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Golding, William - Leben und Biographie



Das Werk von William Golding ist geprägt von einer pessimistischen Weltanschauung, derzu-folge der Mensch aufgrund seiner bösen Natur immer wieder »fällt«, so dass die Geschichte der Menschheit eine »Chronik der Erbsünde« darstellt. Goldings Glaube an anthropologische Konstanten, die sich nach seiner Auffassung am überzeugendsten mittels archetypischer Symbole, allegorischer Figurenkonstellationen und mythologischer Motivkomplexe umsetzen lassen, begründet auch seine Anlehnung an die griechische Tragödie. Der Autor zog deshalb die Charakterisierung als Moralist und Mythengestalter einer Einstufung als Erzähler vor.
      Golding stammte aus einer Lehrerfamilie, studierte Naturwissenschaften und Anglistik in Oxford und unterrichtete 1939-61 als Lehrerin Sa-lisbury. Ab 1961 war er freier Schriftsteller. 1983 erhielt er den Literaturnobelpreis.
      Herr der Fliegen , Goldings erster Roman, der ihn weltbekannt machte, belegt bereits sein bevorzugtes Darstellungsmuster: Vor dem Hintergrund der Robinsonade britischer Jungen gestaltet Golding Schritt für Schritt die Regression »unschuldiger« junger Menschen in die Barbarei, um den bösen Wesenskern des Menschen aufzudecken. Golding ist dabei ein herausragender Stilist und Sprachkünstler, der seine Fabeln bei aller symbolisch-mythischen Ãoberhöhung seiner anthropologisch zentralen Fragestellungen in einer realistischen Lebenswirklichkeit ansiedelt.

      Herr der Fliegen
Der Roman, der mit Millionenauflagen William Goldings internationalen Ruhm begründete, ist eine pessimistische Robinsonade. In Anlehnung an Robert Michael Ballantynes Roman Die Koralleninsel über drei tapfere englische Jungen auf einer Südseeinsel nimmt Golding das Muster populärer Abenteuer- und Jugendliteratur des 19. Jahrhunderts auf und führt dessen naiven Romantizismus ad absurdum. Inhalt: Eine Gruppe sechs- bis zwölfjähriger englischer Schuljungen überlebt während eines Atomkriegs einen Flugzeugabsturz auf einer un-bewohnten Pazifikinsel. In dieser Lage ist die Gruppe gezwungen, ihr Zusammenleben zu organisieren. Einer der älteren Jungen, Ralph, wird zum Führer bestimmt; zu ihm gesellen sich u.a. der intellektuelle Piggy und der »visionäre« Simon. Jack, der Anführer einer zweiten Gruppe, der Jäger, beginnt einen brutalen Machtkampf, in dessen Verlauf die Gruppe alle zivilisatorischen Hemmungen verliert. Diese Regression von paradiesischer Unschuld zu barbarischer Primitivität äußert sich zum einen in Opferzeremonien, zum anderen in Ritualmorden an den Außenseitern Simon und Piggy. Bei der anschließenden Hetz-jagd auf Ralph wird die gesamte Insel in Brand gesteckt und verwüstet. Erst ein britisches Kriegsschiff beendet als Deus ex machina den fehlgeschlagenen Versuch, ohne Erwachsene eine neue, bessere Welt aufzubauen.
      Goldings Anti-Utopie zeigt die irrationalen Potenziale des Menschen, die von der zivilisatorischen Fassade modemer Gesellschaften verdeckt werden. Für Golding ist das Böse keine von außen einwirkende Kraft, sondern als zerstörerische Macht im Menschen selbst angelegt. Ihr kann nur durch sittliches Bewusstsein und ethisches Handeln begegnet werden. Wirkung: Während Herr der Fliegen in Großbritannien kontrovers aufgenommen wurde, avancierte der Roman in den USA rasch zum Kultbuch, ähnlich wie J. ü.-> Salingers Der Fänger im Roggen . Dabei galt die Aufmerksamkeit zunächst dem Charakter des Romans als religiösem, psychologischem und soziologischem Traktat. Darüber hinaus ist Goldings Werk jedoch auch eine Parabel über das Ende menschlicher Unschuld, deren lyrische Sprach-gebung die mythisch-symbolische Bedeutung des Geschehens noch vertieft.
      Die wichtigsten Romane von William Golding
Herr der Fliegen 1954 Die moderne Robinsonade mit tödlichem Ausgang begründete den Weltruhm des späteren Literaturnobelpreisträgers.
      Die Erben 1955 Der in vorparadisischer Zeit spielende Roman stellt das Leben von Neandertalern dar. Golding geht es um die Rolle von Bewusstsein und Wissen beim Ãobergang von der Unschuld zur Erfahrung des »Bösen«: Reflexion bedeutet das Ende des Paradieses.
      Der Felsen des zweiten Todes 1956 Im Augenblick des Todes verschafft sich Pincher Martin aus Protest gegen Gott und in Verweigerung des Todes sein eigenes Universum, muss sich dann aber einem zweiten Tod unterwerfen.
      FreierFall 1959 Ein junger Künstler stellt sich angesichts der Verführung seiner Jugendliebe Beatrice und der anschließenden Heiratsverweigerung, die das Mädchen in den Wahnsinn treibt, die moralphilosophische Frage: »Wann und wo habe ich meine Freiheit verloren?«
Der Turm der Kathedrale 1964 Domherr Jocelin vollendet in visionärem Sendungsbewusstsein trotz Einspruchs sein Werk. Auf dem Sterbebett wird er mit neuen Erkenntnissen über das wahre Menschsein zugleich gedemütigt und beglückt.
      Ã"quatortaufe 1980 Protagonist James Colley wird in einer brutalen Klassengesellschaft vom romantischen Idealismus zur realen Finsternis im eigenen Herzen geführt und zerbricht aus Scham daran.
      Papiermänner 1984 Der Roman gibt sich zunächst als Biografie von Barclay/Golding, handelt aber von einer falschen Religion aus Druck und Papier und travestiert mit seinem Ideal des Künstlers als Märtyrer das Christentum.
      Mit doppelter Zunge, 1995 Der Roman aus dem Nachlass des leidenschaftlichen Gräzisten Golding spielt im Delphi des ersten Jahrhunderts v.Chr. Erzählerin ist die Pythia des vom Niedergang bedrohten Orakels.
     


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