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Manzoni, Alessandro - Leben und Biographie



Alessandro Manzoni ist der bedeutendste Schriftsteller der italienischen Romantik. Mit seinen Bühnenwerken durchbrach er die starre Form der französischen Schule und gab der Dramentheorie der Romantik poetische Gestalt. Sein historischer Roman Die Verlobten nahm maßgeblichen Einfluss auf die Schriftsprache seines Landes und gilt als Beginn der modernen italienischen Prosa.
      Väterlicherseits stammte Manzoni aus einer adeligen Familie. Durch seine Mutter, der Tochter des Aufklärers Cesare Beccaria , war er republikanisch-revolutionär geprägt. Nach der Trennung seiner Eltern durchlief Manzoni verschiedene religiöse Erziehungsanstalten. 1805 ging er nach Paris, wo er in den Salons der Aufklärer verkehrte. Nach seiner Heirat mit der tief religiösen Enrichetta Blondel trat er 1810 zum Katholizismus über. Nachdem Manzoni zunächst einige aufklärerische Kurzepen und Gedichte verfasst hatte, schrieb er fortan religiös geprägte Werke. 1815-22 erschienen seine Heiligen Hymnen, ein auf zwölf Gedichte geplanter Zyklus, von denen aber nur fünf verwirklicht wurden. Mit Der Graf von Carmagnola schrieb Manzoni eine fünfaktige historische Tragödie in der Nachfolge von -> Goethe und -> Schiller. Seine zweite Tragödie, Adelgis , beschreibt den Untergang des Langobarden-Reichs. 1827 erschien sein Hauptwerk, der Roman Die Verlobten. Anschließend versiegte seine literarische Kreativität.

      Im Alter engagierte Manzoni sich für die italienische Einigung: 1860 wurde er Senator und unterstützte die Wahl von Viktor Emanuel 11. zum König des geeinten Italien.

      Die Verlobten
Mit seinem historischen Roman Die Verlobten schuf Alessandro Manzoni ein realistisches Bild der unter spanischer Fremdherrschaft leidenden Lombardei im frühen 17. Jahrhundert. Inhalt: Die Handlung spielt 1628 in der Nähe von Mailand, am Corner See. Der spanische Edelmann Rodrigo hat gewettet, dass er die junge Braut Lucia verführen wird. Mit Drohungen schüchtert er den Dorfpfarrer Abbondio ein und verhindert so die Trauung Lucias mit Renzo. Lucia flieht in ein Kloster, doch Rodrigo lässt sie entführen. In ihrer Nähe sieht der Edelmann schließlich seine Niedertracht ein und gibt Lucia frei. Der Hochzeit der beiden Liebenden steht nun nichts mehr im Weg.
      Um diese Haupthandlung entfaltet Manzoni ein farbenreiches und subtiles Panorama einer krisenhaften Zeit: Berüchtigte Edelleute und deren gewissenlose Handlanger, charakterschwache, aber auch vorbildliche Kleriker sowie zahlreiche einfache Leute mit ihren elementaren Sorgen in Zeiten von Pestepidemien und Hungersnot bevölkern den Roman. Wirkung: Durch die eindringliche und nüchterne Schilderung desolater gesellschaftlicher Verhältnisse zählt Die Verlobten zu den Schlüsselromanen der italienischen Kultur und Geschichte. Bereits kurz nach seinem Erscheinen lobte -> Goethe den weltliterarischen Rang des Romans. 2000 erschien eine deutsche Neuausgabe des Werks unter dem Titel Die Brautleute.


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Manzoni,  Alessandro    





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