fällt häufig, in verschiedenen Zusammenhängen, die Erfindungsgabe des Titelhelden im Ausdenken der Gefahren, die eine Argwohn verdienende Außenwelt birgt, ist unerschöpflich . Die komödienhafte Intrige lebt von den verschiedenen Zwangsvorstellungen, die das Mißtrauen in den einzelnen Personen erweckt, in den Angehörigen einer Bürgerfamilie, die ganz gut 'eine Modellgruppe für den Anschauungsunterricht in der Lehre vom Mißtrauen" abgeben könnte. Diese Gefühlseinstellung ist das Ergebnis der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen jener Zeit — einer Zeit eingeschränkter Freiheit, politischer Enttäuschungen, finanzieller Fehlgriffe. Es ist die Zeit, in der man einen so merkwürdigen Begriff wie 'negative Tu-gcndrcklame" sich auf spitzfindige Art eiklärie; in der einem Ehrenmann, einem 'hochverdienten" Rat, nichts anderes übrig bleibt, als zur Probe der Vertrauenswürdigkeit eines jungen Mannes, der sich um die Hand seiner Tochter bewirbt, einen schwierigen Plan auszudenken und ein ganzes Theater zu inszenieren, das er als 'Nachspiel" zu seiner 'politischen Laufbahn''' bezeichnet, als einen

'raschen, niederschmetternden Wurf". Eine unerfreuliche Zeit also, in deren Verhältnissen sich überall 'Bodensatz" vorfindet. Der kritische Geist des Verfassers findet somit genug Tadelnswertes. Allerdings lassen sich die Mißtände und Verfallserscheinungen in gewissem Maß durch die soziale Lage rechtfertigen, und dies geschieht auch durch eine Gestalt der Erzählung. Hiedurch wird von der satirischen Zielrichtung des Textes abgelenkt, der gemüthafte, um das Schicksal der Siebenbürger Sachsen im neuen österreichisch-ungarischen Staat besorgte Erzähler Albert kommt wieder zur Geltung, mit seinen Fragen nach den Existenzbedingungen seiner Landsleute. Denn es geht auch in dieser Erzählung um die 'Bewältigung schwerer national-sozialer Probleme", sie ist, ebenso wie die meisten Prosaarbeiten Alberts, 'Zeitdichtung". 45 Allerdings sind es andere Mittel als in den übrigen Novellen, die er hier mit Geschick anwendet, so daß sich mit Recht sagen ließ: 'Nirgends sonst ist es dem Dichter so gut gelungen wie hier, den schweren, zähen Stoff, aus dem alle seine Dichtungen gebaut sind, in so graziöse Form umzusetzen." Und doch, das Satirische dominiert im Grunde genommen, die Lustspieltradition — denn es handelt sich bei dieser Novelle um 'ein episch aufgelöstes Lustspiel, das mit leichter Mühe wieder zurecht gestutzt werden könnte" —, mit all ihren mißverständlichen Briefen, mit der klugen List menschenfreundlicher Gesinnung, mit dem boshaften Gehaben der Heuchler und Ungetreuen, entfaltet sich zu einem sinnreich ausgedachten und sorgfältig ausgeführten Ganzen.
      Durchaus in den Bereich der Gesellschaftssatire gehört auch die Erzählung Die Literaten . Sie handelt vom Mißbrauch der Literatur zum skrupellosen Erwerb von Geld oder Einfluß. Die Motive zu solchem Tun liegen bei dem einen hier porträtierten Schriftsteller außer in der 'Versuchung, aus den niederen, trüberen Leidenschaften der Menschen Kapital zu schlagen und ein Geschäft zu machen" in einem gewissen Bedürfnis nach innerer Freiheit: es gelang ihm, sich durch ein Buch 'von einem tiefen, verhängnisvollen Eindrucke" zu reinigen. Seine Beweggründe sind also nicht durchaus verwerflich und er nicht schlankweg zu verurteilen, zumal er sich schließlich zur Autorschaft des inkriminierten Werks bekennt. Im anderen Schriftsteller, der eine Entgegnung zum Buch des ersten Autors verfaßt, liegen die Triebkräfte hierfür bloß im Bestreben, der Scheinmoral mit gängigen propagandistischen Mitteln zu dienen, und, charakterlich gesehen, in seiner Gewissenlosigkeit. Die Wirkung der beiden Bücher, um die es hier geht, auf die einzelnen Personen, List und Täuschung, die diese zum Erreichen ihrer Absichten gebrauchen, und die durch
Enthüllung und Erpressungen aller Art ständig wechselnden Konstellationen der Gestalten werden lebendig geschildert, wobei Al-berts dichterische Begabung sich voll entfaltet. Satirische Züge finden sich übrigens in den meisten Erzählungen Alberts, sowohl in den besprochenen als auch in noch nicht genannten, wie Die Gewerbegenossen oder Fortgang mit Hindernissen . Albert, ein Erzähler bäuerlicher Herkunft, hat seine Auffassung vom Schaffen des Schriftstellers zu Recht im Bild nützlicher Feldarbeit veranschaulicht. 'Es ist eine schöne Sache, die Schrift-stellerei", läßt er die Person einer Erzählung sagen. 'Der Stahl der Schreibfeder gleicht dem Pfluge; sie zieht wie dieser die geraden Parallelfurchen über die Papierfläche hin und der Geist säet seinen Samen in diese Furchen, so daß es in und zwischen den Zeilen wogt wie im Saatfelde." Mit diesem auf gesellschaftliche Wirksamkeit bedachten Anliegen seiner Prosaarbeiten stand er in der zeitgenössischen siebenbürgisch-deutschen Dichtung wie auch in den anderen Literaturen deutscher Sprache nicht vereinzelt da. Allerdings ist damit nur ein Wesenszug seiner Erzählungen angedeutet. Ein anderer, auf den wiederholt hingewiesen wurde, liegt in seiner Kunst stimmungsvoller Schilderung. Diese bewirkt, daß seine Prosaarbeiten seinerzeit mit dem erzählerischen Werk Gottfried Kellers verglichen wurden.


