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Highsmith, Patricia - Leben und Biographie



Patricia Highsmith gilt als Meisterin der psychologischen Spannung. Nicht das Verbrechen steht in ihren Romanen im Vordergrund, sondern die Entstehung von Kriminalität vor allem im »normalen« Menschen, die Untersuchung der kriminellen Energie in jedem Einzelnen.
      Highsmith wuchs in New York auf, studierte am Barnard College und an der Columbia Uni-versity. Schon während des Studiums begann sie zu schreiben und veröffentlichte Kurzgeschichten. Nach dem Hochschulabschluss verfasste sie Comic-Texte und Erzählungen. Am stärksten beeinflusst haben sie Joseph -> Conrad, Fjodor -> Dostojewski und der amerikanische Psychiater Karl A. Menninger mit seinem Buch The Human Mind. Dieses Werk entdeckte sie schon als Neunjährige; die darin geschilderten Fälle beflügelten ihre Fantasie. 1950 erschien ihr erster Roman Zwei Fremde im Zug, der von Alfred Hitchcock verfilmt wurde. Die Autorin wurde auf einen Schlag berühmt. Ab 1951 hielt sie sich abwechselnd in Europa und in Amerika auf. 1968 ließ sie sich in Fontainebleau nieder; ab 1983 bis zu ihrem Tod lebte sie im Tessin. Sie schrieb 20 Romane und mehrere Bände mit Kurzgeschichten.
      Der talentierte Mr. Ripley

Dieses Porträt eines jungen Mannes, dessen Weg mit kleinen Gaunereien beginnt und der schließlich Morde begeht, ohne sie geplant zu haben, ist eine der prägnantesten Figuren von Particia Highsmith. Die komplexe, fein verästelte Erzählstruktur ist sowohl folgerichtig wie von Ãoberraschungen bestimmt und belegt die literarischen Qualitäten der Autorin. Inhalt: Tom Ripley ist nach dem tragischen Unfalltod seiner Fitem bei der Schwester seiner Mutter aufgewachsen. Die Beziehung zwischen Tante und Neffe ist von Verachtung und Hass erfüllt. Einige Versuche Toms, in bürgerlichen Berufen Fuß zu fassen, schlagen fehl. In seiner Not versucht eT es mit kleinen Betrügereien. Sein Leben nimmt eine Wende, als der Vater eines seiner Schulfreunde ihn aufspürt und ihn bittet, ihm zu helfen, seinen Sohn aus Europa in die USA zurückzuholen. Mit Tickets und Geld des Vaters Herbert Greenleaf versehen, reist Tom nach Mongibello südlich von Neapel. Schnell freundet er sich mit Richard Greenleaf an, nachdem er ihm den Zweck seiner Reise eröffnet hat. Die Freundschaft wird beeinträchtigt durch Marge Sherwood, einer Bekannten Dickies. Ãober die Art der Beziehung Dickies zu Marge wird sich Tom nicht klar, ebenso wie die junge Frau sich über Dickies Beziehung zu Tom Gedanken macht - das Motiv der Homosexualität klingt hier wie in vielen Romanen Highsmith' an, ohne ausgeführt zu werden. Als die beiden jungen Männer eine gemeinsame Reise unternehmen, behandelt Dickie Tom, der sich dessen Freundschaft ersehnt, mit Herablassung.
      Wie unter einem inneren Zwang erschlägt Tom ihn bei einer Bootsfahrt und wirft die Leiche über Bord.
      Nach der Tat fasst Tom den Plan, in Dickies Identität zu schlüpfen und dessen Vermögen an sich zu reißen. Trotz der Bemühungen der italienischen Polizei und eines von Greenleaf beauftragten amerikanischen Privatdetektivs bleiben der Fall des Vermissten Greenleaf und der Mord an einem Freund Dickies, den Tom ebenfalls erschlagen hat, ungeklärt. Dem cleveren Ripley gelingt es immer wieder, sich in die Gedanken-und Gefühlswelt der anderen Personen hineinzuversetzen, ihre Handlungen vorauszuahnen und vorbeugend zu agieren. Auch kann er die immer neuen, immer schneller auftauchenden Verdachtsmomente zerstreuen. Schließlich ver-lässt er Italien unbehelligt und reist nach Griechenland. Doch die Furcht vor Entdeckung, daran lässt die Autorin auf der letzten Buchseite keinen Zweifel, wird die ständige Begleiterin Ripleys sein.
      Aufbau: Highsmith schildert die Geschehnisse in der personalen Erzählhaltung. Der Leser erlebt die Welt des Romans allein aus der Perspektive Tom Ripleys, teilt mit ihm seine Wahrnehmungen, Urteile und Ãoberlegungen, bis er komplizenhaft verstrickt ist mit der Hauptfigur. Parallel zu den äußeren Geschehnissen vollzieht sich die Wandlung in der Beziehung der Personen untereinander. Diese treibt den anfangs harmlosen, sympathischen, mit kleinen Gaunereien befassten Helden in eine für ihn ausweglos scheinende psychische Enge, in der Mord ihm zur »Notwendigkeit« wird.
      Highsmith' straffe, reduzierte, jedoch sehr plastische Sprache treibt die Zerstörung der Normalität und damit die Spannung erbarmungslos voran, ohne den Handelnden eine Chance zu lassen, umzukehren oder das Geschehene rückgängig zu machen.
      Highsmith fand solches Vergnügen an ihrer Figur, dass sie sie noch in vier weiteren Büchern ihr Unwesen treiben ließ. Wirkung: Lange wurde Highsmith als Krimi-Autorin oder Verfasserin von Suspense-Roma-nen und Psychothrillern unterschätzt. Erst in den 1970er Jahren begann ein Schweizer Verlag ihre Bücher in gebundenen Ausgaben als »Literatur« herauszugeben. Auch die Kritik nahm nun eine neue Haltung gegenüber ihren Werken ein und ihre Schriftstellerkollegen von Graham -»Greene bis Peter -^Handke begannen sich mit ihren Büchern auseinander zu setzen. Heute gilt die europäisierte amerikanische Autorin als »signifikanteste amerikanische Schriftstellerin« der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1999 verfilmte der Regisseur Anthony Minghella den Roman mit Matt Dämon als Tom Ripley.
     


Vohwinkel, patricia

Biografie: *23.10.1 in Duisburg. P. Vohwinkel studierte manchmal Germanistik und Anglistik an der Uni Düsseldorf, öfter Sex, Drugs and Rock 'n' Roll in diversen Proberäumen und eigentlich immer das Leben an vielen Orten dieser Welt. Sie genoss die unterschiedlichsten Arbeitsverhältnisse als Intervie .....
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