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Luhmann, Niklas - Leben und Biographie



Einer breiteren Ã-ffentlichkeit wurde Niklas Luhmann durch seine Kontroverse mit Jürgen -^Habermas auf dem Soziologentag 1971 bekannt, die als wichtiger Einschnitt der intellektuellen Geschichte der Bundesrepublik zu werten ist.
      Luhmann begann nach einem Jurastudium in Freiburg und einer juristischen Referendarausbildung seine Laufbahn als Verwaltungsbeamter in Lüneburg; später war er Landtagsreferent und Oberregierungsrat im niedersächsischen Kultusministerium. 1960/61 ließ sich Luhmann für einen Studienaufenthalt in Harvard bei Talcott Parsons beurlauben und wechselte 1962 auf eine Forschungsstelle an die Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Seine hier erarbeiteten Schriften Funktionen und Folgen formaler Organisationen sowie Recht und Automation in der öffentlichen Verwaltung , die bereits einen eigenständigen, systemtheoretisch orientierten Zugang zur Soziologie zeigen, nahmen 1966 Helmut -> Schelsky

Einer breiteren Ã-ffentlichkeit wurde Niklas Luhmann durch seine Kontroverse mit Jürgen -^Habermas auf dem Soziologentag 1971 bekannt, die als wichtiger Einschnitt der intellektuellen Geschichte der Bundesrepublik zu werten ist.
      Luhmann begann nach einem Jurastudium in Freiburg und einer juristischen Referendarausbildung seine Laufbahn als Verwaltungsbeamter in Lüneburg; später war er Landtagsreferent und Oberregierungsrat im niedersächsischen Kultusministerium. 1960/61 ließ sich Luhmann für einen Studienaufenthalt in Harvard bei Talcott Parsons beurlauben und wechselte 1962 auf eine Forschungsstelle an die Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Seine hier erarbeiteten Schriften Funktionen und Folgen formaler Organisationen sowie Recht und Automation in der öffentlichen Verwaltung , die bereits einen eigenständigen, systemtheoretisch orientierten Zugang zur Soziologie zeigen, nahmen 1966 Helmut -> Schelsky
Die Gesellschaft der Geseilschaft
Mit der Veröffentlichung seines Hauptwerks Die Gesellschaft der Gesellschaft realisierte Nik-las Luhmann das zu Beginn seiner akademischen Laufbahn gesetzte Ziel der Erarbeitung einer fachuniversalen Theorie der Gesellschaft. Hiermit verbindet sich der Anspruch, der Soziologie eine neue theoretische Perspektive eröffnet zu haben. Ausgangspunkt der Ãoberlegungen von Luhmann ist das Staunen über die Stabilität sozialer Systeme. Seine Theorie ist somit der Versuch, die Unwahrscheinlichkeit scheinbar normaler Abläufe zu erklären. Inhalt: Die von Luhmann entwickelte Gesellschaftstheorie versteht sich als Versuch einer Kommunikation, welche die Beschreibung ihres Gegenstands und damit den diese Beschreibung thematisierenden Gegenstand verändert. Da die Gesellschaft insgesamt wie auch alle Systeme in der Gesellschaft auf Kommunikation angewiesen sind, aber auch Kommunikation ohne Gesellschaft nicht denkbar ist, besteht ein zirkuläres Bedingungsverhältnis. In diesem Sinn handelt es sich bei der »Gesellschaft der Gesellschaft« um eine selbst reflexive Beschreibung der Gesellschaft in der Gesellschaft.
      Struktur: Das Werk ist in fünf größere Kapitel unterteilt. Die Anordnung ist laut Luhmann beliebig, da eine lineare Präsentationsform dem Theorieansatz widersprechen würde.
      Im ersten Kapitel klärt Luhmann grundlegende Begriffe wie Sinn, System. Umwelt, Komplexität und Auto-poiesis. Mithilfe dieser Bestimmungen wird im folgenden Kapitel Kommunikation als die grundlegende Operation bestimmt, welche das System »Gesellschaft« und ihre Subsysteme hervorbringt. Es sind die Kommunikationsmedien, die anschlussfähige Sinnbildungen und damit soziales Handeln ermöglichen. Es bilden sich symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien wie Geld, Macht u.a. heraus, die durch vereinfachende Sinnformangebote die Leistungen der Informationsverarbeitung steigern und präzisieren.
      Das dritte Kapitel beschreibt den Prozess der Gesellschaftsentwicklung als einen offenen
Prozess, der durch Variation, Selektion und Re-stabilisierungen gekennzeichnet ist. Damit wird Vorstellungen einer zielgerichteten oder geplanten Gesellschaftsentwicklung eine Absage erteilt. Im folgenden Kapitel wird diese Perspektive konkretisiert, indem die dominanten Formen gesellschaftlicher Integration in evolutionärer Perspektive untersucht werden.
      Charakteristisch für moderne Gesellschaften ist eine azentrische, netzwerkartige Struktur, in der sich einzelne Teilsysteme zunehmend ver-selbstständigt haben. Dadurch wird eine hohe Leistungsfähigkeit der einzelnen Teilsysteme ermöglicht, was jedoch auch zu einer wechselseitigen Indifferenz und im Extremfall zu strukturellen Rücksichtslosigkeiten, etwa des Teilsystems »Wirtschaft«, führen kann. Das abschließende Kapitel thematisiert den Wandel der Leitbegriffe zur Selbstverständigung der abendländischen Gesellschaft. Luhmann zeigt, wie das »alteuropäische« Modell des ontologi-schen Denkens gesprengt und durch variable, vielfältige Beschreibungsperspektiven moderner Gesellschaften ersetzt wird. Wirkung: Obwohl Luhmann nicht schulbildend gewirkt hat, findet sein Werk - wie die Ãobersetzungen in alle bedeutenden Sprachen zeigen -große Beachtung. Zudem werden die Anstöße seiner Theorie nicht allein in der Soziologie, sondern in allen Kulturwissenschaften produktivaufgenommen.


Die luhmann-habermas-debatte

In mancher Hinsicht könnte die Luhmann-Habermas Debatte der frühen siebziger Jahre als eine Fortsetzung des 'Positivismusstreits" gelesen werden: nicht nur weil Habermas seinem Kontrahenten eine Einschränkung der Rationalität auf technisch verwertbares, instrumentelles Wissen vorwirft6" und somit Ar .....
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Luhmann,  Niklas    





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