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Herrigel, Eugen - Leben und Biographie



Der Philosophie-Professor und lmmanuel-Kant-Experte Eugen Herrigel, der zum ersten und zugleich bedeutendsten deutschen Erkunder des »Zen-Weges«, also des Zugangs zum Zen-Buddhismus, wurde, hatte bei Wilhelm Windelband und Heinrich Rickert, den beiden Hauptvertretern des so genannten Neukantianismus, studiert. Ab 1923 lehrte er an der Uni-versität Heidelberg und folgte im Jahr darauf einer Einladung nach Japan an die kaiserliche Universität in Sendai. Dort hielt er nicht nur Vorlesungen über die Geschichte der abendländischen Philosophie, sondern nutzte den Aufenthalt, um »in die gehütete Tradition des Zen einzudringen«, und wurde Schüler eines namhaften Zen-Meisters, der ihn in der Kunst des Bogenschießens unterwies. 1930 übernahm Herrigel den Lehrstuhl für systematische Philosophie an deT Universität Erlangen und war in den letzten Kriegsjahren auch deren Rektor.
      Obwohl er als Anhänger des Zen-Buddhismus zu der Ãœberzeugung gelangt war, dass »ein Mann, der sich mit ernsthaften Dingen beschäftigt, nicht schreiben sollte, denn das Wort ist weniger als der Gedanke«, schrieb Herrigel in fortgeschrittenem Alter Zen in der Kunst des Bogenschießens. Postum erschien Der Zen-Weg , eine Einführung in die alltägliche Zen-Praxis.
      Zen-Buddhismus
Herkunft: Der japanische Begriff Zen bedeutet »Versenkung« und bezeichnet eine meditative Richtung des Buddhismus, die im 6./7. Jahrhundert in China aus der Verbindung mit dem Taoismus ; 3. die »rechte Versenkung« mit dem Ziel der Erkenntnis des Selbst bzw. der Umwandlung des logischen Denkens in unmittelbare Wahrnehmung, von der ausder Zen-Weg zur Erleuchtungserfahrung zu führen vermag. Zen in der westlichen Welt: Ab Mitte des 20. Jahrhunderts begeben sich auch in Europa und Amerika immer mehr Menschen durch kontemplative und meditative Schulung, künstlerische oder sportliche Betätigung auf den Zen-Weg zur höchstmöglichen Stufe der Spiritualität. Als förderlich erweist sich dabei die Beschäftigung mit den Schriften chinesischer und japanischer Zen-Meistervon den »Klassikern« Huineng, Dogen und Hakuin bis zu DaisetzT. Suzuki, dem bedeutendsten zeitgenössischen Zen-Philosophen, aber auch die Lektüre westlicher Zen-Erfahrener wie Hugo Enomiya-Lassalle, Eugen Herrigel, Philip Kapleau, Wolfgang Kopp, Thomas Merton, Irmgard Schloegl, Alan Watts und Janwillem van de Wetering.
      Zen in der Kunst des Bogenschießens
Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts waren Idee und Wesen des Zen-Buddhismus in Europa kaum bekannt. Seither aber hat diese chinesisch-japanische Variante der Lehre des -> Buddha und ihre Lebensphilosophie in der westlichen Welt viele Anhänger gefunden oder zumindest große Sympathie erweckt - häufig ausgelöst durch die Lektüre von Zen in der Kunst des Bogenschießens.
      Entstehung: Als deutscher Dozent an einer japanischen Universität erfüllte sich der 40-jährige Herrigel 1923-29 den seit seiner Studentenzeit gehegten Wunsch, mit der buddhistischen Meditationspraxis vertraut zu werden. Er wurde Schüler des Zen-Meisters Kenzo Awa, der ihn in der Kunst des rituellen Bogenschießens unterrichtete, und brachte es in diesem intensivsten geistigen und körperlichen Zen-Bewusstseins-training schließlich bis zu dem nur von wenigen Europäern erreichten fünften Rang.
      Die durch solche Schulung erworbene Denk-und Spannkraft bestimmte Herrigels ganzes weiteres Leben, doch erst als 60-Jähriger schilderte er, anhand von Aufzeichnungen über jede Unterrichtsstunde, seinen erfolgreichen »Zen-Weg« in einem Erfahrungsbericht. Der bekannteste zeitgenössische Zen-Philosoph, Daisetz T. Suzuki , schrieb dazu eine Einleitung, die wichtige Grundinformationen gibt.
      Inhalt: Herrigels Schulungsweg ist nicht nur physisch extrem anstrengend, er stellt auch einepsychische Kraftprobe dar. Der ungeheure Spannungsaufbau bei der Handhabung des Bogens soll zu einem mentalen Spannungsabbau fuhren, aber der europäisch Denkende und Empfindende stürzt in eine tiefe Weltanschauungskrise, die er nur mit äußerster Konzentration und Einfühlung, gefördert durch die fast unmerkliche weise Führung seines Lehrers, zu überstehen vermag. Erst gegen Ende des sich über Jahre erstreckenden Ãœbens im Umgang mit dem Bogen, in der Verfolgung des Pfeilfluges und der schwierigen Vorstellung vom Einswerden mit dem Ziel, begreift er, was es bedeutet, sicher zu treffen, ohne zu zielen: absichtslos das Richtige zu tun. Der Meister ent-lässt seinen Schüler nach sechsjähriger Lehrzeit mit den Worten: »Sie sind auf einer Stufe angelangt, auf der Lehrer und Schüler eins sind.«
Der den Bogen und das Ziel beherrscht, ist auch Meister seines eigenen Ichs geworden. Herrigel kehrt, mit Kenzos schönstem Bogen als Geschenk, nach Europa zurück in dem Be-wusstsein, dass er ein anderer Mensch geworden ist. Er wird fortan mit anderen Augen sehen und mit anderem Maß messen. Wirkung: Der schmale Band, in mehr mehr als 20 Neuauflagen und zehn Ãœbersetzungen erschienen, gilt als eines der inspiriertesten Werke der inzwischen reichhaltigen europäischen Zen-Literatur. Es dient als Ãœbungsbuch in Sportakademien und Managerseminaren und wurde zum Vorbild für mehr als 25 Bücher mit Titeln wie Ten in der Kunst des Malens, ...in der Kunst, das Schwert zu führen,... in der Kunst, einen Berg zu besteigen. Von Gusty L. Herrigel, der Frau und Weggefährtin des Autors in der Zen-Schulung, stammt Zen in der Kunst des Blumen-Weges .


Gomringer, eugen

Der Name kaum eines anderen Autors ist so sehr durch nur einen Text und seine Assoziation mit »Konkreter Poesie« bekanntgeworden wie der Name G.s durch das Ideogramm das schweigen aus dem Band Konstellationen von 1953, das immer wieder als frühes Muster der »Konkreten Poesie« zitiert wird. Der Sohn .....
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Gomringer, eugen

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Dithring, eugen

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Trost - eugen roth

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Von einflussreichen schreibwerkzeugen, unentbehrlichen hilfsmitteln und erschöpften arbeitsräumen

Den Geruch der Tinte mag ich sehr. Fast riecht sie so nachtschwarz, wie sie schimmert, da im Tintenglas, aus dem ich meinen Füller fülle. Ob das die Worte, die ich gerade hinschreibe, beeinflusst? Ich weiß es nicht. Vielleicht merkst du ja einen Unterschied: Die eine Hälfte dieses Buches entstand an .....
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Herrigel,  Eugen    


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