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Galilei, Galileo - Leben und Biographie



Der Renaissance-Wissenschaftler Galileo Galilei wurde zum Begründer der modernen Mechanik und der experimentellen Methode in den Naturwissenschaften.
      Galilei besuchte eine Klosterschule in der Nähe von Florenz, studierte anschließend Medizin an der Universität Pisa und Mathematik mit einem Privatlehrer. Im Alter von 25 Jahren wurde er Mathematik-Dozent an der Universität Pisa, später Professor an der Universität Padua auf einem Lehrstuhl, für den sich auch Johannes -> Kepler interessiert hatte.
      Galilei sprach sich für die kopernikanische Lehre aus, dass die Planeten sich um die Sonne bewegen, und geriet darüber in Konflikt mit der katholischen Kirche. Ein wesentlicher Teil seines Werks betrifft die Mechanik; hier setzte er als Erster mathematische Methoden ein. Er schlug den Gebrauch von Uhrpendeln vor und die für alle fallenden Körper gleiche Gravitationsbeschleunigung. Im Frühjahr 1609 erreichte ihn aus Holland die Nachricht von der Erfindung des Teleskops und er baute eigene Exemplare, die er als Erster für astronomische Beobachtungen einsetzte. Galilei benutzte sie zur Entdeckung oder Untersuchung von Mondkratern, Sonnenflecken, Phasen der Venus und der Jupitermonde lo, Europa, Ganymed, Callisto ; auch gelang es ihm zu zeigen, dass die Milchstraße aus Sternen besteht. Vor der Inquisition widerrief er 1633 seinen Einsatz für die kopernikanische Lehre. Die letzten acht Jahre seines Lebens stand er unter Hausarrest in Arcetri. Dort schrieb er mit den Unterredungen und mathematischen Demonstrationen über zwei neue Wissenszweige, die Mechanik und die Fallgesetze betreffend das Werk, auf dem sein Ruhm als Wissenschaftler beruht.

      Dialog
Der Dialog über die beiden hauptsächlichsten Weltsysteme, das ptolemäische und das koperni-kanischeor Galileo Galilei wurde nach seinem
Erscheinen in ganz Europa als literarisches und philosophisches Meisterwerk gepriesen. Das Buch wurde für Laien in italienischer Sprache geschrieben, die astronomischen Modelle sind teilweise sehr vereinfacht dargestellt. Anstelle einer nüchternen Präsentation wählte Galilei die platonische Dialogform. Zwar hatte die päpstliche Zensur vorgegeben, die kopernikanische Lehre dürfe »weder verteidigt noch behauptet« werden, doch war durch die Kraft der im Buch vorgetragenen Argumente für die kopernikanische Lehre klar, auf welcher Seite Galilei stand. Nach entsprechenden Hinweisen der Jesuiten an Papst UrbanVlll. wurde er ein Jahr nach Erscheinen des Buchs von der Inquisition zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, die der Papst in lebenslangen Hausarrest umwandelte, nachdem Galilei der kopernikanischen Sichtweise formell abgeschworen hatte.
      Entstehung: Ab 1610 war Galilei Philosoph und Mathematiker beim Großherzog von Toskana. Bei einem Rombesuch 1624 erhielt er die Erlaubnis des Papstes, ein Buch über die »Weltsysteme« zu verfassen und das ptolemäische sowie das kopernikanische System zu diskutieren, obwohl die Kirche 1616 das Buch von Nikolaus Ko-pernikus verboten und seine Lehre für falsch erklärt hatte. Galilei wurden dementsprechend für sein Projekt schriftliche Auflagen von der päpstlichen Zensur gemacht. Das Werk erschien nach langjährigen Arbeiten 1632, zunächst mit Genehmigung der Zensoren. Struktur: Nach einer Widmung an den Großherzog folgt eine Vorrede, die - wie auch Textabschnitte im Buch - von Galilei entsprechend den Anforderungen des Zensors geändert worden war. Den anschließenden Dialog führen drei Personen in vier Tagen. Salviati, der Anwalt der kopernikanischen Lehre ist, vertritt die Gelehrten-Sicht von Galilei. Dabei assistiert als vermeintlich Unparteiischer Sagredo. Der einfältige Simplicio soll die Lehren von -»Aristoteles und Ptolemäus verteidigen, agiert dabei aber recht unbeholfen. Inhalt: Der erste Tag ist - in allgemeiner und literarisch ansprechender Weise - der aristotelischen und platonischen Weltsicht samt deren Widerlegung gewidmet. So greift Sagredo den Dualismus von himmlischer Vollkommenheit und irdischer Veränderlichkeit bei -> Piaton an. Am zweiten Tag beginnt die Auseinandersetzung um die Lehre des Kopernikus:«... dass wir die Frage prüfen, ob die Erde für unbeweglich zu halten ..., oder für beweglich«. Zunächst werden die seinerzeit gängigen Vorbehalte gegen jede Bewegung der Erde durch physikalisch begründete Argumente entkräftet.
      Salviati gibt sieben allgemeine Bestätigungen der täglichen Bewegung deT Erde, dann werden zahlreiche Details diskutiert.
      Am dritten Tag werden astronomische Argumente für oder gegen Kopernikus untersucht. Die Entdeckung der Jupitermonde mit ihren Umläufen um den Planeten und der Venusphasen durch Galilei sprechen zweifellos für das kopernikanische System. Gesteht man der Erde die jährliche Bewegung zu, muss man ihr auch die tägliche beilegen.
      Am vierten Tag breitet Galilei seine Theorie der Gezeiten aus - die ursprünglich im Titel stehen sollte - und erklärt deren tägliche, monatliche und jährliche Variationen. Als Ursache der Gezeiten sieht er das ungleichmäßige Zusammenspiel von täglicher und jährlicher Rotation der Erde. Den korrekten Ansatz zur Darstellung der Gezeiten als Eolge der Anziehungskraft des Mondes von Kepler verwirft er, die Gravitation hält er für eine okkulte Eigenschaft. Wirkung: Das Werk fand trotz des Verbots rasche Verbreitung in ganz Europa. Ein Exemplar wurde nach Prozessende aus Italien zu Keplers Freund Bernegger nach Straßburg geschmuggelt, zwei Jahre später erschien die lateinische Ãobersetzung. Sie trug entscheidend zum Durchbruch derkopernikanischen Lehre und der Trennung von Wissenschaft und kirchlicher Doktrin bei. Auch der Widerruf von Galilei vor der lngui-sition hinsichtlich der Weltsysteme konnte den Siegeszug der neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und Methoden - insbesondere der Verbindung von Experimenten und Berechnungen, von Physik und Mathematik - nicht nachhaltig verzögern.


Galilei, galileo

»Eppur si muovo« - »Und sie bewegt sich doch« - ist wohl der bekannteste Satz, der dem Physiker. Astronomen und Mathematiker G. in den Mund gelegt wird, nachdem er zuvor im Prozeß vor der Heiligen Inquisition in Rom seinen >kopermkanischen< Ãoberzeugungen abschwören mußte. Obwohl nur Legende, marki .....
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Galilei,  Galileo    


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