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Kaminer, Wladimir - Leben und Biographie



In seinen Romanen und Erzählungen hat Wladimir Kaminer eine eigene, autobiogTafisch geprägte Schreibweise jenseits hoher literarischer Formansprüche entwickelt. Mit seiner genauen Beobachtungsgabe, der Perspektive des Außenseiters und dem Gespür fürs Absurde avancierte er innerhalb kürzester Zeit zu einem der beliebtesten Jungautoren Deutschlands.
      Einer Ausbildung zum Toningenieur für Theater und Rundfunk ließ der Schulabbrecher ein Studium der Dramaturgie am Moskauer Theaterinstitut folgen. 1990 siedelte er nach Berlin über. Dort arbeitete er zunächst als Tontechniker bei einer freien Theatergruppe, später organisierte er unter anderem die Russendisko im »Kaffee Burger«, nach der er auch seinen ersten, im Jahr 2000 erschienenen Erzählband benannte. Ende der 90er Jahre verfasste er Feuilletons und Kolumnen für verschiedene namhafte Zeitungen und moderierte regelmäßig Wladimirs Welt beim Radio MultiKulti des SFB.
      Mit dem Debütband Russendisko gelang Kaminer sogleich der literarische Durchbruch; er wurde weit über die Berliner Bühnen und bestimmte Teile des Feuilletons hinaus bekannt. Ebenfalls erfolgreich waren seine ein Jahr darauf erschienenen Bücher SchönhauserAlleexmd Militärmusik. Seine Bekanntheit nutzte er, um mit Frische Goldjungs einen Sammelband mit Kurzgeschichten unbekannter Berliner Autoren herauszugeben. Seine jüngsten Buchveröffentlichungen wie Die Reise nach Trulala und Helden des Alltags weisen ein verändertes Konzept auf: In ihnen vermischt Kaminer verschiedene Genres.

      Russendisko
Kaminer bezeichnet seine Erzählungen als Alltagsbewältigungsgeschichten. Und tatsächlich ist in seinen anekdotenhaften Kurzgeschichten das Moment des Nichtgelingens, des Scheiterns aufgehoben. Da er selbst zwischen verschiedenen Kulturen steht, hat er sich die Neugierde für das Andere bewahrt und kann es satirisch, keineswegs zynisch schildern. Struktur: Die Erzählungen sind nicht chronologisch aufgebaut. In loser Folge berichtet Kaminer über Berliner Alltagsgeschichten, die immer wieder durch Rückblicke auf Ereignisse aus der Vergangenheit - aus der sich aullösenden Sowjetunion - unterbrochen werden. Sein Schreibstil ist einfach, ein parataktischer Satzbau vorherrschend. Das Besondere liegt auch an der Kürze der Kapitel. Es gelingt ihm, mit einer distanzierten Haltung das Groteske vieler Situationen einzufangen, Verschiedenheit zu beschreiben, ohne zu moralisieren und ohne dem Leser »richtig« und »falsch« nahe zu legen. Inhalt: Als sich 1990 die Auflösung der Sowjetunion abzeichnet, beschließt der Autor etwas zu unternehmen, nämlich sich in Richtung Westen aufzumachen. Ein Zugticket nach Ostberlin ist billig zu haben und so macht er sich mit einem Freund, einer Stange russischer Zigaretten und einer Flasche Wodka auf den Weg. Zwei Tage später treffen sie in nicht allzu gutem Zustand in Berlin-Lichtenberg ein. »Die ersten Berliner, die wir kennen lernten, waren Zigeuner und Vietnamesen. Wir wurden schnell Freunde.« In Berlin angelangt, erlebt Kaminer Geschichten, die ebenso grotesk wie wahr sind. Er berichtet von Ereignissen aus seinem multikulturellen Stadtteil in Berlin, über seine Freun-de, seine Familie, das russische Emigrantenmilieu, deutsche Behörden und zufällige Begegnungen mit Menschen aus aller Herren Länder. Oft geht es um Probleme mit Pässen, mit dem Asylrecht und der Ausländerbehörde, um zweifelhafte Beschäftigungsverhältnisse, um Liebesgeschichten ohne Happyend oder russischen Telefonsex. Kaminer erzählt von seinen Versuchen, die deutsche Sprache zu erlernen: mit dem russischen Werk Deutsches Deutsch zum Selberlernen oder von den türkischen Imbissbetreibern, bei denen sich herausstellt, dass sie Bulgaren sind. »Verrückte« aus Marzahn haben es sich zum Hobby gemacht, Autos gegen Bäume zu fahren, biedere deutsche Beamte trifft man überraschend abends in der Schwulenbar. Auch die Familie kommt nicht zu kurz. So erfährt der Leser etwa, dass Kaminers Vater neue Herausforderungen sucht und trotz familiärer Proteste beschließt, den Führerschein zu machen, letztlich aber scheitert, weil sich mehrere Fahrlehrer weigerten, sich ein weiteres Mal mit ihm in ein Auto zu setzen. Wirkung: Der Erfolg des Erzählbandes war überwältigend - und zwar bezogen sowohl auf die Verkaufszahlen alsauch auf das Presseecho. Kaminer konnte sich als »Russe vom Dienst« und als ein anerkannter Repräsentant der viel beschworenen neuen Berliner Hauptstadtkultur etablieren. Die Verfilmung der Erzählungen ist für den Sommer 2004 geplant.
     


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