Lenz, jakob michael reinhold

Geb. 12.1.1751 in Seßwegen ; gest. 23. oder 24.5. 1792 in Moskau »Wir werden geboren - unsere Eltern geben uns Brot und Kleid - unsere Lehrer drücken in unser Hirn Worte, Sprachen, Wissenschaften ... es entsteht eine Lücke in der Republik wo wir hineinpassen - unsere Freunde, Verwandte, Gönner ... .....
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Stifter, adalbert

Geb. 23.10.1805 in Oberplan/ Böhmerwald; gest. 28.1.1868 in Linz Albert St. entstammt einer Handwerkerfamilie, in der man Leinen webte und mit Flachs handelte. St.s Leben hat sich im wesentlichen in der europäischen Kernlandschaft zwischen Prag, Passau, Linz und Wien abgespielt; diese Landschaft z .....
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Albert ehrenstein (i886-i950)

'Zerrüttung" und Aufschrei gehören für viele Expressionisten eng zusammen; das Motiv des Schreis zählt daher fast zum kollektiven poetischen Repertoire der gesamten Generation. Eine besondere Bedeutung kommt ihm bei Albert Ehrenstein zu. Der Dichter, in einem Armenbezirk Wiens geboren, erfuhr von fr .....
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Michael albert - das dramatische werk

Die Hinwendung Michael Alberts zur Dramatik ist gleichermaßen auf persönliche und geschichtliche Beweggründe zurückzuführen. Zunächst war es der Erfolg, den sein Dichterfreund Traugott Teutsch mit der Schwarzburg gehabt hatte, der Albert dazu bewog, selbst heimische Stoffe aufzugreifen und dramatis .....
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Michael königes - dramatik

Michael Königes wurde 1871 in Zeiden als Sohn eines wohlhabenden Bauern geboren. Der Vater untersagte dem überdurchschnittlich Begabten nach Abschluß der Volksschule eine weitere Ausbildung und bestimmte ihn zum Bauernberuf. So verbrachte Michael Königes sein Leben auf dem Grundbesitz an der Burzen .....
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Fanny und amalia - Ãœber adalbert stifter

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Adalbert stifter

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Albert ehrenstein: tubutsch

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Ehrenstein, albert

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Gotthelf, jeremias (d.i. albert bitzius)

