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Fredriksson, Marianne - Leben und Biographie



Marianne Fredriksson zählt zu den wichtigsten schwedischen Erzählerinnen der Gegenwart. Charakteristisch für ihre Bücher ist, dass Politik und Zeitgeschichte im Leben individueller Schicksale kristallisieren.
      Fredriksson wurde 1927 als Tochter eines Schiffbauers geboren. Ihre berufliche Karriere begann sie als Korrektorin; danach wurde sie Journalistin bei der Lokalzeitung Göteborgs-Tidningen. 1949 heiratete sie Sven, einen Schiffsingenieur; das Paar hat zwei Töchter. Ihren Beruf gab sie deswegen nicht auf: Von einem Einrichtungsmagazin wechselle sie zur Elternzeitschrift ViFöraldrar, die sie lange Jahre als Chefredakteurin leitete, und schließlich 1974 zur größten schwedischen Tageszeitung Svenska Dagbladet, wo sie das Ressort Alltagsleben und Psychologie führte.
      1980, im Alter von 53 Jahren, begann Fredriksson »immer morgens vor der Arbeit« ihr erstes Buch zu schreiben. Eva wurde 1980 veröffentlicht. Es folgten Abels Bruder , Noreas Geschichte undweitere Bücher zu Motiven aus der Bibel und historischen Themen. 1985 erschien Simon, die Geschichte eines kleinen Jungen während des Zweiten Weltkriegs, in der die Autorin viele eigene Kindheitserinnerungen verarbeitete.
      Der internationale Durchbruch gelang Fredriksson 1994 mit dem Bestseller Hannas Töchter. Es folgten Maria Magdalena , Inge und Mira und Geliebte Tochter . Von ihren zwölf Büchern wurden in 43 Sprachen insgesamt mehr als zwölf Millionen Exemplare verkauft.
      Hannas Töchter
In ihrem Roman Hannas Töchter erzählt Marianne Fredriksson das Leben von Hanna, Johanna und Anna und führt anhand dieser drei Generationen durch 100 Jahre schwedischer Geschichte.
      Entstehung: Fredriksson betont immer wieder, dass sie ihre Bücher ohne Expose schreibt. Zu Hannas Töchter wurde sie durch die Alzheimer-Erkrankung ihrer Mutter angeregt. Fredriksson fuhr in das bäuerliche Värmland, aus dem ihre Familie stammt, und recherchierte. Das Material floss schließlich in das - wie Fredriksson in der Einführung des Romans betont - frei erfundene Generationenporträt ein. Inhalt: Die Rahmenhandlung berichtet von Johanna, der 90-jährigen Mutter von Anna, die seit Jahren im Pflegeheim liegt. »Vor vielen Jahren hatte sie das Gedächtnis verloren. Nur wenige Monate später verschwanden die Wörter.« Anna ist darüber verzweifelt, erkennt, dass viele Familiengeschichten unwiederbringlich verloren sind, weil sie Johanna nicht rechtzeitig danach befragt hat. Aufgeben will Anna, die ihr Geld als Autorin verdient, aber trotzdem nicht und macht sich deshalb auf den Weg in die Heimat der Mutter, in der noch ihr Vater lebt.
      Die 1871 geborene, im schwedisch-norwegischen Grenzland lebende Bauerntochter Hanna wurde im Alter von zwölf Jahren von ihrem Cousin Rickard Joelsson vergewaltigt und schwanger. Die »Schande« nahm der Wittwer John Broman aus Värmland von ihr, indem er sie heiratete und den unehelichen Ragnar als Sohn anerkannte. Der Müller gründete mit Hanna eine neue Familie. Als jüngste Tochter kam 1902 nach lauter Söhnen Johanna zur Welt, der Liebling ihres Vaters John. Ãoberschattet wurde das ohnehin harte Leben der Müllerfamilie durch die so genannte Unionskrise, aus der 1905 Norwegens Unabhängigkeit von Schweden resultierte: Die permanente Sorgevor einem Krieg und der insbesondere im Grenzland spürbare Hass zwischen den beiden Völkern erschwerten den Alltag.
      Hannas Leben wird in der dritten Person erzählt, während die fiktive Erzählerin Anna für Johannas Lebensgeschichte auf einen von dieser in der Ich-Perspektive verfassten Bericht zurückgreifen kann. Johannas distanziertes Verhältnis zur Mutter rührt wesentlich daher, dass sie als Kind mit ihrem Halbbruder Ragnar und dessen Frau Lisa nach Göteborg zog. Hanna und die übrigen Brüder kamen 1911 nach. Aus der Ehe von Johanna und Arne, einem Tischler, ging 1937 Anna hervor - die übrigen vier Schwangerschaften von Johanna endeten mit Fehlgeburten. Anna, ein intelligentes Mädchen, ging aufs Gymnasium, gelangte in bürgerliche Kreise und entfernte sich dadurch immer weiter von ihren Eltern, die überzeugte Arbeiterund Sozialisten waren. Erst als sie selbst Mutter zweier Mädchen wird, gelingt es ihr, eine neue Beziehung zu Johanna und Arne aufzubauen.
      Wirkung: In Schweden verkauften sich von Hannas Töchter 300 000 Exemplare, was für das Land, in dem nur 8,8 Millionen Einwohner leben, einen außerordentlichen Erfolg bedeutet. Zum Dank ehrten die Schweden Fredriksson damit, dass sie die Göteborgerin zur »Autorin des Jahres 1996« wählten. In Deutschland, wo der Roman im Februar 1997 erschien, wiederholte sich dieser Erfolg, obwohl Fredriksson hierzulande völlig unbekannt war. Bereits im Juni 1997 erreichte Hannas Töchter Platz 1 der Bestsellerliste und konnte sich dort mehrere Monate halten. Insgesamt verkaufte der Verlag von diesem Roman im deutschsprachigen Raum bislang mehr als 2,5 Millionen Exemplare.


Reuther, marianne

Biografie: *11.10.1 in Ortenberg. M. Reuther wuchs in Frankfurt/Main auf. Sie besuchte die Lehrerbildungsanstalt in Königstein und die Werkkunstschule Offenbach. Als Entwurfszeich-nerin war sie in einem Architekturbüro tätig, später als Prokuristin im Außen- handel. Berufliche Reisen führten sie in .....
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