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Kasantsakis, Nikos - Leben und Biographie



Nikos Kasantsakis veranschaulicht in seinem Werk durch die Darstellung unterschiedlicher Menschenschicksale den Gegensatz von Tod und Unsterblichkeit, Körper und Seele, Materie und Geist und verleiht ihm so Zeitlosigkeit.
      Nach seinem Jurastudium in Athen 1902-06 lebte Kasantsakis 1907-09 in Paris, um Philosophie zu studieren. Dort wurde er insbesondere von dervitalistischen Theorie von Henri ->Berg-son beeinflusst, dessen Vorlesungen er an der Sorbonne hörte. Kasantsakis hat auch die Philosophie des Ãobermenschen von Friedrich -^Nietzsche inspiriert, die er vor allem in seinem Roman Alexis Sorbas verarbeitete. Kasantsakis verfasste weitere bekannte Romane, in deren Mittelpunkt die Auflehnung des Menschen gegen jede Form von Unterdrückung steht. Darüber hinaus schrieb er Lyrik, eine Odyssee
, seine Fortsetzung des homerischen Epos, sowie Tragödien, Reiseberichte und philosophische Essays, außerdem zeichnete er sich als Publizist und Ãobersetzer aus. 1956 erhielt Kasantsakis den Weltfriedenspreis.

      Alexis Sorbas
Der nach dem Zweiten Weltkrieg erschienene, auf autobiografischen Ereignissen basierende Roman Alexis Sorbas gehört zu den wichtigsten Werken von Nikos Kasantsakis und ist eine Zusammenfassung der philosophischen Ãoberlegungen des Autors.
      Inhalt: Der Erzähler, ein in England lebender Schriftsteller, erbt an einer Felsenküste Kretas ein Kohlebergwerk. Fest entschlossen, dieses als vermeintlicher Unternehmer zu leiten, bricht er nach Griechenland auf. Dort lernt er den einfachen, vor Lebensfreude sprudelnden Arbeiter und Abenteurer Alexis Sorbas kennen. Von dessen einfachem Wesen schnell eingenommen, bietet der Erzähler Sorbas die Stelle eines Vorarbeiters in dem Bergwerk an. Zwischen Sorbas und seinem Vorgesetzten entwickelt sich eine außergewöhnliche und enge Freundschaft. Der von ungelösten philosophischen Fragen bedrängte Intellektuelle, der sich von der indischen Philosophie, insbesondere von Buddha, Erlösung erhoffte, findet in der Lebenshaltung Sorbas' die ersehnten Antworten. Struktur: Kasantsakis veranschaulicht anhand seiner Protagonisten zwei unterschiedliche Lebensweisen: Während der Intellektuelle für den auf seinen analytischen Verstand bauenden Menschentypus steht, verkörpert Sorbas den Instinktmenschen, der nur seiner Intuition folgt. Indem der Erzähler mit der urtümlichen Lebensform Sorbas' in Berührung kommt, wird ihm sein eigener unzulänglicher Zugang zur Welt bewusst. In der Nähe des lebensbejahenden Menschen lernt er somit das Leben zu lieben und den Tod nicht zu fürchten.
      Die Figur des Alexis Sorbas weist Charakterzüge des Ãobermenschen nach der Philosophie von Friedrich -^Nietzsche auf. Dionysisch kraftvoll, nur seinen Instinkten gehorchend, verwirft Sorbas eine allgemeingültige Ethik und steht somit jenseits von Gut und Böse. Daher haben für ihn Religion, Moral und Logik keine Bedeutung. Die Figur verliert trotz philosophischer Konzeption als Gestalt keineswegs an Lebendigkeit sowie Authentizität und wirkt in allen Handlungen stets überzeugend.
      Wirkung: Der Roman Alexis Sorbas wurde nach seiner Prämierung auf der Internationalen Buchmesse 1954 in Frankreich weltbekannt. Zudem trug die erfolgreiche Verfilmung des Werks durch Michael Cacoyannis dazu bei, dass das Interesse an dem Roman stets lebendig blieb.
     


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Kasantsakis,  Nikos    




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