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Ehrenstein, albert

Anbetung Froehlich, Jürgen. In: Liebe, 1990, S. 67 - 75. Der Kriegsgott Kaiser, Gerhard. In: Heine bis Gegenwart, 1991, S. 886 - 887. Du mußt zur Ruh Engel, Peter. In: Frankfurter Anthologie 12, 1989, S. 165 - 168. So schneit auf mich die tote Zeit Jacoby, Frank Rainer. In: Mens .....
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Groissmeier, michael

Von meinen Bleisoldaten Groißmeier, Michael. In: Pausen zwischen den Worten, 1986, S. 48 - 51. .....
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Albertus magnus

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Krüger, michael

Der Maulwurf Rüter, Hubert. In: Lyrische Labyrinthe, 1995, S. 53 - 58. Die Enten Heckmann, Herbert. In: Frankfurter Anthologie 13, 1990, S. 275 - 278. Vorgedicht Kammermeier, Medard. In: Neue Subjektivität, 1986, S. 247 - 257. .....
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Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Lenz, jakob michael reinhold

Ach bist Du fort? Aus welchen güldnen Träumen Vonhoff, Gert. In: Subjektkonstitution, 1990, S. 62 - 67. An ** Daunicht, Richard. In: Unaufhörlich Lenz gelesen, 1994, S. 109- 117. An ** Vonhoff, Gert. In: Subjektkonstitution, 1990, S. 68 - 70. An die Sonne Ueding, Gert. In: Fr .....
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Camus, albert

Er stellt in unserem lahrhundert. und zwar gegen die Geschichte, den wahren Erben jener langen Ahnenreihe von Moralisten dar. deren Werke vielleicht das Echteste und Ursprünglichste an der ganzen französischen Literatur sind. Sein eigensinniger Humanismus, in seiner Enge und Reinheit ebenso nüchtern .....
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Einstein albert

"Eine neue Größe der Weltgeschichte: Albert Ernstem, dessen Forschungen eine völlige Umwälzung unserer Naturbetrachtung bedeuten und den Erkenntnissen eines Kopernikus. Kepler und Newton gleichwertig sind.« So lauteten die Schlagzeilen der Zeitungen im Dezember 1919. Die Messung der Raumkrümmung dur .....
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Schirnding, albert von

Bitte um Heimsuchung Rasch, Wolfdietrich. In: Frankfurter Anthologie 4, 1979, S. 237 - 240. Epitaph Schirnding, Albert von. In: Pausen zwischen den Worten, 1986, S. 94 - 97. Nach dem Schlaf Schirnding, Albert von. In: Kinder, 1979, S. 66 - 68. .....
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Scholl, albert arnold

Retrospektiv Ried, Georg. In: Interpretationen moderner Lyrik, 1981, S. 103- 111. .....
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Stifter, ädalbert

Das Freudenfest am Trauerdenkmale Kienesberger, Konrad. In: Stifters Freudenfest, 1968, S. 51-75. .....
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Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Thelen, albert vigoleis

An meine Totenmaske Gruenter, Rainer. In: Duitse Kroniek 37, 1987, Nr. 3 - 4, S. 101 - 104. .....
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Index » Autoren » Index der Gedichttitel

Schweitzer, albert

Als er. mit einjähriger Verspätung, Anfang November 1954 den Friedensnobelpreis entgegennahm, mag neben ehrlicher Bewunderung bei vielen auch eine Art von wohliger Sentimentalität aufgekommen sein. Jedenfalls spiegelte die noch junge, dafür überschwengliche Popularität des greisen Urwalddoktors mit .....
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Adalbert von chamisso (i78i-i838)

Chamisso, der auf Schloß Boncourt in der Champagne geboren wurde und mit seinen vor der Revolution flüchtenden Eltern in Berlin eine zweite Heimat fand, war einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit. In seiner Lyrik, so in dem von Robert Schumann vertonten Zyklus 'Frauenliebe und -leben" i .....
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Index » DIE DEUTSCHE ROMANTIK

Adalbert stifter (i805-i868)

Was Grillparzer auf dem Gebiete des Dramas, das bedeutet Stifter auf dem Gebiete der Erzählung für die Zeit des Biedermeier. In dem Flecken Oberplan an der Moldau in Böhmen geboren und aufgewachsen inmitten der unberührten großartigen Natur des Böhmerwaldes und im vertrauten Umgang mit dessen Mensc .....
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Index » VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS

