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Lagerkvist, Pär Fabian - Leben und Biographie



Pär Lagerkvist setzte den literarischen Spielarten des Naturalismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein eigenes Programm entgegen, in dem er Einfachheit und Klarheit zum künstlerischen Stilmittel erhob. Damit steht er am Beginn des Modernismus in Schweden. Inhaltlich beschäftigten ihn vor allem religiöse Probleme: die Suche nach dem Sinn des Lebens angesichts des Bösen in der Welt.

      Pär Lagerkvist war das jüngste von sieben Kindern eines Bahnhofsvorstehers im smäländi-schen Växjö. Er wuchs in einem lutherisch-pietistischen Milieu auf, doch entwickelte er eine Glaubenshaltung, die er selbst als religiösen Atheismus umschrieb. 1911 - studierte er Literatur in Uppsala. 1913 verbrachte er einige Monate in Paris, wo er die moderne Kunst kennen lernte, insbesondere die Fauvisten, Kubis-ten und die naive Kunst. Noch im selben Jahr legte Lagerkvist mit der programmatischen Schrift Wortkunst und Bildkunst eine Art Manifest vor, in der er in Anlehnung an die einfache Kompositionsweise der modernen bildenden Kunst eine ästhetische Erneuerung der Literatur forderte. In den Folgejahren setzte er diese in einer großen Zahl an Gedichten, Romanen und Dramen um. 1940 wurde Lagerkvist Mitglied der schwedischen Akademie. 1951 erhielt er »für die künstlerische Kraft und die Integrität, mit der er in seinen Werken eine Antwort auf die ewigen Probleme der Menschheit sucht«, den Literaturnobelpreis.
      Barabbas

Mit Barabbas setzte Pär Lagerkvist seine Forderung nach Einfachheit des Stils um der Klarheit der Aussage willen meisterhaft um. Der Roman gehört zu seinem Spätwerk, in dem das Religiöse zum Hauptthema wird. Es handelt von einem Mann, der durchdrungen ist vom Zweifel an Gott, aber dessen Schicksal dennoch mit Gott verbunden ist.
      Inhalt: Der Verbrecher Barabbas soll zusammen mit Jesus gekreuzigt werden, wird jedoch begnadigt. Damit erfährt sein Leben eine Wandlung. Er erlebt die Kreuzigung, Bestattung und Auferstehung Jesu zu-sammen mit einer jungen Frau, einer Außenseiterin, die entstellt ist von einer Hasenscharte. Doch Barabbas begreift nicht, was er sieht. Obwohl er nicht an die Göttlichkeit Jesu glaubt, sucht er die Christen auf. Diese begegnen ihm mit Hass, als sie erkennen, wer er ist. Er bleibt in Jerusalem, bis das Mädchen mit der Hasenscharte, mit der er ein Verhältnis hatte, wegen ihres Glaubens gesteinigt wird. Barabbas tötet den Mann, der den ersten Stein warf, und bestattet sie neben dem gemeinsamen Kind. Ihr Tod lässt ihn noch stärker an Gott zweifeln.
      Barabbas verlässt Jerusalem und kehrt zu seiner Räuberbande zurück. Er führt sie an, seit er Eliahu, seinen Vorgänger, im Streit getötet hatte. Er konnte nicht wissen, dass dieser sein Vater war: Seine Mutter war ein Vergewaltigungsopfer der Bande. Sie hatte Barabbas auf der Straße zur Welt gebracht und ihn noch im Sterben verflucht.
      Zwei Jahrzehnte später dient Barabbas als Sklave bei den Römern. Sie haben ihn an Sahak gekettet, einen Christen, von dem Barabbas sich erneut, aber halbherzig bekehren lässt. Doch als sie wegen ihres Glaubens von den Römern zur Rechenschaft gezogen werden, widerruft Barabbas. Denn er sieht, wie Sahak gekreuzigt wird und dass kein Gotteswunder ihm hilft. Nach einem Traum, in dem Sahak für ihn betet, sucht er wieder Kontakt zu der Christengemeinschaft. Als er eine heimliche Versammlung in den Katakomben von Rom aufsuchen will, verirrt er sich in der Dunkelheit zwischen den Toten. Ein Gefühl der Einsamkeit und Verzweiflung läutert ihn schließlich zum Christen.
      Als er zurück nach Rom gelangt, sieht er die Stadt in Flammen stehen. Er hält es für den Aufstand der Christen und hilft das Feuer zu verbreiten. Doch tatsächlich war es der Plan Neros, die Christen auf diese Weise zum Sündenbock zu machen und verfolgen zu können. Mit ihnen wird Barabbas gefangen und bevor er am Kreuz stirbt, bekennt er sich zu Gott: »Herr, in Deine Hände befehle ich meinen Geist.« Struktur: Der kurze Roman ist in einem bild-haft-mystifizierenden Stil verfasst und erinnert dadurch stellenweise an den der-- 6/öe/. Lagerkvist mischt die Erzählperspektiven der verschiedenen Figuren und die eines allwissenden Erzählers. So wird z.B. das Schlüsselereignis des Buchs, Christi Auferstehung, zum einen durch die Augen des naiven ungläubigen Barabbas dargestellt, der sich das Geschehen nicht erklären kann, zum anderen aus der Sicht einer gläubigen Frau.
      Die Barabbas-Figur verkörpert die Dualität von Gut und Böse im menschlichen Wesen. Insgesamt konzentriert sich die Handlung auf die Darstellung der Hauptfigur, über dessen Leben allmählich eine höhere Macht Einfluss gewinnt.
      Wirkung: Barabbas brachte dem lange unbeachteten Lagerkvist späte Weltgeltung und 1951 den Nobelpreis ein. Dennoch blieb er mit seiner religiös-mythischen Dichtung ein Einzelgänger. Der Roman wurde 1952 verfilmt. 1953 schrieb Lagerkvist eine Bühnenadaption, die mit Erfolg aufgeführt worden ist.
     


Lenk, fabian

Biografie: *1963. F. Lenk studierte Diplomjournalistik an der Universität in München und arbeitet als Journalist. Kriminalromane: 1996 Brandaktuell, Gra-fit Krimi 64; 1997 Schlaf, Kindlein, schlaf, Grafit Krimi 75; 1998 Mitgefangen, mitgehangen, Grafit Krimi 209; 1998 Der Gott der Gosse, Grafit Kr .....
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