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Guareschi, Giovanni - Leben und Biographie



In seinem modernen Schelmenroman Don Camillo und Peppone kritisiert Giovanni Guareschi auf satirisch-heitere Weise Korruption, Konformismus und politischen Extremismus. Die Geschichten um den katholischen Pfarrer Don Camillo und seinen Widerpart, den kommunis-tischen Bürgermeister Peppone, gehören zu den erfolgreichsten Büchern der italienischen Nachkriegsliteratur.
      Guareschi wuchs in der »Bassa« auf, dem Tiefland zwischen Alpen und dem Apennin. Strenge Erziehung, die urwüchsige, raue Umgebung und die eigensinnige Mentalität der Bewohner prägten seinen Charakter. Ab 1929 arbeilete er als Redakteur in Parma, 1936-43 war er Chefredakteur einer satirischen Zeitschrift in Mailand. Im Zweiten Weltkrieg geriet Guareschi 1943 in deutsche Gefangenschaft. Nach Kriegsende kehrte er nach Mailand zurück, wo er die humoristische Wochenzeitschrift Conditio gründete und bis 1961 leitete. Darin veröffentliche Guareschi ab 1948 zunächst als lose Fortsetzungsserie Don Camillos kleine Welt.
      Der konservative und streng katholische Guareschi sah sich selber eher als Journalist denn als Schriftsteller. Wöchentlich schrieb er einen Leitartikel, einen politischen Kommenlar, eine Don-Camillo-Geschichte und eine »Familienvatergeschichte«, eine andere, weniger bekannte Serie des Autors. Dem Wertewandel der italienischen Gesellschaft nach den 1950er Jahren und dem Reformkurs der katholischen Kirche durch das Zweite Vatikanische Konzil stand Guareschi verständnislos gegenüber. In seinen letzten Büchern versuchte er »die gute alte Zeit« zu beschwören, was manche Kritiker zu Unrecht als »faschistisch« interpretierten.

      Don-Camillo-Filme
Don Camillo undPeppone Frankreich/Italien 1952 Der sittenstrenge Dorfpfarrer Don Camillo und der kommunistische Bürgermeister Peppone kommen sich bei ihrem Werben um die Gunst ihrer Mitbürger auf komische Weise immer wieder ins Gehege .
      Don Camillos Rückkehr Frankreich/Italien 1953 Diesmal treibt Don Camillo den Kleinkrieg mit Peppone zu weit: Der Bischof höchstpersönlich schreitet ein und verbannt den hitzköpfigen Geistlichen vorübergehend in ein entlegenes Bergdorf. .
      Die große Schlacht des Don Camillo Italien 1955 Während des Wahlkampfs bekämpft Don Camillo seinen Widersacher nach Kräften. Als Peppone jedoch einen frommen Handel vorschlägt, durch den die Kirche einen neuen Turm erhält, wechselt er die Fronten .
      Hochwürden Don Camillo Frankreich/Italien 1961 Inzwischen Prälat geworden, hat Don Camillo sein Heimatdorf verlassen. Für einige Zeit kehrt er zurück, um in altbekannter Manierseinennunmehrzum Senator aufgestiegenen Widersacher Peppone zu bekämpfen .
      Genosse Don Camillo Frankreich/Italien 1965 Don Camillo begleitet Peppone bei einem Kolchosenbesuch in die Sowjetunion. Wieder daheim wird erzürn teiter einer Priester-Delegation für die USA berufen, in die sich Peppone im Ornat eines Monsignore einschmuggelt .

