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Fox, Paula - Leben und Biographie



Seit ihrer Wiederentdeckung durch den US-amerikanischen Schriftsteller Jonathan Franzen im Jahr 1991 wird Paula Fox zu den wichtigsten Autorinnen der US-Gegenwartsliteratur gerechnet.
      Fox wuchs zunächst bei einem Pastor auf und kam mit sechs Jahren in ein Kinderheim in Kalifornien. Zwei Jahre darauf zog sie zur Familie ihrer Mutter nach Kuba und lebte dort auf einer Zuckerrohrplantage. 1933 kehrte sie mit ihrer Großmutter nach New ork zurück, wo sie heute noch lebt.
      In den USA veröffentlichte Fox neben zahlreichen Kinderbüchern, für die sie 1978 mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis ausgezeichnet wurde, ab 1967 sechs Romane sowie ihre Auto-biografie. Drei ihrer Romane wurden - mit erheblicher Verspätung - ins Deutsche übersetzt: Was am Ende bleibt , Kalifornische Jahre über eine 17-Jährige, die 1940 von New York nach Kalifornien geht und dort, auch in der Begegnung mit Männern, erwachsen wird, und Lauras Schweigen .

      Was am Ende bleibt
Ohne Pathos, doch mit großer Eindringlichkeit erzählt Paula Fox in Was am Ende bleibt, wie ein glücklich wirkendes, gut situiertes Paar mittleren Alters nach einer Reihe eher kleiner Katastrophen vor den Scherben seines Lebens und seiner Beziehung steht.
      Inhalt: Geschildert werden drei Tage im Leben von Sophie und Otto Bentwood. Gut 40 Jahre alt, seit 15 Jahren verheiratet und kinderlos, führen die beiden ein wohl geordnetes Leben in einem Backsteinhaus im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Er ist erfolgreicher Anwalt, sie hat früher als Drehbuchautorin und Übersetzerin gearbeitet, allerdings seit einiger Zeit die Lust daran verloren. Als Sophie am Freitag eine streunende Katze füttert, wird sie in die Hand gebissen. Otto erzählt, dass sein Kompagnon Charlie Rüssel die seit Jahren gemeinsam geführte Kanzlei verlassen hat - ein Ereignis, auf das er mit Trotz, Wut und Hilflosigkeit reagiert. In der Nacht daraufkommt unerwartet Charlie vorbei, der Otto sprechen möchte, dann aber mit Sophie in eine Bar geht. Charlie beklagt sich über Ottos Gefühllosigkeit; Sophie lässt sich dazu hinreißen, von einer Affäre zu erzählen, die sie vor fünf Jahren hatte. Gegenüber einer Bekannten, die sie am Tag darauf besucht, erklärt Sophie ihre depressive Verfassung mit ihrem Nichtstun. Ihre Stimmung verdüstert sich weiter, als sie nach ihrer Rückkehr nach Hause mit Charlies Frau Ruth telefoniert und mit ihrem Vorschlag, sich über alles auszusprechen, auf Ablehnung stößt. Beim Abendessen beklagt sich Otto über Charlies Illoyalität. Danach gehen beide ins Krankenhaus, weil Sophies Hand immer noch geschwollen ist und sie Angst hat, sich mit Tollwut infiziert zu haben. Sophie bekommt eine Spritze und erhält die Auskunft, dass der Vorfall meldepflichtig sei. Otto fängt das Tier und bringt es ins Tierheim. Von dort soll bis Mon-tagmittag ein Anruf kommen, sofern die Katze tollwütig ist. Am Sonntag fahren Otto und Sophie nach Long Island und machen die Entdeckung, dass in ihrem Sommerhaus eingebrochen wurde und die Einrichtung verwüstet ist.
      Am nächsten Tag ruft statt des Tierheims Charlie an. Er ist verzweifelt, so wie Otto und Sophie, die sich trotz allen Überdrusses aneinander und ihres untergründigen Hasses in ihrer Verzweiflung umarmen. Struktur: In klarer, nüchterner Sprache und chronologischer Folge erzählt Fox, was Otto und Sophie in den drei Tagen widerfährt, und setzt dabei äußere Ereignisse und innere Verfassung parallel. Nach dem Katzenbiss reagiert Sophie mit gesteigerter Sensibilität und Nervenanspannung auf den Müll auf den Straßen, einen Steinwurf in das Haus eines befreunde-len Paars oder einen Anrufer, der am Telefon schweigt. So entsteht mit nur wenigen Pinselstrichen das triste Bild vom Zerfallsprozess einer Gesellschaft und einer Mittelschichtsehe, in der beide Partner den Zumutungen der Welt nicht gewachsen sind und bemerken müssen, wie sehr sie sich voneinander entfernt haben. Wirkung: Was am Ende bleibt ist der erfolgreichste Roman von Paula Fox. Er wurde 1971 unter der Regie von Frank D. Gilroy mit Shirley Macl.aine in der Hauptrolle verfilmt und stand bei der Wiederentdeckung der Autorin in den 1990er Jahren in den USA im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Roman fand auch in Deutschland eine große Leserschaft.
