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(Meister) Eckhart - Leben und Biographie



Der Erfurter Dominikanermönch Eckhart, einer der Hauptrepräsentanten der deutschen Mystik, studierte ab 1277 an der Pariser Universität sowie in Köln Theologie und Philosophie im Geist der zeitgenössischen Scholastik. 1302 erwarb er den Magistergrad - daher »Meister Eckhart« genannt - und lehrte danach in Paris, Straßburg und Köln. Er bekleidete hohe Ordensämter und erregte Aufsehen durch seine ebenso geistvollen wie eigenwilligen Predigten in deutscher Sprache. Seine oft der Kirchenlehre widersprechenden Auslegungen des Evangeliums trugen ihm ein Inquisitionsverfahren ein. Er starb, kurz bevor er sich vor Papst Johannes XX

II.

in Avig-non rechtfertigen konnte.
      Meister Eckharts Bedeutung als Schöpfer einer »spekulativen Theologie«, einer neuen metaphysischen Ausdrucksform des Glaubens und einer bis dahin im deutschen Sprachraum unbekannten Art mystischer Volksfrömmigkeit ist erst im 19. Jahrhundert erkannt worden und kommt erst seit einigen Jahrzehnten durch die weite Verbreitung seiner Schriften sowie die seiner herausragenden Schüler Heinrich Seuse und Johannes Tauler gebührend zur Geltung.
      Das Buch der göttlichen Tröstung
Alle Schriften, alle Worte des Meisters Eckhart waren aus Sicht der henschenden kirchlicher Dogmatik gewagt. Dies gilt schon für sein Frühwerk Reden der Unterweisung, in dem er forderte, sich nicht mit einem in der Kindheit angewöhnten Gott und verordneten Glauben zu begnügen, sondern Gott zu verinnerlichen, als wäTe er ein Teil vom eigenen Selbst. Entstehung: Der gleiche Gedanke ist auch die Quintessenz des für Agnes von Ã-sterreich, der Witwe des Ungarnkönigs Andreas I

II.

, geschriebenen Buchs der göttlichen Tröstung. Ihm angeschlossen ist deTText der Predigt Vom edlen Menschen. Trostbedürftig war Agnes 1308 wegen der Ermordung ihres Vaters, König Albrecht 1. von Habsburg, durch seinen Neffen, Herzog Johann von Schwaben. Es ist jedoch mehr als nur ein Trostbuch, was sein anspruchsvoller lateinischer Titel Ãober benedictus zum Ausdruck bringt.
      Inhalt: Zwar weiß Eckhart im ersten Teil des Werks den drei hauptsächlichen Leidensgründen des Menschen wie jeder gute Seelsorger das Zehnfache an Trostgründen entgegenzusetzen und erinnert an die vorbildliche Haltung berühmter Persönlichkeiten im Leid, aber im Wesentlichen geht es ihm um seine Lehre vom »Entbildetwerden«, die er im zweiten Teil und der anschließenden Predigt darlegt: Leidbewältigung heißt für ihn auch Selbstfindung durch die Bereitschaft, in der von den Dingen und vom Ich befreiten Seele von Gott »überbildet« und dadurch eins mit ihm zu werden.
      Eckhart gibt damit eine Anleitung, jenen von den Mystikern des frühen Mittelalters als »unio mystica« bezeichneten Gnadenzustand des Einsseins mit dem Schöpfer zu erleben , und er versäumt nicht, seine Auffassung gegen die zu erwartenden neuerlichen Vorwürfe der klerikalen Obrigkeit energisch zu verteidigen.
      Wirkung: Das als Ketzerei betrachtete Streben nach unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott fand bei den für eine solche Vervollkommnung des religiösen Innenlebens Empfänglichen großen Anklang und Meister Eckharts poetische, kühn wortschöpferische Sprache inspirierte den geistigen Austausch und das Schrifttum der nächsten Generationen sowie die christlich-esoterische Literatur vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
     


Meister eckhart

»Soll man nicht ungelehrte Leute lehren, so wird nie jemand gelehrt und kann auch niemand lehren und schreiben. Denn darum belehrt man die Ungelehrten, damit sie aus Ungelehrten zu Gelehrten werden.« E. wird sich nicht der Illusion hingegeben haben, mit diesem Argument seine Gegner von der Notwendig .....
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