      Don Camillo und Peppone
Der heitere Schelmenroman Don Camillo und Peppone avancierte in der Nachkriegszeit zum erfolgreichsten Buch von Giovanni Guaresci. Inhalt: Der Roman, eine Folge von selbstständigen, räumlich und zeitlich voneinander getrennten Episoden, spielt in der »kleinen Welt«, einem Dorf irgendwo in der Po-Ebene. Der eigensinnige Pfarrer Don Camillo und der ebenso starrköpfige kommunistische Bürgermeister Peppone bestimmen mit ihrem täglichen Kleinkrieg um die Gunst ihrer Mitbürger das Geschehen. Wenn Don Camillo die Kommunisten wieder einmal etwas zu hitzig bekämpft hat, ruft ihn Jesus vom Kruzifix der Kirche aus im Zwiegespräch zur Ordnung. Zerknirscht muss sich Don Camillo den göttlichen Ratschlägen beugen - oder er nutzt sie geschickt zu seinem Vorteil aus. So verhärtet die ideologischen Fronten auch sein mögen, Guareschis Kontrahenten sind gutmütige Dickschädel. Im Notfall eilen der Kommunist und der Katholik einander -wenn auch widerstrebend - zur Hilfe. Die Konflikte zwischen den beiden Protagonisten werden letztlich stets bei einem Glas Rotwein überwunden.
      Wirkung: In seinem Roman gelingt es Guareschi, die Gegensätze des Kalten Krieges, zwischen Ost und West, zwischen Katholizismus und Kommunismus in seine beiden satirisch überzeichneten Hauptfiguren zu projizieren. Nebenbei erläutert er, wie die größte kommunistische Partei diesseits des »Eisernen Vorhangs« entstehen konnte. Die einzelnen Episoden sind von großer Menschlichkeit geprägt, die letztlich alle Gegensätze überwinden hilft. Gerade hierfür wurde Guareschi am heftigsten kritisiert und ironischerweise kam diese Kritik sowohl von der Kirche als auch von den Kommunisten. Wegen seinerauf göttliche Hilfe vertrauenden Haltung wurde Guareschi auch politische Anspruchslosigkeit vorgeworfen.
      1952 verfilmte der französische Regisseur Julien Duvivier den Roman mit Fernandel in der Rolle des listig-gewitzten Pfarrers und Gino Cervi als Bürgermeister . Der pointenreiche Streifen wurde international ein großer Erfolg und machte den Autor international bekannt. Es folgten vier weitere Verfilmungen mit denselben Hauptdarstellern. Bis in die 1980er Jahre hinein gab es mehrere Neuverfilmungen , die aber nicht an den Welterfolg der frühen Filme anknüpfen konnten.
     


Bonaventura (d.i. giovanni di fidanza)

B. studierte von 1236 bis 1242 in Paris. Mit dem Eintritt in den Franziskanerorden 1243 wurde er ein Schüler des Alexander von Haies. Nach Beginn einer wissenschaftlichen Karriere — mit etwa 35 Jahren in Theologie promoviert. 1257 Magister regens an der Pariser Universität - wurde er 12 s~ zum Gen .....
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Gentile, giovanni

Zusammen mit Benedetto Croce, dem anderen großen Vertreter des italienischen Neoidealismus. hat G. ein halbes Jahrhundert lang die philosophische Kultur seines Landes beherrscht. Sein streng antipositivistisches Denken - eine Neu-formulierung des Rechtshegelianismus - wirkt sich heute noch auf die G .....
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Pico della mirandola, giovanni

Freunden und Zeitgenossen bekam P. scherzhaft den Titel "Princcps Concordiae«. In ihm vereinigen sich familiäre Herkunft mit der Absicht seines philosophischen Arbeitens: P. wurde 1463 in dem norditalienischen Städtchen Mirandola als Sohn des Grafen der Städte Mirandola und Concordia, als »Princeps .....
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Willkommen und abschied - johann wolfgang von goethe

Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde! Es war getan fast eh gedacht. Der Abend wiegte schon die Erde, Und an den Bergen hing die Nacht; 5 Schon stand im Nebelkleid die Eiche, Ein aufgetürmter Riese, da, Wo Finsternis aus dem Gesträuche Mit hundert schwarzen Augen sah. Der Mond von einem Wolkenhü .....
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Guareschi,  Giovanni    


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