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James, Henry - Leben und Biographie



Als erster US-amerikanischer Schriftsteller der Moderne übte Henry James mit seinen psy-chologisch-differenzierten Gesellschaftsromanen großen Einfluss aus, u.a. auf James -> Joyce.
      Der Sohn eines reichen Gelehrten, der Wert auf eine gute Erziehung seiner Kinder legte, bereiste neben seinem Studium in den USA schon als Jugendlicher mehrmals Europa. Mit 26 Jahren verließ er Amerika, lebte zunächst in Paris, dann in London, bis er 1898 seinen ständigen Wohnsitz in der englischen Küstenstadt Rye fand.
      Schon früh hatte James Rezensionen, kulturhistorische Artikel und Erzählungen geschrieben. Nach seiner Ãobersiedlung nach England bestimmte das Thema »Amerikaner in Europa« sein Werk, die Konfrontation der amerikanischen Unschuld mit einer überlegenen, oft dekadenten Kultur. Immer wieder gestaltete James auch die Unmöglichkeit von Liebesbeziehungen zwischen amerikanischen Frauen und europäischen Männern. Seine Romane sind arm an äußerer Handlung, aberreich an innerer Dramatik; im Gespräch, noch mehr im Verschweigen entwirft James präzise Psychogramme seiner Heldinnen und Protagonisten, die sich alle in einer höchst kultivierten Umgebung bewegen.

