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Hesiod - Leben und Biographie



Der Epiker Hesiod, der einem Bauerngeschlecht entstammte, war der erste Grieche, der namentlich als Dichterpersönlichkeit hervortrat. Er wurde nach eigener Aussage beim Weiden von Schafen am Helikon von den Musen zum Dichter berufen.
      Hesiods Vater stammte aus Kyme in Kleinasien und lebte als Händler und Bauer in Askra . Als Schafhirt und freier Bauer in bescheidenen Verhältnissen lebend, bewirtschaftete er das Land, das ihm sein VateT hinterlassen hatte. Der Druck des übermächtigen Adels und die Auseinandersetzung mit seinem Bruder Perses, der ihn um sein Erbe betrog, veranlassten Hesiod ab ca. 720 v. Chr. als Rhapsode zu wirken. Er übernahm die Form des Hexameters sowie die Sprache des homerischen Heldenepos in seine Dichtung und trug sie möglicherweise im Sprechgesang vor, um mit seinen Zuhörern intensiver zu kommunizieren. In der Dichtung Göttergeburt {Theogonia, um 700 v. Chr.), die vor dem Lehrgedicht Werke und Tage entstand, berichtet Hesiod von der Entstehung der Welt aus dem Chaos und schildert die Genesis der Götter. Hesiod gilt mit -> Homer als poetischer Schöpfer der griechischen Götterwelt.
      Werke und Tage
Mit Werke und 7ögebegründete Hesiod die Gattung des Lehrgedichts in der Antike. Das Werk ist eine Anleitung zu bäuerlicher Tätigkeit und Lebensweise und behandelt das Leben und die Arbeit der sich mühsam, aber rechtschaffen ernährenden Landbevölkerung. Inhalt: Hesiod schildert in seinem Lehrgedicht, wie durch Prometheus und Pandora Ãobel und Not auf die Welt kamen, und fordert, dass die der bloßen Habgier entspringende Streitsucht unter den Menschen überwunden werden soll, indem in friedlichem Wettstreit mit den Nachbarn Wohlstand durch ehrliche Arbeit zu erwerben sei. Ausgangspunkt für Hesiods Dichtung war ein Rechtsstreit mit seinem Bruder Perses um das väterliche Ert>e.
      Aufbau: Die aus insgesamt 827 Versen bestehende Dichtung gliedert sich in vier Hauptkapitel. Das Vorwort enthält - wie schon die Göttergeburt [TheogoniA), Hesiods erste Dichtung - einen kurzen Hymnus auf Zeus als Herrn und Schützer des Rechts sowie die Gründe für die Entstehung des Werks. Darüber hinaus beschreibt es die Erweckung des Dichters durch die Musen und enthält die Aufforderung zu einem ehrlichen und arbeitsreichen Leben.
      Das erste Kapitel erklärt u.a. den Ursprung der Götter sowie die zyklische Entwicklung der Menschheit und enthält eine LefiTe von den fünf Weltzeitaltern. Im zweiten Kapitel stellt der Dichter die Arbeit als das von den Göttern empfohlene Mittel zur Minderung der Daseinsnot dar. Hilfreich dafür sei ein Arbeitskalender, der den bäuerlichen Jahresablauf regelt, sowie das Vertrauen auf Zeus. Das dritte Kapitel ist dem ethischen und sozialen Verhalten des Menschen zu Nachbarn und Göttern gewidmet. Es enthält technische Anweisungen für den Landwirt sowie Regeln der bäuerlichen Volksreligion und erteilt Ratschläge zu verschiedenen Lebenslagen. Im letzten Kapitel beschäftigt sich Hesiod mit der Tagwählerei - ein in der Antike in Griechenland und im Orient weitverbreiteter Glaube an die den verschiedenen Kalendertagen innewohnenden Kräfte.
      Wirkung: Hesiods literaturhistorische Bedeutung besteht vor allem darin, dass er nach Homer der erste Dichter war, der die Entstehung der Welt in den Kontext ethischer Fragen stellte, so dass er als Vorläufer der klassischen Geschichts- und der Rechtsphilosophie bezeichnet werden kann. Er führte die subjektive Aussage in die Epik ein und beeinflusste erheblich die spätere griechische Dichtung.


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