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Isegawa, Moses - Leben und Biographie



Moses Isegawa zeichnet in seinen historischen Romanen ein barockes Panorama seiner afrikanischen Heimat im Allgemeinen und des vom Bürgerkrieg zerrissenen Uganda im Besonderen. Er liefert eine Chronologie des Despotismus und schildert die von den Militärs, vor allem von den Diktatoren Milton Obote und Idi Amin begangenen oder verantworteten Grausamkeiten. Isegawa wurde in einem Priesterseminar zum Geschichtslehrer ausgebildet und arbeitete vier Jahre lang als solcher. 1990 übersiedelte er nach Amsterdam und begann 1995 zu schreiben. Bereits für seinen ersten Roman Abessini-sche Chronik, der in mehrere Sprachen übersetzt wurde und zuerst auf Holländisch erschien, erhielt er diverse Literaturpreise.
      Bezeichnend für Isegawas Prosa ist, dass er eine distanziert deskriptive Haltung einnimmt und dabei weder eine Analyse der politischen Entwicklungen und Verhältnisse versucht noch eine psychologisierende Tätercharakteristik entwirft. Information und Aufklärung vermitteln Isegawas Bücher gleichsam indirekt, im Vordergrund steht die ausführliche Beschreibung.
      Abessinische Chronik
Der schelmenhafte Entwicklungsroman vor Moses Isegawa über das Erwachsenwerden eines jungen Mannes zu Zeiten massiver Unruhen in dessen Heimat Uganda ist zugleich ein politischer Roman sowie eine Familiensaga. Inhalt: Anfang der 1970er Jahre wächst der junge Mugezi bei seinen Großeltern auf dem Land auf, während seine Eltern mit seinen anderen Geschwistern in die Stadt gezogen sind. Mit Beginn des Bürgerkriegs muss Mugezi zu seinen Eltern in Ugandas Hauptstadt Kampala, um auf seine jüngeren Geschwister aufzupassen.
      Gleichwohl sind die Unterdrückung und die Gewalt dieser Jahre in Uganda die inhaltlichen Leitmotive des Romans, dessen Titel nicht etwa auf das alte Abessinien im Osten Afrikas anspielt, sondern das englische Wort »abyss« abwandelt. Folter, Plünderungen und Vergewaltigungen bilden die Kulisse des Geschehens. Das Stilmittel der Ironie, eines spöttischen Sarkas-mus', erlaubt Isegawa die Schilderung sogar der brutalsten Gemetzel, ohne dass diese Textpassagen voyeuristisch oder verharmlosend klingen.
      Isegawa gelang es mit diesem Buch, sich den drängenden Problemen des gegenwärtigen afrikanischen Alltags zu stellen und das Ãobel der Militärdiktaturen sowie der korrupten demokratischen Marionettenregierungen zu brandmarken, dabei aber den Politprop-Stil der afrikanischen Unabhängigkeitsliteratur hinter sich zu lassen. Trotzdem setzt Isegawa die Drangsalierungen, die Mugezi in seinem Elternhaus erfährt, mit dem Dogmatismus der Kirche und dem Despotismus der Diktatoren gleich -Demokratieunfahigkeit zeigt sich in Familie, Gesellschaft und Politik. Isegawa bringt die Schrecken des Bürgerkriegs in seiner Heimat nahe, kennzeichnet sie auch als typisch für die Gegenwart in anderen afrikanischen Staaten, bestätigt aber dennoch nicht das überwiegend von Katastrophen bestimmte Afrika-Bild in den westlichen Medien. Er dokumentiert einen Lebenswillen, eine kraftvolle Zuversicht und den Glauben an eine bessere Welt, die Mugezi aber nach seiner Umsiedelung nach Europa auch dort nicht zu entdecken vermag. Wirkung: Isegawa selbst kündigte an, die afrikanische Gegenwartsliteratur mit seinem Roman an die Seite von Gabriel -»Garcia Märquez und Salman -»Rushdie stellen zu wollen. Tatsächlich bescheinigte die Kritik dem Buch eine entsprechende Qualität.
      Hauptfiguren in »Abessinische Chronik« von Moses Isegawa
Mugezi: Der Sohn von Serenity und Nakka-zi empfindet Elternhaus und Priesterinternat gleichermaßen als bedrückend und hält sich während des ugandischen Bürgerkriegs durch Schmuggel über Wasser. Er liebt verbotenerweise seine Halbschwester, begehrt aber auch die jüngste Ehefrau seines Nachbarn in Kampala. Nach seinem Umzug in die Niederlande definiert er seine Landeskenntnisse über Frauenbekanntschaften.
      Serenity: Mugezis Vater Serenity verlor seine erste Frau unter einem Büffelkadaver und lebt seither mit der geschäftstüchtigen, aber zänkischen Nakkazi zusammen,die er indessen mit deren Schwester Naki-buka jahrelang und ohne Gewissensbisse gern und ausgiebig betrügt. Von Serenity stammt das Wortspiel um »Abessinien« als fand am Abgrund.
      Nakkazi: Mugezis Mutter Nakkazi ist eine ehemalige Nonne, die das Kloster aber wegen ihrer Gewalttätigkeit verlassen musste und von Ehrgeiz und Zorn besessen ist. Hingebungsvolle sexuelle Leidenschaft ist ihr verhasst, weshalb sie die Spitznamen »Hängeschloss«, »Jungfrau« und »Schwester Petrus« bekommt Nakkazi ist ungerecht, hinterhältig und verprügelt gern ihre Kinder und Angestellten.
     


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H. war Sohn eines Zuckerfabrikanten, der die Erziehung des Knaben dem Großvater überließ. Ãober seine Kindheit schreibt er: »Welche Bildung habe ich genossen? In der Judengasse geboren und erzogen; bis in mein fünfzehntes Jahr über den Talmud schwarz und blau geschlagen; Unmenschen für Lehrer, schle .....
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Isegawa,  Moses    


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