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Homer - Leben und Biographie



Homer, der als Schöpfer der beiden ersten und bedeutendsten griechischen Großepen Iliosund Odyssee gilt, steht am Anfang der griechischen Literatur sowie der abendländischen Heldenepos-Tradition. Bereits im Altertum war Homer ein gerühmter Dichter und ein Vorbild und Lehrmeister der Antike. Ab dem 6. Jahrhundert v.Chr. wurde er durch fahrende Sänger im gesamten griechischen Sprachraum verbreitet und rezitiert. Die Was und die Odyssee übten maßgeblichen Einfluss auf die griechische Sprache, Literatur und bildende Kunst aus.
      Über Homers Person herrschte seit jeher Unsicherheit. Die literarisch-biografische Erforschung begann im 5. Jahrhundert v. Chr., wobei die Quellen viel Widersprüchliches enthalten. Aufgrund sprachlicher Indizien erscheint Smyr-na als seine Geburtsstadt am wahrscheinlichsten. Anzunehmen ist, dass der nördliche Teil des ionischen Kleinasien Homers Heimat war. Als Sterbeort gilt die Insel los.
      Die so genannte homerische Frage nach dem Dichter der homerischen Epen und deren Entstehung, kam bereits im Altertum auf. Bis zum 5. Jahrhundert schrieb man Homer neben der Was und Odyssee zahlreiche weitere Epen zu,später galt er als ausschließlicher Verfasser dieser beiden Dichtungen, bis ihm im Hellenismus die »Chorizonten« die Autorenschaft der Odyssee absprachen. Im Laufe der Debatte entwickelten sich zwei Hauptrichtungen, die der Unitarier, die eine strenge Einheitlichkeit der Epen vertraten, und die der Analytiker, die beide Epen radikal in einzelne Lieder zerlegten. Hinzu kamen Forscher, die spätere Interpolationen, Erweiterungen und Kompilationen mehrerer Kleinepen annahmen und Homer nur für den Redaktor oder Herausgeber hielten. Wolfgang Schadewaldt leitete 1938 einen durch Komposition und Beziehungsreichtum des Epos begründete Gesamtschau der Was ein und konstituierte Homer wieder als ihren Dichter. Biografie: H. Bannert, Homer ; J. Lataez, Homer. Eine Einführung, 1985.

     
Ilias
Die Was gilt als die älteste Dichtung des Abendlandes. Homer verarbeitete nicht nur eigenes Gedankengut, sondern schöpfte auch aus Überlieferungen mündlicher Dichtungbis in die kretisch-mykenische Zeit. Dabei stellte er das Tradierte in einen gänzlich neuen Zusammenhang in komplexer Gliederung und Ordnung. Das Epos veranschaulicht das sittliche Maß halten, die Selbstbeherrschung, als höchste Form menschlichen Handelns und gibt Hinweise fürdas richtige Verhalten gegenüber den Göttern. Aufbau und Inhalt: Der Titel llias ist von llion abgeleitet, dem zweiten Namen der in Kleinasien gelegenen Stadt Troja, die um 1200 v. Chr. zerstört wurde. Der in 24 Büchern zu ca. 15000 Hexamelern ge-fasste Stoff der llias steht in historischem Bezug zu der Belagerung Trojas und schildert einen Ausschnitt der Kämpfe zwischen griechischen Belagerern und trojanischen Verteidigern, eine etwa 50 Tage umfassende Episode aus dem Ende des zehnjährigen Trojanischen Krieges und die Zerwürfnisse im Griechenheer. In Rückblick und Vorschau wird jedoch ein Bild des gesamten Krieges gegeben. Leitthema des Geschehens ist der Zorn des Achill, des vortrefflichsten Kriegers der Griechen. Darauf konzentrieren sich alle kompositorischen, sprachlichen und stilistischen Mittel. Ein Streit zwischen Achill und Agamemnon, dem obersten griechischen Heerführer, entbrennt, als dieser sich weigert, dem troischen Apollonprie-ster Chryses dessen gefangen genommene Tochter Chryseis zurückzugeben. Als göttliche Strafe Apollons wird daraufhin das griechische Heer von einer Seuche heimgesucht. Achill, der sich zum Sprecher derjenigen macht, die eine Freilassung der Gefangenen fordern, erzwingt die Herausgabe von Chryseis. Zum Ausgleich fordert Agamemnon von Achill die schöne Bri-seis. Dieser bleibt - seiner Kriegsbeute beraubt -grollend dem Kampf fern. Achills Multer, die Meergöttin Thetis, erfleht von Zeus die Wiederherstellung der Ehre ihres Sohnes. Zeus beschließt, dass die Trojaner so lange über die Griechen siegen sollen, bis die Beleidigung des Achill gesühnt ist. So erhalten die Kämpfe um die Stadt Troja die Bedeutung eines göttlichen Plans. Auf Seiten der Griechen wie der Trojaner nehmen Götter am Krieg teil.
      Der Groll des Achill wird erst gebrochen, als sein Freund Patroklos durch das Schwert Hektars fällt. Achill greift wieder in den Kampf ein, um Rache zu nehmen. Er empfängt von Thetis eine von Hephaistos geschmiedete Rüstung. Sein Zorn wandelt sich in Hass gegen Hektor, den er im Kampf tötet. Nach schrecklichem Wüten gegen die Eeinde und Schändungen des Leichnams von Hektor findet Achill wieder zu maßvollem Verhalten und Menschlichkeit zurück: Er gibt der Bitte des Königs Priamos, Hektars Vater, um die Leiche des Sohnes nach.
      Stil: Die Sprache der llias ist eine Kunstsprache, die aus ionisch-äolischen Elementen besteht. Geprägte, stets wiederkehrende formelhafte Wendungen lassen auf mündliche Vorstufen schließen. Charakteristisch für das Heldenepos sind kraftvolle Fantasie, Sprachgewalt, Retardierung des Handlungsablaufs zur Erzeugung neuer dramatischer Spannung, minuziös ausgemalte Einzelszenen, mitfühlende Anteilnahme und psychologisches Feingefühl, Schönheit der von Beobachtung zeugenden Gleichnisse.
      Homer lässt ein Bild des menschlichen Kosmos aufscheinen, wie es die Schilderung des von Hephaistos geschmiedeten Schildes im 18. Buch exemplarisch zeigt. Hiermit geht Homer über die eigentliche Handlung der llias hinaus, indem er das gesamte menschliche Leben - im Frieden wie im Krieg, bei handwerklichen Verrichtungen u.a. - beschreibt. Wirkung: Schon ^Aristoteles in seiner Poetik und -^Horaz in der Arspoetica lobten den Epiker Homer; -^ Vergil konzipierte seine Aeneis als eine Synthese aus Odyssee und llias. In der Renaissance rühmten ihn besonders Francesco -^Petrarca und Giovanni -^Boccaccio. Für die Literaturtheorie des Sturm und Drang war das Werk von Homer vorbildlich.