      Bildnis einer Dame
Der Roman von Henry James zeichnet sehr einfühlsam das Porträt einer hochsensiblen jungen amerikanischen Frau, die den Machenschaften einer Gruppe von intrigant-dekadenten Europäern nicht gewachsen ist. Inhalt: Nach dem Tod ihres Vaters reist die schöne, junge Amerikanerin lsabel Archer mit ihrer Tante nach Europa. In England lernt sie ihren Vetter Ralph Touchett kennen, der hingerissen ist von ihrer Attraktivität, ihrer Wissbe-gierte, ihrer Offenheit und ihrem Charme; er verliebt sich in sie. Da er aber aufgrund seiner schweren Tuberkulose nicht daran denken kann, sie zu heiraten, steht er ihr als Freund zur Seite. Ihr Unabhängigkeitsstreben, ihr Freiheitsbedürfnis imponieren ihm. Bereits in Amerika hatte sie einen Verehrer, den Geschäftsmann Caspar Goodwood, hingehalten. Der vitale, robuste, nicht sehr gebildete junge Mann erfüllte ihre Ansprüche nicht. Auch als Ralphs bester Freund Lord Warburton um sie wirbt, lehnt sie ab. lsabel will sich noch nicht binden, sondern erst mehr Erfahrungen sammeln. Um ihr größere Möglichkeiten zur Entfaltung zu geben, überredet Ralph seinen Vater, der im Sterben liegt, lsabel einen großen Teil seines Geldes zu hinterlassen. Als reiche Erbin reist lsabel nach Italien und lernt in Florenz eine Freundin ihrer Tante kennen. Madame Merle ist geschieden, eine schillernde Gesellschaftsdame, der es gelingt, lsabel zu bezaubern und in ihre Kreise zu ziehen. Dort begegnet der jungen Amerikanerin Gilbert Osmond - Kunstfreund, Ã"sthet, Katholik, nicht sehr wohlhabend. Er hateine Tochter, Pansy, die im Kloster erzogen wird. Isabel kann sich der Ausstrahlung Osmonds nicht entziehen und willigt ein, ihn zu heiraten. Ihre Freunde und Verwandte versuchen vergeblich, sie davon abzuhalten, da ihnen Osmond als zu glatt und zwielichtig erscheint. Nach Jahren einer kalten Ehe mit dem Egoisten Osmond und nachdem sie ein Kind verloren hat, muss Isabel einsehen, dass sie wegen ihres Geldes geheiratet worden ist. Sie leidet unter der bedrückenden Atmosphäre in ihrem düsteren Palazzo in Rom, unter ihrem Mann, der sie genauso abschätzt wie eines seiner vielen Kunstwerke. Isabel versucht jedoch in der Gesellschaft die Fassade aufrechtzuerhalten. Erst als ihr Mann die noch sehr junge Pansy mit Lord Warburton verheiraten will, obwohl das Mädchen einen anderen liebt, zeigt Isabel offenen Widerstand. Gegen Osmonds Verbot fährt sie nach London zu ihrem sterbenden Vetter Ralph, dem sie ihr Scheitern und ihre Verzweiflung gesteht. Er muss zugeben, dass seine Idee, Isabel zu Reichtum zu verhelfen, Unglück heraufbeschworen hat.
      Als ihre Freundin Henrietta Stockpole Isabel zur Scheidung rät, lehnt sie ab. Aufgrund ihrer puritanischen Erziehung und ihres Stolzes ist sie nicht bereit, ihren Fehler öffentlich einzugestehen. Außerdem hat sie ihrer Stieftochter Pansy, die aus einer Liaison zwischen Osmond und Madame Merle hervorgegangen ist, versprochen, sie nicht zu verlassen. Form: James setzt an die Stelle der auktorialen Erzählweise des 19. Jahrhunderts eine Schilderung des Bewusstseins seiner Heldin. Im ersten Teil überwiegt die Perspektive Isabels, zunehmend wird aber auch der Sichtweise anderer Figuren Raum gegeben. Viele Gespräche bestimmen den Roman, aber auch Beobachtungen und Reflexionen des Erzählers.
      Wirkung: Bildnis einer Dame ist der erfolgreichste Roman aus der Frühzeit von James. Mit der starken Konzentration auf das Bewusstsein der Romanheldin wirkte er auf die kommende Generation US-amerikanischer und englischer Schriftsteller. Nicht zuletzt wegen dieses Werks gilt James als Vorreiter des modernen Bewusst-seinsromans.
      Die wichtigsten Bücher von Henry James
Die Europäer 1878 Ein Geschwisterpaar, das lange in Europa gelebt hat, besucht die amerikanische Verwandtschaft in Boston und stiftet aufgrund seiner unkonventionellen Art einige Gefühlsverwirrungen.
      Daisy Miller 1879 Eine junge Frau verscherzt sich das Wohlwollen der amerikanischen Kolonie in Rom, weil sie auch mit Italienern der unteren Gesellschaftsschicht verkehrt, sogar einen Liebhaber hat. Erst als sie stirbt, erkennen der Amerikaner und die so genannte gute Gesellschaft ihre Unschuld.
      Bildnis einer Dame, 1881 Unerwarteter Reichtum bringt der Amerikanerin Isabel Archer kein Glück, sondern stürzt sie in eine unglückliche Ehe.
      Die Erbin von Washington Square, 1881 Ein von ihrem Vater abgelehntes reiches Mädchen verliebt sich leidenschaftlich in einen Mitgiftjäger. Als sie seinen Charakter erkennt, weist sie ihn ab und erhält sich ihre Selbstachtung.
      Die Flügel der Taube 1902 Eine schöne reiche Amerikanerin, die nicht mehr lange zu leben hat, wird von einem skrupellosen Liebespaar ausgenutzt. Doch nach ihrem Tod ist auch das Glück der anderen zerstört.
      Die Gesandten 1903 Ein amerikanischer Journalist erkennt bei einem Aufenthalt in Paris die Begrenztheit seines Horizonts und seines Lebens und kehrt nur ungern in seine Heimatstadt zurück, weil er sie als provinziell empfinden muss.
      Die goldene Scho/e,1904 Der fast unsichtbare Riss in einer vergoldeten Schale ist das Symbol für das gefährdete Beziehungsgeflecht zweier Ehepaare.
     


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