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Gorki, Maxim - Leben und Biographie



Maxim Gorki, der die große russische Erzähltradition des 19. Jahrhunderts weiterführte, betrachtete Literatur als einen aktiven Faktor demokratischer Entwicklung. Mit seinen Werken, in deren Mittelpunkt die von der Gesellschaft Benachteiligten stehen, begründete er die künstlerische und weltanschauliche Programmatik des sozialistischen Realismus.
      Gorki wuchs bei seinem Großvater auf und verdingte sich in seiner Jugend als Tagelöhner. 1884 scheiterte sein Versuch, als Student an der Universität von Kasan aufgenommen zu werden, doch kam er dort erstmals in Kontakt mit sozialistischen Ideen. Er begann ein Leben als Wanderarbeiter, das ihn durch ganz Russland führie, und schrieb erste Erzählungen [Makar Tschudra, 1892; Tschelkaseh, 1895). In St. Petersburg betrieb Gorki ab 1900 den Verlag »Wissen« und schuf mehrere Dramen . 1905-13 lebte er im Exil, wo 1906 sein bedeutendster Roman Die Mutter entstand. Das Verhältnis des Autors zu den Bolschewiki waT zwiespältig: 1921 verließ Gorki Russland ein zweites Mal und ließ sich erst 1931 zur Rückkehr in seine Heimat überreden, wo er mit Ehrungen überhäuft und u.a. erster Präsident des 1934 gegründeten Schriftstellerverbands wurde.
      Die Mutter
Die Mutterist der meistgelesene und einfluss-reichste Roman von Maxim Gorki; er wurde zum Vorbild einer ganzen Literaturgattung. Mit seiner Schilderung des proletarischen Kampfs in Russland aus der Perspektive der Arbeitermutter Pe-lageja Wlassowa entwickelte Gorki eine Darstellungsform,die im Sinne der sozialistischen Idee aufklärerisch sowie parteilich war und später in der Sowjetunion als sozialistischer Realismus kanonisiert wurde.
      Entstehung: Die erste Idee, »ein Buch über die Arbeiter« zu schreiben, fasste Gorki bereits 1902, als er Zeuge der gewaltätigen Niederschlagung einer Maidemonstration in Nischni Nowgorod wurde. Er sprach mit beteiligten Arbeitern und sammelte Material, doch erst unter dem Eindruck der Revolution von 1905, die ihn ins amerikanische Exil getrieben hatte, begann er mit der Niederschrift von Die Mutter. Zuerst 1906/07 in New York auf Englisch veröffentlicht, konnte der Roman in Russland erst nach der Revolution 1917 erscheinen. Inhalt: Der Roman schildert die Entwicklung des jungen Arbeiters Pawel Wlassow, der zu einem überzeugten Sozialisten und Revolutionärwird, und seiner Mutter Pelageja Nilowna Wlassowa, die zunächst von Angst und Sorge um den Sohn beherrscht wird, sich dann aber zunehmend mit seiner Sache identifiziert. Motiv ihres Handelns ist zunächst nur die Liebe zu ihrem Kind, dann aber auch ihr allmählich erwachendes politisches Bewusstsein. Sie lernt lesen, verteilt als Kurierin Flugblätter. In einer Schlüsselszene des Romans übernimmt sie, als Pawel bei einer Maidemonstration verhaltet wird, die rote Fahne aus dessen Fland und trägt sie an der Spitze des Zugs weiter. Pelageja Nilowna wird selbst Mitglied der sozialdemokratischen Partei und setzt die Arbeit ihres Sohnes fort. Trotz einer äußeren Niederlage - Pawel wird vor Gericht gestellt und nach Sibirien verbannt, seine Mutter von einem Spitzel verraten und brutal zusammengeschlagen - erringen die beiden, stellvertretend für die Arbeiterklasse, einen moralischen Sieg: Pawel hält in der Gerichtsver-handlung eine flammende Rede für den Sozialismus und sagt den Sieg der proletarischen Revolution voraus; seine Mutter verbreitet seine Worte auf Flugblättern, die sie selbst dann noch unverdrossen in die Menge streut, als sie in der Schlussszene des Buchs von Gendarmen gestellt und verprügelt wird. Aufbau: Das Romangeschehen wird streng chronologisch dargestellt. Da der Autor mit der inneren Wandlung der Pelageja Nilowna exemplarisch die von ihm geforderte Revolutionierung und Selbstbefreiung des einfachen russischen Volks darzustellen suchte, wählte er als Erzählperspektive den Bewusstseinshorizont der Heldin. Als Trägerin oder Beobachterin der Romanhandlung ist die Figur der Mutter stets präsent und bildet so das wichtigste Strukturelement im Textaufbau. Alle Romanfiguren sind, als Verfechter oder Gegner der sozialistischen Idee, eindeutig positiv oder negativ besetzt und ihre Handlungen fast ausschließlich politisch motiviert.
      Wirkung: Die Schwarzweißzeichnung der Figuren und die klischeehaft düstere Schilderung des Arbeitermilieus, das durch Armut, häusliche Gewalt und Trunksucht gekennzeichnet ist, welche, so die Botschaft, nur durch die Verbreitung der sozialistischen Idee überwunden werden können, wurden vielfach als tendenziös und einseitig kritisiert. In der Interpretation der sowjetischen Literaturkritik dagegen wurde Die Mutter gerade wegen der Eindeutigkeit und Verständlichkeit der Aussage zum Vorbild für die Literatur des sozialistischen Realismus. Der Stoff des Romans wurde mehrfach dramatisiert, u.a. von Bertolt ->Brecht [Die Mutter. Leben der Revolutionärin Pelageja Wlassowa, DA 1932).
      Sozialistischer Realismus
Entstehung: Der Begriff entstand in der Debatte um die Rolle der Literatur in der Sowjetunion Anfang der 1930er Jahre; 1934 schrieb das Statut des sowjetischen Schriftstellerverbands den sozialistischer Realismus als einzig zulässige literarische Darstellungsform fest. Bedeutung: Ausgehend von der Widerspiegelungstheorie von Wladimir lljitsch —> Lenin, nach der die Kunst die Wirklichkeit abzubilden hatte, und in Anlehnung an den Erzählstil in dem Roman Die Mutter von Gorki sprach der sozialistische Realismus der Literatur einen Eigenwert als autonome Kunstform ab und reduzierte sie auf eine »dienende« Funktion für die sozialistische Gesellschaftsordnung: Literatur sollte die Leser im Sinne der kommunistischen Ideologie belehren und erziehen. Aus dieser Forderung ergaben sich strenge formale Vorgaben für literarische Werke: Der
Lebenswirklichkeit des Lesers entnommene Themen, realistische Erzählweise, eindeutige Zeichnung der positiven und negativen Figuren sowie die propagandistische Vermittlung der offiziellen politischen Werte.
      Wirkung: Der sozialistische Realismus entfaltete sich vor allem im Roman, wobei verschiedene Typen entstanden, etwa der Produktionsroman, den Nikolai Ostrowski mit Wie der Stahl gehärtet wurde umsetzte, oder der Erziehungsroman, repräsentiert durch Der Weg insLeben von Anton Makarenko . Sein Kanon beherrschte die Literatur der Sowjetunion über Jahrzehnte. Erst im Tauwetter nach Stalins Tod 1953 begann sich Kritik an der »Schönschreiberei« der Wirklichkeit zu regen.
     


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