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Kierkegaard, Soren - Leben und Biographie



Soren Kierkegaards Bedeutung für die Philosophie liegt vor allem in seinem Kampf gegen jede Form von Systembildung. Er gilt als einer der Begründer der Existenzphilosophie, welche die Fragen nach Freiheit, Schuld und Verantwortung in ein völlig neues Licht stellte. Weil der Mensch nur Vergangenes verstehen kann, aber auf Zukunft ausgerichtet lebt, kann er die Probleme der Existenz nie rein intellektuell beleuchten, sondern nur als unmittelbar Betroffener, leidenschaftlich und subjektiv.

      Die radikale Kritik Kierkegaards an der traditionellen Philosophie wurde erst im 20. Jahrhundert verstanden. Vor allem Karl -»Jaspers und Georg -^Lukäcz entdeckten seine Schriften für sich. Ebenso hebt Ernst — Bloch Kierkegaards Bedeutung hervor, indem er ihm eine ähnliche Aufgabe wie David Hume zukommen lässt, nämlich die Welt aus ihrem dogmatischen Schlummer zu reißen.
      Kierkegaard lebte fast ausschließlich in Kopenhagen. An äußeren Ereignissen arm, war sein inneres Erleben umso bewegter. Für seine Philosophie und sein Leben waren menschliche Begegnungen entscheidend: die intensive Beziehung zu seinem Vater, der ihn zu einem gläubigen, aber auch melancholischen Menschen erzog; die frühe Abgrenzung gegen G.W. F. ^> Hegels Systemphilosophie, die er aufbrechen wollte zugunsten einer Philosophie der Existenz; der Streit mit den Bischöfen Mynster und Martensen über ihr für Kierkegaard perver-tiertes Christentum und die unerfüllte Liebe zu seiner zeitweiligen Verlobten Regine Olsen.

      Der Betriff Angst
Die Schrift, erstmals unter dem Pseudonym Vir-gilius Haufniensis erschienen, ist ein direkter Angriff auf die herrschende hegelsche Philosophie, in der Soren Kierkegaard keinen Platz für das Schicksal des Einzelnen sieht. Inhalt: Für Kierkegaard macht die Möglichkeit zum Handeln und zur Freiheit dem Menschen Angst. Aus menschlichen Handlungen wird Geschichte, die aber laut Kierkegaard nie frei von Schuld sein kann. Kernstück seiner Schrift ist die Abhandlung über die Erbsünde. Darin bestimmt er den Menschen als ein Doppelwesen, in dem sich die Freiheit mit der Notwendigkeit, Unendlichkeit mit Endlichkeit verbindet. Mit dem Begriff des Augenblicks erhält nach Kierkegaard die Freiheit ihren Bezug zur Zeit. Der Mensch kann Möglichkeiten nutzen oder versäumen; er selbst verwandelt sie durch sein Handeln in Wirklichkeiten. Ein Schritt von der Möglichkeit zur Wirklichkeit erscheint zwar verlockend, weil er in die Freiheit führt, er ist aber immer mit Angst verbunden.
      Kierkegaard unterscheidet zwischen Furcht und Angst. Furcht richte sich auf Bestimmtes, Angst bleibe stets unbestimmt. Es ist die Angst vor dem Nichts, das weite Feld des Unbekannten, in dem auch die Möglichkeit zur Schuld liegt. Wie der Augenblick die Freiheit erst verwirklicht, schafft die Sünde das Selbstbewusst-sein. Solange der Mensch unschuldig in Gottes Schoß geborgen ruhe, träume er. Erst mit dem Sprung aus der Unschuld erwache sein Geist und das Bewusstsein von Freiheit und Schuld. Doch die Angst lähmt nach Kierkegaard nicht nur, sondern enthält die unendliche Möglichkeit des Könnens, die den Motor menschlicher Entwicklung bildet. Entweder verhält sich der Mensch zum Leben ästhetisch und genießend oder ethisch, d.h. verantwortlich und religiös. Aufbau: Die ersten beiden Kapitel bestimmen die Theorie oder Logik der Freiheit . Hier begegnet uns die Angst noch als Unschuld, Ahnung und Unwissenheit. Im Kapitel 3 wird die Struktur der Angst beschrieben, um mit dem Begriff des Augenblicks den Ãœbergang von der Möglichkeit zur Wirklichkeit zu schaffen. Nur in der Zeit kann der Mensch Möglichkeiten ergreifen oder verfehlen. Hier werden die Formen der unbewussten Angst erläutert.
      In den Kapiteln 4 und 5 beschäftigt sich Kierkegaard mit den konkreten Formen der Angst, mit der Handlungsfreiheit und ihren Konsequenzen. Die beschriebenen Formen der be-wussten Angst unterteilt er in Angst vor dem Guten und Angst vor dem Bösen. Wirkung: Seine Lebensphilosophie macht Kierkegaard zum Stammvater des existenzialisti-schen Denkens. Seine charakteristische Form fand der Existenzialismus in Deutschland und vor allem Frankreich. Besonders die Philosophen des 20. Jahrhunderts untersuchten Phänomene wie Angst, Sorge, Verzweiflung und Schuld . In einer Welt, die sich in Sekundenschnelle vernichten könnte, bekommt die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Angst besondere Aktualität.


Kierkegaard, sören aabye

Die anhaltende Fasizmation. die von K.s schwermütiger Philosophie ausgeht, verdankt sich der Einzigartigkeit des Versuchs, das Leiden an der eigenen melancholischen Befindlichkeit mit Einsichten in wesentliche Aspekte der menschlichen Existenz zu verbinden. Die Bedeutung seiner Lebensgeschichte ist .....
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Kierkegaard,  Soren    





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