      New York als literarischer Schauplatz
John Dos Passos 1925 Manhattan Transfer/Momentaufnahmen aus dem Alltag in New York, wie ihn Einwanderer, Angehörige der Mittelschicht, des Proletariats und der Obdachlosen erleben.
      F. Scott Fitzgerald 1925 Der große Gots6y:Um die Frau, die er liebt, zurückzugewinnen, gibt der aus der Unterschicht stammende, zu Reichtum gelangte Gatsby auf Long Island sagenhafte Partys.
      Henry Miller 1949/53/60 Die fruchtbare Kreuzigung:D'ie autobiografisch unterfütterte Roman-trilogie, bestehend aus Sexus, P/exusund Wexus, spielt in den 1920er Jahren in New York und handelt von einem jungen Autor, seinem Sexualleben und seinen Schreibversuchen.
      Hubert Selby 1957 Letzte Ausfahrt Brooklyn: Eine trostlose Existenz führen die geschundenen, verhöhnten New Yorker vom Transvestiten über das Strichmädchen bis zum Gewerkschafter.
      Paula Fox 1970 Was am Ende bleibt: Ein in Brooklyn lebendes wohlhabendes und gebildetes Paar mittleren Alters erlebt binnen drei Tagen, wie seine wohlgeordnete Welt zusammenbricht.
      Paul Auster 1985/86 New-York-Trilogie:Die drei New-York-Romane Stadt aus Glas.Schlag-schattenund Hinterverschlossenen Türen wirken wie klassische Kriminalgeschichten, doch die logischen Zusammenhänge lösen sich auf, nichts passt zueinander.
      Tom Wolfe 1987 Fegefeuerder Eitelkeiten:YJofe schildert den Niedergang eines zu Reichtum gelangten Brokers an der Wall Street.
      Bret Easton Ellis 1991 American Psycho: Der Held des Romans geht tagsüber harmlos seinen Geschäften an der New Yorker Börse nach und wird nachts zu einem brutalen Serienkiller von Frauen.
      Siri Hustved 1992 Die unsichtbare Frau:Emt in New York studierende junge Frau wird zum Objekt sexueller Männerfantasien und hat das Gefühl, von einem schwarzen Loch aufgesogen zu werden.
      Salman Rushdie 2001 Wut: Um seine Familie vor den eigenen Wutausbrüchen zu schützen, flieht ein Professor aus Cambridge nach New York und sieht sich auch dort mit Gewalt konfrontiert.
      Schizophrenie im Werk von Janet Frame
Geschehen: Janet Frame verbrachte in den 1940er Jahren mit diagnostizierter Schizophrenie sieben Jahre in verschiedenen neuseeländischen Anstalten. Sie fiel damals vor allem durch ihr altersungemäßes introvertiertes Verhalten auf. Die poetische Sprache ihrer Aufsätze, die ihren späteren Stil kennzeichnen sollte, schien ihren Dozenten an der Universität verschroben. Tatsächlich waren diese Auffälligkeiten jedoch nicht Indikatoren für eine problematische Persönlichkeit, sondern für ihr Übermaß an Talent und Kreativität. Einfluss: Die Krankheit hatte, auch wenn sie fälschlich diagnostiziert wurde, wesentlichen Einflussauf die Arbeiten der Au-torin. Frame betrachtet Schizophrenie in ihren Werken als Metapher für die Flucht vor den Einschränkungen der Gesellschaft. Für sie war die Fehldiagnose auch die Möglichkeit, von ihrer Umwelt als besonderes Individuum wahrgenommen zu werden. Die Intellektuellen verglichen sie in den 1940er/50er Jahren mit dem ebenfalls an Schizophrenie erkrankten Maler Vincent van Gogh oder dem Komponisten Hugo Wolf . Auch die spätere Rezeption der Werke Frames ist von ihren Erfahrungen mit der Psychiatrie be-einflusst; noch heute haftet der Autorin vor allem in ihrer neuseeländischen Heimat zu Unrecht der Ruf des verrückten Genies an.
     


Dehmel, paula

Gutenachtliedchen Schulz, Bernhard. In: Literarischer Unterricht I, 1963, S. 230-231. .....
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Fox,  Paula    


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