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Laozi - Leben und Biographie



Laozi, wörtlich »der alte Meister«, ist einer der größten Weisen Chinas und wird als Begründer des Daoismus betrachtet. Es gibt jedoch keine historische Quelle, die seine Existenz beweist
Der Philosoph lebte der Legende nach vermutlich um 500v.Chr. und war demnach ein älterer Zeitgenosse von -> Konfuzius. Laozi stammte aus dem Staat Chu und ging am Hof der Herrscher der Zhou-Dynastie der Arbeit eines Archivars nach. Als sich die politischen Zustände verschlechterten, verließ er das Land. Bei der Ãoberquerung eines Grenzpasses habe ihn die Bitte des Zollwärters Yin Xi veranlasst, seine Lehre aufzuschreiben. So soll das Werk entstanden sein, dessen Titel Daodejing meist mit Das Buch vom Sinn und Leben übersetzt wird.

      Das Wissen über den Philosophen entstammt seiner Bio-grafie in den Historischen Aufzeichnungen von Sima Qian . Sie weist allerdings Widersprüche auf, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass die Biografie erst 400 Jahre nach der für Laozi angenommenen Lebenszeit verfasst wurde. Sie kann daher nicht als zuverlässig betrachtet werden.
      Ungeachlet dessen wird Laozi in China seit 2500 Jahren hoch verehr!. Seit dem 2. Jahrhundert n.Chr. gilt er als einer der drei höchsten Götter des daoistischen Pantheons.
      Das Buch vom Sinn und Leben
Das Buch vom Sinn und Leben fauch Das Buch vom Tao und seiner KrafT), eine der ersten daois-tischen Schriften, ist einer der Grundpfeiler des üaoismus und hat seine weitere Entwicklung tiefgreifend beeinflusst. Entstehung: Die Verfasserschaft Laozis ist als legendär zu betrachten, desgleichen die anrührende Art der ersten Niederschrift des Textes, wie Bertolt -> Brecht sie in seiner berühmten Legende von der Entstehung des Buches Tao teking auf dem Weg des Laotse in die Emigration erzählt hat. Heute geht man davon aus, dass es vor der ersten bekannten Aufzeichnung des Textes eine mündliche Ãoberlieferung gegeben hat und dass es sich um eine Anthologie von Aussprüchen mehrerer Weiser handelt. Inhalt: Im Buch vom Sinn und Leben werden die Grundlagen der daoistischen Weltsicht und Lebensweise dargelegt. Erstmals erscheint der Begriff »dao« , wörtlich: der Weg, in der Bedeutung »das Absolute / höchste Wirklichkeit/ Urgrund alles Irdischen«. Die Wirkkraft des »dao«, die sich in der Welt manifestiert, ist das »de«, vielfach mit »Tugend« übersetzt. Weitere wichtige Begriffsinhalte sind die Leere, die Stille, die Spontaneität, das absichtslose Handeln und die Rückkehr zum Ursprung. Im Zentrum des Textes steht die Beschreibung einer Lebensweise, die im Einklang ist mit dem »dao«: Genügsamkeit, Gewaltlosigkeit und Nachsicht sind wesentliche Charakteristika dieser Lebens- und Denkweise. Darüber hinaus werden Ansätze einer Kosmologie vorgetragen und eine Regierungsweise im Einklang mit dem Dao empfohlen. Diese Abschnitte richten sich direkt an Machthaber. Sie legen dem Herrscher das absichtslose Handeln nahe, was bedeutet, nicht in den natürlichen Verlauf des Wandels in der Welt einzugreifen.
      Aufbau: Das Werk ist in zwei Teile gegliedert und umfasst 81 kurze, teilweise gereimte Sinnspruche. Die aufgrund der oft vieldeutigen Aussagen zum Teil weit vom Original abweichenden westlichen Ãobersetzungen beruhen auf einer Textversion aus dem 3. Jahrhundert n.Chr. Eine noch frühere Version wurde 1973 in einem Grab in Guodian gefun-den. Diese geht auf das späte 4. Jahrhundert v.Chr. zurück und weist zu dem bis dahin bekannten Text inhaltliche Unterschiede auf. In dieser noch nicht ins Deutsche übertragenen Fassung stehen die beiden Teile in umgekehrter Reihenfolge.
      Wirkung: Hundert Jahre nach seiner Entstehung war Das Buch vom Sinn und Leben in China bereits gut bekannt und wurde in vielen wichtigen Schriften zitiert. Die Konzentration auf den individuellen Weg und die Abkehr von der Gesellschaft erschien jedoch vielen als Anarchismus. Mit der Lehre wurden Volksaufstände begründet sowie die daoistische Volksreligion. Im Laufe der Geschichte entstand zu dem vieldeutigen Werk eine umfangreiche Kommentarliteratur. Zu seinem Verständnis, wie auch zum Verständnis des Dao, führt aber nicht akademisches Studium, sondern vielmehr Meditation, Einfühlung und spirituelle Schulung. Das Daodejing zählt zu den meistübersetzten Büchern der Welt und zu den bedeutendsten Zeugnissen der Literatur des Altertums.


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