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Friedell, Egon - Leben und Biographie



Der Schriftsteller und Theaterkritiker Egon Friedell wurde Lesern vor allem mit seinen Büchern Kulturgeschichte des Altertums sowie der Kulturgeschichte der Neuzeit bekannt.
      Kurz nach Friedells Geburt als zweiter Sohn eines jüdischen Ehepaars verließ seine Mutter die Familie. Nach dem Tod seines Vaters elf Jahre später wurde Friedell von seinen zwei Geschwistern getrennt und von einer Tante in Frankfurt aufgenommen. Nach dem Besuch verschiedener Schulen bestand Friedell 1899 das Abitur im vierten Anlauf.
      Schon während des anschließenden Philosophie-Studiums in Wien schrieb Friedell erste Theaterkritiken; nach seiner Promotion 1905 trat er mit zunehmender Häufigkeit im Theater auf. 1913 spielte er unter Max Reinhardt in Wien und am Deutschen Theater in Beriin. In den folgenden Jahren kam eine Tätigkeit als Dramaturg, Autor, Ãœbersetzer, und Herausgeber hinzu. Friedell pflegte in seinen Werken einen sehr eigenwilligen Stil, der durch seine betonte Gläubigkeit , Geistigkeit und Ironie einerseits, durch seine Ablehnung der Moderne andererseits gekennzeichnet war.
      Seine feste Größe in deT österreichischen Theater- und Literaturszene konnte Friedell indes nicht von weiteren Schicksalsschlägen bewahren: verfolgt von Geldnot, Diabetes sowie der Furcht, seine kritische Kulturgeschichte der Neuzeit habe Hitler dem Weg geebnet, konnte sich Friedell nach dem deutschen Einmarsch in Österreich nicht zur Flucht durchringen und sprang 19 38 bei der Festnahme durch die SA aus dem FensteT seiner Wiener Wohnung.
      Kulturgeschichte der Neuzeit
Die monumenlale Kulturgeschichte deT Neuzeit, deren einzelnen Bände bis 1931 erschienen, stellt die kulturelle Entwicklung des westlichen Menschen vom Beginn der Renaissance bis zum Ersten Weltkrieg dar. Im Werk schildert Friedell auf originelle und feinsinnige Weise zahlreiche historische Ereignisse und bedeutungsvolle Persönlichkeiten. Aufbau: Die Kulturgeschichte der Neuzeit besteht aus einer Einleitung, in der Friedell seine Methodologie erläutet , aus fünf chronologisch geordneten Büchern, sowie aus einem kuTzen Epilog. Das Werk steht im Spannungsverhältnis zweier divergenter Ordnungsprinzi-pien: einerseits des Versuchs, die die Neuzeit bestimmenden Strömungen über die Jahrhun-derte zu verfolgen; andererseits des Anspruchs, in lebendiger Abfolge die wichtigsten sozialen, geistigen und politischen Entwicklungen dieses europäischen Zeitalters sowie seine schillerndsten Persönlichkeiten zu streifen. Letzteres macht eine anekdotenhafte Erzählweise erforderlich, so dass mehrere Unterkapitel als in sich geschlossene Essays aufgefasst werden können. Unmittelbar ausschlaggebend für die Zeitwende, so Friedeil, sei die Schwarze Pest gewesen, wobei er diese Zäsur sowohl willkürlich als auch symbolisch setzt. Die Metapher Krankheit und Psychose begleiten durchgehend Friedells Darstellung der Neuzeit, dieser »ununterbrochenen Krisis der europäischen Seele«. So sieht er im ausgehenden Mittelalter die »Inkubationszeit«, in Rinascita und Reformation den »Ausbruch der Krankheit« und in der Barockzeit den Versuch, dem »Giftstoff« des Rationalismus zu widerstehen. Doch sogar Gegenströmungen zum Rationalismus bedienensich nach Friedells Ansicht der Mittel des Rationalismus, so sei die Romantik, eine »Revolte gegen den Intellektualismus, mit rein intellektuellen Mitteln« gewesen. Daher sei der Sieg der »naturwissenschaftlichen Weltanschauung« in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unaufhaltsam gewesen, eine Weltanschauung, die sich im Nihilismus