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Ses purs ongles (Interpretation)



1887 redigierte Mallarme die endgültige Fassung eines titellosen Sonetts, das mit den Worten beginnt: Ses purs ongles... . Es sei hier zur Verdeutlichung jenes sachlich negierenden, sprachlich erschaffenden Verfahrens seiner Lyrik angeführt. Die Erstfassung hatte zwar einen anderen Wortlaut, verlief aber thematisch und motivisch schon wie die spätere. Er kommentierte sie damals in einem Brief an Cazalis , worin steht: Dieser Kommentar behält auch für die letzte Fassung seine Gültigkeit. Sie lautet:

Ses purs ongles ...
      Ses purs ongles tres haut dediant leur onyx, L'Angoisse, ce minuit, soutient, lampadophore, Maint reve vesperal brüle par le Phenix Que ne recueille pas de cineraire amphore

Sur les credences, au salon vide: nul ptyx, Aboli bibelot d'inanite sonore, .
      Mais proche la croisee au nord vacante, un or
Agonise Selon peut-etre le decor

Des licornes ruant du feu contre une nixe,
Elle, defunte nue en le miroir, encore

Que, dans l'oubli ferme par le cadre, se fixe
De scintillations sitöt le septuor.
      Mit blanken Nägeln bringt sie hoch den Onyx dar, Die Angst, - als Fackelträgerin in dieser Nacht Hält sie manch abendlichen Traum: ihn hat Phönix Verbrannt, kein Aschenkrug wird jemals ihn empfangen
Im leeren Saal, auf den Kredenzen: kein Gefältel, Getilgter Tand aus hallender Vergeblichkeit .
      Doch nah dem Fenster, das nach Norden klafft, erstirbt Ein Gold, entlang vielleicht dem Zierat, daraus her Einhörner Feuer schleudern gegen eine Nixe,
Erlosch'ne Wolke sie im Spiegel, - wiewohl bald, Im eingerahmt verschlossenen Vergessen, dann Stillsteht des riesigen Gefunkeis Siebenklang.
      Im Original hört man Reime von bizarrem, stechendem Reiz. Absonderlich ist das Wortmaterial, teilweise griechischer Herkunft, doch nicht zum Zweck einer etwaigen Lokalfarbe eingesetzt, sondern um den Text mit einer befremdenden Sprachpotenz auszustatten. Was ist da? Zunächst die Angst, mit einigen Attributen. Sie erscheint zwar in einer Art allegorischer Gestalt, doch ist sie selber ohne Leben. Als eine Wesenheit waltet sie im ganzen Gedicht. Weiterhin sind da die Nacht, ein leerer Saal, ein Spiegel, ein offenes Fenster, ein erlöschendes Gold. Doch auch anderes ist da, allerdings nur in der Sprache. Der

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