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Friedan, Betty - Leben und Biographie



Betty Friedan gehört zu den Wegbereiterinnen der US-amerikanischen Frauenbewegung. Lange bevor sich Frauen auf breiter Ebene organisierten, um für Gleichberechtigung zu kämpfen, veröffentlichte die Autorin im Jahr 1963 Der Weiblichkeitswahn oder Die Mystifizierung der Frau, in dem sie das frustrierende Leben US-amerikanischer Kleinstadt-Hausfrauen beklagt. Bis heute zählt sie zu den wichtigsten Vertreterinnen der Emanzipationsbewegung.
      Die Tochter eines Juweliers und einer Journalistin studierte Psychologie und arbeitete ab 1944 in New York als Journalistin bei der Tageszeitung Worker's Press. Nach Kriegsende kehrten viele Männer an ihre Arbeitsplätze in den Redaktionen zurück, die Frauen wurden entlassen. Dieses Schicksal ereilte auch Friedan. Ihr als diskriminierend empfundenes Hausfrau-endasein bildete den Anlass zu ihrem ersten Buch. Nach dem überraschend großen Erfolg von Der Weiblichkeitswahn gründete sie 1966 zusammen mit anderen Frauen die Vereinigung NOW , die bis heute einflussreichste Organisation der US-amerikanischen Frauenlobby. Friedan veröffentlichte weitere Bücher zu Frauenthemen und beschäftigte sich in den 1990er Jahren mit der Benachteiligung älterer Menschen in der Gesellschaft [MythosAlter, 1993).
      Der Weiblichkeitswahn oder Die Mystifizierung der Frau
Der Weiblichkeitswahn oder Die Mystifizierung der Frau von Betty Friedan gab den Startschuss für die Entwicklung einer organisierten US-amerikanischen Frauenbewegung, die es bis zu diesem Zeitpunkt de facto nicht gegeben hatte. Viele Frauen wurden sich ihrer gesellschaftlichen Benachteiligung bewusst und fanden sich erstmals zusammen, um für die Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts zu kämpfen. Entstehungen den 1950er Jahren lebte Friedan mit ihrem Mann und ihren drei Kindern als Hausfrau in der Vorstadt. Die Leere ihrer Situation konnten viele andere Ehefrauen bestätigen.
      Friedan initiierte eine Fragebogenaktion, bei der sie das wahTe Ausmaß der Frustration von Frauen erfuhr, die nach gesellschaftlicher Norm glücklich mit ihrer Situation sein sollten. Als sie keine Frauenzeitschrift fand, die ihre Ergebnisse veröffentlichen wollte, entschloss sie sich zu einer Publikation ihrer Studie als Buch. Doch erst 1963 wurde Der Weiblichkeitswahn gedruckt.
      Inhalt: Die Autorin sucht nach Ursachen für das »Problem ohne Namen«, die ernüchternde Situation US-amerikanischer Hausfrauen nach dem Zweiten Weltkrieg, die dem von deT Gesellschaft entworfenen Rollenmodell emotional nicht entsprechen können. Dabei geht sie einerseits empirisch vor, indem sie zahlreiche Frauen interviewt und Fragebogen verteilt. Andererseits setzt sie sich mit der sozialwissenschaftlichen, psychoanalytischen und anthropologischen Forschung auseinander.
      Friedan sieht die Fehlentwicklung, die zu der unbefriedigenden Stellung der Frauen führt, in der frühesten Erziehung begründet. Systematisch werde die Frau auf ein Dasein als Hausfrau und Mutter vorbereitet und so in ein »komfortables Gefängnis« verwiesen. Die Autorin schließt ihre Untersuchung mit einem Entwurf eines möglichen Lebensplans für Frauen. Sie schlägt ihren Geschlechtsgenossinnen vor, sich eine eigene Identität zu suchen, sich von der Rolle als Hausfrau zu verabschieden und nach Möglichkeit einen eigenen Beruf auszuüben oder sich anderweitig eigene Ziele zu suchen. Wirkung: Völlig unerwartet für Friedan entwickelte sich Der Weiblichkeitswahn oder Die Mystifizierung der Frau rasch zum Bestseller. Nach nur drei Jahren waren bereits übeT drei Millionen Exemplare des Buchs verkauft. Frauen im gesamten Land fühlten sich von den Thesen der Autorin angesprochen und verstanden. Die organisierte Frauenbewegung begann sich zu formieren. Friedans NOW gewann schnell an Einfluss und stellt noch heute eine wichtige Säule der US-Frauenbewegung dar, auch wenn Friedan mitunter als zu gemäßigt und zu männerfreundlich kritisiert wurde.


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Friedan,  Betty    




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