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Meyrink, Gustav - Leben und Biographie



Gustav Meyrink bevorzugte in seinem vielfältigen Erzählwerk historische und fantastische Stoffe. Aus seinem CEuvre ragt der Roman Der Golem durch seine Konzeption wie auch durch den überragenden Erfolg heraus.
      Meyer war der uneheliche Sohn einer Münchner Hofschauspielerin und eines württembergischen Staatsministers. In Prag absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung und wurde Teilhaber eines neu gegründeten Bankhauses. Gleichzeitig war er eine auffällige und umstrittene Erscheinung im Prager Künstlermilieu; er beeindruckte und beeinflusste jüngere Autoren wie Franz -» Kafka. Ausgeprägt war sein Interesse an okkulten Ideen und spiritistischen Zirkeln. Nach mehreren Beleidigungsprozessen und einer Anklage wegen Unterschlagung musste er Prag verlassen und ging über Wien nach München, wo seine ersten Erzählungen unter dem Künstlernamen Meyrink in der satirischen Zeitschrift Simplicissimus erschienen [Des deutschen Spießers Wunder-horn, 1913). Immer wieder kann es zu Verboten und Prozessen wegen der satirischen Schärfe seiner Kritik an Obrigkeit, Militär, Ã"rzteschaft und Kirche. Nach dem Ersten Weltkrieg, als spiritistisches Gedankengut Hochkonjunktur hatte, wurde Meyrink mit dem Golem und weiteren Romanen wie Das grüne Gesicht , Der weiße Dominikaner oder Der Engel vom westlichen Fenster für einige Zeit zum Erfolgs- und Kultautor. 1927 trat Meyrink, der auch zahlreiche okkulte Schriften herausgab und die Romane von Charles -^Dickens übersetzte, zum Buddhismus über.


      Der Golem
Der Golem von Gustav Meyrink zählt zu den wenigen Meisterwerken fantastischer Literatur in deutscher Sprache.
      Inhalt: Ein namenloser Erzähler, zu Besuch in Prag, fällt in seinem Hotelzimmer nach der Lektüre eines Buchs über das Leben des Buddha Gotama in einen unruhigen Halbschlaf. Sein schwindendesBewusstsein entlässtihn in einen Traum, in dem er sich als der Gemmenschneider Athanasius Pernath im geheimnisvollen Labyrinth des Prager Gettos wiederfindet. In dessen gespenstischer Atmosphäre voller Liebe und Leidenschaften, Intrigen, Hass und Verbrechen, Angst und Grauen begegnet »Pernath« dem Golem, der als Doppelgänger des Menschen erscheint. Seine Begegnungen mit dem Golem gipfeln im Wunsch und in der Hoffnung, ein erlöstes, unsterbliches Ich zu erlangen. Als der Erzähler wieder erwacht, findet er einen verwechselten Hut mit dem Namen Athanasius Pernath. Bei seinen Nachforschungen entdeckt erweitere Spuren des Geträumten in der so genannten Wirklichkeit. Der Schluss, in dem der Erzählersich selbst, d.h. seinem geträumten Ich als Doppelgänger begegnet, lässt ihn -und mit ihm die Leser - im Ungewissen über den Wirklichkeitscharakter des Erlebten.
      Aufbau: Der Roman zehrt stofflich von den weit verbreiteten jüdischen Legenden um den Wunderrabbi Low aus Prag, der eine Men-schenfigur aus Lehm, den Golem, geschaffen und ihn zum Leben erweckt habe. Damit verbindet Meyrink religiöse und mystische Erlösungsmotive verschiedener Herkunft. Literarisch orientiert er sich an Romantikern wie E.T.A. -> Hoffmann und Edgar Allan -^Poe; man kann seinen Roman als Nachklang der Schauerromantik lesen, aber auch als Vorläufer der modernen Traum- und Angst-Literatur -mit Franz -> Kafka und seinem deutsch-jüdischen Umkreis war Meyrink in Prag gut bekannt. Die Struktur der Handlung ist zunächst antithetisch; der alltäglichen Weltsicht steht eine spirituell-fantastische gegenüber, die sich im Lauf des Geschehens immer stärker durchsetzt, so dass Figuren, Erzähler und letztlich auch der Leser sich schließlich in einer geschlossenen fantastischen Welt wiederfinden. Wirkung: Der Golem wurde eines der Erfolgsbücher seiner Zeit. Dies liegt gewiss nicht nur an der effektvollen Kombination spektakulärer und rätselhafter Motive oder an der geschickten Balance zwischen »hoher« und »trivialer« Literatur. Unverkennbar war bei den Zeitgenossen von Meyrink, deren gesicherte Ordnung im Ersten Weltkrieg zusammenbrach, ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Heilsbotschaften und Erlösungsversprechen aller Art vorhanden. Der Golem spiegelt insofern sowohl die Brüchigkeit der empirischen Welt wie die Sehnsucht nach einer alternativen Wirklichkeit. Die epochale Brisanz des Golem-Stoffs wurde wenige Zeit nach diesem Roman durch die Filmfassung von Paul Wegener [DerGolem wieerindie Weltkam, 1920) ebenso bekräftigt wie durch die Neuausgabe der zu Grunde liegenden jüdischen Legenden durch Chajim Bloch [Der Prager Golem, 1920).


Gustav freytag: soll und haben (i855)

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Freytag, gustav

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Sack, gustav

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Schüler, gustav

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Schwab, gustav

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