jedoch selbst negiert habe und in der »natumotwendigen Katastrophe des Weltkriegs« in sich zusammengebrochen sei. Dieser Krieg sei zugleich Finale und Auftakt zu einem neuen Zeitalter des Irrationalismus. Inhalt: Aus dem enzyklopädischen Wissensschatz von Friedell lernt der Leser, warum man nur von einer italienischen Renaissance sprechen könne, wieso es keine zufälligen Erfindungen gebe, worin der Unterschied zwischen Schönheit und Güte liege, wieso Faust als Realpolitiker endete und wie sich Jesus zur sozialen Frage verhalte. Der Leser begegnet deT Dramaturgin Roswitha, dem göttlichen Aretino, einem kindlichen Luther, dem keineswegs liebenswürdigen Michelangelo, dem Mephisto der Romantik, dem Sänger aus Thule, und wird Zeuge von 500 Jahren Haartracht, Mode und Esskultur.
      Dabei meidet Friedell genausowenig die Verwendung anachronistischer Schlagwörter der zeitgenössischen Debatte wie subjektive Ansichten. Er nimmt häufig auf seinem christlichen Glauben Bezug und analysiert seine Sujets mit Vorzug nach ihrem Nationalcharakter. Wirkung: Gerade heute - in Zeiten der Political Correctness - macht dieser eigentümliche Stil Friedells die Lektüre so erfrischend, auch wenn seine Fundamentalkritik der Moderne, zu seiner Zeit von rechten Kräften missbraucht, heute ohne größeren Einfluss bleibt.
      Die wichtigsten Bücher von Max Frisch
Biedermann und die Brandstifter 1948 Auf dem Dachboden des Haarwasserfabrikanten Jakob Biedermann nistet sich eine Brandstifterbande ein. Parabelhaftes Drama über kleinbürgerliche Blindheit und politisches Mitläufertum.
      Sf/7/er 1954 Der angebliche Amerikaner Jim Lark White wird verdächtigt, mit dem Schweizer Anatol Stiller identisch zu sein. Es entsteht ein Verwirrspiel um die Identität des Protagonisten.
      Homo Faber 1957 Der Ingenieur Walter Faber gerät durch die Begegnung mit seiner Tochter in eine weltanschauliche Verunsicherung.
      Andorra 1961 Das Drama um den Außenseiter Andri ist eine modellhafte Studie über die Kraft des Vorurteils und den Antisemitismus.
      Mein Name sei Gantenbein 1964 Der Protagonist imaginiert verschiedene Identitäts- und Lebensentwürfe und findet sich in der Figur Gantenbein wieder, der als angeblich Blinderdie Welt besonders scharf beobachten kann.
      Montauk 1975 Selbstkritische autobiografische Erzählung über Beziehungen, Männlichkeit, Schuld, Altem und dieSchriftstellerei.
      Der Mensch erscheintim Holozän, 1979 Eine resignativ anmutende Erzählung über den alternden Herrn Geiser, der von der Außenwelt abgeschnitten wird und mit einer Zettelsammlung das menschliche Wissen bewahren will.
     


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Der Morgen Hock, Erich. In: Interpretationen moderner Lyrik, 1981, S. 93 - 102. .....
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Kinder- und Jugendbücher mit existentiell-ethischem Charakter und religionspropädeutischer Funktion Die existentielle Grundsehnsucht des Menschen nach Freiheit wird in die Geschichte vom Bären Oregon gefasst, der sich aus dem Zirkus weg sehnt in die wilde Heimat der Bären und den Zirkusclown Duke .....
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Eis, egon und eis, otto

Pseud. für: Egon Eisler und Otto Eisler; auch unter den Pseud.: Egon van Eyss, Osso van Eyss, Osso Eis Biografie: Egon Eis: *6.10.1 in Wien, t6.9.1 in München. Otto Eis: *19.3.1 in Budapest, tl4.1.1 in Hollywood. O. Eis, Sohn eines Bauunternehmers, begann seine literarische Tätigkeit mit Humoresken, .....
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Friedell,  Egon    


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