Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Autoren

Index
» Autoren
» Herodot

Herodot - Leben und Biographie



Mit Herodot aus Halikarnassos beginnt die geschriebene Geschichte der westlichen Welt. Sein Werk übte einen so nachhaltigen Einfluss auf die Geschichtsschreibung der Antike aus, dass -»Cicero ihn zu Recht als den »Vater der Geschichtsschreibung« bezeichnet hat.
      Nachdem Herodot in jungen Jahren seine Heimatstadt aus politischen Gründen hatte verlassen müssen, ging er zuerst nach Samos. Er unternahm weite Reisen durch die ganze den Griechen damals bekannte Welt, also nach Kleinasien, Mesopotamien, Ã"gypten, Kyrenaika und die Gebiete nördlich des Schwarzen Meers. Seine Beobachtungen und Erfahrungen verarbeitete er in den Historien.
      Herodot lebte lange in Athen, wo er mit dem Staatsmann Perikles und dem Tragödiendichter -» Sophokles befreundet war, und siedelte 444/ 443 in das Gebiet der Graeca Magna über, um dort an der Gründung der panhellenischen Kolonie Thurioi teilzunehmen. Später kehrte er noch einmal nach Athen zurück. Da in seinem Werk Bezüge zum Peloponnesischen Krieg erkennbar sind, kann er erst nach 430 verstorben sein.

      Historien
Mit den Historien des Herodot setzt die systematische Geschichtsschreibung in Europa ein. Es ist zugleich das älteste vollständig erhaltene Werk in griechischer Prosa. Bis heute ist jedoch umstritten, ob Herodot ursprünglich eine Geschichte des großen Kriegs zwischen Griechen und Persern I bis 478 v.Chr.) schreiben wollte oder eine Ethnografie. Inhalt: In den Historien versucht Herodot den verheerenden Krieg zwischen Griechen und Persern zu erklären, der eine Generation zuvor weite Teile Griechenlands verwüstet hatte. Einer der Grundgedanken, der sich durch sein Werk zieht, ist der Gegensatz zwischen Europa und Asien; dieser begann, so Herodot, mit einem Frauenraub, den die jeweils andere Seite mit einer entsprechenden Tat beantwortete. Aus diesem zunächst ganz einfachen Sachverhaltentwickelt Herodot allmählich seine Sicht über den Ablauf der Geschichte der Völker, die seiner Ãoberzeugung nach im Wesentlichen vom Verhalten Einzelner bestimmt wird, das bei aller Freiheit doch dem göttlichen Willen unterworfen bleibt. Immer wieder zeigt er auf, wie sich aus dem Fehlverhalten des Einzelnen, vor allem aus dessen Hybris, die von den Göttern besonders hart bestraft wird, Unglück für die Gemeinschaft entwickelt.
      Die Darstellung der eigentlichen historischen Ereignisse setzt etwa mit der Zeit von König Kroisos von Ly-dien ein und geht anschließend über zur Gründung des Persischen Reichs. Nach der recht ausführlichen Beschreibung der persischen Expansion, die zur Unterwerfung ganz Mesopotamiens, Ã"gyptens und Kleinasiens führte, wendet sich Herodot der griechischen Geschichte zu. Die Schilderung des Aufstands der unterjochten Griechen in Kleinasien leitet schließlich den Bericht über den eigentlichen Persisch-Griechischen Krieg ein. Die Histo-rien schließen mit dem Ende der Perserkriege kurz nach der Schlacht von Plataia, aber noch vor der Gründung des attischen Seebunds und dem Aufstieg Athens - sie umfassen somit in etwa die Zeit 560-478 v.Chr. Wirkung: Von den antiken Autoren bewundert, galt Herodot bis weit ins 19. Jahrhundert als einer der wichtigsten Historiker Griechenlands, dann begannen kritische Geschichtswissenschaftler große Teile seines Werks als bloße »Geschichten« herabzusetzen. Später allerdings konnten Archäologen zeigen, dass viele seiner Angaben über Babylon, Ã"gypten und die Skythen durchaus der Wahrheit entsprachen. Inzwischen wird auch wieder anerkannt, dass Herodot die Geschichte der Perserkriege im Großen und Ganzen zutreffend darstellt und sein Werk deshalb nicht nur literarisch interessant, sondern auch eine wichtige Geschichtsquelle ist.
      Geschichtsschreibung in der Antike
Herodot um 485 bis um 425 v.Chr. Historien : Mit seiner Darstellung des Kriegs zwischen Griechen und Persern hinterließ Herodot das erste überlieferte Werk derabendländischen Geschichtsschreibung.
      Thukydides um 460 bis um 400 v.Chr. Die Geschichte des Peloponnesischen Krieges^ 502): Das Werk gilt aufgrund der deutlichen Bemühung um Zuverlässigkeit als erstes Beispiel wissenschaftlicher Geschichtsschreibung.
      Xenophon um 430 bis um 355 v.Chr. DieAnabasis: Das erste Geschichtswerk eines am Geschehen Beteiligten berichtet vom Kriegszug des persischen Prinzen Kyros durch Mesopotamien bis ans Sehwarze Meer.
      Gaius lulius Caesar 100-44 v.Chr. Der gallische Krieg : Die Beschreibung der von Caesar selbst geführten Feldzüge gilt als weitgehend objektiv.
      Sallust 86-34 v.Chr. Krieg gegen Jugurtha{1470): Laut ->Tacitus war Gajus Sallust der glänzendste Historiker der römischen Geschichte.
      Livius 59v.Chr.-17 n.Chr. Die Römische Geschichte ab Gründung der Stadt : Das umfangreichste Werk der antiken Literatur umfasste 142 Bücher.
      JosephusFlavius 37/38-um 100 Derjüdische Krieg : Das Hauptwerk des jüdischen Feldherrn und Historikers behandelt den Kampf der Juden gegen die römische Besatzungsmacht.
      QuintusCurtius Rufus I.Jahrhundert n.Chr. GeschichteAlexandersdesGroßen{um 1470): Die einzige lateinische Geschichte des Herrschers und seinerzeit liest sich wie ein historischer Abenteuerroman.
      Eusebios um 263-339/40 Kirchengeschichtelf 540): Der Bischof von Caesarea verfasste dieses Werk, dessen Schwerpunkt die Zeit von Kaiser Konstantin dem Großen ist.
      Ammianus Marcellinus um330-um400 Römische Gesch/eMe : Das nur zum Teil erhaltene Werk eines Griechen galt Theodore Mommsen als »ernsthafteste und wahrhafteste« Geschichte des Römischen Reichs.
     


Herodot

H.. der »Vater der Geschichte« , ist der Schöpfer der cthisch-narrativen Geschichtsschreibung. Diese Art der Historiographie unterscheidet sich von der pragmatisch-aknbi-schen Geschichtsforschung eines Thukydides durch die Konzentration historischer Ereignisse in einer exemplarischen, lehrhaften Erz .....
[ mehr ]
Index » Autoren » Philosophen biographisch

 Tags:
Herodot    


Impressum

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com