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Huysmans, Joris-Karl - Leben und Biographie



Joris-Karl Huysmans gehörte zu den Begründern des Symbolismus und prägte maßgeblich das Bild vom Fin de Siecle. Mit seiner Konzentration auf Psyche und Dekor wirkte er noch auf den Nouveau Roman stilprägend.
      Huysmans wuchs in einem kultivierten Milieu auf; sein Vater war Kupferstecher und Maler, die Mutter eine hervorragende Klavierspielerin. Nach dem Abitur trat Huysmans seine Anstellung im
Innenministerium an, die er bis 1898 ausführte. Gleichzeitig stürzte er sich in das Pariser Nacht-und Kulturleben. 1871 gründete er einen Literatenzirkel, dem u.a. Charles-*Baudelaire, Gustave -»Flaubert und Emile -> Zola angehörten. Sein erster Roman Marthe{ 876) schildert noch naturalistisch eine unglückliche Liebe. Mit dem Roman Gegen den Strich wandte Huysmans sich dem Ã"sthetizismus zu. 1891 schilderte er in Tief unten die diabolischen Abgründe des Seelenlebens.
      Noch während Huysmans Orgien feierte, wurde er zum glühenden Katholiken. Mit Durchs Kloster in die Welt zurück begann eine Reihe von Romanen, die die neukatholische Literatur begründeten. Bis zuletzt blieb Huysmans eine gespaltene Persönlichkeit, war zu-gleich Laienbruder in einem Benediktinerkloster und Präsident der Academie Goncourt in Paris. Auch als bedeutender Kunstkritiker konnte er sich einen Namen machen.
      Die wichtigsten Bücher von Aldous Huxley
Eine Gesellschaft auf dem Land 1921 Mit diesem Roman, der bereits die große satirische Begabung des Autors bezeugt, gelang Huxley der literarische Durchbruch.
      Kontrapunkt des Lebens 1928 In diesem Schlüsselroman entwarf Huxley ein groß angelegtes Bild der intellektuellen Kreise tondons während der1920er Jahre und ein satirisch-ironisches Porträt ihrer Perspektivelosigkeit.
      Schöne neue Welt 1932 In dieser Anti-Utopie karikiert Huxley die Wohlstandsgesellschaft eines zukünftigen mechanisierten und totalitären Zeitalters und seine psychologische Manipulation.
      Zeit muss enden 1945 Der mystische Roman ist ein nach dem Schema der mittelalterlichen Moralitäten angelegtes Werk.
      DieTeufelvon Loudun, 1952 Die historische Studie aus der Zeit Ludwigs XI

II.

von Frankreich gilt als das stilistische Meisterwerk des Autors.
      Geblendet in Gaza 1953 Mit diesem Werk begann eine neue Phase in Huxleys Schaffen, die durch eine Hinwendung zur Mystik, eine Ãoberwindung des Ich und seiner Bindung an materielle Werte charakterisiert ist.
      Die Pforten der Wahrnehmung 1954 In diesem Essay werden Formen der Bewusstseinserweiterung thematisiert, basierend auf Experimenten des Autors mit Drogen wie LSD und Mescalin, die er zu dieser Zeit durchführte.
      Himmel und Hölle 1956 Dieser Essay zeigt wie Pforten derWahrnehmung Einflüsse der femöstlichen Mystik und Erfahrungen mit Drogen.
      Eiland 1962 Seinen letzten Roman,der nurzurückhaltendeAufnahmefand, bezeichnete Huxley als Essenz seines Denkens und Wirkens.
     

Symbolismus
Begriff: 1886 druckte die Pariser Zeitung te Figaro ein Manifest des »symbolisme« von Jean Moreas ab. Die neue Kunstrichtung setzte sich von der Wissenschaftlichkeit und dem Materialismus des Naturalismus ab und kann als eine Fluchtbewegung vor der Hässlichkeit und den Problemen von Industrialisierung, Verstädterung und Proletarisierung angesehen werden. Das von Moreas formulierte Credo der Symbolisten lautete: Die Idee muss mit einer sinnlichen Form bekleidet werden. Dies beinhaltete die Schilderung von Seelenlandschaften und transzendenten Wirklichkeiten in freien Versen. Vorbilder waren die etwas älteren Dichter Baudelaire, Arthur -> Rimbaud und Paul Verlaine .
      Autoren: Den Mittelpunkt der Bewegung bildete der Salon von Stephane -> Mallarme. Dort verkehrten auch zahlreiche junge belgische Dichter wie Maurice Maeterlinck , Georges Rodenbach und Emile Verhaeren . Maeterlinck wurde nach dem als sensationell empfundenen Stück Prinzessin Maleine zum herausragenden Dramatiker des Symbolismus. Mit Essays wie Ruysbroeck der Große oder Einführung in eine Traumpsychologie trug er außerdem entscheidend zur theoretischen Fundierung der Bewegung bei. Die symbolistischen Dichter unterhielten enge Kontakte mit den Malern dieser Richtung wie Edward Burne-Jones , Odilon Redon und Felicien Rops .
      Gegen den Strich

Mit Gegen den Strich schrieb Joris-Karl Huysmans den wichtigsten symbolistischen Roman und nahm intuitiv eine ganze Reihe späterer Erkenntnisse der Psychologie vorweg. Inhalt: Herzog Jean Floressas des Esseintes ist der einzige Held des Romans. Der letzte Spross einer dekadenten Familie beschließt, nach einem kurzen, ausschweifenden Leben auszusteigen. Er lässt sich auf dem Land einen Elfenbeinturm bauen, der kostbar ausgestattet wird. Des Esseintes lebt in völliger Abgeschiedenheit seinen Spleen aus. Er stellt exotische Blumensträuße und abenteuerliche Parfüme zusammen, genießt feinste Gerichte und alte Portweine, ergötzt sich an Gemälden und Zeichnungen der Symbolisten Gustave Moreau und Odilon Redon , liest die altrömische, dekadente Literatur, den flämischen Mystiker Jan van Ruysbroek , Arthur -»Schopenhauer sowie die Avantgardisten Charles-* Baudelaire, Stephane-> Mallarme und Paul Verlaine . In seinen Träumen kommen wüste Orgien und perverse Halluzinationen vor. Die Nerven von Des Esseintes, dessen Vorbild der Dandy Robert de Montesquiou war, sind ständig angespannt. Allmählich geht er an seinem Kult der Künstlichkeit zu Grunde. Nach einem Nervenzusammenbruch schickt der Arzt den Neurotiker zur Kur nach Paris. Des Esseintes graust vor dem normalen Leben unter gewöhnlichen Sterblichen, die er verachtet. In einem Stoßgebet bittet er Gott um Beistand. Aufbau: Die Handlung in Gegen den Strich ist sehr spärlich; es gibt nur einen einzigen Dialog zwischen Des Esseintes und einer Nebenfigur. Im Vordergrund steht allein die akribische Beschreibung des Dekors und des Seelenlebens der Hauptfigur. Seine Darstellung der überspannten Gefühlswelt untermauert Huysmans mit präzisen wissenschaftlichen Kenntnissen; die Werke der erwähnten Schriftsteller werden wörtlich zitiert, Künstler und Forscher namentlich genannt.
      Wirkung: Gegen den Strich wurde auf Anhieb zum Kultroman. Die Zuspitzung auf das Psychologische wurde von Marcel -> Proust und den Surrealisten aufgegriffen. Die karge, fast statische Handlung galt noch den Vertretern desNouveau Roman als vorbildlich.
     


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Huysmans,  Joris-Karl    


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