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Lockejohn - Leben und Biographie



John Locke wurde mit seinem Werk zu einem Begründer der neuzeitlichen Philosophie der Aufklärung und des englischen Empirismus. Darüber hinaus gilt er als Wegbereiter des politischen Liberalismus, der für vernunftgemäßes Christentum und religiöse Toleranz eintrat.
      Locke, Sohn eines Gerichtsbeamten, ging auf die Wesitninster School, wo er eine klassische
Schulung in royalistischem Geist erhielt. 1652 wurde er vom renommierten Oxforder Christ Church College aufgenommen, wo er sich unter anderem mit Logik, Metaphysik, Medizin und klassischen Sprachen befasste. Nach mehrjähriger Lehrtätigkeit und Reisen durch Europa betätigte sich Locke 1667 als Arzt und Erzieher im Haus des Großkanzlers Graf Shaftesbury. Unter seinem Einfluss wurde Locke zu einem Vordenker des Liberalismus. Er fiel daher beim englischen Hof in Ungnade und floh 1683 in die Niederlande. Erst nach der so genannten Glorreichen Revolution , in deren Verlauf durch die Bill of Rights die Verfassungsposilion der englischen Krone im Verhältnis zum Parlament eingeschränkt worden war, kehrte Locke in seine Heimat zurück, wo er sich aus gesundheitlichen Gründen nach Oates zurückzog.


      Gesellschaftsvertrag
Kernstück der politischen Theorie von John Locke ist wie bei den meisten Staatstheoretikern der Gesellschaftsvertrag. Begriff: Nach der Theorie des Gesellschaftsvertrags steht am Anfang eines Staats der freiwillige Zusammenschluss von Individuen; die Entstehung staatlicher Gewalt basiert auf einer Vereinbarung zwischen dem Volk und dem Herrscher. Dabei wird unterschieden zwischen dem Vereinigungsvertrag, durch den sich die Einzelnen zu einem geordneten Macht- und Rechtszustand, d.h. zum Staat, zusammenfinden, und dem Unterwerfungsvertrag, durch den die Einzelnen die Staatsgewalt einem Herrscher übertragen.
      Entwicklung: In der mittelalterlichen Staatstheorie leiteten Gelehrte wie Mane-gold von Lautenbach oder Marsilius von Padua aus dem Gedanken des Gesellschaftsvertrags das Recht auf Widerstand gegen eine Vertragsbrüchige Staatsgewalt ab. In der
Neuzeit begann die Lehre vom Gesellschaftsvertrag bei Thomas -» Hobbes. Er sieht das Sicherheitsbedürfnis der Menschen als Anlass für den im Gesellschaftsvertrag festgelegten Rechtsverzicht des Einzelnen zu Gunsten eines unbeschränkten Herrschers und begründet damit die Schaffung des souveränen Staats des monarchischen Absolutismus. Da Locke den Zweck des Gesellschaftsvertrags mit der Garantie von Freiheit, Leben und Eigentum der Bürger begründet, entwickelt er das Bild eines Verfassungsstaats im Sinne des Liberalismus. Eine besondere Deutung erfuhr der Begriff durch Jean-Jacgues ~f Rousseau: Er forderte in seinem Werk Ãober den Gesellschaftsvertrag die Unterwerfung des Einzelwillens unter den allgemeinen Willen , der auf das allgemein Beste gerichtet, jedoch nicht identisch mit dem jeweils auf Privatinteressen abzielenden Willen aller ist.
      Zwei Abhandlungen über die Regierung
John Locke legte in Zwei Abhandlungen über die Regierung eine Staatstheorie nieder, die wesentlich zur Herausbildung von Verfassungsstaaten im 18. und 19. Jahrhundert in Europa und den USA beitrug.
      Entstehung: Die Traktate erschienen unmittelbar nach der Glorreichen Revolution , die den Verfassungsstreit zwischen der englischen Krone und dem Parlament entschied und zu einer Verbriefung der Rechte von Volk und Parlament führte. Der Autor erklärte daher im Vor-wort, dass seine Abhandlungen zur Rechtfertigung der Ergebnisse dieses Konflikts dienen würden. Allerdings gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass die Zwei Abhandlungen über die Regierung bereits in dem der Revolution vorangehenden Jahrzehnt entstanden sind. Die Ereignisse von 1688 boten lediglich einen willkommenen Anlass für ihre Veröffentlichung. Inhalt: Locke erklärt in seinem Werk die Gleichheit, Freiheit und das Recht auf Unverletzlichkeit von Person und Eigentum zu obersten Rechtsgütern. Der Friede wird durch eine auf allgemeiner Zustimmung beruhende politische Gemeinschaft mit einem obersten Schiedsrichter gesichert. Zweck dieses Gesellschaftsvertrags zwischen der Gemeinschaft und dem obersten Richter ist die Garantie der obersten Rechtsgüter. Aus diesen Vorstellungen entwickelt Locke das Bild eines Verfassungsstaats im Sinne des Liberalismus. Er tritt für die Trennung von Legislative und Exekutive ein. Das Volk soll die ihm gemäße Regierungsform bestimmen, welche auch die Freiheit aller Glaubensbekenntnisse garantieren muss. Wirkung: Das Werk bildete den Rahmen, in dem sich die abendländische Verfassungstheorie des 18. und 19. Jahrhunderts entwickelte. Thomas Jefferson , dem Verfasser der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, wurde der Vorwurf gemacht, er habe von Locke abgeschrieben. Auch der französische Verfassungsentwurf von 1791 wurde von den Gedanken in Zwei Abhandlungen über die Regierung mitgeprägt. Wie sehr sie bis in die Gegenwart hineinreichen, beweist die Selbstverständlichkeit, mit der noch heute in amerikanischen Lehrbüchern des Verfassungsrechts auf Locke verwiesen wird.


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