     
Odyssee
Die Odyssee gilt als das Zweitälteste Dokument der abendländischen Literatur. Das in der Überlieferung als Werk des Homer ausgewiesene Heldenepos nimmt wie auch die llias Motive mündlicher Dichtung in sich auf und greift bis auf die mykenisch-kretische Zeit zurück. Inhalt: Das Epos besingt in 12 200 Hexameterversen in 24 Büchern die abenteuerlichen Irrfahrten und die glückliche Heimkehr des Königs Odysseus zu seiner Frau Penelope. Es umfasst einen Zeitraum von 40 Tagen. Vorangegangenes wird nur indirekt, durch eine ausgedehnte Erzählung des Helden und in Liedern eines fahrenden Sängers, dargestellt. Der Odyssee ist eine kleine Hymne, das Prooimion, vorangestellt.
      Das Epos setzt kurz vor der Heimkehr mit dem Aufenthalt des Odysseus bei der Nymphe Ka-lypso ein und lässt nach einem Schiffbruch den Helden selbst in einer Rahmenerzählung vor den Phäaken seine früheren Erlebnisse schildern. Parallel dazu erzählt die Odyssee, wie sich die auf die Rückkehr ihres Gatten wartende Penelope nur mit List ihrer Freier zu erwehren vermag, sich ihr Sohn Telemachos auf die Suche nach dem verschollenen Vater begibt und später dem unerkannt heimgekehrten Odysseus beim Freiermord hilft.
      Aufbau: Die Odyssee zeichnet sich durch eine kunstvoll verwobene Komposition sowie durch eine Einteilung in zwei gleich lange Hälften, Irrfahrt und Heimkehr, aus. Drei Haupt-Stoffkreise lassen sich unterscheiden: die Heimkehrgeschichte in Form eines Schiffermärchens vom herumirrenden Seefahrer , die Geschichte vom totgeglaubten, heimgekehrten König und das Märchen vom Sohn, der nach seinem verschollenen Vater sucht , bereichert durch die Legende vom Kriegshelden, der die toten Kameraden in der Unterwelt aufsucht , die weite Bevölkerungskreise im deutschsprachigen Raum mit Homers Dichtung vertraut machten.
     


Homer (8. jahrhundert v. chr.)

Wer kennt sie nicht, die großen Melden Achilles, Hektor und den listigen Irrfahrer Odysseus, wer hat nicht schon vom Trojanischen Pferd gehört, dessen subversive Idee heute in den Trojanern des Cyberspace fortlebt, wer kennt sie nicht, Helena, deren weltberühmte Schönheit Anlass für einen der größte .....
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Iiias (ca. 750 v.chr.) epos von homer

Die >llias< ist eines der beiden großen Versepen, die I lomer zugeschrieben werden. Sie ist nach der griechischen Sladl llion = Troja benannt: heute eine der ältesten und berühmtesten archäo logischen Fundstellen in der Nordwesltürkei, die schon seil 3000 v. Chr. besiedelt war. Um 1200 datiert man d .....
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