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Fosnes Hansen, Erik - Leben und Biographie



In den Romanen von Erik Fosnes Hansen verbinden sich Fiktion und Historisches. Seine Prosa zeichnet sich durch geschickte Komposition und psychologische Feinsinnigkeit aus. Mit seiner breit angelegten, traditionellen Erzählweise hebt sich der Verfasser deutlich von avantgardistischen Tendenzen ab.
      Fosnes Hansen wuchs in Oslo auf. Er besuchte eine anthroposophische Schule und studierte später zwei Jahre in Stuttgart. Der Autor lebt heute in Norwegen und Italien. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet er als Rezensent und Literaturkritiker für die norwegische Tageszeitung Aftenposten.
      Bereits im Alter von 20 Jahren gab Fosnes Hansen sein erstes Buch Falkenturm heraus, einen historischen Roman aus der Zeit der Kreuzzüge. 1990 folgte der Bestseller Choral am Ende der Reise, 1998 Momente der Geborgenheit, der erste Band einer Trilogie, die vier Geschichten aus verschiedenen Ländern und Jahrhunderten raffiniert miteinander verbindet.

      Choral am Ende der Reise
Erik Fosnes Hansen hat mit Choral am Ende der Reise einen Roman über die Titanic geschrieben, die 1912 mit etwa 1500 Menschen an Bord sank. In den sorgfältig recherchierten historischen Rahmen bettet er die fiktiven Lebenswege seiner sieben Protagonisten aus verschiedenen Ländern ein. Damit zeichnet er ein sozio-kulturelles Panorama Europas zu Beginn des 20. Jahrhunderts, einer Epoche, die geprägt ist von patriarchalischen Strukturen und Fortschrittsgläubigkeit. Die Havarie der Titanic wird bei Fosnes Hansen zum Symbol für den Untergang dieser Epoche.
      Inhalt: Sieben Musiker aus verschiedenen Ländern linden sich auf der Titanic als Ensemble zusammen, um auf der Jungfernfahrt des Ozeandampfers Ragtime, Märsche und Choräle für die Passagiere zu spielen. Jeden der Musiker führt ein besonderes Schicksal an Bord. Während das Schiff auf die Katastrophe zusteuert, werden ihre Geschichten beleuchtet.
      Da ist der Kapellmeister Jason Coward aus London, Sohn eines Armenarztes mit einer Begabung für Naturwissenschaften und Musik; der Tod seiner Eltern und der Selbstmord seiner schwangeren Freundin ließen ihn den Glaubenan Gott und die Menschen verlieren. Er begann sich gegen seine Umwelt zu stellen und glitt sozial ab. Sein russischer Freund, der Violinist Alexander Bezhnikov, war nach dem »Blutsonntag« 1905 aus Sankt Petersburg nach London geflüchtet und hatte dabei seinen kleinen Bruder im Stich gelassen. Der kokainsüchtige Pianist, genannt »Spot«, der einst Leo Loewen-haupt hieß, aus Schwaben kam und ein blond gelocktes Wunderkind auf der Geige war, ging seinem Traum nach, Komponist zu werden; er endete arm. erfolglos und von seiner Familie verlassen. Der 18-jährige David Bleiernstern ist ein Jude aus der Wiener Bürgerschicht, dessen einziger Lebensinhalt die Liebe zu einem Mädchen war, das ihn verließ. Eher bizarr ist dagegen die Geschichte des alten Petronius Witt aus Rom. Sie handelt von einem seltsamen Vorfahren, der Liebe zum Marionettentheater und einem Geist in seinem Kontrabass. Der irische Bratschist Jim Reel ist gleichermaßen beseelt von dem Gefühl der Angst und der Freiheit auf dem Meer. Er ist befreundet mit dem Cellisten Georges Donner, einem feinsinnigen belesenen Franzosen, der die Kollegen über das Göttergeschlecht der Titanen, den Namensgebern der Titanic, aufklärt und dabei die griechische Mythologie anschaulich und chauvinistisch zugleich auf den Montmartre verlegt. Als auf dem sinkenden Schiff die Panik ausbricht, spielen die Musiker das Largo von Händel, bis auch sie bei dem Versuch sich zu retten getrennt werden.
      Struktur: Die Rahmenhandlung spielt sich chronologisch in jenen historischen fünf Tagen vom 10. bis zum 14. April 1912 ab, die die Jungfernfahrt der Titanic dauerte, bevor sie sank. Als Rahmengeschehen, das die Rückblicke der Musiker motiviert und verknüpft, werden das Schiff, sein Kapitän, die Mannschaft, die Bordküche, die Stimmung sowie die Passagiere beschrieben. Historische Details der Ãœberfahrt werden mit dokumentarischer Genauigkeit wiedergegeben. Die Schicksale der Musiker, die.jeweils eigene Kapitel bilden, sind hingegen frei erfunden; in inneren Monologen, im Gespräch oder in Form eines Briefs blicken sie auf ihr Leben zurück. Die historische und fiktive Ebene verbindet das parallele Motiv des Scheiterns; so sicher wie die Unsinkbarkeit der Titanic schien, so sicher schien auch der Weg der sieben Musiker in ein erfolgreiches Leben vorgezeichnet zu sein, doch ihre Träume und Hoffnungen erfüllten sich nicht. Wirkung: Choral am Ende der Reise wurde in etwa 30 Sprachen übersetzt und stand in Europa lange auf den Bestsellerlisten. Für den Roman erhielt Fosnes Hansen den renommierten norwegischen Literaturpreis »Riksmälspri-sen«.
     


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