Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Autoren

Index
» Autoren
» Huxley, Aldous

Huxley, Aldous - Leben und Biographie



Aldous Huxley zählt neben George -> Orwell und Jewgeni ^Samjatin zu den großen »AntiUtopisten« des 20. Jahrhunderts. Seine frühen Romane sind Satiren auf den Fortschrittsglauben und die englische High Society. In seinen späteren Werken wendet er sich der fernöstlichen Mystik und Erfahrungen mit Drogen zu.
      Huxley, Enkel des bekannten Biologen Thomas Henry Huxley , stammte aus einer berühmten Gelehrtenfamilie und besuchte das Elite-Internat in Eton. Nach dem Studium der Anglistik in Oxford wandte er sich der journalistischen und schriftstellerischen Arbeit zu. Von 1916 an veröffentlichte er Gedichte und Erzählungen. 1920/21 war er gleichzeitig mit Katherine -> Mansfield Mitarbeiter des Athenaeums und danach der Westminster Gazette. Der literarische Durchbruch gelang ihm mit seinem ersten Roman Eine Gesellschaft auf dem Lande von 1921. Huxley lebte 1923-30 in Italien; 1937 ließ er sich mit seiner Frau in Kalifornien nieder, wo er bis zu seinem Tod lebte. Im letzten Lebensjahrzehnt wandte er sich dem Okkulten zu.
      Huxley war zugleich Essayist und Romancier. Charakteristisch für seine zeit- und gesellschaftskritischen Romane sind der philosophische Dialog und die psychologisch-satirische Beobachtung. Wiederkehrende Themen seiner Werke sind die Scheinexistenz des Menschen, seine Kommunikationsunfähigkeit und der den Mensch bestimmende Körper-Geist-Antagonismus, die Verabsolutierung des Geistigen oder des Körperlichen, wodurch Sinnfin-dungsversuche seiner Romanfiguren stets zum Scheitern verurteilt sind. Huxley schildert die Londoner Gesellschaft der 1920er Jahre, zumeist die intellektuellen Kreise, die in einer Zeit des Umbruchs nach dem Ersten Weltkrieg -durch Ideologien manipuliert und in moralischer Unbesorgtheit ihren Leidenschaften verfallen - ungewollt die Nichtigkeit ihres Lebens enthüllen.

      Schöne neue Welt
Aldous Huxleys Hauptwerk gehört neben Fahren-heit von Ray -> Bradbury sowie Farm derTiere und 7984 von George -> Orwell zu den großen fortschritts- und gesellschaftskritischen Werken des 20. Jahrhunderts. In der Anti-Utopie Schöne neue Welt malt Huxley eindringlich desillusionierende Bilder einer künftigen automatisierten, aller natürlichen Impulse beraubten Welt.
      Inhalt: Schöne neue Welt spielt im Jahr 632 »nach Ford«, nach unserer Zeit im 26. Jahrhundert. Als Jahr Null hat man das Jahr herangezogen, in dem Henry Ford mit der Herstellung des ersten Ford-T-Modells, einem Meilenstein der industriellen Massenproduktion, begann. Die Maxime des Staatsgebildes, in dem an die Stelle Gottes und der Religion die Idee von Massenproduktion und -konsum getreten ist, lautet »Gemeinschaftlichkeit, Einheitlichkeit, Beständigkeit«. Babys werden nicht mehr ausgetragen, sondern in »Brut- und Normzentralen« in Flaschen »gezüchtet«. Die Gleichförmigkeit des Mensehen wird mittels genetischer Manipulationen vervielfältigt. Nach der »Entkorkung«, der Geburt der Kinder, werden die Kinder »genormt«. Die Einteilung der Menschen erfolgt in fünf Kasten: zu diesem Zweck werden den Kindern im Schlaf »Weisheiten« eingetrichtert. Hierdurch ist es möglich, »das Problem des Glücks« zu lösen, »das Problem, wie man Menschen dahin bringt,ihr Sklaventum zu lieben«. Das angestrebte universelle Glück ist nur durch Kontrolle von destabilisierenden Faktoren erreichbar. Für die Flucht aus Momenten des persönlichen Ungleichgewichts steht die Droge »Soma« zur Verfügung.
      Dieser programmierten Welt stehen drei Außenseiter gegenüber: der »Wilde« John Sava-ge, der aus dem Indianerreservat Malpais kommt, sowie Bernard Marx und Helmholtz Watson . Ein »Fabrikationsfehler« bei Bernard zieht nach sich, dass er dem Idealbild der ihm zugedachten Kaste nicht entspricht und anachronistische Liebesgefühle für Lenina Crowne entwickelt. Helmholtz bildet aufgrund seiner geistigen Ãoberlegenheit eine nicht staatskonforme Individualität aus. Savage und Helmholtz versuchen einen Aufstand anzuzetteln, doch sie scheitern: Helmholtz und Bernard müssen ins Exil, Savage bleibt schließlich allein der Selbstmord als Ausweg.
      Aufbau: Der Roman gliedert sich in zwei Hauptteile mit 18 Kapiteln. Haupt- und Nebenstränge der Erzählung sind - den Darstellungstechniken des Mediums Film vergleichbar - durch häufige Episodenwechsel miteinander verflochten. Im ersten Hauptteil, den Kapiteln 1 bis 9. erfolgt eine Einführung in die Gesellschaft der »Soma-Kultur«, werden die Bemühungen der Außenseiter Bernard und Helmholtz, sich frei zu entfalten, und der Aufenthalt im Indianerreservat geschildert. Im zweiten Hauptteil, den Kapiteln 10 bis 18, wird anhand der Figur John Savage aufgezeigt, wie das Gesellschaftssystem der »schönen neuen Welt« auf Außenseitertum reagiert.
      Wirkung: Mit dem Roman Schöne neue Welt erreichte Huxley eine immense Popularität. Auf dem Hintergrund der aktuellen Gentechnikdiskussion erhält das Werk eine neue Brisanz.


 Tags:
Huxley,  Aldous    


Impressum

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com