Jeremias gotthelf (albert bitzius, i797-i854)

wurde als Sprößling einer altbernischen Familie im Pfarrhaus zu Murten geboren und starb als Pfarrer zu Lützelflüh am 22. Oktober 1854. Jahrzehntelang lebte Gotthelf im Schatten seines Landsmannes Gottfried Keller, ehe er die Würdigung fand, die er verdiente. Keller selbst hat ihn, bei aller Gegensä .....
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Index » VON DER ROMANTIK ZUM REALISMUS

Das elend des lehrers jakob michael reinhold lenz: der hofmeister oder vorteile

Analyse Wahrscheinlich 1772 schrieb Lenz den Hofmeister; das Stück erschien anonym im Frühjahr 1774 im Leipziger Verlag von Christian Friedrich Wey-gand, der im selben Jahr auch den Werther verlegte. Das Drama hat mit dem Götz einige Gemeinsamkeiten. In beiden Stücken lassen sich die Einflüsse S .....
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Index » Sturm und Drang Epoche » Das nicht aristotelische Drama

Michael albert - bauernstube

Draußen rieselt der Regen; Dem Dorf entgegen Schlägt aus dem Walde der Wind. November ist es, der Abend beginnt Zu dunkeln nach kurzer Tageszeit. Da werden die Dächer weiß â€” es schneit. Vom Lutherofen um Bank und Schrein Strahlt gaukelnd der Flamme rötlicher Schein. Die Katze, die glatt sich .....
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Index » Sonstige

Alberts, jürgen

Biografie: *4.8.1 in Kirchen/Sieg. J. Alberts studierte nach dem Abitur in Tübingen und Bremen Germanistik, Politik und Geschichte und promovierte 1973 mit einer Arbeit über die Bild- Zeitung am Fachbereich Kommunikation und Ästhetik der Universität Bremen. Er arbeitete als freier Mitarbeiter für .....
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Böhm, michael

Biografie: *13.10.1947im Taunus. M. Böhm war nach seiner Ausbildung zum Schriftsetzer mehrere Jahre als Ausbilder tätig. Mit der zunehmenden Umorientierung seines Berufs vom Handwerk zur Elektronik wechselte er in die Datenverarbeitung und ist heute in einem Rechenzentrum der Automobilindustrie täti .....
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Koglin, michael

Biografie: *29.7.1 in Büdelsdorf/ Schleswig-Holstein. M. Koglin studierte Politik und Philosophie. Er arbeitete u.a. als Reißwolfbediener, Videofilmvorführer beim Arbeitsamt, Containerlogistiker, Politologe und Privatsekretär. M. Koglin lebt seit 1973 in Hamburg und ist seit 1982 Autor und als freie .....
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Koser, michael

Biografie: *24.4.1 in Berlin. M. Koser studierte Geschichte, Germanistik und Politik und arbeitet seit 1965 als freier Autor vorwiegend für den Rundfunk. Zwischen 1971 und 1998 schrieb M. Koser 60 Hörspiele unter Verwendung der Figur des Prof. Dr. Dr. Dr. Au-gustus van Düsen, genannt »Die Denkmaschi .....
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Küpper, michaela

Biografie: *3.11.1 in Alpen/Kreis Moers. M. Küpper ist in Bonn aufgewachsen und studierte in Marburg Soziologie, Psychologie, Politik und Pädagogik. Sie arbeitet als Autorin, Redakteurin und Illustratorin und lebt in Königswinter am Rhein. Kriminalromane: 1997 Wintermorgenrot, Eugen Salzer, HC Kri .....
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Leenders, hiltrud und artur, bay, michael

Biografien: Hiltrud Leenders *5.3.1 in Nieswalde, Dr. Artur Leenders *12.3.1 in Meerbusch, Michael Bay *29.9.1 in Rheine. H. Leenders studierte Germanistik und Anglistik, war zunächst als literarische Ãœbersetzerin tätig und hat sich dann einen Namen als Lyrikerin gemacht. Sie ist verheiratet mit Dr .....
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Lutz, michael

Biografie: 11.5.1964 in Waiblingen. M. Lutz hospitierte als Fotojournalist und Fotolaborant und studierte anschließend in Darmstadt Kommunikationsdesign. Er war danach als Dipl.-Foto-designer tätig. 1998 war er Mitgründer des Autorenteams MerchMovieDeve-lopment in Ludwigsburg. Kriminalromane: 2000 .....
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Molsner, michael

