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Lewis, Sinclair - Leben und Biographie



Als Sinclair Lewis 1930 als erstem US-amerikanischen Schriftsteller der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, hatte er die fünf großen Romane, die sein Hauptwerk bilden, bereits geschrieben. Main Street , Babbitt , Dr. med. Arrowsmith , EimerGantryi 1927) und Sam Dodsworth[ 1929) waren innerhalb nur einer Dekade entstanden und bilden ein genau beobachtetes kritisch-satirisches Porträt des US-amerikanischen Bürgertums der 1920er Jahre.

      Nach einem Studium arbeitete Lewis an der von Jack -»London und Upton -» Sinclair in Helicon Hall gegründeten sozialistischen Schule mit. Als Reporter, Redakteur und Lektor kam er schon früh mit dem Verlagswesen in Berührung. Mit seinen ersten Romanen hatte er nur wenig Erfolg; erst 1920 gelang ihm der Durchbruch mit Main Street.
      Schon nach Eimer Gantry als Enfant terrible attackiert - es gab sogar Aufrufe zum Lynchmord -, erfuhr Lewis starken Widerspruch auch auf das Werk Der königliche Kingsblood , das die Rassenproblematik behandelt. Lewis verließ die USA und übersiedelte nach Europa.

      Babbitt
1926 sorgte Sinclair Lewis für einen damals beispiellosen Skandal: Als ihm der Pulitzerpreis für Dr. med. Arrowsmith zugesprochen wurde, lehnte er diesen ab; er hatte ihn für Babbitt erwartet, nachdem er bereits zuvor mit Main Street am Veto des Stiftungskuratoriums gescheitert war.
      Entstehung: Geschult am Journalismus, setzte Lewis die Tradition des »muckracking« - einem auf die Kritik an politischen, wirtschaftlichen und sozialen Missständen gerichteten Enthüllungsjournalismus - fort; Lewis arbeitete mit subtileren Mitteln als etwa sein Zeitgenosse Upton -» Sinclair und sezierte statt der proletarischen die bürgerliche Welt. Dem Schreiben ging eine gründliche Recherche in der Geschäftswelt voraus, ein Verfahren, das Lewis auch bei späteren Romanen anwandte. Besonders die exakte Wiedergabe der typischen Sprache wurde zum Stilmittel, um verschiedene Schichten und Berufsgruppen zu kennzeichnen.
      Aufbau: Die ersten sieben Kapitel schildern bis in die kleinsten Details hinein einen einzigen typischen Tag im Leben Babbitts und machen den Leser mit dessen zuweilen manisch anmutenden Gewohnheiten und Anschauungen bekannt. Dieser Teil endet mit einer Collage aus Szenen, die sich gleichzeitig anderswo abspielen - eine Technik, die John -> Dos Passos später zum Erzählprinzip seiner Trilogie USA. erhob - und die Eigur Babbitt in einen universellen Rahmen stellen. In den folgenden zwölf Kapiteln wird Babbitts Porträt durch Situationen präzisiert, bevor die dramatische Handlung des Romans einsetzt.
      Inhalt: Der monotone Alltag des konformistischen, ganz auf Konsum, Karriere und Fortschritt fixierten Spießbürgers George F. Babbitt, 46, Vater von drei Kindern und Immobilienmakler in der fiktiven Industriestadt Ze-nith, Winnemac, beginnt an jenem Februartag des Jahres 1921 aus den Fugen zu geraten, als er während einer Geschäftsreise in Chicago zufällig seinen besten Freund Paul Riesling beim Fremdgehen ertappt. Wenig später versucht Paul seine eigene Frau, deren zänkisches Wesen er nicht länger ertragen kann, zu erschießen und kommt ins Gefängnis. Babbitts Welt, »die ohne Paul für ihn bedeutungslos geworden war«, bricht zusammen. Er rebelliert gegen die Enge seines bisherigen Lebens, indem er seine Frau Myra betrügt; er vernachlässigt Freunde und Geschält und verkommt zusehends. Doch der bald bereute Ausbruchsversuch ist nur von kurzer Dauer. Als Myra erkrankt, kehrt er in sein altes Leben zurück und alles ist wiedeT so, wie es immer war. Wirkung: Lewis wurde aufgrund der minutiösen Milieuschilderung in seiner Prosa als »größter Romanfotograf Amerikas« bezeichnet; öafafa/'ttging als Synonym für den »selbstzufriedenen Spießer« in den Sprachgebrauch ein. Die Verleihung des Nobelpreises an Lewis empörte weite Teile der US-amerikanischen Ã-ffentlichkeit. In Europa haben die Ãobersetzungen seiner Werke erheblich zu einer kritisch-distanzierten Sichtweise der USA beigetragen. Später gab John -^Updike dem Antihelden seiner Rabbit-Tetralogie in Anspielung auf dessen Prototyp den Spitznamen »Rabbit«.
Die wichtigsten Bücher von Sinclair Lewis
Benzinstotion 1919 Während eines Autotrips quer durch die USA versucht der junge Garagenbesitzer und Naturbursche Milt Daggert das Herz der verwöhnten Industriellentochter Ciaire Boltwood zu erobern.
      Main Street 1920 Die junge Bibliothekarin Carol Kennicott heiratet ins fiktive Qopher Prairie und versucht vergeblich, Kultur und Modernität in das miefige Provinznest, für das Lewis'Geburtsort Vorbild war, zubringen.
      Babbitt 1922 Mit der Figur des selbstgefälligen Babbitt, der aussichtslos gegen die Enge seiner kleinbürgerlichen Welt revoltiert, wurde der Spießer zum Thema der US-amerikanischen Literatur.
      Dr. med. Arrowsmith 1925 Ein engagierter Arzt will dem medizinischen Fortschritt dienen, erlebt jedoch nur Karrieresucht und Profitdenken und gerät, als er ein neues Virus entdeckt, in einen heiklen Gewissenskonflikt
ElmerGantry 1927 Der Gemeindepfarrer Eimer Gantry ist ständig hinter jungen Mädchen her und nutzt sein Amt und den Glauben der Menschen scheinheilig und skrupellos zum eigenen Vorteil aus.
      Sam Dodsworth 1929 Ein auseinander gehendes Ehepaar bereist Europa, doch die Fahrt dient mehr der Entdeckung ihrer selbst.
      Ann Vickers 1933 Der Roman um Ann Vickers, die idealistische Leiterin eines Frauengefängnisses, ist ein satirischer Hieb auf die Korruption der Bürokratie und die Apathie der Gesellschaft.
      Dos ist bei uns nieht möglich 1935 Lewis' warnende Fiktion vor einer Gleichschaltung der Medien und der faschistischen Machtergreifung in Amerika, in den USA ein spektakulärer Erfolg, erschien in Deutschland erst 1984.
     


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Lewis,  Sinclair    





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