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Foucault, Michel - Leben und Biographie



Michel Foucault zählt zu den wichtigsten französischen Denkern des 20. Jahrhunderts, der versuchte, eine Geschichte der Zivilisation mit strukturalistischen Methoden zu schreiben. Das Leben, das Werk und die Philosophie von Foucault widersetzen sich einer klaren Einteilung.
      Foucault studierte an der Ecole Normale Superieure in Paris Philosophie und Psychologie. Danach war er Assistent für Psychologie an der Universität von Lille und praktizierender Psychologe am psychiatrischen Krankenhaus Sainte-Anne in Paris. Während einiger Auslandsaufenthalte entstand Wahnsinn und Gesellschaft , in dem der Autor den historischen Wandel in der Darstellung und Behandlung von Geisteskranken nachzeichnet.
      Nach weiteren Auslandsaufenthalten in Säo Paulo und Tunis erschien 1966 das einflussreiche Werk, Die Ordnung der Dinge, mit dem Foucault seine Diskurstheorie vertiefte. Angesichts seiner hier und in anderen Werken vorgenommen Betonung des Einflusses von üenkkatego-rien auf den Inhalt von Diskursen wurde Foucault häufig zu den Strukturalisten gezählt.
      1970 hatte Foucault einen Lehrstuhl für die Geschichle der Denksysteme am College de France inne. In späteren Jahren ging eine Radikalisierung seiner Thesen mit seiner politischen und journalistischen Tätigkeit einher. Zu seinen wichtigen Werken zählen u.a. Archäologie des Wissens und Geschichte der Sexualität .
      Die Ordnung der Dinge
Mit Die Ordnung der Dinge begibt sich der Psychologe Michel Foucault nach intensiven Forschungen zum ersten Mal in einem größeren Werk auf das Gebiet der Ideengeschichte. Das Buch markiert gleichzeitig Foucaults erste systematische Darstellung der Diskurstheorie. Aufbau: Foucault untersucht den Wandel der Idee der Wissenschaft von der Renaissance über das »klassische Zeitalter« des 17. und 18. Jahrhunderts bis hin zum 19. Jahrhundert. Dabei konzentriert er sich auf die sprachlichen Kategorien und die elementaren Denkmuster, nach denen Wissen geordnet sei und die daher die Diskursinhalte vorbestimmen. So entstehe Wissen laut Foucault nicht als Ergebnis des rationalen Denkprozesses der Menschen, sondern ergebe sich aus der grundlegenden Struktur des Diskurses, die teils auf zufällige »Entdeckungen« zurückgehe, teils von politischen Machtinstanzen durchgesetzt werde. Inhalt: War das Denksystem der Renaissance vom bestimmenden Prinzip der Verwandtschaft der Dinge untereinander gekennzeichnet, so existiere laut Foucault im klassischen Zeitalter eine neue, wesentlich andere Ordnung, in der es sich »nicht mehr um die Frage der Ã"hnlichkeiten, sondern um die der Identitäten und der Unterschiede handelt«.
      Diese Ã"nderung des Denksyslems erklärt Foucault im Einzelnen durch einen Rückgriff auf die Semiotik, in dem er für das klassische Zeitalter eine neue »dualistische Theorie des Zeichens« feststellt, welche drei Elemente impliziere: »das, was markiert wurde, das, was markierend war,und das, was gestattete, im Einem die Markierung des Anderen zu seilen.« Dieses auf der Repräsentation basierende Zeichensystem sei die Grundlage einer allgemeinen Ordnungswissenschaft gewesen, deren Begriffsraster Foucault rekonstruiert. Anschließend zeichnet er dieses System in drei scheinbar unterschiedlichen Teildiskurse der Zeit, in der allgemeinen Grammatik, in der Naturgeschichte und in der Analyse der Reichtümer, nach. So leite sich beispielsweise der Wert vom Geld nicht mehr aus seinem Edelmetallbestand ab, sondern aus der auf ihm abgebildeten Repräsentation des Souveräns.
      Im zweiten Teil des Werks widmet sich Foucault einem erneuten Wandel des Denksystems im 18. Jahrhundert: in einer Analyse schildert er, wie aus der Betonung der Zirkulation von Geld die bestimmende Rolle der Arbeit entstanden sei, wie die Analyse der äußeren Merkmale von Pflanzen und Tieren in der Naturgeschichte der Vorstellung von Organisation und Funktion in der sich formierenden Biologie gewichen sei, und wie anstelle einer reinen Kategorisierung der Unterschiede der Sprachen durch die Entdeckung der Flexion ihre gemeinsamen Verbindungen festgestellt wurden. Wirkung: Für Foucault habe seine »Archäologie des Denkens« weit reichende Folgen für die menschliche Existenz. Indem er der Sprache eine konstituierende Rolle einräumt, relativiert er gleichzeitig die bisweilen als absolut empfundene Bedeutung der menschlichen Vernunft. Daher proklamiert er den Tod des Menschen als autonomes Wesen, was die teils sehr kritische Rezeption des Werks erklärt.
     


Foncault michel

»Philosophie ist jene Verschiebung und Transformation der Denkrahmen, die Modifizierung etablierter Werte und all die Arbeit, die gemacht wird, um anders zu denken, anderes zu machen und anders zu werden als man ist.« Diese Selbstcharakterisierung semer philosophischen Aktivität, die F. gegen Ende s .....
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Postmoderne erkenntnistheorie i: foucault, deleuze, vattimo und rorty

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Historische diskursanalyse (michel foucault)

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Diskursanalyse bei foucault

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Typologie

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Intertextualität in romanen von michel braudeau, camille laurens und michel rio

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Historische diskursanalyse - foucault und die folgen

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