Biografie: *23.4.1 in Stuttgart. M. Molsner wuchs in Allenstein/ Ostpreußen, Aalen und München auf. Er studierte zwei Semester Germanistik und Anglistik in Heidelberg und begann dann als Gerichtsreporter und freier Mitarbeiter für verschiedene Zeitungen zu arbeiten. Anschließend arbeitete er als Red .....
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Pederzani, hans-albert

auch unter den Pseud.: Gert-A. Peter- mann und A. G. Petermann, Biografie: *30. 9.1923 in Berlin. H.-A. Pederzani besuchte die Schauspielschule und hatte Anfängerengagements an verschiedenen Berliner Bühnen. Nach 1945 arbeitete er als Regisseur und Schauspieler , dann als Intendant in Bernburg. Ab .....
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Rossie, michael

Biografie: *19.7.1 in Köln. M. Rossie erhielt eine Schauspielausbildung bei Ruth v. Zerboni in München. Er schreibt seit 1978. Heute lebt er als freiberuflicher Schauspieler und Autor in München. Neben Spielfilmen und Drehbüchern für Fernsehserien schreibt er für Zeitschriften und Anthologien. TV: .....
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Seul, shirley (michaela)

Biografie: *13.6.1 in München. S. Seul schreibt unter dem Pseudonym Shirley Seul Krimis, Sach- und Fach- bücher, unter Michaela Seul im engeren Sinne literarische Texte. Sie arbeitet als freie Schriftstellerin und ist viel als Ghostwriterin tätig. Ihr Krimidebüt machte sie 1998 mit dem Kriminalroma .....
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Stöppler, karl-michael

Biograhe: *14.11.1 in Alsfeld . K.-M. Stöppler arbeitete nach einem Volontariat mehrere Jahre als Redakteur bei Tages- und Wochenzeitungen. Er studierte Jura und war als Assessor in einer Anwaltskanzlei und beim Bundesvorstand einer Gewerkschaft tätig. Seit 1993 ist er Pressesprecher der Kreisverwal .....
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Kleists «michael kohlhaas»5 und freuds Ödipuskomplex

Ausgangspunkt wäre also: Ein in der Position des Sohns befindlicher Protagonist versucht, einen anderen, der für ihn die Position des Vaters einnimmt , als Nebenbuhler auszustechen oder zu beseitigen. Die Protagonisten eines ödipalen Konflikts in der Literatur können, aber müssen nicht als Väter ode .....
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Index » Sonstige

«michael kohlhaas» und lacans konzept des begehrens

In der Konzeption der symbolischen Kastration bei Lacan ist das Begehren eine zentrale Kategorie. Sich davon zu trennen, das Begehren der Mutter auszufüllen, verlangt, sein eigenes Begehren zu finden. Unsere erste Frage wird also sein: Was begehrt Kohlhaas, was treibt ihn ? In der Konfrontation m .....
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Lenz, jakob michael reinhold

Wir werden geboren — unsere Eltern geben uns Brot und Kleid — unsere Lehrer drücken in unser Hirn Worte, Sprachen, Wissenschaften —... es entsteht eine Lücke in der Republik wo wir hineinpassen — unsere Freunde, Verwandte, Gönner... stoßen uns glücklich hinein — wir drehen uns eine Zeitlan .....
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Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Moscherosch, johann michael

»So sehet zu...daß ihr in grossen Reichs-Freyen Stätten euch häußlichen niderlasset, da die Evangelische Religion Rein und klar seye«, schreibt M. in seiner Vermächtnisschrift Insom-nis Cum Parentum an seine Kinder: Als Amtmann im lothringischen Finstingen hatte er die Gefahren des 30jährigen Krie .....
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Index » Autoren » Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Stifter, adalbert

Albert S. entstammt einer Handwerkerfamilie, in der man Leinen webte und mit Flachs handelte. S.s Leben hat sich im wesentlichen in der europäischen Kernlandschaft zwischen Prag, Passau, Linz und Wien abgespielt; diese Landschaft zwischen Moldau und Donau beherrscht auch das Werk; nur einmal in sei .....
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