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Kureishi, Hanif - Leben und Biographie



Hanif Kureishi, Sohn einer Engländerin und eines 1947 eingewanderten Pakistani, ist eine der originellsten literarischen Stimmen aus dem multikulturellen Milieu der englischen Hauptstadt. Mit bitterer Ironie und derbem Humor schildert er den harten Alltag der Minderheiten und ihre Sehnsucht nach sozialem Aufstieg.
      Bereits während seines Philosophie-Studiums begann Kureishi Theaterstücke zu schreiben und wurde bald Hausautor des Royal Court Theatre. 1980 feierte sein erstes abendfüllendes Stück The MotherCountry Premiere. An Londoner Theatern längst etabliert, schrieb Kureishi die Vorlagen zu Stephen Frears Filmen Mein wunderbarer Waschsalon sowie Sammy und Rosie tun es . Sein Drehbuch London KillsMeverfilmte Kureishi 1991 selbst.

      Einen großen Erfolg feierte Kureishi mit seinem ersten Roman Der Buddha ausderVorstadt. Seine Hauptthemen Rassismus, Gewalt, Drogen, Musik, sexuelle Ausschweifung, kleinbürgerliches Spießertum und esoterische Spinnereien führte er in späteren Büchern fort. In Rastlose Nähe schildert er die nächtlichen Gedanken eines Mannes, der Frau und Kinder verlassen wird, in dem modernen Entwicklungsroman Gabriels Gabe befreit sich ein 15-Jähriger vom idealisierten Vater.

      Der Buddha aus der Vorstadt
Mit seinem modernen Bildungs- und Schelmenroman aus der wilden Punk-Ã"ra der späten 1970er Jahre bis zur Thatcher-Ã"ra schuf Kureishi ein realistisches, sprachlich virtuoses Porträt der Londoner Einwanderermilieus. Inhalt: Karim, Sohn eines Inders und einer Engländerin, hat es satt, im kleinbürgerlichen Mief der Londoner Vorstadt dem Traum seiner Eltern vom Aufstieg in die Mittelklasse zu folgen. Doch nicht nur Karim, auch sein Vater, bricht plötzlich aus seinem faden Leben aus. Erfühlt sich zum Guru berufen, hält Yoga- und Meditationskurse ab und schafft sich eine exzentrische Geliebte an. Als Karims Vater die Familie verlässt. um zu seiner Gespielin Eva zu ziehen, treibt es auch Karim hinaus ins pralle Leben. Für den bisexuellen jungen Mann beginnt eine aufregende Initiationsreise im Dunstkreis der Londoner Subkultur. Schließlich schafft er den Durchbruch als Schauspieler. Aufbau: Kureishi präsentiert eine bunte und schrille Welt, die an die Musik jener Zeit erinnert, die sich offen zum Müll bekannte. Das turbulente Treiben der Suburbs, in denen er aufgewachsen ist, prägt das Werk. In diesem Umfeld hat er die verschiedensten Metischen kennen gelernt, die er in seinen Büchern beschreibt: Hippies und Halbseidene, Arbeiter und Müßiggänger, Prediger und Pseudokünstler. In direkter, bisweilen drastischer Sprache präsentiert er skurrile Antihelden, bei denen der Leser oft nicht weiß, ob man über sie lachen, sie bemitleiden oder vor ihnen Angst haben soll. Mit ironischen Ãobertreibungen und symbolischen Ãoberhöhungen setzt Kureishi der weißen Schicht der Kleinbürger und Angeber die großfamiliäre Welt der Einwanderer aus den ehemaligen britischen Kolonien gegenüber, deren Träume nicht minder profan sind. Wirkung: Der Buddha aus der Vorstadt wurde mit dem in England hoch geschätzten Whit-bread Prize für das beste Erstlingswerk ausgezeichnet. Kureishis Freund Salman -> Rushdie lobte das Buch als »absolut respektlos, wild und unanständig, aber auch tief berührend und voller Wahrheit«.


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Kureishi,  Hanif    





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