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Giordano, Ralph - Leben und Biographie



Ralph Giordano begleitet die Bundesrepublik Deutschland seit ihrer Gründung als mahnende Stimme. Der von den Nationalsozialisten Verfolgte engagiert sich vor allem, aber nicht nur auf publizistischem Gebiet gegen Rechtsextremismus und gegen das Verdrängen der von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen.
      Giordano, Sohn einer jüdischen Deutschen und eines Sizilianers, konnte dem Konzentrationslager nur knapp entkommen. Nach Kriegsende entschloss er sich, in Deutschland zu bleiben. Vom Zentralrat der Juden in Deutschland wurde Giordano zum Beobachter der Auschwitz-Prozesse ernannt. Die Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus prägten auch sein berufliches Schaffen. Journalistisch setzte er sich trotz - oder gerade wegen - vieler Mord-drohungen, die er immer wieder erhielt, kritisch mit historischen und politischen Themen auseinander. Seine Hauptthemen sind Nationalsozialismus, Faschismus und Stalinismus, aber auch Probleme der Dritten Welt sowie die kritische Solidarität mit Israel als bedrohtem Land.
      Seinen größten nationalen wie internationalen Erfolg landete er mit dem später verfilmten Roman Die Bertinis , in der er das Schicksal der eigenen Familie schildert. Aufsehen erregten auch die Bücher Die zweite Schuld oder Von der Last Deutscher zu sein und Israel, um Himmels willen, Israel . Der Träger des Bundesverdienstkreuzes wurde im Jahre 2003 fw sein Engagement mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland ausgezeichnet.

      Die Bertinis
Mit der Familiensaga Die Bertinis ist Ralph Gior-dano ein beeindruckender Zeitroman gelungen. In seinem literarischen Hauptwerk, an dem er jahrzehntelang arbeitete, erzählt Giordano meisterlich den ereignisreichen Weg der Familie Bertini von Sizilien nach Hamburg. Aufbau: Die Hauptfigur des Romans ist Roman Bertini, aus seiner Sicht ist der Roman geschrieben. Hinter dieser literarischen Figur lässt sich der Autor selbst entdecken. Giordano gibt ihm die eigene sizilianische Herkunft, die eigene Geburtsstadt und das eigene Geburtsdatum. Die Vorgeschichte beginnt im ausgehenden 19. Jahrhundert mit Romans Großvater, der Schwerpunkt der Handlung liegt auf der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft, die Geschichte endet im Deutschland der Nachkriegsjahre. Der autobiografisch geprägte Roman bearbeitet diese Jahre anhand der individuellen Schicksale der Familienmitglieder, die im Deutschland der NS-Diktatur als »jüdische Mischlinge« kategorisiert werden. Weit davon entfernt, die Bertinis als Opfer zu idealisieren, schildert Giordano die alltäglichen Situationen der Familie, ihre liebenswerten Seiten ebenso wie all ihre Schwächen, unter inhumanen Bedingungen. Die Handlung ist fiktiv und doch -wie Giordano bemerkte - nichts als die Wahrheit.
      Inhalt: Den temperamentvollen Sizilianer Gia-como Bertini verschlägt es von Sizilien nach Hamburg, wo er auf musikalischem Gebiet erfolgreich ist. Der Erste Weltkrieg zerstört jedoch seine Karrieremöglichkeiten. Seine musikalischen Ambitionen projiziert er fortan auf seinen Sohn Alf. dem aber das Talent fehlt. Alf heiratet Lea, sie kommen mehr schlecht alsrecht über die Runden, schicken die gemeinsamen Kinder Cesar und Roman jedoch an die renommierteste Schule Hamburgs, um deren Zukunftsaussichten zu verbessern. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten beginnt sich 1933 der Alltag der Familie zu verändern. Die beiden Jungen werden an der Schule wegen ihrer jüdischen Mutter gedemütigt, die Familie wird mehrfach denunziert und diffamiert, die als Klavierlehrerin tätige Lea erhält ein Arbeitsverbot. Der Bewegungsradius der Familie Bertini schwindet zunehmend. Während des Weltkrieges ausgebombt, gelingt es der Familie, sich durch die Flucht in ein Versteck der Deportation in die Vernichtungslager zu entziehen. Eindrücklich wird das Vegetieren der Familie in einem von Ratten verseuchten Kellerverschlag geschildert. Die Bertinis überleben. Traumatisiert nimmt Roman die allgemeine Verdrängung und den Opportunismus im Nachkriegsdeutschland wahr. Die Entscheidung, in Deutschland zu bleiben, begründet er nicht nur mit der Bindung an die Familie, sondern auch mit der Notwendigkeil, nach dem Krieg für die Wahrheit einzutreten.
      Wirkung: Der Roman hatte im In-und Ausland einen überwältigenden Erfolg. Egon Monks Verfilmung des Romans als FünfteileT für das ZDF war 1988 das Femsehereignis schlechthin. Die Figur des Roman Bertini hat Millionen von Lesern und Fernsehzuschauern bewegt. Die Bertinissmd vergleichbar mit den US-amerikanischen Produktionen Holocaust und Schindlers Liste.
     


Bruno, filippo (giordano)

Am Donnerstagmorgen wurde aut dem Campo dei fiori jener verbrecherische Dominikanermönch aus Nola lebendig verbrannt: ein sehr hartnäckiger Ketzer, der nach seiner Laune verschiedene Dogmen gegen unseren Glauben ersonnen hatte, und zwar insbesondere gegen die heilige lungfrau und die Heiligen. Diese .....
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