Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Autoren

Index
» Autoren
» Kawabata Yasunari

Kawabata Yasunari - Leben und Biographie



Charakteristisch für den Nobelpreisträger Kawabata Yasunari ist der schlichte Stil, der an Haikus erinnert. Thematisch liegt der Akzent seines Werks auf der Schönheit des alten Japan. Kawabata verlor mit zwei Jahren den Vater, mit drei die Mutter, noch in der Kindheit die Schwester und die Großmutter; der Großvater, der ihn aufzog, verstarb, als Kawabata 16 war. Mit dem Erbe und der Unterstützung seiner Verwandten konnte er weiterhin ein Internat besuchen und 1920-24 an der Tokyo-Univer-sität Literaturwissenschaft studieren. Nach Ab-schluss des Studiums wurde er freier Schriftsteller. Obwohl seine Werke vom Nationalismus im Zweiten Weltkrieg unbeeinflusst blieben, begrüßte er die Aufwertung der japanischen Kultur, die im Vergleich zu der des Westens auch in Japan lange als minderwertig angesehen worden war. Aus dieser Perspektive entstanden bedeutende Werke wie Schneeland und Ein Kirschbaum im Winter .
      1946-65 warKawabata Präsident des japanischen PEN-Clubs und wurde 1958 zum Vizepräsidenten des Internationalen PEN-Clubs gewählt. 1968 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Politisch äußerte er sich als Kritiker der Kulturrevolution in China und als Befürworter des Weltfriedens.
      Die wichtigsten Bücher von Kawabata Yasunari
Die Tänzerin von Izu 1927 Auf der Reise zur Halbinsel Izu lernt ein 20-Jähriger eine Tänzerin und deren Familie kennen, die ihn seelisch heilen.
      Schneeland 1937 Der Kritiker Shimamura quartiert sich in einem tandgasthaus ein, wo er und eine Geisha sich ineinander verlieben.
      Tausend Kraniche 1952 Der passive Kikuji, Hauptfigur dieses Romans, wird zum Spielball mehrerer um ihn werbender Rivalinnen.
      Ein Kirschbaum im Winter, 1954 Shingo, über 60 Jahre alt, fühlt sich nicht mehr jung und ist einsam. In der Frau seines Sohnes findet er seinen seelischen Trost.
      Kyo tooder Die jungen Liebenden in der alten Kaiserstadt, 1962 Chieko trifft durch Zufall ihre Zwillingsschwester Naeko, von deren Existenz sie nichts wusste. Um die Gunst der beiden bewerben sich drei Männer.
     

Tausend Kraniche
Der Roman, für den Kawabata Yasunari 1952 den Geijutsuin-Preis erhielt, spielt in der Welt der traditionellen japanischen Künste. Inhalt: Kikuji Mitani wird von Chikako, der ehemaligen Geliebten seines verstorbenen Vaters, zu einer Teezeremonie eingeladen. Sie möchte ihm dabei die junge Yukiko vorstellen. Neben Chikako und Yukiko nehmen die Witwe Ota, eine andere Nebenfrau des Vaters, und deren Tochter Fumiko an der Zeremonie teil.
      Ota, die ihren verstorbenen Geliebten noch sehr vermisst. passt dessen Sohn auf dem Rückweg ab und verführt ihn. Die Beziehung entwickelt sich gegen den Widerstand von Chikako. Ota kann ihr Schuldgefühl nicht ertragen und nimmt sich das Leben. Kikuji fühlt sich nun von Fumiko angezogen, die ihn an ihre Mutter erinnert. Von Leidenschaft überwältigt, lieben sie sich im Teehaus seines Vaters. Danach verschwindet Fumiko und Kikuji findet nur noch die Teeschale, die ihm Fumiko als Erinnerung an ihre Mutter geschenkt hatte, zerbrochen vor. Aufbau: Jedes der vier Kapitel hat einen Titel, der die Gedanken Kikujis symbolisch wiedergibt. Im ersten Kapitel Tausend Kraniche treffen sich alle Hauptfiguren bei der Teezeremonie, die Konkurrenz zwischen Chikako und Ota um Kikujis Vater wird geschildert. In dieser Szene bewundert Kikuji die tausend Kraniche - ein Symbol derLnschuld - auf dem Einschlagtuch von Yukiko. Sonnenuntergang im Wald heißt das zweite Kapitel, in dem die Gegnerschaft beider Frauen sich nun auf den Sohn Kikuji bezieht. Kikuji kann den gemeinsam mit Ota beobachteten Sonnenuntergang nicht vergessen; Ota bringt sich jedoch um. Im dritten und vierten
Kapitel Eshino{em Markenname von PorzellaN) und Lippenstift der Mutter geht es um die Rivalität zwischen Chikako und Fumiko, der Tochter von Ota, nach deren Hinterlassenschaften die beiden Kapitel benannt sind. Nach der Affäre mit Fumiko sieht Kikuji im letzten Kapitel Der doppelte Stern am Himmel einen Stern, der ihn an die beiden Frauen erinnert. Kikuji weiß nicht, wie er sich zwischen den jeweiligen Rivalinnen entscheiden soll, und bleibt ratlos und passiv.
      1954 erschien mit Wellen-Regenpfeifer die Fortsetzungvon Tausend Kraniche. Auch in diesem Roman bleibt Kikuji ein Spielball des Schicksals und findet keinen eigenen Weg. Wirkung: Der Roman wurde oft mit Kawabatas fast gleichzeitig erschienenem Buch Ein Kirschbaum im W/nterverglichen, das ebenso in der traditionellen japanischen Welt spielt. Dieses fand und findet heute noch wegen seiner Konstruktion und Thematik größere Resonanz.


 Tags:
Kawabata  Yasunari    


Impressum

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com